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Erschienen in EasyLinux 04/2004   »   Ausgabe bestellen

Werbe-Mails direkt auf dem Server löschen

Spam muss draußen bleiben

von Andrea Müller


E-Mail-Werbung auszusortieren, kostet nicht nur Zeit, sondern für Modem- und ISDN-Nutzer zusätzlich Online-Gebühren. Mit KShowmail entsorgen Sie die unerwünschte Post direkt auf dem Server.

Wer jede Online-Minute bezahlen muss, ärgert sich jedesmal, wenn das Mail-Programm wieder mehrere 100 KB Werbung oder den gerade aktuellen Windows-Virus im Dutzend herunterlädt. Das KDE-Tool KShowmail schiebt hier einen Riegel vor: Es zeigt Ihnen die so genannten Header, also die Kopfzeilen aller auf dem Server wartenden Nachrichten an. Sie entscheiden per Mausklick, was sofort gelöscht wird. Holen Sie danach mit Ihrem Mail-Programm Post ab, landen nur noch die erwünschten Nachrichten im Eingangskorb.

Da die Distributionen KShowmail nicht standardmäßig mitliefern, ist der erste Schritt zum werbefreien Briefkasten die Installation des Programms.

KShowmail für SuSE Linux

Nutzer der Professional-Version finden das Paket auf ihren Installations-CDs. Starten Sie über System / YaST2 das Kontrollzentrum und öffnen Sie das Modul Software / Software installieren oder löschen. Über die Eingabe von kshowmail im Feld Suche gelangen Sie zum gewünschten Paket. Setzen Sie ein Häkchen davor und starten Sie die Installation mit Klick auf Akzeptieren.

Wer die Personal-Version verwendet, lädt sich KShowmail vom SuSE-FTP-Server herunter [1, 2]. Navigieren Sie danach im Konqueror ins Download-Verzeichnis und öffnen Sie mit Klick auf das RPM-Paket die Vorschau. Dort leitet der Button Installiere Paket mit YaST das Kopieren der Software ein. Sobald Sie sich mit dem root-Passwort authentifiziert haben, startet YaST, prüft die Abhängigkeiten und spielt den Mail-Wächter ein.

Installation unter Mandrake Linux

Auf die Mandrake-Linux-Anwender wartet ein passendes Paket im Download-Bereich der EasyLinux-Homepage [3]. Laden Sie es herunter und wechseln Sie mit einem Datei-Manager zum Speicherort. Nach einem Doppelklick auf die rpm-Datei weisen Sie sich mit Ihrem Administratorpasswort als Systemverwalter aus. Rpmdrake überprüft, ob noch weitere Software für den Betrieb von KShowmail benötigt wird; sofern Sie KDE und KMail schon installiert haben, ist das nicht der Fall. Sind alle Dateien kopiert, finden Sie die neue Software in der Rubrik Netzwerk / E-Mail des K-Menüs.

KShowmail unter Red Hat Linux einspielen

Auch für Red Hat Linux liegt die Software auf der EasyLinux-Download-Seite [3] bereit. Klicken Sie doppelt auf das heruntergeladene KShowmail-Paket und geben Sie Ihr root-Passwort ein. Zunächst überprüft redhat-install-packages die Abhängigkeiten. Haben Sie das kdenetwork-Paket noch nicht auf der Festplatte, fordert der Installationsassistent die Distributions-CD an. Ist alles eingespielt, rufen Sie das Tool über Internet / Weitere Applikationen / KShowmail im Startmenü auf.

Konto einrichten

Starten Sie Ihre Neuerwerbung, indem Sie in einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]) kshowmail eingeben. Das Programm bedienen Sie in deutscher Sprache. Neben dem Hauptfenster gehört auch das kleine Briefumschlag-Icon im Systembereich der Kontrollleiste dazu. Damit KShowmail weiß, wo es nach Mail sehen soll, machen Sie es über Einstellungen / Konten einrichten mit Ihren POP-Servern bekannt.

  1. Öffnen Sie im Konten-Dialog mit Klick auf Hinzufügen die Einstellungen für einen neuen Account.
  1. Hinter Konto kommt ein frei wählbarer Name. Das Server-Feld nimmt den Namen des Rechners auf, von dem Sie Ihre Post abholen. Sie finden diese Information in den Unterlagen oder auf der Web-Seite Ihres E-Mail-Providers; oft ist pop.providername.de die richtige Wahl. Bei Protokoll und Port übernehmen Sie die Voreinstellungen. Nun fehlt nur noch der Benutzername, mit dem Sie sich beim Mail-Server anmelden. Der Eintrag des Passworts ist optional und nur nötig, wenn Sie wollen, dass KShowmail es speichert. Das sollten Sie dann tun, wenn Sie mehrere Mailboxen überwachen, da das Programm bei einer Abfrage aller Accounts nicht verrät, für welchen er das Passwort zuerst haben will. Ein Klick auf OK richtet das Mail-Konto ein.

  1. Über die Konfigurationsregister im unteren Teil des Dialogs (Abbildung 1) nehmen Sie Feineinstellungen vor. Möchten Sie, dass das Programm nur als Symbol im Systembereich startet, haken Sie Start als Icon an. Zum Hauptfenster kommen Sie dann über einen Klick auf den kleinen Briefumschlag. Steht hinter Verzögerung eine 0, schaut der Mail-Monitor nur auf Ihren expliziten Wunsch nach neuer Post. Soll das automatisch nach dem Start von KShowmail passieren, setzen Sie den Wert z. B. auf 5: Dann verbindet sich KShowmail fünf Sekunden nach dem Start automatisch mit Ihrem Provider. Auf dem Reiter Aktion bei neuen Nachrichten konfigurieren Sie, wie das Programm auf neue Mails reagiert. Standardmäßig öffnet sich ein Nachrichtenfenster. Wollen Sie lieber das legendäre Sie haben neue Post hören, aktivieren Sie Klang und geben hinter Klangdatei den Pfad /usr/share/apps/kshowmail/sounds/neuepost.wav ein. SuSE-Linux-Nutzer wählen /opt/kde3/share/apps/kshowmail/sounds/neuepost.wav.
  1. Richten Sie, falls nötig, über Hinzufügen noch weitere Konten ein und schließen Sie die Konfiguration mit Klick auf OK ab.

Abb. 1: In der Konfiguration bestimmen Sie, ob KShowmail neue E-Mails mit Klang meldet.

Postfächer kontrollieren

Über Aktionen / Alle Nachrichten erneuern weisen Sie KShowmail an, alle eingerichteten Accounts der Reihe nach abzuklappern; Aktionen / Nachrichten erneuern bezieht sich nur auf aktive Konten, in deren erster Spalte ein grünes Häkchen steht. Haben Sie Ihr Passwort nicht gespeichert, müssen Sie es jetzt eingeben. Danach ruft KShowmail die Kopfzeilen aller E-Mails ab und zeigt sie in der unteren Fensterhälfte an (Abbildung 2). Gleichzeitig führt es die im Konfigurationsdialog definierte Aktion aus und verziert den Briefumschlag im Systembereich mit der Zahl der wartenden Nachrichten (Abbildung 3).

Abb. 2: KShowmail zeigt die Kopfzeilen aller wartenden Mails an, so dass Sie Spam schnell aussortieren können.

Abb. 3: Das Mini-Icon verrät, wieviele neue Mails Sie haben.

Weg damit!

Am besten ziehen Sie die Betreff- und Absenderspalte breiter, um Werbung auf den ersten Blick zu erkennen. Unlesbare Schriftzeichen, unbekannte Absender und ein Thema im Betreff, mit dem Sie nichts am Hut haben, weisen recht sicher auf unerwünschte Massen-Mails hin. Können Sie eine Nachricht nicht genau einordnen, markieren Sie sie und drücken [F2], um sich alle Kopfzeilen anzusehen. Mit [F3] spicken Sie sogar im Mail-Text und können erst mal nachlesen, um was es geht. Dabei lädt KShowmail nicht etwa die ganze Nachricht mit einem eventuell vorhandenen Anhang herunter, sondern standardmäßig nur die ersten 10 KByte. Das reicht in der Regel aus, um zu beurteilen, ob Sie die Mail später herunterladen oder lieber löschen wollen. Reichen Ihnen sogar nur 5 KByte, stellen Sie diesen Wert hinter Aktionen / Konten einrichten / Kontoname / Max. Größe ein. Anhand des Mail-Textes entscheiden Sie dann, ob ein Anhang Sie überhaupt interessiert oder ob Sie ihn gar nicht runterladen wollen.

Haben Sie alle Mails inspiziert, markieren Sie die Löschkandidaten nacheinander mit gedrückt gehaltener [Strg]-Taste. Mit [Entf] oder Aktionen / Lösche markierte Nachrichten entfernen Sie sie vom Mail-Server. KShowmail blendet eine kurze Nachfrage ein. Wollen Sie nicht jeden Löschbafehl extra bestätigen, klicken Sie in diesem Dialog auf Ja, alle, um alle markierten E-Mails zu entfernen. Mit Ihrem E-Mail-Programm laden Sie danach nur die verbliebenen, erwünschten Nachrichten auf Ihren Rechner. (eba)

Tipp: Spalten einrichten und umsortieren

Zeigt KShowmail Ihnen zu viele Informationen zu den wartenden Nachrichten an, deaktivieren Sie die nicht benötigten unter Einstellungen / Konten einrichten / Anzeige-Einstellungen. Entfernen Sie dafür in der Spalte Nachrichten-Liste die Häkchen vor den Spalten, die Sie nicht sehen wollen, z. B. die Nummer der Nachricht oder das Datum.

Hätten Sie die Spalten lieber anders angeordnet, etwa den Betreff an erster Stelle, klicken Sie im Hauptfenster auf eine Spaltenüberschrift und ziehen sie mit gedrückter linker Maustaste an die gewünschte Position.

Tipp:Automatisiert löschen

Erhalten Sie bestimmte unerwünschte Mails immer wieder, löschen Sie sie automatisch über einen Filter. Den erzeugen Sie über Einstellungen / Filter einrichten. Ändern Sie zunächst den Status auf Aktiviert.

Über Hinzufügen gelangen Sie zum Filterdialog. Wollen Sie z. B. alle E-Mails mit Viagra im Betreff löschen, stellen Sie das erste Feld unter Bedingung auf Betreff und das zweite auf enthält. Ins Eingabefeld kommt Viagra. Das Dropdown-Feld Keine weiteren Bedingungen können Sie auf Und oder Oder umstellen, um weitere Bedingungen zu definieren. Der Zähler im unteren Teil des Fensters ist praktisch, da er protokolliert, welcher Filter wie oft zuschlägt -- so erkennen Sie wirkungslose Regeln und können Sie später anpassen. Über OK aktivieren Sie den neuen Potenzmitteldetektor.

Künftig markiert KShowmail alle Nachrichten, deren Betreff "Viagra" enthält, und mit [Entf] können Sie sie sofort löschen. Funktioniert die Regel wie erwartet und erwischt tatsächlich nur unerwünschte Mails, ändern Sie die Einstellung unter Einstellungen / Filter einrichten von Aktiviert auf Automatisch löschen: Dann entsorgt KShowmail die gefilterten Mails ganz ohne Ihr Zutun.

Infos
[1] KShowmail für SuSE Linux 8.2: ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/8.2/suse/i586/kshowmail-3.0.3-371.i586.rpm
[2] KShowmail für SuSE Linux 9.0: ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.0/suse/i586/kshowmail-3.0.5-66.i586.rpm
[3] EasyLinux-Download-Bereich: http://www.easylinux.de/Download

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