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von Inga Rapp
Neverball und Trackball sorgen für Kurzweil im Linux-Alltag und trainieren gleichzeitig die Feinmotorik der Maushand. Voraussetzung ist in beiden Fällen aktivierte 3D-Beschleunigung. Leider gibt es passende RPM-Pakete nur für SuSE und Mandrake, nicht für Red Hat Linux.
Bei der Nürnberger Distribution sind sie in der Standardinstallation bereits enthalten. Hier erreicht man Neverball über den Abschnitt Spiele, Action im K-Menü, Trackball über den Abschnitt Spiele, Arkade.
Die Mandrake-Nutzer schreiten bei beiden Spielen zuerst zur Installation. Sowohl Neverball, als auch Trackballs stehen auf der Easylinux-Homepage zum Download bereit. Zusätzlich brauchen Sie die vier RPM-Pakete libSDL_image1.2-1.2.3-3mdk.i586.rpm, libSDL_mixer1.2-1.2.5-3mdk.i586.rpm, libSDL_ttf2.0-2.0.6-3mdk.i586.rpm und libsmpeg0.4-0.4.4-23mdk.i586.rpm aus Ihrer Distribution. Über Einstellungen / Paketierung / Software installieren starten Sie den Paket-Manager und spielen die vier Pakete ein.
Navigieren Sie nun im Datei-Browser in Ihr Download-Verzeichnis mit den heruntergeladenen Spielen. Auf Doppelklick fragt Mandrake Ihr Administratorpasswort ab und installiert die Pakete. Die Warnung bezüglich der fehlenden Signatur beantworten Sie mit OK. Anschließend finden Sie Neverball und Trackballs im K-Menü in der Rubrik Unterhaltung / Arkade.
Erinnern Sie sich noch an diese kleinen Geschicklichkeitsspiele? Eine oder mehrere Kugeln in einem kleinen Kästchen, das nur in die richtige Richtung gekippt werden musste, um die Kugeln in den zugehörigen Löchern zu versenken. Neverball setzt dieses Spielprinzip unter Linux um.
Frei im Raum schwebt ein grünes Brett. Auf den ersten Blick hat es verblüffende Ähnlichkeit mit einem Billardtisch. Je höher der Spieler allerdings innerhalb der 64 möglichen Level kommt, desto mehr verwandelt sich der vermeintliche Billardtisch. Weitere Bretter und Verbindungsstücke wachsen zu phantasievollen Konstruktionen heran. Darauf liegt eine kleine Kugel. Ihr Ziel ist ein von weitem an einem Lichtkegel erkennbares Loch am anderen Ende des Parcours. Dort hinein muss die kleine Kugel (Abbildung 1).
Eigentlich ganz einfach, möchte man meinen. Wenn da nur nicht diverse Hindernisse wären... Bewegt wird nicht die Kugel sondern die Konstruktion darunter. Dadurch ist der Lauf der Kugel nur schwer steuerbar. Zusätzlich sorgen Mauern dafür, dass die Kugel nur selten dorthin rollt, wo der Spieler sie haben will. Je nach Level verdichten sich die einzelnen Mauern zu einem ausgewachsenen Labyrinth. Wo keine Mauern sind, da tifft man auf bewegliche Verbindungsstücke. Hier gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu finden, damit die Kugel nicht ins Leere fällt. Denn eines ist klar: wer runterfällt, hat verloren.
In den unteren Leveln sorgen noch niedrige Gitter am Rande des Spielfelds dafür, dass die Kugel nicht abstürzt. Doch je anspruchsvoller der Parcours, desto spärlicher werden die Gitter (Abbildung 2).
Pro Spielversuch bekommt der Spieler drei Kugeln. Gesteuert wird mit der Maus: Bewegt man sie in eine Richtung, kippt auch das Brett dorthin und die Kugel beginnt zu rollen. Keine einfache Sache! Hier ist Feinmotorik gefragt. Wer seefest ist, kann sicherlich auch guten Gewissens den Klick auf die rechte oder linke Maustaste wagen. Durch den Klick verändert sich der Blickwinkel des Betrachters, so dass sich neben dem Boden auch noch die Optik ständig verschiebt. Nichts für schwache Mägen!
Für die ab und an dringend nötige Pause sorgt der Griff zur Leertaste. Dann können sich die Augen erholen und auch der Kampf gegen die unerbittlich verrinnende Zeit hört für einige Atemzüge auf. Die meisten Level erhalten im leichtesten, dem easy-Modus, 90 Sekunden Zeit. Profis müssen sich dagegen teilweise mit nur fünf Sekunden zufrieden geben.
Für einen Highscore ist allerdings mehr vonnöten, als die Kugel innerhalb der vorgegebenen Zeit um alle Hindernisse hinweg ins Loch zu stoßen. Zusätzlich ist Punkte sammeln angesagt: Diese gibt es in Form von "Coins", gelben, roten und blauen Chips, die sich lustig um sich selbst drehen, zum Glück aber an ihrem Platz stehen bleiben. Gelbe Chips bringen einen Punkt, rote fünf und blaue zehn. Unnötig zu erwähnen, dass ausgerechnet die blauen meist in schwer zugänglichen Ecken stehen... Sammeln bedeutet hier überrollen. Dann lösen sich die Chips in viele, bunte Sternchen auf und erhöhen Ihren Spielstand.
Neverball läßt sich bildschirmfüllend in verschiedenen Auflösungen oder in einem eigenen Fenster spielen. Für ältere Rechner empfiehlt es sich, in den Options die Grafik auf Level low stellen, um ein ruckelfreies Spiel zu genießen.
Das Spiel Marble Madness, in den 80er Jahren auf dem Amiga beliebt, ist unter Linux in Gestalt von Trackballs wieder auferstanden. Das Prinzip ähnelt auf den ersten Blick dem von Neverball: Auch hier lenkt der Spieler eine Kugel durch einen Parcours. Statt seefest sollte man hier jedoch schwindelfrei sein: Auf einem Labyrinth aus hohen Mauern und steilen, schmalen Rampen muss die Kugel entlangrollen (Abbildung 3). Wirkliche Wände gibt es nicht, dafür fällt man aber auch leicht herunter von der Mauer. Steuern lässt sich die eigene Kugel entweder per Maus oder über die Cursor-Tasten. Mit den Maustasten oder der Leertaste lassen Sie die Kugel hüpfen -- sehr nützlich, wenn Gräben zu überwinden sind.
Trackballs wartet mit unterschiedlichen Untergründen auf. Auf sandigem Boden erfordert es ziemlichen Kraftaufwand, die Kugel in Bewegung zu bringen, dafür rutscht sie auf Eis fast wie von selbst, häufig genug auch in die falsche Richtung. Gelegentlich verschwindet sie auch mal in einem Tunnel. Wenn sie dort wieder herauskommt, hat sie meist solches Tempo zugelegt, dass sie kaum noch zu halten ist.
Wo der Parcours nicht schon durch Kurven oder Gräben knifflig ist, sorgen kleine Gemeinheiten dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Wie aus dem Nichts schießen auf einmal große Spikes aus dem Boden und zerstören die Kugel. Auch Kakteen sind gefährlich. Steckt die Gefahr nicht im Parcours, kommt sie aus der Luft -- Hitchcock läßt grüßen, wenn die Vögel attackieren.
Ihr Hauptgegner ist Mr. Black, eine große schwarze Kugel (Abbildung 4). Mr. Black sorgt für totale Orientierungslosigkeit. Trifft Ihre Kugel auf Mr. Black, lässt sie sich nicht mehr steuern, und Mr. Black treibt sie unaufhaltsam dem Abgrund entgegen.
Aber Mr. Black ist besiegbar. Allerdings ist dazu vorher ein Meeting mit einer der kleinen roten Kugeln nötig. Sie zerspringen beim Überrollen durch die Spielerkugel in tausend Stücke und verleihen ihr außerordentliche Fähigkeiten. Für ein paar Sekunden springt die Kugel des Spielers dann höher, rollt schneller oder zerstört durch Spikes alles, was sich ihr entgegenstellt. Mit den Spikes läßt sich auch Mr. Black besiegen. Außerdem sorgen sie auf eisigem Untergrund für Halt.
Ab und an stehen kleine Fähnchen in der Gegend herum. Sie sorgen dafür, dass das Punktekonto des Spielers immer gut gefüllt ist: Lenken Sie die Kugel darauf, spucken sie Bonuspunkte aus. Punkte gibt es außerdem, wenn am Ende des Parcours noch Zeit übrig ist. Die Uhr läuft unterbittlich, und die Zeit ist meist eher knapp bemessen.
Fünf verschiedene Level Sets stehen zur Auswahl. Dabei handelt es sich quasi um komplette Spiele, denn in jedem Level Set gibt es mehrere Level. Nur wer einen Parcours bis zum Ende durchlaufen hat, steigt zum nächsten auf. Ein Quereinstieg ist nicht möglich, in jedem Level Set beginnt das Spiel wieder komplett von vorne. Allerdings lassen sich mit zunehmender Übung viele Bonuspunkte sammeln, weil mehr und mehr Zeit übrig bleibt.
Das Level Set Elite hat es ganz besonders in sich. Die Kugel muss nicht auf Mauern entlang, sondern durch eine Landschaft hindurch. Viele Bäume und ein gruselig anmutender See begrüßen sie. Hier ist es natürlich mit nur einem Mr. Black nicht getan, es muss schon eine ganze Horde sein. Die Atmosphäre erinnert schon fast an ein Fantasy-Rollenspiel.
Für jedes Level Set gibt es drei Schwierigkeitsstufen. Sie sind vor dem Start unter Difficulty einstellbar. Je höher die Schwierigkeitsstufe desto weniger Zeit steht zur Verfügung, und desto mehr Hindernisse begegnen der Kugel auf ihrem Weg durch den Parcours. Hardliner finden sich beispielsweise auf einmal in Gesellschaft kleiner Kugeln, die die eigene bei einer Begegnung einfrieren oder sehen sich Terrain gegenüber, das man nur in einer bestimmten Richtung durchqueren darf.
Beide Spiele erfordern viel Geschicklichkeit, vor allem im Umgang mit der Maus. Das Prinzip ist in beiden Fällen einfach, aber die vielen Variationen sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. (eba)
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Last modified: 2007-01-25 17:02
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