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Erschienen in EasyLinux 05/2004   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Beileibe nicht jedes Programm kommt mit optimalen Standardeinstellungen daher. Wir zeigen, wie Sie Anwendungen an Ihre Bedürfnisse anpassen und Linux-Einstiegshürden elegant überwinden.

Neue Schriften für KDE und GNOME

Selbst mancher Linux-Profi verzweifelt daran, TrueType-Schriften in das System einzubinden [1]. Warum, fragen nicht nur Anfänger, geht das nicht so einfach wie unter Windows? Schriften in einen Ordner ziehen und fertig. Die relativ neue fontconfig-Bibliothek lässt bei der Installation von Schriften Windows-Feeling aufkommen. Die kopierten Fonts bieten Ihnen allerdings nur die Anwendungen an, die diese Bibliothek schon nutzen: Hauptsächlich sind das alle KDE- und GNOME-Programme, doch auch die bei SuSE Linux 9.0 mitgelieferte Gimp-Version nutzt die neuen Schriften. Zur Installation brauchen Sie nicht einmal root-Rechte.

  1. Der Schriftenordner heißt .fonts und muss im Home-Verzeichnis Ihres Benutzers liegen. SuSE Linux hat schon bei der Installation einen angelegt, Mandrake- und Red-Hat-Nutzer holen das mit dem Konqueror nach. Blenden Sie zunächst über Ansicht / Versteckte Dateien anzeigen auch die Ordner und Dateien ein, deren Name mit einem Punkt beginnt.
  1. Wählen Sie Bearbeiten / Neu erstellen / Verzeichnis und geben Sie im Dialogfeld als Name .fonts ein. Wechseln Sie direkt in das neue Verzeichnis.
  1. Öffnen Sie über Datei / Neues Fenster ein weiteres Konqueror-Fenster. Navigieren Sie dort in ein Verzeichnis mit TrueType-Schriften. Wer eine Windows-Installation auf seiner Festplatte hat, wird unter deren Einhängepunkt (unter SuSE /windows, unter Mandrake und Red Hat Linux /mnt/windows) im Verzeichnis windows/fonts fündig. Weitere Schriften findet man aber auch im Internet oder auf CDs von Windows-Programmen. Corel Draw 8 bringt beispielsweise mehrere hundert Fonts mit, die auf CD 1 im Ordner fonts/ttf liegen.
  1. TrueType-Schriften erkennen Sie an der Dateiendung .ttf. Markieren Sie alle, die Sie unter Linux nutzen wollen, mit gedrückt gehaltener [Strg]-Taste. Über Bearbeiten / Kopieren landen sie in der Zwischenablage. Im Fenster mit dem geöffneten .fonts-Verzeichnis wählen Sie Bearbeiten / Einfügen. Alle kopierten Fonts stehen sofort in den Schriftartendialogen von KDE- und GNOME-Programmen zur Auswahl (Abbildung 1).

Abb. 1: Die Schriftauswahl von Kwrite hat Zuwachs bekommen.

Speicherordner für Mails in Sylpheed ändern

Standardmäßig speichert Sylpheed [1] alle Mails, die Sie verschicken, im Ordner Gesendet. Nutzen Sie mehrere Accounts, können Sie aber auch jedem einen eigenen Gesendet-Ordner zuweisen. Dazu markieren Sie in Einstellungen / Accounts bearbeiten ein Konto und klicken auf Bearbeiten. Den Speicherort für gesendete Nachrichten legen Sie auf dem Registerreiter Speziell im Abschnitt Ablage fest. Dazu setzen Sie ein Häkchen vor Gesendete Nachrichten ablegen in (Abbildung 2) und klicken auf den Button hinter dem Eingabefeld, damit Sylpheed die Ordnerauswahl öffnet. Markieren Sie dort das Speicherverzeichnis und bestätigen die Auswahl mit Ok. Ein nochmaliger Klick auf Ok in den Account-Einstellungen macht die Sache perfekt.

Abb. 2: Getrennte Konten: Über "Speziell" sortiert Sylpheed auch die gesendeten E-Mails in separate Ordner.

Für alle weiteren Konten stellen Sie ebenso eine neue Standardablage ein. Selbst verfasste Mails speichert Sylpheed künftig nicht mehr im Ordner Gesendet, sondern dort, wo Sie es wollen -- zum Beispiel im Posteingang. Dort sortiert Sylpheed Ihre Antworten dann sauber unter den E-Mails ein, auf die sie sich beziehen.

Log-Dateien unter Mandrake durchsuchen

Mandrake Linux bringt im Kontrollzentrum einen komfortablen Betrachter für Log-Dateien mit, der sogar eine Suchfunktion bietet. Um dorthin zu gelangen, öffnen Sie über Einstellungen / Configure your computer das Systemverwaltungsprogramm. Authentifizieren Sie sich als Administrator und wechseln Sie zum Punkt System. Dort sind Sie bei LogDrake ... an der richtigen Stelle.

Haben Sie zum Beispiel Probleme mit einem USB-Gerät, filtern Sie im Handumdrehen die relevanten Einträge im System-Logbuch heraus. Geben Sie dazu hinter Matching den Suchbegriff usb ein. Über Groß- oder Kleinschreibung müssen Sie sich keine Gedanken machen. Als zu durchsuchendes Protokoll kreuzen Sie SysLog an. Dieser Punkt ist immer die richtige Wahl, da Mandrake Linux alle Meldungen, ob vom Kernel oder von startenden Servern, in die Datei /var/log/syslog schreibt. Damit die Suche schneller geht, setzen Sie noch ein Häkchen vor Nur für diesen Tag zeigen und klicken auf Suche. Im unten liegenden Vorschaubereich zeigt LogDrake die Treffer an (Abbildung 3).

Abb. 3: LogDrake präsentiert alle Logbucheinträge, die mit USB-Geräten zu tun haben.

Über den Button Speichern bannen Sie die Suchergebnisse in eine Textdatei, die Sie z. B. bei einer Support-Anfrage mitschicken. Mit etwas Glück führt Sie eine Suche im Internet nach markanten Fehlermeldungen aus dem Logfile zu einem Linux-Hilfeforum, in dem Linux-Anwender mit dem gleichen Problem vielleicht schon eine Lösung beschrieben haben. Auch den kompletten Inhalt einer Log-Datei können Sie ansehen. Lassen Sie dafür das Eingabefeld für den Suchbegriff leer und klicken auf Suche.

Textstatistik in Gedit

Wenn man bei einem Text auf die Länge achten muss, ist eine Textstatistik praktisch, die den Anwender über die Zeichenzahl informiert. Gedit bringt dafür ein Plugin mit. Per Default finden Sie es nicht im Menü, doch mit wenigen Mausklicks aktivieren Sie den praktischen Helfer. Öffnen Sie über Bearbeiten / Einstellungen den Konfigurationsdialog des Editors. Markieren Sie in der Baumansicht auf der linken Seite den Punkt Plugins / Verwalten. In der rechten Fensterhälfte listet Gedit alle verfügbaren Plugins auf. Kreuzen Sie den Eintrag Statistik zum Dokument an. Mit Klick auf Schließen speichern Sie die Änderung. Über Werkzeuge / Statistik zum Dokument verrät Gedit nun, wieviele Zeilen, Wörter und Zeichen ein Text hat und wie groß die Datei ist (Abbildung 4). Das Info-Fenster können Sie offen lassen. Sobald Sie dort auf Aktualisieren drücken, berechnet Gedit die Textstatistik neu.

Abb. 4: Mit dem Statistikfenster behalten Sie die Länge einer Textdatei im Auge.

Kommandozeile für Gedit

Über die Plugin-Verwaltung von Gedit binden Sie auch eine Kommandozeile in den GNOME-Editor ein. Öffnen Sie den Konfigurationsdialog, wie in Tipp ## beschrieben. Damit Gedit externe Kommandos ausführt, setzen Sie ein Häkchen vor Plugins / Verwalten / Shell-Befehl (unter Mandrake Linux 9.2 Plugins / Verwalten / Befehlszeilenbefehl).

Unter Werkzeuge / Befehl ausführen greifen Sie auf das Plugin zu. Gedit öffnet ein Dialogfenster, in das Sie Befehl und Arbeitsverzeichnis eintragen. Voreingestellt ist das Heimatverzeichnis des Benutzers. Um z. B. eine ausführliche Liste aller dortigen Dateien und Verzeichnisse zu bekommen, geben Sie im Feld Befehl das Kommando ls -la ein und klicken auf Ausführen. Gedit stellt die Ausgabe des Befehls dann am unteren Fensterrand in einem Extrabereich dar.

Einzelne Zeilen der Ausgabe markieren Sie mit der Maus und übertragen sie per Klick auf das Klemmbrettsymbol am linken Rand in die Zwischenablage. Von dort aus fügen Sie sie mit Bearbeiten / Einfügen oder [Strg-V] in die geöffnete Textdatei ein. Wird es im Ausgabefenster zu unübersichtlich, weil Sie sehr viele Befehle ausgeführt haben, löschen Sie den Inhalt per Klick auf das Pinsel-Icon.

Bearbeitungsprogramme in GQview anpassen

Der Bildbetrachter GQview bietet im Menü Bearbeiten die Option, ein geöffnetes Bild in einem externen Programm zu öffnen. Voreingestellt ist unter anderem Electric Eyes, das bei keiner Distribution standardmäßig installiert ist. Über den Einstellungsdialog ändern Sie den Eintrag auf ein Programm Ihrer Wahl:

  1. Der Menüpunkt Bearbeiten / Einstellungen öffnet das Konfigurationsfenster.
  1. Wechseln Sie auf den Registerreiter Bearbeitungsprogramme. Dort finden Sie einen Eintrag mit Electric Eyes im Feld Menüname und ee hinter Kommandozeile.
  1. Löschen Sie den Inhalt der beiden Felder und tragen Sie Ihr Wunschprogramm ein. Um geöffnete Bilder mit dem GNOME-Betrachter Eye of GNOME zu öffnen, gehört eog %f ins Feld Kommandozeile. %f ist ein Platzhalter für den Dateinamen, den GQview automatisch einsetzt. In das Feld Menüname schreiben Sie, was Sie wollen, z. B. Eye of GNOME oder auch GNOME-Viewer. Für alle, die Bilder lieber das KDE-Programm Kuickshow nutzen wollen, lautet die passende Befehlszeile kuickshow %f.

Sobald Sie die Konfiguration mit einem Klick auf Ok schließen, übernimmt GQview die Änderungen und bietet die neuen Programme im Bearbeiten-Menü an. (eba)

Infos
[1] Martin Loschwitz: "Schrift-Verkehr", EasyLinux 03/2004, S. 29 ff.
[2] Andrea Müller: "Schnell wie der Wind", EasyLinux 03/2004, S. 42 ff.

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