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von Martin Loschwitz
Sie kennen das Problem: Nach der ersten Installation von Linux loggen Sie sich in das System ein und stehen vor Schriftarten, die auf den ersten Blick so gar nichts mit Arial, Times & Co. zu tun haben. Der Grund: Auch Schriften unterliegen dem Urheberrecht und Microsoft gestattet nicht, dass fremde Hersteller oder gar Linux-Distributoren die MS-Fonts verteilen. Und wenn doch ausnahmsweise, dann nur in ihrer ursprünglichen Form und keinesfalls in Form von RPM-Paketen.
Fehlen True Type Fonts, macht das in mancherlei Hinsicht Probleme: Zum einen zeigt OpenOffice Briefe, die mit Word unter Windows geschrieben wurden, manchmal nicht ordentlich an. Zum anderen sollten auch auf dem Linux-Desktop die Einträge so aussehen, wie auf der Windows-Oberfläche. Schließlich machen die Windows-Fonts einen schöneren Eindrück, als die meisten frei verfügbaren Schriftarten -- besonders dann, wenn Kantenglättung aktiviert ist. Weil die unter Linux hauptsächlich mit der FreeType Bibliothek[1] umgesetzt wird, sind True Type Fonts ohnehin nötig.
Es ist nicht unmöglich, True Type Fonts unter Linux zu installieren. SUSE-Benutzer haben es sogar besonders leicht: Seit Version 8.2 der Nürnberger Linux-Distribution gibt es eine Funktion, die die wichtigsten Fonts in wenigen Minuten installiert und konfiguriert. Benutzer von Mandrake 9.0 oder RedHat 9 müssen selbst Hand anlegen. Und sie brauchen dafür die Kommandozeile.
Es gibt zwei Möglichkeiten, Schriften zu installieren. Der eine führt über das Paketsystem. Hier werden die Fonts letztlich wie jedes andere Programmpaket installiert. Der andere Weg umgeht das Paketsystem und kopiert Schriften unmittelbar ins Dateisystem. Für RedHat 9 und Mandrake gibt es im Internet fertige Skripte, mit denen sich RPM-Pakete der Schriften bauen lassen. Mit denen genießt man alle Vorteile des Paketsystems. So lassen sich die Fonts später problemlos durch Deinstallation des ganzen Pakets löschen, und auch ein eventuelles Upgrade bereitet keine Kopfschmerzen.
Wegen der bereits angesprochenen Schwierigkeiten sind die Fonts nicht auf den Installations-CDs enthalten. Sie können sie aber aus dem Internet besorgen. Auf der Download-Seite des corefonts-Projektes finden Sie die Fonts, die Microsoft selbst noch vor kurzer Zeit auf seiner Website angeboten hat. Weil in einem alten Software-Lizenzvertrag die Weitergabe erlaubt war, gibt es sie heute noch bei corefonts.
Nach einem Neustart der grafischen Oberfläche, am einfachsten durch Aus- und anschließendes Einloggen, stehen die Schriften allen Programmen zur Verfügung. Überprüfen lässt sich das mit dem KDE Kontrollzentrum.
RedHat und Mandrake bieten keine eingebaute Funktion, die der von YaST2 gleichkäme. Zuerst müssen Sie ein Paket erstellen, in dem sich die wichtigsten Schriften befinden, und dieses Paket dann installieren. Der Vorgang ist komplexer als bei SUSE.
Danach starten Sie die grafische Oberfläche neu, indem Sie sich aus- und wieder einzuloggen. In den meisten Programmen können Sie künftig aus Microsoft-Schriftarten wie Arial oder Times New Roman wählen. (fan)
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Last modified: 2007-01-25 17:01
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