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Erschienen in EasyLinux 03/2004   »   Ausgabe bestellen

Virtuelle Arbeitsflächen unter KDE für jede Gelegenheit

Platz auf 16 Desktops

von Anja M. Wagner


Die Arbeitsunterlagen bilden bedrohliche Stapel auf dem Schreibtisch, Maus und Tastatur haben kaum noch Platz, und der Lieblingsstift ist im Chaos mal wieder nicht zu finden. Da hilft nur eins: Der Schreibtisch muss vergrößert werden.

Was für richtige Schreibtische gilt, ist im virtuellen Arbeitsleben nicht anders: Je größer der Schreibtisch, desto besser, und desto eher kann man Ordnung halten, zumindest theoretisch. Deshalb bietet KDE dem Nutzer die Möglichkeit, bis zu 16 Desktops zu verwenden.

Standardmäßig wartet KDE mit vier Desktops auf. Jeder Desktop wird in der Kontrollleiste von KDE durch ein Icon repräsentiert. Die Desktops sind nach einer Standardinstallation mit Nummern versehen. Ein Klick auf das jeweilige Icon holt die so aktivierte Arbeitsoberfläche in den Vordergrund.

Arbeiten Sie mit vielen gleichzeitig geöffneten Fenstern, können Sie diese, vielleicht nach Arbeitsgebieten geordnet, auf den verschiedenen Desktops anordnen. Jede einzelne Arbeitsfläche bleibt übersichtlich, und per Mausklick auf die Buttons in der Kontrollleiste springen Sie schnell zwischen den Arbeitsflächen hin und her.

Erstellt und angepasst werden die weiteren virtuellen Arbeitsflächen im KDE-Kontrollzentrum, das Sie über K-Menü/Kontrollzentrum erreichen.

  1. Klicken Sie im KDE-Kontrollzentrum auf Arbeitsfläche und im nächsten Schritt ebenfalls in der linken Spalte auf Virtuelle Arbeitsflächen. Unter Red Hat Linux wählen Sie im Kontrollzentrum Erscheinungsbild/Arbeitsflächen und dann die Registerkarte Anzahl der Arbeitsflächen.
  2. Die Anzahl der Desktops verändern Sie entweder über den Schieberegler oder über die Pfeiltasten des Eingabefeldes. Gleichzeitig werden entsprechend viele Namensfelder im Bereich darunter aktiviert.
  3. Die Desktops nur mit einer Nummer zu benennen, ist bei mehreren Oberflächen wenig hilfreich. Klicken Sie in die aktiven Namenszeilen der Desktops und vergeben Sie aussagekräftige Titel.

  4. Bestätigen Sie alle Einstellungen mit Anwenden.

Nichts als Nummern

Schon bevor Sie das Kontrollzentrum schließen, verändert sich gemäß Ihren Einstellungen die Anzahl der Desktops. Aber Ihre mit Phantasie gewählten Namen fehlen -- weiterhin hat jedes Desktop-Icon nur eine Nummer. Führen Sie die Maustaste über eines der Icons. Bei denjenigen, die einen Namen bekommen haben, wird dieser immerhin als Kurzinfo angezeigt, es sei denn, Sie haben diese Option deaktiviert. Sie können sich die Namen auch ständig anzeigen lassen:

  1. Führen Sie den Mauszeiger über eines des Desktop-Icons und klicken Sie rechts.
  2. Im Kontext-Menü wählen Sie den Eintrag Anzeigen/Namen.
  3. Je nach Länge der Namen werden die Icons nun erheblich breiter.

  4. Sollten Sie bei einem oder mehreren der virtuellen Desktops die Nummerierung beibehalten haben, löschen Sie im Kontrollzentrum den voreingestellten Eintrag "Arbeitsfläche", denn sonst werden die Buttons zu groß.

Desktops gestalten

Ihre Desktops tragen nun Namen. Solange Sie nach der Standardinstallation keine Veränderungen vorgenommen haben und während der aktuellen Arbeitssitzung kein Fenster geöffnet ist, können Sie beim Durchklicken der Arbeitsflächen keinen Unterschied zwischen den Arbeitsoberflächen feststellen. Gestalten Sie die Desktops unterschiedlich, um sich schnell orientieren zu können; aber auch, um sich mit den kreativen Möglichkeiten von KDE vertraut zu machen.

  1. Wählen Sie im KDE-Kontrollzentrum zunächst Erscheinungsbild & Design/Hintergrund. Unter Red Hat Linux heißt der Punkt Erscheinungsbild/Hintergrund.
  2. Deaktivieren Sie durch Anklicken die Option Gemeinsamer Hintergrund. Die Liste Ihrer Desktops wird im Bereich Arbeitsflächen aktiviert.
  3. Markieren Sie einen Desktop und passen Sie ihn über die Einstellungsmöglichkeiten auf den drei Registerkarten Hintergrund, Hintergrundbild und Erweitert Ihren Bedürfnissen und Vorstellungen an.
  4. Sie können für den Hintergrund der Arbeitsoberfläche maximal zwei Farben auswählen. Klicken Sie auf das schmale Farbfeld und wählen im sich öffnenden Fenster Farbauswahl Ihre Lieblingsfarbe.

  5. Die ausgewählten Farben können in verschiedener Weise kombiniert werden. Wählen Sie zum Beispiel einen senkrechten Farbverlauf im Dropdown-Menü aus. Das Ergebnis Ihrer Kreativität können Sie sofort in der Vorschau begutachten.
  6. Sollen die Einstellungen für den jeweiligen Desktop festgelegt werden, klicken Sie auf Anwenden.

Den Desktop können Sie natürlich auch mit im System gespeicherten Bildern verzieren. Wechseln Sie dazu auf die Registerkarte Hintergrundbild.

  1. Die Option Einfaches Hintergrundbild spricht für sich. Über das Dropdown-Menü Hintergrundbild gelangen Sie in den Ordner /opt/kde3/share/wallpapers/, in dem KDE Ihnen einige Bilder anbietet.
  2. Klicken Sie auf den Button Auswählen und navigieren Sie durch das System, um ein anderes, eigenes Bild auszuwählen.

  3. Wählen Sie die Option Mehrere Hintergrundbilder, wird die Schaltfläche Einrichtung für mehrere aktiv.
  4. Über Hinzufügen wählen Sie die verschiedenen Bilder aus. Sie werden dann ähnlich einem Bildschirmschoner zeitlich versetzt als Hintergrundbilder gezeigt. Dabei kann KDE die Bilder in zufälliger Abfolge oder der Reihe nach anzeigen. Die Länge des Intervalls stellen Sie über die Pfeil-Buttons ein.

  5. Egal ob Sie eines oder mehrere Hintergrundbilder auf dem Desktop sehen wollen, können Sie noch festlegen, ob das Bild zentriert, gekachelt oder skaliert dargestellt werden soll.
  6. Auf der Registerkarte Erweitert finden Sie zu guter Letzt noch die Option, für ausgewählte Hintergrundbilder einen Überblendmodus einzustellen.

Arbeiten mit mehreren Desktops

Nachdem die Arbeitsoberflächen angenehm und unterscheidbar gestaltet sind, kommt nun die Arbeit. Icons, die Sie auf einem der Desktops ablegen, erscheinen auf allen Oberflächen. Dies gilt nicht unbedingt für geöffnete Fenster.

  1. Starten Sie ein Programm und das sich öffnende Fenster erscheint nur auf dem jeweiligen Desktop, der gerade aktiv im Vordergrund ist.
  2. Soll ein Fenster auf allen Desktops erscheinen, führen Sie den Mauszeiger über die Titelleiste und klicken rechts.
  3. Im Kontext-Menü wählen Sie Alle Arbeitsflächen.

  4. Schließen Sie ein Fenster auf einer Ihrer Arbeitsflächen, gilt dies auch für alle anderen.
  5. Ein Fenster verschieben Sie von einem Desktop auf den anderen, indem Sie im Kontextmenü der Titelleiste den neuen Desktop anklicken.

In der Kontrollleiste von KDE werden alle geöffneten Programme, sprich Fenster, angezeigt. Die Kontrollleiste ist den virtuellen Desktops übergeordnet und auf allen Arbeitsflächen gleich.

Je nach Arbeitsbereich starten Sie Programme auf bestimmten Desktops, zum Beispiel alle Programme zur Bildbearbeitung auf dem Desktop grafik und ein Textverarbeitungsprogramm auf text. Wollen Sie zwischendurch ein Spielchen zur Entspannung machen, brauchen Sie nicht auf einer übervollen und deshalb unübersichtlichen Arbeitsoberfläche nach dem Programm zu suchen, sondern klicken einfach auf Ihren Desktop spiele, und schon geht's los.

Mehr Übersicht

Auf den Buttons der virtuellen Arbeitsflächen erscheinen kleine Platzhalter für geöffnete Programme. Die sind aber so klein, dass Sie nicht erkennen können, welches Programm gerade aktiv ist.

  1. Führen Sie den Mauszeiger über die Icons der virtuellen Arbeitsflächen in der Kontrollleiste, klicken Sie rechts und wählen im Kontextmenü Arbeitsflächenumschalter starten.
  2. Mit dem "Umschalter" gehen Sie wie mit einem normalen Fenster um: Sie können es in Breite und Höhe größer ziehen und auf dem Desktop verschieben.

  3. Der Umschalter steht normalerweise auf allen Desktops und immer im Vordergrund. Über das Kontextmenü können Sie diese Einstellung deaktivieren.
  4. Jedes Programm-Icon im Umschalter öffnet nach dem Rechtsklick ein Kontextmenü, über das Sie das Fenster auf eine andere Arbeitsfläche verschieben, in seiner Größe verändern oder schließen können. Das bedeutet, dass Sie während der Arbeit auf dem Desktop grafik das geöffnete Fenster des Textverarbeitungsprogramms Write vom Desktop text auf den Desktop job verschieben können. (hge)

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