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Erschienen in EasyLinux 04/2004   »   Ausgabe bestellen

E-Mail-Werbung filtern in Mozilla Mail, KMail und Evolution

Die guten ins Töpfchen ...

von Andrea Müller


... die schlechten ins Kröpfchen. Aschenputtel halfen einst Tauben, die Linsen aus der Asche zu sammeln. Das moderne Äquvivalent ist der Spam-Filter, der lästige Werbung säuberlich von erwünschten E-Mails trennt.

Die einzige wirksame Methode, keinerlei E-Mail-Werbung zu erhalten, ist, niemandem seine Adresse zu verraten. Da das den Zweck des Mediums ad absurdum führt, müssen sich die Anwender etwas anderes einfallen lassen, um der unverlangten Werbeflut Herr zu werden. Spätestens wenn man wichtige Mails übersieht, weil das Postfach vor so genanntem Spam (siehe auch Kasten 1) überquillt, braucht man ein Programm, das die Nachrichten treffsicher vorsortiert und die Werbung in einen speziellen Ordner verschiebt.

Kasten 1: Was ist Spam?

Spam, Junk (Ramsch, Schund), UCE (unsolicited commercial eMail=unverlangte kommerzielle E-Mail): drei Namen für ein und dasselbe -- E-Mails, um die Sie nie gebeten haben. Der bekannteste Begriff ist wohl Spam, ursprünglich der Markenname eines im zweiten Weltkrieg bekannt gewordenen Dosenfleischs, dessen Ruhm durch einen Sketch der britischen Komikertruppe Monty Python bis heute fortbesteht.

Wer eine eigene Homepage hat oder seine E-Mail-Adresse irgendwo im Internet preisgibt, muss nicht lange auf die ersten Angebote für Schlankheits-, Haarwuchs- und allerlei andere Mittelchen warten.

Herauszufinden, wer die Mail verschickt hat, ist aussichtslos: Der Absender ist fast immer gefälscht, und selbst wenn man über eine in der Mail beworbene Web-Seite oder die Kopfzeilen der Mail einen Hinweis bekommt, nützt das nichts. Die Spuren führen nach Asien, Osteuropa oder Südamerika, Länder, in denen eine Beschwerde beim zuständigen Mail- oder Webspace-Anbieter fast nie etwas bringt. Wer dennoch in den Kopfzeilen unverlangter Werbe-Mails den wahren Absender finden will, dem bietet die Header-FAQ unter [1] einen Einstieg in die Materie.

Eine wirksame Verteidigung stellen so genannte Spam-Filter dar. Diese teilen sich in zwei Gruppen: Die einen laden nur die Kopfzeilen Ihrer Mails herunter, also Betreff, Absender, Empfänger usw. und entscheiden danach, ob auch der Rest geholt werden soll oder die Mail direkt auf dem Server gelöscht wird. Diese Methode ist für Nutzer interessant, die sich über Modem oder ISDN ins Internet einwählen. Sie erspart den Download unerwünschter Post und damit Online-Zeit. Wollen Sie diese Lösung nutzen, stellen wir auf Seite ## Kshowmail und auf Seite ## das Programm Mailfilter vor.

Die zweite Gruppe bilden Programme, die erst dann die Arbeit aufnehmen, wenn die Mails schon auf Ihrer Festplatte liegen. Dadurch können diese Filter nicht nur die Kopfzeilen in die Prüfung einbeziehen, sondern auch die eigentliche Nachricht nach werbeverdächtigen Schlagwörtern durchsuchen. Die Erkennungsrate der Programme ist so sehr hoch. Identifizieren sie eine Mail als Werbung, versehen sie sie mit einem bestimmten Kennzeichen, etwa einer zusätzlichen Kopfzeile. Anhand dieses "Kainsmals" kann der Benutzer die unerwünschte Post vom Mail-Programm in einen separaten Ordner sortieren lassen oder auch gleich löschen.

Mozilla Mail: Spam-Filter inklusive

Am leichtesten haben es die Nutzer einer neueren Mozilla-Version: Dort ist der Werbefilter schon eingebaut. Für alle, die den Original-Mozilla verwenden, der mit Red Hat 9.0 und SuSE Linux 8.2 kommt, steht erst ein Update der Browser-Suite an [2]. Anders als in unserem Update-Artikel beschrieben, spielen Sie nicht die inzwischen schon veraltete Version 1.3, sondern den neuesten Mozilla ein. Abgesehen von der Versionsnummer unterscheidet sich das Vorgehen nicht von unserer Anleitung.

Der Junk-Filter von Mozilla kennt keine vordefinierte Regeln, sondern lernt anhand aller Nachrichten, die Sie empfangen. Zu Beginn ist für Mozilla fast jede Mail Spam. Der Anwender kennzeichnet Mails als Spam oder erwünscht, und Mozilla speichert diese Informationen in einer Art Datenbank. Neben Absender und Betreff berücksichtigt das Programm auch den Text einer Mail. Erhalten Sie z. B. oft Mails zum Thema Modellflugzeuge, landen Begriffe wie Modellflugzeug, Tragfläche und Propeller in der "Kein-Spam"-Liste. Die Schlagwörter aller Nachrichten, deren Einstufung als Werbung Sie akzeptieren, schreibt Mozilla hingegen in die "Spam"-Liste.

Anfangs etwas mühsam, trägt das Training schon nach ein bis zwei Wochen Früchte. Erwünschte Mails erkennt Mozilla zuverlässig, und Junk kommt nur noch selten durch. Um mit dem Training zu beginnen, müssen Sie erst den Spam-Filter aktivieren.

  1. Rufen Sie im Mail-Programm von Mozilla den passenden Einstellungsdialog über Tools / Junk-Mail-Filter auf. Haben Sie ihn nie zuvor gestartet, blendet Mozilla einmalig ein Infofenster ein. Schließen Sie es mit einem Klick auf OK.

  1. Im Konfigurationsdialog (Abbildung 1) wählen Sie in der oberen Dropdown-Box den Account aus, für den die Einstellung gelten soll.
  1. Junk-Mail-Filter hat Mozilla schon für Sie aktiviert, und auch die Einstellung Nachrichten nicht als Junk-Mail markieren, wenn der Absender in meinem Adressbuch ist sollten Sie angekreuzt lassen: So müssen Sie zu Anfang nicht allzu viele Mails manuell als "gut" klassifizieren.
  1. Mit einem Klick vor Eingehende Nachrichten, die als Junk-Mail identifiziert wurden, verschieben in sorgen Sie dafür, dass Mozilla den Müll gleich in die passende Tonne sortiert. Standardziel ist der Ordner Junk, den das Programm automatisch anlegt. Zu Beginn sollten Sie hier kein Häkchen setzen: Da der untrainierte Mozilla Mails häufig falsch klassifiziert, wären Sie in der ersten Woche nur damit beschäftigt, Ihre Post händisch aus dem Müll zu klauben. Sobald Mozilla Spam von normalen E-Mails zuverlässig unterscheidet, aktivieren Sie die Option.
  1. Setzen Sie jetzt noch einen Haken vor Wenn Nachrichten manuell als Junk markiert werden und aktivieren Sie Diese Nachrichten löschen. Erst wenn Sie die Option aus Schritt 4 aktiviert haben, können Sie manuell als Spam markierte Mails in den Junk-Ordner verschieben -- bis dahin wird In den "Junk"-Ordner verschieben ausgegraut dargestellt.
  1. Bestätigen Sie Ihre Einstellungen mit OK. Der Spam-Filter nimmt seine Arbeit auf, sobald Sie das nächste Mal Post abfragen.

Abb. 1: Der eingebaute Spam-Filter von Mozilla Mail verschiebt unerwünschte Post automatisch in einen separaten Junk-Ordner.

Trainingslager

Treffen jetzt neue Mails ein, ziert fast jede ein Mülleimer-Symbol (Abbildung 2). Nur bekannte Absender, die im Adressbuch stehen, bleiben verschont. Jetzt gilt es, die Post durchzusehen, und die Mails, die Mozilla fälschlich als Spam markiert hat, als erwünscht zu klassifizieren. Markieren Sie dafür die Nachricht und klicken Sie in der Symbolleiste auf das Mülleimer-Icon mit der Beschriftung Kein Junk. Die Symbolunterschrift ist kontextsensitiv: Markieren Sie eine als erwünscht eingestufte E-Mail, lautet Sie Junk. Mit Klick auf den Mülleimer wechseln Sie zwischen den beiden Zuständen hin und her.

Abb. 2: Beim ersten Einsatz des Junk-Filters bleiben nur Absender aus dem Adressbuch verschont.

Haben Sie Mozilla beauftragt, händisch als Spam markierte Mails sofort zu löschen, verschwindet bei einem Klick auf Junk die Nachricht prompt aus dem Posteingang.

Schon nach einer kurzen Lernphase, deren Länge von Ihrem Mail-Aufkommen abhängt, unterscheidet Mozilla zuverlässig zwischen Werbung und normalen Mails. Sind Sie mit der Erkennungsrate zufrieden, aktivieren Sie im Einstellungsdialog des Junk-Filters die Option Eingehende Nachrichten, die als Junk-Mail identifiziert wurden, verschieben in. Wer Festplattenplatz sparen will, beauftragt Mozilla über Automatisch Junk-Nachrichten aus diesem Ordner löschen, die älter sind als 14 Tage damit, den Spam-Ordner regelmäßig zu leeren. Das Löschintervall passen Sie über die Schaltflächen mit den Pfeilen an Ihre Bedürfnisse an. In die Ordneransicht reiht sich danach ein Ordner namens Junk ein, in den Mozilla Spam automatisch einsortiert. Gelegentlich sollten Sie die virtuelle Müllhalde kontrollieren, falls Mozilla sich doch einmal irrt.

Gelernt ist gelernt

Bei einem Mozilla-Update gehen die Trainingserfolge nicht verloren. Das Programm übernimmt die Einstellungen aus dem .mozilla-Ordner im Verzeichnis /home/benutzername und arbeitet weiter wie gewohnt. Sie können sogar Gelerntes von Mozilla auf einen anderen Rechner übertragen: Richten Sie dazu auf dem neuen Rechner zuerst den Junk-Filter ein. Kopieren Sie danach vom Computer mit dem gut trainierten Mozilla die Datei /home/benutzername/.mozilla/default/xxxx.slt/training.dat auf eine Diskette oder einen USB-Stick. Kopieren Sie sie auf dem anderen Rechner in den Ordner /home/benutzername/.mozilla/default/xxxx.slt/. Die xxxx stehen für den von Rechner zu Rechner unterschiedlichen Namen des Mozilla-Profilordners. Das, was Sie Ihrem alten Mozilla mühsam beigebracht haben, beherrscht der neue in Sekunden. Um Probleme zu vermeiden, sollten Sie nur die training.dat einer älteren Version zu einer gleichen oder neueren transferieren. Das funktionierte in unseren Tests sowohl von Mozilla 1.4 auf Mozilla 1.5, als auch bei einem Sprung auf Version 1.6.

Mit Spamassassin gegen Werbung

Weder KMail noch Evolution bringen einen eingebauten Spam-Filter mit. Man kann zwar manuell Regeln definieren, was jedoch beim Einfallsreichtum der Werbe-Versender viel Zeit kostet: Kaum haben Sie einen Filter für Mails mit Viagra im Betreff, trudelt schon das nächste Angebot mit der abgewandelten Schreibweise V.I.A.G.R.A ein.

Viel einfacher geht es, wenn Sie die Mail-Sortierung einem Spezialisten wie Spamassassin anvertrauen. Das Programm kommt mit einem vordefinierten Regelwerk, das einen Großteil aller Werbung erkennt. Das Besondere daran ist, dass es eine Mail erst dann als unerwünscht kennzeichnet, wenn sie eine bestimmte, von Ihnen definierte Punktzahl erreicht hat. Negativpunkte gibt es beispielsweise, wenn die Absenderadresse nur aus Zahlen besteht, die Mail ohne Text-Teil, nur im HTML-Format daherkommt oder über einen Server verschickt wurde, der als so genanntes offenes Relay bekannt ist. Das ist ein Mail-Server, der Post von jedem Internet-Nutzer annimmt und weiterleitet. Oft handelt es sich um schlecht gewartete Privatrechner, deren Betreiber nichts von seiner Fehlkonfiguration weiß. Wird sein Server dann von Spammern genutzt, landet der Rechner auf einer "schwarzen Liste".

Für jedes dieser Merkmale sammelt eine Mail Punkte. Sobald sie eine bestimmte Grenze überschritten hat, schreibt Spamassassin X-Spam-Flag: YES in den Kopfteil. Indem Sie die Punktzahl ändern, stellen Sie die Empfindlichkeit des Werbewächters ein. Zusätzlich verfügt das Programm über einen Lernmodus, wodurch Sie die Erkennungsrate noch erhöhen können.

Lassen Sie sich nicht davon bange machen, dass Spamassassin ein Kommandozeilenprogramm ist: In KMail und Evolution binden Sie es über die grafischen Konfigurationsdialoge ein.

Installation unter SuSE Linux

Bei der Professional-Version liegt Spamassassin auf Ihren Installations-CDs. Starten Sie mit System / YaST / Software / Software installieren oder löschen die Paketverwaltung. Stellen Sie bei Filter den Punkt Suche ein und tragen Sie "spamassassin" als Suchbegriff ein. In der Trefferliste im rechten Fenster markieren Sie das spamassassin-Paket. Um die Abhängigkeiten kümmert sich YaST. Mit Klick auf Akzeptieren spielen Sie die Software ein.

Nutzer der Personal-Edition besorgen sich den Werbewächter vom SuSE-FTP-Server [3,4]. Neben Spamassassin selbst müssen Sie einige Perl-Pakete herunterladen, die das Programm benötigt. Sie finden sie ebenfalls auf dem FTP-Server.

Am leichtesten gelingt die Installation, wenn Sie alle RPM-Pakete in ein gemeinsames Verzeichnis speichern und sie auf der Kommandozeile installieren. Öffnen Sie dazu eine KDE-Konsole und wechseln Sie in das Download-Verzeichnis. Werden Sie mit su und Ihrem root-Passwort in der nächsten Zeile zum Administrator. Mit dem Befehl

rpm -i *.rpm

spielen Sie alle heruntergeladenen Pakete ein.

Spamassassin für Mandrake Linux

Mandrake Linux bringt Spamassassin schon mit. Starten Sie rpmdrake über Einstellungen / Paketierung / Software installieren und weisen Sie sich als Administrator aus. Tippen Sie "spamassassin" als Suchbegriff ein und drücken [Enter]. Setzen Sie ein Häkchen vor spamassassin-2.55-2mdk in der Trefferliste und bestätigen Sie den Informationsdialog, dass noch weitere Pakete nötig sind, mit OK. Über Installieren fügen Sie sie Ihrer Software-Kollektion hinzu.

Spamassassin unter Red Hat Linux einspielen

Red-Hat-Linux-Anwender erhalten Spamassassin unter [5]. Laden Sie das Paket herunter und leiten Sie mit einem Doppelklick die Installation ein. Zuerst will redhat-install-packages das Administratorpasswort wissen. Danach überprüft es, ob noch andere Software zum Betrieb von Spamassassin nötig ist. Da noch einige Perl-Module fehlen, sollten Sie die Installationsmedien bereithalten. Der Installationsassistent spielt die Abhängigkeiten und danach Spamassassin ein und beendet sich.

Nacharbeit unter SuSE Linux

Der Werbewächter kommt mit zwei Programmen daher: einem Dienst namens spamd (d für Daemon) und dem Zugriffsprogramm spamc (c für client). Wenn Sie Spamassassin verwenden, übergibt Ihr normales Mail-Programm alle Mails an den Client spamc. Dieser leitet sie dann weiter an den Server spamd, der prüft, welche Mails Spam sind. Red Hat und Mandrake Linux starten den spamd-Dienst automatisch beim Hochfahren. Wer SuSE Linux nutzt, muss den Dienst erst aktivieren. Auch das geht am schnellsten in einer KDE-Konsole. Werden Sie mit su und Ihrem root-Passwort zum Administrator. Geben Sie

insserv -d /etc/init.d/spamd

ein. Mit dem Programm insserv kontrollieren Sie die laufenden Dienste über die Kommandozeile. Der Parameter -d bestimmt, dass das Startskript /etc/init.d/spamd entsprechend den vom Distributor vorgegebenen Default-Einstellungen bei jedem Systemstart ausgeführt werden soll.

Vorbereitungen für alle

Da der spamd bei allen vier Distributionen erst beim nächsten Booten automatisch startet, stoßen Sie ihn dieses eine Mal von Hand an. Dafür brauchen Sie eine KDE-Konsole, in der Sie mit su zum root-Account wechseln. Unter SuSE Linux starten Sie spamd mit dem Befehl

/etc/init.d/spamd start

Wer Red Hat oder Mandrake Linux verwendet, ruft stattdessen

/etc/init.d/spamassassin start

auf (Abbildung 3).

Abb. 3: Mit "done" signalisiert "spamd" einen erfolgreichen Start.

Nun erstellen Sie noch eine eigene Konfiguration. Legen Sie dafür in Konqueror oder Nautilus das Verzeichnis /home/benutzername/.spamassassin an. Die Konfigurationsdatei müssen Sie nicht selbst schreiben: Kopieren Sie einfach die Vorlage namens user_prefs.template unter dem Namen user_prefs in den neu angelegten .spamassassin-Ordner. Die Vorlage finden Sie bei allen Distributionen im Verzeichnis /usr/share/spamassassin. Für den Anfang müssen Sie dort nichts ändern. Arbeitet das Programm in den Default-Einstellungen nicht perfekt, passen Sie sein Verhalten in dieser Datei an. Zumindest zwei der Optionen sollten Sie kennen:

1. Die Empfindlichkeit von Spamassassin stellen Sie hinter required_hits ein. Entfernen Sie dazu das Kommentarzeichen (#) zu Beginn der Zeile. Die Zahl dahinter legt fest, wieviel Punkte eine Mail sammeln muss, um als Spam zu gelten. Erwischt Spamassassin bei Ihnen zu wenig Werbung, setzen Sie den Wert auf 4 oder sogar 3 herunter. Klassifiziert das Programm bei Ihnen zu viele erwünschte Mails als Werbung, erhöhen Sie den Wert.

2. Interessant ist auch die noch auskommentierte Zeile, in der whitelist_from steht. Gestalten manche Ihrer Bekannten ihre E-Mails so, dass sie wie Spam aussehen, schalten Sie deren Post hier frei. Entfernen Sie die Raute am Anfang der Zeile und ersetzen someone@somewhere.com durch deren Adressen, jeweils mit Leerzeichen getrennt:

freund@da.de kunde@anderswo.net

Spamassassin in KMail integrieren

In KMail binden Sie Spamassassin im Handumdrehen ein.

  1. Rufen Sie die Filterkonfiguration über Einstellungen / Filter einrichten auf.
  1. Legen Sie mit einem Klick auf das Neu-Icon eine neue Regel an und nennen sie spam

  1. Im ersten Dropdown-Feld unter Filterbedingungen wählen Sie Feld im Vorspann. In die Mitte der Bedingung gehört passt auf regulären Ausdruck und in das Eingabefeld am Schluss kommt ein Punkt (.). Dadurch wird jede neue Mail von dem Filter erfasst.
  1. Bei Filteraktion wählen Sie aus der Dropdown-Box den Eintrag durch Programm leiten. Ins Eingabefeld schreiben Sie den Programmnamen spamc.
  1. Entfernen Sie nun noch das Häkchen vor Bearbeitung hier abbrechen, falls Filterbedingung zutrifft. Das ist nötig, damit Sie die als Junk erkannten Mails mit einer weiteren Filterbedingung in einen separaten Ordner verschieben können. Ein Klick auf Anwenden richtet den Filter ein.

Erkennt Spamassassin eine Mail als Werbung, trägt er zusätzlich die Kopfzeile X-Spam-Flag: YES in die Nachricht ein. Anhand dieses Merkmals erstellen Sie eine zweite Filterregel, die die Werbung in einen eigenen Ordner packt. Klicken Sie wieder auf das Neu-Icon und danach auf den Button mit dem nach unten zeigenden Pfeil. Damit sortieren Sie den neuen Filter ans Ende der Regelkette. Die Bedingung lautet X-Spam-Flag enthält YES (Abbildung 4).

Abb. 4: So sieht die Regel aus, die Spam in einen anderen Ordner sortiert.

Das X-Spam-Flag geben Sie direkt mit der Tastatur ein, da es nicht zu den vordefinierten Feldern in der Dropdown-Box gehört. Unter Filteraktionen benutzen Sie verschieben in Ordner und geben dahinter den Zielordner an, in unserer Abbildung ist das der eigens für Werbe-Mails angelegte Ordner spam. Schließen Sie die Filtereinstellungen über OK.

Sobald Sie das nächste Mal Mails holen, muss Ihre gesamte Post erst an Spamassassin vorbei. In der Voreinstellung erkannte Spamassassin 53 von 56 Mails korrekt als Spam. Über Ansicht / Vorspann / Alle sehen Sie sich an, was Spamassassin in den Kopfteil der Mails einfügt (Abbildung 5).

Abb. 5: Neben dem Wert auf der "Spam-Skala" verrät Spamassassin in den Kopfzeilen auch seine Testmethoden.

Zusammenarbeit mit Evolution

In Evolution binden Sie Spamassassin ebenfalls über den Filterdialog ein.

  1. Öffnen Sie ihn mit Werkzeuge / Filter und klicken Sie auf Hinzufügen.
  1. Geben Sie einen Regelnamen ein und wählen Sie im ersten Auswahlfeld unter Falls Regex-Treffer. In die Mitte gehört der Nachrichtenkopf und in das Eingabefeld am Ende kommt ein Punkt (.). Dadurch fallen alle Mails unter diese Regel.
  1. Unterhalb von Dann bestimmen Sie, was mit den Nachrichten geschieht. Hier ist Nachricht an Befehl im Terminal weiterleiten die richtige Wahl. In das Feld für den Programmnamen kommt /usr/bin/spamc.

Bei Nachrichten, die er für Spam hält, schreibt der Werbeblocker X-Spam-Flag: YES in den Kopfteil der Mail. Mit einer zweiten Regel erkennen Sie solche Mails und leiten sie in einen Ordner nur für Werbung um. Klicken Sie im Filterdialog wieder auf Hinzufügen. Nach Eingabe eines Regelnamens wählen Sie bei Falls den Eintrag Bestimmte Kopfzeile im Auswahlmenü. Als Name kommt dahinter X-Spam-Flag. Das Kriterium ist enthält und am Ende tragen Sie YES ein. Legen Sie jetzt noch eine Aktion für den Fall fest, dass die Bedingung zutrifft, z. B. In Ordner verschieben. Als Ziel sollten Sie einen Ordner wählen, den Sie extra als Werbemüllhalde angelegt haben. Mit OK schließen Sie den Filterdialog.

Die neuen Regeln gelten sofort. Schon wenn Sie das nächste Mal Mails abfragen, sortiert Spamassassin die Werbung aus. Einen Blick in den Spam-Ordner sollten Sie trotzdem von Zeit zu Zeit werfen, damit Ihnen auch dann keine erwünschten Nachrichten entgehen, wenn Spamassassin mal einen Fehler macht.

Damit Spamassassin noch zuverlässiger arbeitet, lassen Sie ihn an bereits vorhandenen Mails lernen. Der Unterricht findet in der Shell statt. Wie es geht, zeigt Kasten 2. (eba)

Kasten 2: Nachhilfestunden für Spamassassin

Aus falsch erkannten Mails kann Spamassassin lernen. Markieren Sie dazu die falsch einsortierte Nachricht und wählen Sie Datei / Speichern unter. Öffnen Sie eine KDE-Konsole, in der Sie Spamassassin mit dem Programm sa-learn trainieren. Haben Sie eine Spam-Mail gespeichert, lautet der Aufruf

sa-learn --spam --file gespeicherte_spam_mail

--spam ist das Zeichen, dass es sich bei der Nachricht um Werbung handelt, mit --file geben Sie sa-learn das Format der Datei an: In unserem Beispiel ist es eine einzelne Nachricht (file=Datei) und nicht etwa ein kompletter Mail-Ordner im mbox-Format, das viele Mail-Programme zur Verwaltung nutzen.

Soll Spamassassin an einer fälschlich als Werbung erkannten E-Mail lernen, heißt das Zauberwort nicht --spam sondern --ham (ham=Schinken). Mit

sa-learn --ham --file gespeicherte_gute_mail

weisen Sie den Werbeblocker darauf hin, dass er hier etwas delikateres als billiges Dosenfleisch vor sich hat. Lautet die Ausgabe des Programms Learned from 1 message, hat Spamassassin die Nachricht erfolgreich ausgewertet.

Vertauschen Sie versehentlich --spam und --ham, ist auch das kein Problem. --forget macht aus Spamassassin einen vergesslichen Schüler:

sa-learn --forget --file gespeicherte_mail

tilgt einmal Gelerntes aus der Spamassassin-Datenbank.

Wechseln Sie später den Rechner, transferieren Sie die Lernerfolge auf das neue System. Spamassassin speichert alles, was er gelernt hat, im Ordner /home/benutzername/.spamassassin. Kopieren Sie einfach dieses Verzeichnis auf das neue System, damit Sie den Spam-Wächter nicht erneut trainieren müssen.

Infos
[1] http://www.faqs.org/faqs/de-net-abuse/email-header-faq
[2] Elisabeth Bauer: "Man spricht Deutsch", EasyLinux 07/2003, S. 50 f.
[3] Spamassassin für SuSE Linux 8.2 ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/8.2/suse/i586/spamassassin-2.50-14.i586.rpm
[4] Spamassassin für SuSE Linux 9.0 ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.0/suse/i586/spamassassin-2.55-75.i586.rpm
[5] Spamassassin für Red Hat Linux 9.0 ftp://216.254.0.38/linux/redhat/9/en/os/i386/RedHat/RPMS/spamassassin-2.44-11.8.x.i386.rpm

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