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Erschienen in EasyLinux 05/2004   »   Ausgabe bestellen

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Mandrake 10 Community Edition

MandrakeSoft bietet die Version 10 von Mandrake Linux als so genannte Community Edition zum Download an. Die Community Edition besteht aus drei CD-Images, Mitglieder des kostenpflichtigen Mandrake Silver Clubs können sich zusätzlich eine dritte CD ziehen, die unter anderem Software wie den Acrobat Reader, die nVidia-Treiber für 3D-Grafikkarten und den Real Player enthält -- Programme also, die unter keiner freien Lizenz stehen.

Mandrake Linux 10.0 ist die erste große Distribution mit dem neuen Kernel 2.6. Aber nicht nur der Kernel ist auf dem neuesten Stand, sondern auch die restliche Software wie KDE 3.2 oder GNOME 2.4.2. Lediglich das XFree86-Paket, die Grundlage aller Grafikpakete, ist aus lizenzrechtlichen Gründen nur in Version 4.3 dabei und nicht in der aktuellen 4.4.

Mandrake 10 kann bei der Installation NTFS-Partitionen verkleinern, die von aktuellen MS-Windows-Varianten angelegt werden. Das erleichtert eine parallele Installation zu einem schon bestehenden Windows auf der Festplatte.

Box-Versionen von Mandrake 10 soll es ab Anfang Mai geben. Bis dahin kann MandrakeSoft noch Erfahrungen der Nutzer mit der Community Edition einfließen lassen und Fehler beseitigen. Die dann fertige Version 10 soll Einsteigern als Desktop-Edition "Discovery" nahegebracht werden, für erfahrene Anwender stehen die Varianten Powerpack und Powerpack+ zur Verfügung.

Dem allgemeinen Trend folgend, will MandrakeSoft aber auch eine spezielle Variante für Unternehmens-Desktops auf den Markt bringen. Die genauen Erscheinungstermine stehen noch nicht fest. In der Vergangenheit kam es bei der Auslieferung immer mal wieder zu Verzögerungen.

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Abb. 1: Bei der Installation fasst Mandrake 10 alle Einstellungen am Schluss noch einmal zusammen.

GnomeMeeting 1.0

Unter Windows ist NetMeeting eines der beliebtesten Programme für Videokonferenzen und das gemeinsame Bearbeiten von Dateien über das Internet. Mit GnomeMeeting können sich auch Linux-Nutzer daran beteiligen. Das Programm liegt jetzt in der ersten stabilen Version 1.0 vor, wurde aber auch vorher schon oft verwendet.

GnomeMeeting benutzt, wie auch NetMeeting, den Kommunikationsstandard H.323. Microsoft entwickelt NetMeeting jedoch nicht mehr weiter, sondern drängt seine Nutzer dazu, für Videokonferenzen das Microsoft Network (MSN) und das Programm Messenger zu nutzen.

Leider gibt es trotz GnomeMeeting häufig Probleme mit Videokonferenzen unter Linux. Viele Webcams funktionieren nämlich nicht, da die Hersteller keine Treiber für Linux entwickeln und sich auch weigern, den freien Entwicklern die Spezifikationen ihrer Hardware zur Verfügung zu stellen, damit diese es selbst tun kann.

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Abb. 2: GnomeMeeting 1.0 erlaubt Videokonferenzen in guter Bildqualität.

Vorschau auf GNOME 2.6

Eine Betaversion zeigt, was von der Desktop-UmgebungGNOME künftig erwartet werden kann. Vor allem der Dateimanager Nautilus bekommt ein komplett neues Gesicht, der Fenster-Manager wurde überarbeitet und lässt sich jetzt noch vielfältiger konfigurieren, und das Hilfesystem ist schneller geworden.

Die Betaversion liegt nur im Quelltext vor. Eine Installation erfordert viel Erfahrung und ist Einsteigern nicht zu empfehlen. Die stabile Version von GNOME 2.6 soll aber schon in diesem Frühjahr erscheinen. Neue Features werden bis dahin nicht mehr hinzukommen. Das Entwicklerteam arbeitet stattdessen an der Stabilität der Programme und entfernt noch vorhandene Fehler.

AbiWord, die alternative Textverarbeitung

Geht es um Office unter Linux, ist OpenOffice gemeinhin das Maß aller Dinge. Wer hingegen nur eine Textverarbeitung sucht, findet mitAbiword eine leistungsfähige und vor allem Ressourcen schonende Alternative.

Die neue Version 2.0.5 bietet vor allem höhere Stabilität beim Import von MS-Word-Dokumenten. Das AbiWord-Team veröffentlicht relativ häufig neue Versionen, 2.0.5 ist schon die dritte in diesem Jahr. Updates sind aber kein Problem, da für SuSE Linux 9.0 und Red Hat Linux fertige installierbare Pakete (RPMs) zur Verfügung stehen; für Mandrake gibt es "nicht-offizielle" RPMs, aber zum Redaktionsschluss noch nicht für die ganz neue Version.

Die AbiWord-Programmierer legen Wert auf eine plattformunabhängige Entwicklung, so dass AbiWord neben Linux und Windows auch auf exotischen Betriebssystemen wie QNX anzutreffen ist. Dem Anwender stehen dabei mit Funktionen wie Feldbefehlen, Tabellenunterstützung oder Kopf- und Fußzeilen alle wichtigen Textverarbeitungsfunktionen zur Verfügung. Sogar eine Revisions- und eine Rechtschreibkontrolle sind enthalten.

Bei größeren Projekten wie Diplomarbeiten macht sich das Fehlen von Verzeichnisfunktionen jedoch schmerzlich bemerkbar, und auch die Liste der standardmäßig unterstützen Dateiformate fällt mit sieben Formaten eher bescheiden aus. Mit dem richtigen Plugin ist zumindestens dieses Defizit schnell behoben, so dass AbiWord auch Formate wie Applix Word, LaTeX oder WordPerfect problemlos verarbeiten kann.

Das Microsoft-Word-Format gehört bereits zum Standard. Übrigens lassen sich über Plugins auch Zugriffsroutinen auf Suchmachinen und Online-Lexika bequem in AbiWord integrieren.

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Abb. 3: AbiWord ist eine Ressourcen schonende Alternative zu den großen Office-Lösungen.

Mit GKrellm behalten Sie Ihr System im Auge

Der System MonitorGkrellm zählt zu den populärsten Open-Source-Projekten. Auf einem Panel am Bildschirmrand stellt Gkrellm alle Systemwerte übersichtlich dar. In der Grundausstattung überwacht es je nach Wunsch CPU, Batterie, Festplattenplatz, Dateisystem, Mail-Konten und Netzwerkauslastung.

Wem das nicht reicht, der kann mit verschiedenen Plugins den Funktionsumfang beliebig erweitern. Vom Radio-Tuner über Unterstützung für den Media Player XMMS bis zum Sound Mixer reicht die Palette der verfügbaren Plugins. Seit Version 2 besitzt das Programm sogar einen Client-Server-Modus, so dass Sie auch entfernte Systeme im Auge behalten können.

Die neue Version 2.1.28 korrigiert lediglich einen Fehler in der Mail-Unterstützung. Wer aber noch eine ältere Version als 2.1.25 einsetzt, sollte eine Aktualisierung durchführen. Neben einigen Fehlern wurden seither auch interessante Neuerungen wie die SSL-Mail-Unterstützung implementiert.

Distributionsspezifische Pakete für eine einfache Installation existieren für Mandrake Linux 9.0, 9.2 und Debian Linux. Zum Redaktionsschluss gab es kein aktuelles Paket für SuSE oder Red Hat Linux. Anwender dieser Distributionen müssen also noch ein wenig warten.

xCHM zeigt Microsoft-Hilfedateien an

Viele Software-Hersteller verfassen die Dokumentation zu ihren Produkten im Format der Microsoft-Hilfedateien. Deshalb kann es nützlich sein, diese auch unter Linux zu betrachten. Dazu dient das ProgrammxCHM.

Das Programm basiert auf den CHM-Bibliotheken von Jed Wing und der plattformunabhängigen wxWidget-Oberflächenbibliothek. Beide müssen vor der Installation im System vorhanden sein. xCHM selbst ist übersichtlich strukturiert, bietet allerdings nur die Grundfunktionen einer Betrachter-Software.

Neben einer Inhaltsübersicht verfügt xCHM über Möglichkeiten zur Schriftanpassung sowie zum Markieren von Seiten durch Lesezeichen. Außerdem steht zur Recherche eine Suchroutine für Inhalts- und Volltextsuche zur Verfügung. Eine Suche nach Wortfragmenten oder Teilbegriffen ist damit allerdings nicht möglich -- nur ganze Worte werden gefunden, diese aber zumindest unabhängig von Groß- und Kleinschreibung.

Bei der aktuellen Version 0.9 legten die Entwickler Wert auf eine breitere sprachliche Unterstützung. Statt neuer Funktionen existieren jetzt eine französische sowie eine rumänische Übersetzung. Wer trotzdem auf die neue Version aktualisieren möchte, findet auf der Internet-Seite Pakete für alle Distributionen, mit Ausnahme von Mandrake Linux; Mandrake-Anwender können aber versuchen, das Red-Hat-Paket zu installieren. (Uwe Vollbracht/agr)

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Abb. 4: Dank xCHM kann man auch unter Linux die Microsoft-Hilfe zu Rate ziehen.

Kurz notiert
  • Cabextract 1.0: Programm, mit dem man Dateien aus Microsoft-Archiv-Paketen extrahieren kann. Die neue Version bietet vor allem eine stark verbesserte Entpackroutine, die auch mit sehr großen Dateien bis 3 GByte klarkommt. Das Programm meldet nun außerdem einen Fehler, wenn das Entpacken von Dateien aus Archiven mit InstallShield nicht gelingt. http://www.kyz.uklinux.net/cabextract.php

  • Quick Spam Filter 1.0.1: Einfacher Spamfilter zur Integration in Procmail. Die Filterung basiert auf bestimmten Schlagworten, die in der E-Mail gesucht werden. Aufgrund des einfachen Suchalgorithmus ist die Software nur bedingt für den Einsatz bei hohem Mail-Aufkommen geeignet. http://www.ivarch.com/programs/qsf.shtml

  • BitTorrent 3.4.1a: Python-Programm, mit dem Dateien über das Internet kopiert und weiter gegeben werden. Im Peer-to-peer-Verfahren besteht dabei die Möglichkeit, die Downloads auf dem eigenen Rechner wieder zum Download freizugeben, um so die Master-Seite zu entlasten. Mit dieser Version nahmen die Entwickler eine Anpassung an eine aktuellere Python-Version vor. http://bitconjurer.org/BitTorrent/download.html

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