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Erschienen in EasyLinux 03/2004   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Ob es darum geht, den Desktop zu verschönern, versteckte Anwendungs-Features freizuschalten oder ein kniffeliges Problem zu lösen: Bei unseren Linux-Tipps ist für jeden etwas dabei.

Tipp: Des GNOMEs neue Kleider

GNOME-Nutzer passen ihren Desktop mit wenigen Handgriffen optisch an die eigenen Bedürfnisse an. Einige Themes bringen die Distributionen schon mit, doch eine wesentlich größere Auswahl finden Sie im Internet unter http://art.gnome.org/. In der linken Navigationsleiste sind Sie bei den Desktop Themes am richtigen Ort. Verwirrend ist, dass es gleich drei Unterkategorien gibt. Jede davon verschönert einen anderen Teil der Arbeitsoberfläche.

Unter Applications (Anwendungen) liegen Skins, die das Aussehen der Fensterelemente wie Buttons und Menüs beeinflussen. Bei den Window Borders finden Sie neue Fensterrahmen, und die Rubrik Icons, die Ihnen neue Symbole für Nautilus und das Panel beschert, komplettiert das Heimwerkerstudio für den Desktop-Zimmermann. Auf den Kategorieseiten gibt es für jedes Theme eine Vorschau. Sobald Sie eines anklicken, gelangen Sie zu einer kurzen Beschreibung und einem Download-Link.

Laden Sie sich am besten aus jeder Kategorie ein paar Exemplare herunter und achten Sie darauf, ob in der Beschreibung steht, für welche GNOME-Version das Theme gedacht ist. SuSE Linux und Red Hat 9.0 kommen mit GNOME 2.2, Mandrake 9.2 hat schon Version 2.4 im Gepäck. @L:Aus diesen drei Kategorien basteln Sie sich ein eigenes GNOME-Theme. Wir haben für unser Beispiel H2O-gtk2 für die Anwendungen, MardiGrasDeux als neues Fensterrahmen-Theme und die AquaFusion-Icons ausgesucht.

  1. Öffnen Sie die Themeneinstellungen über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]), in das Sie gnome-theme-manager eintippen.
  1. Klicken Sie auf Thema installieren und navigieren Sie über Auswählen in das Download-Verzeichnis. Markieren Sie dort ein Theme und bestätigen Sie Ihre Auswahl mit OK. Ein Klick auf Installieren überlässt die restliche Arbeit dem Theme Manager. Verfahren Sie mit allen anderen heruntergeladenen Themes genauso.
  1. Schließen Sie nun den Theme-Manager und starten Sie ihn gleich darauf neu: Das ist nötig, damit er die installierten Themes auch wirklich zur Auswahl anbietet. Über den Button Details (Themendetails bei Mandrake Linux 9.2) stellen Sie etwas Eigenes zusammen. Auch hier gibt es die drei Rubriken, die Sie schon von der Download-Seite kennen.
  1. Markieren Sie auf jeder der drei Registerkarten Fensterinhalt, Fensterrahmen und Symbole einen Eintrag. Bestätigen müssen Sie nichts, GNOME übernimmt die Einstellungen, sobald Sie einen Eintrag aktivieren: Sie sehen also direkt das Ergebnis (Abbildung 1).
  1. Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit, schließen Sie das Detailfenster über Schließen. Damit das Theme auch dann nicht verloren geht, wenn Sie einmal etwas anderes ausprobieren, speichern Sie es über Thema speichern.
  1. In der sich öffnenden Dialogbox vergeben Sie einen Namen, z. B. my_theme, und optional eine Kurzbeschreibung. Ein Klick auf Speichern legt die Einstellungen im Verzeichnis /home/benutzername/.themes/my_theme ab. In der Auswahlliste tauchen die Eigenkreationen erst beim nächsten Start des Themenverwalters auf. Dort wählen Sie sie dann genauso wie die von der Distribution vorinstallierten Stile per Mausklick aus.

Abb. 1: Aus drei Einzelkomponenten erstellen Sie individuelle Themes.

Tipp: Kahlschlag im Menü von Mandrake Linux

Sie haben nur ein neues Programm installiert, und auf einmal schaut Ihr Menü aus, als habe ein bösartiger Kobold dort einen gründlichen Frühjahrsputz veranstaltet: Nur noch ein Drittel der Einträge ist vorhanden. Einen noch schlimmeren Schreck bekommen Sie, wenn Sie das KDE-Kontrollzentrum starten. Die linksbündig liegende Baumansicht ist aller Zweige beraubt. Der Fehler ist zwar lästig, aber harmlos und schnell repariert: Öffnen Sie mit Druck auf [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort menudrake ein. Im Menüeditor müssen Sie nicht etwa die verloren gegangenen Einträge von Hand erstellen. Das Distributions-Tool baut automatisch die Menüstruktur neu auf. Klicken Sie einfach auf Speichern und beenden Sie menudrake. Nun finden Sie im Menü wieder alles am gewohnten Platz, und auch das KDE-Kontrollzentrum ist wieder benutzbar.

Tipp: Man- und Info-Seiten mit Komfort

Dokumentation unter Linux kommt oft als so genannte Manpage oder Info-Seite daher. Gewöhnlich lesen Sie diese Handbuchseiten mit den Kommandozeilenprogrammen man und info. Wer die Navigation dort als zu unbequem empfindet, für den ist der GNOME-Hilfe-Browser eine komfortable Alternative. Sie können ihn auch unter KDE verwenden, sofern Sie das Paket yelp installiert haben. Starten Sie die Anwendung über ein Schnellstartfenster, in das Sie yelp oder gnome-help eingeben -- das Programm lässt sich mit beiden Namen aufrufen.

Die Oberfläche ähnelt der eines Web-Browsers und Sie steuern die einzelnen Themen per Klick auf einen der Links an. Unter der Überschrift GNOME-Desktop erreichen Sie die Dokumentation aller installierten GNOME-Programme. Die Links Handbuchseiten und Info-Seiten bringen Sie zu der Dokumentation der klassischen Linux-Befehle. Der Abschnitt Handbuchseiten ist noch einmal in Kategorien unterteilt, von denen Anwendungen die meisten Einträge bietet. Im Gegensatz zum Programm man können Sie in yelp die Querverweise zu anderen Manpages direkt per Mausklick anspringen.

Tipp: Zeigt her Eure Schriften

Mit Nautilus als Datei-Manager verschaffen Sie sich schnell einen Überblick über die vorhandenen Schriftarten. Geben Sie einfach in der Adresszeile fonts:/ ein. Schon listet Nautilus auf, was Ihr System zu bieten hat, und garniert jeden Font mit einem kleinen Vorschaubildchen (Abbildung 2). Wollen Sie eine Schriftart genauer unter die Lupe nehmen, öffnen Sie per Doppelklick darauf ein ausführliches Vorschaufenster (Abbildung 3). Dort bekommen Sie einen Eindruck vom Schriftbild in verschiedenen Größen.

Abb. 2: Nautilus bietet einen Überblick über die installierten Schriftarten.

Abb. 3: Fast wie unter Windows: Schriftbild und Informationen im Vorschaufenster.

Ein besonderes Goodie wartet auf die Anwender von Mandrake Linux 9.2 im Kontextmenü der einzelnen Fonts: Mit einem Klick auf Als Anwendungsschrift verwenden machen sie den markierten Font zur Standardschriftart der GNOME-Arbeitsoberfläche. Die Einstellungen werden wirksam, sobald Sie sich ab- und wieder anmelden.

Benutzer der anderen Distributionen müssen auf das Feature noch ein wenig warten: Der dort mitgelieferte Nautilus ist zu alt und beherrscht die schnelle Schriftenumschaltung noch nicht.

Tipp: Cursor-Theme unter SuSE Linux 9.0 ändern

Auf einem dunklen Hintergrund verliert man den Maus-Cursor schon mal aus den Augen. Da wären Cursor in einer helleren Farbe besser. Unter SuSE Linux 9.0 ist das kinderleicht. Starten Sie YaST über System / YaST aus dem K-Menü und markieren Sie den Eintrag System. Rufen Sie den Editor für /etc/sysconfig-Dateien auf. Dort sind Sie bei Desktop / X_MOUSE_CURSOR an der richtigen Stelle. Im Eingabefeld der rechten Fensterhälfte tragen Sie den Namen eines anderen Cursor-Themes ein. Zur Auswahl stehen redglass (halbtransparent rot), whiteglass (halbtransparent weiß), handhelds (winzig und rot), blueprint-cursor-theme (die Standard-Einstellung) und default (schwarzer Cursor). Angst vor Tippfehlern müssen Sie nicht haben -- tragen Sie ein nicht existentes Theme ein, benutzt die grafische Oberfläche automatisch ein anderes. Klicken Sie auf Beenden und im nächsten Dialog auf Ok. Die Einstellungen werden wirksam, sobald Sie sich das nächste Mal anmelden.

Tipp: Neue Cursor für Mandrake und SuSE Linux 8.2

Um Mandrake und SuSE Linux 8.2 mit anderen Cursorn auszustatten, brauchen Sie nur einen Text-Editor. Geben Sie in ein Schnellstartfenster kwrite ~/.Xdefaults ein, um die Datei .Xdefaults in Ihrem home-Verzeichnis zu öffnen bzw. anzulegen. Bei SuSE Linux 8.2 ist sie schon gut gefüllt. Dort schreiben Sie den nötigen Eintrag in eine neue Zeile am Ende der Datei. Bei Mandrake Linux legen Sie die Datei durch den Editor-Aufruf erst an. Tragen Sie die Zeile

Xcursor.theme: theme_name

ein und speichern Sie die Datei. Anstelle von theme_name setzen Sie den Namen eines installierten Cursor-Themes ein. Bei Mandrake Linux sind das default, redglass und whiteglass. SuSE Linux hat pseudocore, redglass, whiteglass, default und handhelds im Angebot. Red-Hat-Anwender müssen auf die nette Spielerei leider verzichten -- die Distribution enthält nur das Set aus Standard-Cursorn.

Anzahl zuletzt geöffneter Dateien in gedit

Im GNOME-Editor gedit sucht man vergeblich nach einer Einstellung, die die Anzahl der zuletzt geöffneten Dateien im Datei-Menü anpasst. Mit einem Umweg über den GNOME-Konfigurations-Editor kommen Sie jedoch an Ihre Wunscheinstellungen. Öffnen Sie das Programm über Eingabe von gconf-editor in ein Schnellstartfenster. Die Warnmeldung quittieren Sie mit einem Klick auf OK. Navigieren Sie in der Baumansicht bis zum Punkt apps / gedit-2 / preferences / ui / recents und markieren Sie ihn. In der rechten Fensterhälfte stellen Sie ein, wieviele der zuletzt geöffneten Dateien gedit einblenden soll. Klicken Sie max_recents mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Schlüssel bearbeiten aus dem Kontextmenü. Im folgenden Dialog tragen Sie hinter Schlüsselwert die gewünschte Zahl ein. Mit einer 0 schalten Sie die Anzeige der zuletzt geöffneten Dateien komplett ab. (eba)

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