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Erschienen in EasyLinux 05/2004   »   Ausgabe bestellen

K3b

Allesbrenner

von Heike Jurzik
 [ Titelbild ]


Ob DVD-R(W) oder +R(W) -- unter Linux lassen sich alle Formate beschreiben. Auch die passende Software ist vorhanden -- an der GUI-Front sieht es allerdings noch recht mager aus. KDEs eigenes Brennprogramm K3b ist eine rühmliche Ausnahme und lässt kryptische Befehle in Vergessenheit geraten.

Die CD- und DVD-Brenner-Software K3b entwickelt sich sehr schnell weiter -- ständig gibt es neue Versionen, die Bugfixes oder neue tolle Features mitbringen. Mit dem Start der 0.11er-Reihe präsentiert sich K3b nicht nur in verändertem Look, auch unter der Haube ist vieles verbessert worden.

So gibt es einige Neuerungen für das Kopieren von Audio-CDs, aber auch im DVD-Bereich hat sich einiges getan: Beispielsweise können Sie jetzt Video-DVD-Projekte erstellen. Auch die Hardware-Erkennung und -Unterstützung ist deutlich besser geworden, z. B. für Plextor-Laufwerke, mit denen es in der Vergangenheit ab und zu Schwierigkeiten gab. Dieser Artikel bezieht sich auf die gerade neu erschienene Version 0.11.6.

Benutzer von Red Hat Linux müssen K3b sowie einige fehlende Programme und Bibliotheken nachinstallieren. SuSE Linux 8.2/9.0 und Mandrake Linux 9.2 haben den Allesbrenner zwar standardmäßig in einer älteren Version dabei, ein Upgrade ist aber wegen der zahlreichen Bugfixes und der neuen Features dennoch zu empfehlen. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie K3b 0.11.6 installieren bzw. auf die neue Version upgraden, einen DVD-Brenner einrichten und Daten-DVDs im Handumdrehen erstellen.

Hintergründig

K3b ist ein grafisches Frontend für verschiedene Tools, welche die eigentlichen Aufgaben im Hintergrund erledigen. Bevor es an die K3b-Installation geht, sollten Sie daher sicherstellen, dass die Programme aus der Tabelle Externe Helfer auf Ihrem System installiert sind. Wo Sie diese Programme finden (Original-Installationsmedien oder im Netz) und wie Sie diese einspielen, beschreiben wir in den jeweiligen Abschnitten für die verschiedenen Distributionen.

Externe Helfer
mkisofsTool zum Erzeugen einer ISO-9660-Image-Datei, die anschließend auf CD oder DVD gebrannt werden kann
dvd+rw-toolseine Sammlung von Programmen zum Mastern von DVD+RW/-RW/+R/-R-Medien
cdrecordBrenner-Software zum Schreiben von Audio- und Daten-CDs
cdrdaoDisk-At-Once-Modus für Audio-CDs
madein MPEG-Audio-Decoder
id3libeine Bibliothek für die Bearbeitung der ID3-Tags von MP3-Dateien
flacFLAC bedeutet "Free Lossless Audio Codec" (deutsch: "freier, verlustloser Audio-Codec")

Welches K3b-Paket?

Wenn Sie dem Link im Download-Bereich der K3b-Web-Seite folgen oder die üblichen RPM-Suchmaschinen befragen, finden Sie nur Pakete, die für die neue KDE-Version 3.2 erstellt wurden. Lediglich für Red Hat Linux 9 gibt es aktuelle K3b-Pakete, die sich unter KDE 3.1.x installieren lassen. Diese finden Sie unter http://k3b.xcyb.org/. Wir haben das Paket http://rpms.xcyb.org/redhat/9/stable/RPMS/k3b-0.11.6-1.xcyb.rh9.i686.rpm getestet und für gut befunden.

Für SuSE Linux 8.2 und 9.0 sowie für Mandrake Linux 9.2 haben wir selbst RPM-Pakete gebaut, die Sie unter http://www.easylinux.de/Download herunterladen können. Das Paket für SuSE Linux 9.0 heißt k3b-0.11.6-0.pm.1.i586.suse9.rpm, für SuSE Linux 8.2 entsprechend k3b-0.11.6-0.pm.1.i386.suse82.rpm. Benutzer von Mandrake Linux 9.2 laden das Paket k3b-0.11.6-1.el.mdk.i386.rpm herunter.

Detaillierte Installationsanleitungen finden Sie in den Kästen Installation unter Red Hat Linux 9, Upgrade für SuSE Linux und Upgrade für Mandrake Linux.

Installation unter Red Hat Linux 9

Die Programme cdrecord, mkisofs und cdrdao sind auf den Original-Installationsmedien dabei, die dvd+rw-tools müssen Sie nachinstallieren. Red-Hat-9-Pakete ließen sich im Netz nicht finden, allerdings lief das auf http://www.rpmseek.com/ gefundene dvd+rw-tools-5.17.4.8.6-2.i386.rpm für Fedora Core auf unserem Testrechner einwandfrei.

Alle anderen fehlenden Programme und Bibliotheken finden Sie unter http://shrike.freshrpms.net/. Im linken Bereich der Seite sehen Sie eine vollständige Liste aller dort angebotenen Pakete. Für K3b benötigen Sie:

Am besten legen Sie in Ihrem Home-Verzeichnis ein temporäres Verzeichnis an, in das Sie die Pakete speichern. Danach gehen Sie zur Installation wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie eine Konsole, indem Sie im Schnellstarter ([Alt-F2]) konsole eingeben.
  2. Wechseln Sie mit dem Befehl cd verzeichnisname in das Verzeichnis, in dem die vier zu installierenden Pakete liegen.
  3. Werden Sie Administrator durch Eingabe von su und geben Sie auf Nachfrage das Root-Passwort ein.
  4. Installieren Sie alle RPM-Pakete in einem Rutsch mit dem Aufruf
    rpm -i *
  5. Schließen Sie das Konsolen-Fenster durch zweimalige Eingabe von [Strg-D].

Anschließend starten Sie K3b über das K-Menü, Sound & Video / K3b.

Upgrade für SuSE Linux

Starten Sie YaST über das K-Menü / System / YaST (SuSE Linux 9.0) oder über das SuSE-Work-Menü / Administration / YaST2 (SuSE Linux 8.2). Alle im Abschnitt Hintergründig genannten Pakete sind auf den jeweiligen Installationsmedien vorhanden und lassen sich einfach über YaSTs Software-Modul einspielen.

Benutzer von SuSE Linux 8.2 müssen außerdem eine neuere Version der dvd+rw-tools installieren. Wer SuSE Linux 9.0 verwendet, hat zwar eine recht aktuelle Version (5.14) mit an Bord, kann aber trotzdem den hier beschriebenen Weg gehen, um auf Version 5.17 upzugraden.

Gehen Sie auf die PackMan-Homepage (http://packman.links2linux.de/), folgen dem Link Multimedia und scrollen in der alphabetisch geordneten Liste bis zum Eintrag dvd+rw-tools. Das dort angebotene Paket ist zwar für SuSE Linux 9.0 gebaut, lässt sich aber problemlos auch unter SuSE 8.2 installieren. Für beide Distributionen gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie den Link dvd+rw-tools-5.17.4.8.6-0.pm.1.i586.rpm z. B. im Konqueror und wählen Sie Installiere Paket mit YaST.

  2. Geben Sie auf Aufforderung Ihr Root-Passwort ein, dann beginnt YaST mit der Arbeit.
  3. Während YaST unter SuSE Linux 8.2 selbständig alle weiteren Schritte erledigt, müssen Benutzer von SuSE Linux 9.0 im YaST-Fenster unten rechts auf Akzeptieren klicken, damit es weitergeht.

Für das K3b-Upgrade gilt: Am einfachsten ist es auf der Kommandozeile -- lediglich einen rpm-Befehl benötigen Sie, um auf die neueste K3b-Version umzusteigen:

  1. Laden Sie das für Ihre Distribution passende RPM-Paket herunter.
  2. Öffnen Sie eine Konsole, am schnellsten geht es über [Alt-F2] und Eingabe von konsole.
  3. Werden Sie Administrator durch Eingabe von su und geben Sie das Root-Passwort ein.
  4. Installieren Sie das neue Paket mit
    rpm -Uvh k3b-0.11.6-0.pm.1.[...].rpm
  5. Schließen Sie das Konsolenfenster durch zweimalige Eingabe von [Strg-D].

Bei SuSE Linux 9.0 finden Sie das Brennprogramm anschließend im K-Menü unter Multimedia / CD/DVD brennen / K3b, bei SuSE Linux 8.2 unter Multimedia / CD / K3b.

Upgrade für Mandrake Linux

Damit sich die neue K3b-Version installieren lässt, brauchen Sie einige Libraries, die Sie mit Hilfe von RpmDrake einspielen. Starten Sie den Paket-Manager über das K-Menü / Einstellungen / Paketierung / Software installieren und geben Sie das Root-Passwort ein.

Auf den Original-Installationsmedien finden Sie die Pakete flac-1.1.0-5mdk, id3lib-3.8.3-4.mdk, libflac++2-1.1.0-5mdk, libflac++2-devel-1.1.0-5mdk, libflac4-devel-1.1.0-5mdk, libid3_3.8_3-3.8.3-4mdk, libid3_3.8_3-devel-3.8.3-4mdk, libflac4-1.1.0-5mdk und liboggflac1-1.1.0-5mdk. Wählen Sie diese jeweils durch einen Klick in die Checkbox aus und gehen Sie auf Installieren, um sie einzuspielen (Abbildung 1).

Weiterhin brauchen Sie eine neue Version der dvd+rw-tools, um "on-the-fly" brennen zu können. Ein RPM-Paket finden Sie in unserem Download-Bereich. Das Paket heißt dvd+rw-tools-5.17.4.8.6-1.el.mdk.i386.rpm.

Abb. 1: Fertig zur Installation -- RpmDrake.

Falls K3b in der älteren Version installiert ist, müssen Sie das Programm unter Mandrake Linux 9.2 vorher deinstallieren. RpmDrake hilft auch dabei: Wählen Sie aus dem K-Menü Einstellungen / Paketierung / Software entfernen, geben Sie das Root-Passwort ein und tippen Sie in die Suchmaske k3b ein. Wählen Sie das Brennprogramm und die dazu gehörende Bibliothek libk3b1-0.9-10mdk aus und klicken Sie auf Entfernen. Danach können Sie RpmDrake wieder beenden.

Zum Einspielen von k3b-0.11.6-0.pm.1.i386.mandrake92.rpm gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie eine Konsole, am schnellsten geht es über [Alt-F2] und Eingabe von konsole.
  2. Werden Sie Administrator durch Eingabe von su und geben Sie das Root-Passwort ein.
  3. Installieren Sie zunächst die dvd+rw-tools. Dazu tippen Sie
    rpm -i dvd+rw-tools-5.17.4.8.6-1.el.mdk.i386.rpm
  4. Anschließend spielen Sie das neue K3b-Paket ein:
    rpm -i k3b-0.11.6-1.el.mdk.i386.rpm
  5. Schließen Sie das Konsolenfenster durch zweimaliges Drücken von [Strg-D].

Normalerweise befindet sich K3b bei Mandrake Linux im K-Menü unter Programme / Archivierung / CD-Brenner -- sollte dieser Eintrag fehlen oder seltsame Tippfehler aufweisen, reparieren Sie ihn mit folgenden Schritten:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das K-Menü und wählen Sie Menü-Editor, um das Programm MenuDrake zu starten.
  2. Gehen Sie in der Baumansicht links bis zum Punkt Programme / Archivierung / CD-Brenner und klicken Sie auf Neues Programm.
  3. Geben Sie einen Titel Ihrer Wahl, z. B. "K3b Brennprogramm", und den Befehl zum Programmstart, /usr/bin/k3b, ein.
  4. Anschließend können Sie noch ein Symbol hinzufügen. Klicken Sie auf das Symbol-Icon und wählen Sie aus den KDE-Symbolen das passende aus.

  5. Klicken Sie auf Speichern, um die Menüstruktur zu aktualisieren, und beenden Sie das Programm.

Die richtige Gruppe

Linux verwendet ein sehr ausgefeiltes System, Benutzern unterschiedliche Rechte zur Verfügung zu stellen. Für jede Datei (eingeschlossen Programme und Geräte, die ja streng genommen auch Dateien sind) gibt es Lese-, Schreib- und Ausführrechte. Noch genauer: Diese Rechte gelten jeweils für bestimmte Benutzer, Gruppen oder für alle anderen.

Programme wie cdrecord und cdrdao stehen nach der Installation erstmal nur dem Administrator root zur Verfügung. Da das permanente Arbeiten als Administrator aber nicht zu empfehlen ist (siehe auch den Artikel "Hier bin ich Root -- hier darf ich rein" auf S. 46), können Sie die Programme zusätzlich für eine Gruppe von Benutzern ausführbar machen. Damit Sie nicht tief ins System einsteigen und die Rechte von Hand anpassen müssen, bietet K3b mit seinem Setup-Assistenten Hilfestellung an. Details finden Sie im Abschnitt "Zündhilfe".

Vorher gilt es jedoch, einen oder mehrere Benutzer-Accounts, die mit K3b brennen dürfen sollen, der Gruppe disk hinzuzufügen. Unter SuSE Linux 8.2 und 9.0 verwenden Sie dazu YaST:

  1. Starten Sie YaST, und geben Sie das Root-Passwort ein.
  2. Gehen Sie auf Sicherheit und Benutzer und starten Sie das Modul Benutzer bearbeiten und anlegen.
  3. Markieren Sie mit der Maus den entsprechenden Account, und klicken Sie auf Bearbeiten.
  4. Klicken Sie auf den Button Details, suchen Sie in der Liste Zusätzliche Gruppenzugehörigkeit nach dem Eintrag disk und markieren Sie die Checkbox davor.

  5. Klicken Sie zweimal auf Weiter und anschließend auf Beenden, um die neue Konfiguration zu speichern.
  6. Starten Sie KDE neu, damit die Änderungen greifen.

Unter Red Hat Linux 9 fügen Sie folgendermaßen einen Benutzer zur Gruppe disk hinzu:

  1. Starten Sie über das K-Menü Systemeinstellungen / Benutzer und Gruppen und geben Sie das Root-Passwort ein.
  2. Markieren Sie mit der Maus den Benutzer-Account und klicken auf Eigenschaften.
  3. Im letzten Reiter Gruppen suchen Sie in der Liste die Gruppe disk und klicken die Checkbox an.
  4. Bestätigen Sie mit OK und beenden Sie das Programm. Starten Sie KDE neu, damit die Änderungen greifen.

Unter Mandrake Linux 9.2 sind die folgenden Schritte nötig:

  1. Starten Sie aus dem K-Menü heraus Einstellungen / Sonstiges / User Administration und geben Sie das Root-Passwort ein.
  2. Markieren Sie den Benutzer und klicken Sie auf Bearbeiten.
  3. Auf dem letzten Reiter befinden sich die Gruppen. Scrollen Sie bis zum Eintrag disk hinunter und klicken Sie auf OK.
  4. Beenden Sie das Programm und starten Sie KDE neu.

Zündhilfe

Wenn Sie K3b zum ersten Mal starten, sehen Sie einen Dialog, der Sie dazu auffordert, die Brenngeschwindigkeiten der erkannten Laufwerke zu konfigurieren (Abbildung 2). Wie schnell dieser DVDs brennt, entnehmen Sie dem Handbuch des Geräts. Geben Sie die richtigen Werte ein und bestätigen Sie durch Klick auf OK.

Abb. 2: Willkommen bei K3b -- wie schnell ist der Brenner?

Als nächstes beschwert sich das Brennprogramm, dass die Programme cdrecord und cdrdao nicht als "normaler" Benutzer ausgeführt werden dürfen. Klicken Sie auf den Button Start K3bSetup2 und geben Sie auf Aufforderung das Root-Passwort ein (Abbildung 3), um den Setup-Assistenten zu starten. Benutzer von Mandrake Linux 9.2 legen an dieser Stelle einen Zwischenstopp ein und lesen im Kasten K3bSetup für Mandrake Linux 9.2 reparieren weiter.

Abb. 3: Richtige Rechte -- ändern darf nur der Administrator.

K3bSetup für Mandrake Linux 9.2 reparieren

Während bei allen anderen Distributionen der Setup-Assistent problemlos startet, lässt er sich unter Mandrake Linux erst durch einen Trick zur Mitarbeit überreden. Dazu müssen Sie noch einmal einen kurzen Ausflug auf die Kommandozeile unternehmen:

  1. Starten Sie über [Alt-F2] eine konsole.
  2. Tippen Sie su - und geben Sie das Root-Passwort ein.
  3. Kopieren Sie die Datei k3bsetup2.desktop an ihren richtigen Platz, dazu tippen Sie:
    cp /usr/share/applnk/Settings/System/k3bsetup2.desktop "/usr/share/applnk-mdk/Applications/Archiving/Cd burning"
    Die Anführungszeichen sind wichtig, weil das Verzeichnis Cd burning ein Leerzeichen im Namen hat.
  4. Tippen Sie zweimal [Strg-D], um die Konsole zu schließen.

Im Einrichtungsdialog aktivieren Sie zunächst die Checkbox vor Use burning group und geben in das Feld dahinter disk ein. Darunter sehen Sie die erkannten Laufwerke und deren derzeitige Berechtigungen. Dahinter steht jeweils, was K3bSetup2 ändern möchte, damit nicht nur der Administrator, sondern auch Sie als "normaler" Benutzer und Mitglied der Gruppe disk brennen dürfen.

Gleiches gilt für die im Hintergrund laufenden Programme. Das Setup-Programm erkennt diese und bietet als neue Konfiguration an, dass nicht nur Root, sondern auch Mitglieder der Gruppe disk die Tools ausführen dürfen. Die voreingestellten Werte sind richtig gewählt (Abbildung 4) -- stellen Sie sicher, dass vor allen verfügbaren Laufwerken und Programmen die Checkbox mit einem Häkchen versehen ist, und klicken Sie auf OK. Danach schließen Sie auch die Dialogbox Systemkonfigurationsprobleme.

Abb. 4: K3bSetup2 vergibt die richtigen Rechte.

In unseren Tests hat sich gezeigt, dass die veränderten Rechte für Geräte und Programme nach einem Systemneustart manchmal verschwinden -- ein Phänomen, das nicht zwingend auf Ihrem System auftreten muss. Wenn dies dennoch passiert, ist das nicht weiter schlimm: K3bSetup2 können Sie jederzeit über K3bs Menü / Einstellungen / Einrichtungsassistent starten, um die Konfiguration zu kontrollieren bzw. zu reparieren.

Weitere Konfiguration

Viele Veränderungen müssen Sie nach dem Aufruf von K3bSetup2 nicht mehr vornehmen -- normalerweise erkennt das Programm vorhandene CD-/DVD-Laufwerke und -Brenner und bietet sinnvolle Voreinstellungen für die verwendeten Programme an. Ein Blick in die Konfiguration lohnt sich dennoch. Wählen Sie Einstellungen / K3b einrichten, um K3bs Optionen unter die Lupe zu nehmen.

Im Bereich Brennen finden Sie allgemeine Einstellungen, wie z. B., ob versteckte Dateien bei Datenprojekten berücksichtigt werden sollen. Auf dem Reiter Fortgeschritten stellen Sie ein, ob Überbrennen erlaubt sein soll oder ob CD-RWs und DVD-RWs automatisch gelöscht werden sollen.

Unter Geräte sehen Sie die verfügbaren Laufwerke. Außerdem verrät K3b hier, welche Medien und Formate der Brenner unterstützt. Nicht erkannte Geräte können Sie manuell durch einen Klick auf den Button Gerät hinzufügen ergänzen. Hier lassen sich auch nochmal einzelne Werte, wie z. B. die Brenngeschwindigkeit, durch einen Klick auf den entsprechenden Eintrag anpassen (Abbildung 5).

Abb. 5: Was kann der Brenner?

Der Bereich Programme gibt Auskunft über die installierten Tools, die im Hintergrund benutzt werden. Hier können Sie auch eventuelle Zusatzparameter für die Programme angeben (Reiter Benutzerdefinierte Parameter). Findet K3b ein Tool nicht, das Sie ganz sicher installiert haben, können Sie im Reiter Suchpfad zusätzliche Verzeichnisse angeben, in denen nach dem Programm gesucht werden soll.

Wer Audio-CDs rippt, kann unter CDDB den Server einstellen, der die Informationen zu den CDs liefert. Nur wenn Sie eine permanente Internet-Verbindung besitzen, ist es sinnvoll, einen entfernten Server, wie z. B. den bereits voreingestellten freedb.org, auszuwählen.

Wer mit Systemklängen über K3b-Ereignisse informiert werden will, muss unter Benachrichtigungen nichts verändern. Standardmäßig gibt es Sounds für "Bitte ein Medium einlegen", "erfolgreich abgeschlossener Prozess" oder "hier gibt es einen Fehler". Soll K3b schweigen, können Sie hier für diese Ereignisse die Checkbox vor Klang abspielen deaktivieren.

Das alte K3b-Outfit finden Sie unter Themes -- sollte Ihnen der neue Crystal-Look nicht gefallen, stellen Sie hier einfach wieder auf das altbekannte 73lab-Theme um.

Im Abschnitt Diverses konfigurieren Sie, ob K3b das Startbild und das Hauptfenster während des Brennens anzeigt. Außerdem geben Sie hier das temporäre Verzeichnis für eventuell vorher erstellte ISO-Images an. Voreingestellt ist /tmp/kde-[user].

Eine solche "Zwischenablage" für ISO-Images brauchen Sie nicht, wenn Sie immer nur "on-the-fly" brennen. Es gibt allerdings Situationen, in denen das nicht sinnvoll ist. Wollen Sie beispielsweise Daten von mehreren Medien, etwa von verschiedenen CD-ROMs, oder Daten aus dem Netz brennen, müssen Sie vorher ein Image erstellen (siehe Abschnitt "Brennen von ISO-Images").

Um sicherzustellen, dass in /tmp genug Platz für temporäre Daten vorhanden ist, können Sie einen Blick auf KDiskFree werfen. Starten Sie das Tool einfach über den Schnellstarter [Alt-F2] und geben Sie kdf an, um mehr über die aktuelle Festplattenbelegung zu erfahren. Sie sollten ca. 5 GByte freien Platz für DVD-Images einkalkulieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

Daten-DVDs

Daten-DVDs brennen Sie mit wenigen Schritten. Klicken Sie entweder in der unteren Fensterhälfte auf Neues Daten-DVD-Projekt oder gehen Sie über das Menü / Datei / Neues Projekt / Neues Daten-DVD-Projekt. Wie in einem Datei-Manager können Sie im oberen Fensterbereich durch die Verzeichnisse wandern -- die Daten, die Sie auf die DVD bannen wollen, selektieren Sie mit der Maus und ziehen sie per Drag & Drop ins untere Projektfenster.

Am unteren Rand sehen Sie einen Balken, der den aktuellen Füllstatus verrät -- nähern Sie sich der maximalen Kapazität (ca. 4,4 GByte), verändert dieser die Farbe von grün über gelb bis hin zu rot. So behalten Sie im Blick, wann die Grenze erreicht ist (Abbildung 6). Den eigentlichen Brennvorgang starten Sie dann durch Klick auf den Button Brennen.

Abb. 6: Immer im Blick: der aktuelle Füllstand.

Viel trennt Sie nun nicht mehr von der fertigen DVD -- K3b bringt, wie schon erwähnt, sinnvolle Voreinstellungen mit. Auf dem ersten Reiter Brenner ist alles richtig konfiguriert, um "on-the-fly" zu brennen. Wer vorher einen Testlauf fahren möchte, kann ein Häkchen in die Checkbox simulieren setzen. Ebenfalls an dieser Stelle entscheiden Sie, ob zunächst nur ein ISO-Image erstellt wird: Aktivieren Sie Nur Abbilddatei erstellen -- im Feld Temporäre Datei erfahren Sie, wohin das ISO-Image geschrieben wird und ob dort noch genug Platz ist.

Im Reiter Einstellungen geben Sie an, ob es sich um eine Mehrfachsitzung handelt. Damit lassen sich DVDs inkrementell beschreiben -- ein Warnhinweis verrät, dass nicht jeder Brenner dieses Feature unterstützt. Schauen Sie zur Sicherheit im Handbuch nach, um unnötigen Verlust von Rohlingen zu vermeiden.

Auf dem Reiter Datenträgerbezeichnung können Sie alle voreingestellten Werte übernehmen, es sei denn, Sie möchten eigene Namen vergeben. Ersetzen Sie im Feld Datenträgername den Eintrag K3b data project durch etwas eigenes, z. B. Backup Februar 2004, um der DVD einen neuen Namen zu geben.

Linux unterstützt mehrere Typen von Dateisystemen -- nicht nur die eigenen, sondern auch Windows-typische. Die aktivierte Rock-Ridge-Erweiterung ergänzt das ISO-Dateisystem um Unix-typische Dateiinformationen wie Besitzer und Gruppe, Zugriffsrechte (Lesen, Schreiben, Ausführen) und symbolische Links. Dadurch ist ein Kopieren von Daten aus einem Unix-Dateisystem auf eine DVD ohne Informationsverlust möglich. Außerdem erlaubt Rock Ridge längere Dateinamen.

Die Joliet-Erweiterung ist eine alternative Erweiterung des ISO9660-Dateisystems, die ebenfalls lange Dateinamen zulässt und daher nicht extra aktiviert werden muss. Sie brauchen das Joliet-Format aber, wenn die CD/DVD unter Windows gelesen werden soll. UDF steht für "Universal Disc Format", das Dateisystem, das beispielsweise Video-DVDs verwenden. Ältere Betriebssysteme, wie z. B. Windows 95, unterstützen dieses Format noch nicht, unter Linux sollten Sie damit jedoch keine Probleme haben. Standardmäßig ist UDF hier deaktiviert, was sinnvoll ist.

Besonders praktisch ist in diesen ganzen Dialogen der Button K3b-Voreinstellungen -- sind Sie sich Ihrer Änderungen nicht sicher, bringt ein Klick auf diesen Knopf Sie wieder zur sicheren Default-Konfiguration zurück. Wer hingegen seine eigene Konfiguration speichern möchte, kann das über Benutzervoreinstellungen speichern erledigen. Ein Klick auf den Button Benutzervoreinstellungen bringt Sie danach zur eigenen Konfiguration. Ist alles nach Ihren Wünschen eingerichtet, klicken Sie auf Brennen.

Abb. 7: "On-the-fly": Daten-DVD unter Mandrake Linux 9.2 brennen.

Brennen von ISO-Images

Bereits vorhandene ISO-Images brennen Sie kinderleicht mit K3b. Dabei gibt es eigentlich nur zu beachten, dass Sie kein neues Daten-DVD-Projekt erstellen müssen. Für dieses würde vor dem Brennen erneut ein ISO-Image der Daten angelegt -- also ein ISO-Image im ISO-Image -- und auf der DVD befände sich anstelle der erwarteten Daten lediglich eine Image-Datei.

Gehen Sie stattdessen über Extras / DVD / ISO-Abbilddatei auf DVD brennen und wählen Sie die Datei aus. Ein Klick auf das Ordnersymbol öffnet einen Dateiauswahldialog, der beim Finden hilft. Klicken Sie anschließend auf Start, um den Brennvorgang zu starten.

DVD-/+RW formatieren

Sollten Sie wiederbeschreibbare Medien (DVD+RW oder DVD-RW) verwenden, blankt oder formatiert K3b diese für Sie. DVD+RW-Medien werden vor der ersten Verwendung formatiert; DVD-RW-Medien werden geblankt, wenn sie schon Daten enthalten und erneut verwendet werden sollen.

K3b erledigt beide Aufgaben -- abhängig vom Medium -- schnell und zuverlässig. Wählen Sie aus dem Menü Extras / DVD / DVD-RW/DVD+RW löschen. Standardmäßig ist die Checkbox Schnellformatierung aktiviert. Wenn Sie das Häkchen entfernen, löscht K3b die Daten vollständig, was je nach Laufwerk bis zu 45 Minuten oder länger dauern kann (Abbildung 8).

Abb. 8: Dauert eine kleine Ewigkeit: DVD-RW nach dem vollständigen Blanken.

Für den Einsatz wiederbeschreibbarer Rohlinge bietet K3b außerdem an, diese automatisch zu löschen, wenn es nötig ist. Dazu gehen Sie über das Menü, Einstellungen / K3b einrichten und wählen aus dem Bereich Brennen den Reiter Fortgeschritten. Dort aktivieren Sie die Checkbox vor CD-RWs und DVD-RWs automatisch löschen, und K3b nimmt Ihnen in Zukunft einen Schritt ab.

Fazit

K3b zeigt sich als zuverlässiger Helfer im Praxiseinsatz. Anfänger können sich an den gut gewählten Default-Einstellungen orientieren und gelangen so schnell zu den erwünschten Daten-DVDs. Aber auch fortgeschrittene Brandmeister und Kommandozeilen-Fans dürfen sich freuen -- die zahlreichen Dialoge erlauben viele Möglichkeiten zur individuellen Anpassung. (hge)

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