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Erschienen in EasyLinux 05/2004   »   Ausgabe bestellen

Zufallssignaturen mit Fortune

Signatur-Roulette

von Andrea Müller


In der Signatur unter einer E-Mail ist Platz für persönliche Angaben oder einen lustigen Spruch. Mit Fortune erzeugen Sie Zufallssignaturen und bringen Abwechslung in Ihre Mails.

Ursprünglich für Angaben wie Adresse und Telefonnummer gedacht, fanden viele Internet-Nutzer schnell heraus, dass sich die so genannte Signatur in E-Mails auch ganz anders nutzen lässt: Sie ist der ideale Platz, um an eine E-Mail noch ein klassisches Zitat oder ein witzigen Spruch zu hängen.

Bei manchen Bekannten entdeckt man immer neue Signaturen und fragt sich: Hat der Kerl nichts anderes zu tun, als sich Signaturen auszudenken? Wahrscheinlich schon. Ständig wechselnde geistreiche oder lustige Sprüche erzeugt das Kommandozeilenprogramm fortune. Den elektronischen Glückskeks binden Sie mit wenigen Mausklicks in KMail, Evolution oder Sylpheed ein.

Installation unter Mandrake Linux

Unter Mandrake Linux öffnen Sie im K-Menü über Einstellungen / Paketierung / Software installieren das Paketverwaltungs-Frontend rpmdrake. Nach der Abfrage des Administratorpassworts geben Sie hinter Finden als Suchbegriff fortune ein. Klicken Sie auf Suche, damit rpmdrake das richtige Paket herausfischt. In der Baumansicht auf der linken Seite erscheint fortune-mod als Treffer. Setzen Sie ein Häkchen davor und starten die Installation über die Schaltfläche Installieren. Sobald der Paketverwalter seine Arbeit beendet hat, blendet er eine Erfolgsmeldung ein, die Sie mit Druck auf Ok bestätigen.

Fortune für Red Hat Linux

Red-Hat-Linux-Nutzer finden fortune nicht auf den Installations-CDs. Im Internet steht aber unter [1] ein passendes Paket bereit. Laden Sie es herunter und navigieren Sie in Konqueror oder Nautilus in das Download-Verzeichnis. Ein Doppelklick auf der RPM-Paket startet redhat-install-packages, das zuerst Ihr root-Passwort erfragt. Danach überprüft es, ob noch andere Software benötigt wird. Das Ergebnis dieser Prüfung fasst redhat-install-packages in einem Informationsdialog zusammen. Ein Klick auf Weiter spielt das fortune-Paket ein.

Fortune unter SuSE Linux installieren

Bei der Professional-Version liegt fortune auf den Installations-CDs. Über System / Yast / Software / Software installieren oder löschen fügen Sie es Ihrer Software-Kollektion hinzu. Stellen Sie das Feld Filter auf Suche. Der Suchbegriff fortune fördert das richtige Paket im rechten Ergebnisfenster zu Tage. Markieren Sie es mit einem Mausklick zur Installation. Nach Klick auf Akzeptieren fordert YaST das Installationsmedium an und kopiert fortune auf die Festplatte. Hat er auch die Konfigurationsdateien auf den neuesten Stand gebracht, beenden Sie YaST mit dem Schließen-Button.

Anwender der Personal-Version besorgen sich fortune von einem Mirror des SuSE-FTP-Servers [2,3]. Laden Sie das RPM-Paket herunter und wechseln Sie in Konqueror in das Download-Verzeichnis. Ein Klick öffnet die Vorschauansicht, in der Sie über die Schaltfläche Installiere Paket mit YaST die Software-Verwaltung aufrufen. Authentifizieren Sie sich mit dem Administratorpasswort, damit YaST die Installation startet.

Sprücheklopfer

Wer erst einmal sehen will, wie die Neuerwerbung arbeitet, braucht dafür die Kommandozeile. Starten Sie eine KDE-Konsole oder ein GNOME-Terminal und geben Sie fortune ein. Wer Red Hat Linux verwendet, gibt stattdessen den kompletten Pfad zum Programm ein: Der Aufruf lautet /usr/games/fortune. Das ist nötig, da unter Red Hat Linux das Verzeichnis /usr/games nicht im Suchpfad für Programme liegt.

Nach dem Programmaufruf gibt fortune ein Zufallszitat aus und beendet sich. Starten Sie das Programm erneut, liefert fortune einen weiteren Spruch. Manchmal erhalten Sie sehr lange Zitate, die für eine Mail-Signatur denkbar ungeeignet sind: Ihre Bekannten ärgerten sich vermutlich, wenn das Zitat länger als der eigentliche Text wäre. Damit Sie nirgends anecken, sollte die Signatur nicht länger als vier Zeilen zu je 80 Zeichen sein. Das bringen Sie fortune mit dem Parameter -s bei. Rufen Sie es mit fortune -s auf, gibt das Programm nur kurze Zitate aus.

Die populären Mail-Programme KMail, Sylpheed und Evolution erledigen den fortune-Aufruf automatisch für Sie.

Integration in KMail

In KMail binden Sie fortune über Einstellungen / KMail einrichten ein. Markieren Sie im Abschnitt Identitäten eines der eingerichteten Konten und klicken auf Ändern. Auf dem Registerreiter Signatur tragen Sie das fortune-Kommando ein. Setzen Sie ein Häkchen vor Signatur aktivieren. Im Dropdown-Feld hinter Signatur verwenden aus wählen Sie der Befehlsausgabe und geben fortune -s hinter Befehl ein (Abbildung 1). Unter Red Hat Linux setzen Sie /usr/games/fortune -s als Kommando ein. Mit OK übernehmen Sie die Änderungen. Sobald Sie jetzt eine Nachricht unter dieser Identität verfassen, ruft KMail fortune -s auf und setzt die Ausgabe des Befehls als Signatur ein (Abbildung 2).

Abb. 1: Mit "fortune" bringen Sie KMail Zufallssignaturen bei.

Abb. 2: Die Zufallssignatur sehen Sie bei jeder neuen Mail direkt im Editor-Fenster.

Zufallssignaturen für Sylpheed

Wer Sylpheed nutzt, integriert den fortune-Aufruf über den Menüpunkt Einstellungen / Accounts bearbeiten. Markieren Sie einen Account und öffnen über Bearbeiten den Einstellungsdialog. Auf dem Reiter Verfassen legen Sie fest, welche Signatur Sylpheed unter eine Nachricht setzt. Aktivieren Sie Füge Unterschrift automatisch hinzu und Befehlsausgabe. Im Feld Unterschrift geben Sie fortune -s ein (Abbildung 3). Für Red-Hat-Linux-Anwender ist /usr/games/fortune -s das richtige Kommando. Schließen Sie den Dialog über Ok, damit Sylpheed die neuen Einstellungen speichert. Schon für die nächste Mail, die Sie unter dieser Identität verfassen, erzeugt fortune eine zufällige Signatur.

Abb. 3: In Sylpheeds Account-Einstellungen legen Sie die Signatur für E-Mails fest.

Fortune in Evolution einbinden

Evolution ist ein wenig wählerischer als seine Kollegen. Es nimmt zwar einen Befehl zur Signaturerzeugung an, dieser darf jedoch keine Leerstellen enthalten. Den Aufrufparameter -s können Sie so nicht angeben. Doch mit einem so genannten Skript, unter Windows würde man von einer Batch-Datei sprechen, tricksen Sie den GNOME-Mailer aus.

  1. Öffnen Sie einen Editor, zum Beispiel Kwrite, und geben Sie die folgenden zwei Zeilen in die Datei ein:
    #!/bin/bash
    fortune -s
    Unter Red Hat Linux ersetzen Sie fortune durch /usr/games/fortune.
  1. Speichern Sie die Datei über Datei / Speichern in Ihrem Home-Verzeichnis. Den Dateinamen dürfen Sie frei wählen, z. B. myfortune.
  1. Öffnen Sie nun den Konqueror und klicken Sie die eben erstellte Textdatei mit der rechten Maustaste an. Wählen Sie den Punkt Eigenschaften und setzen Sie auf dem Reiter Berechtigungen in der Zeile Benutzer ein Kreuz unter Ausführen. Das ist nötig, damit Evolution die Datei als Skript akzeptiert.

Das selbst geschriebene Skript binden Sie jetzt in den GNOME-Mailer ein. Öffnen Sie den Menüpunkt Werkzeuge / Einstellungen. Der richtige Ort für die Signaturkonfiguration verbirgt sich hinter Editor-Einstellungen / Signatur. Klicken Sie auf Skript hinzufügen und geben im folgenden Dialog einen frei gewählten Namen ein. Hinter Skript öffnet ein Klick auf Auswählen einen Dateidialog. Markieren Sie dort die eben erstellte Datei. Über Hinzufügen schließen Sie die Aktion ab.

Markieren Sie nun noch unter Mail-Zugänge einen Account und klicken auf Bearbeiten. Auf der Registerkarte Identität suchen Sie im Dropdown-Feld hinter Vorgabe-Signatur den Namen heraus, unter dem Sie das myfortune-Skript im Signaturdialog gespeichert haben. In neue Nachrichten, die Sie unter dieser Identität schreiben, fügt Evolution automatisch eine Zufallssignatur ein.

Wer die englischen Zitate und Sprüche nicht mag, erstellt sich einfach eine eigene Signaturdatei. Wie das geht und wie Sie fortune dazu bringen, diese Datei zu nutzen, verrät Kasten 1. (eba)

Kasten 1: Eigene Signaturdatei erstellen

Die Quelle von Fortunes Weisheiten sind schlichte Textdateien, die die einzelnen Sprüche, getrennt durch ein Prozentzeichen (%) enthalten. Der Aufbau dieser Textdateien hat die Form

Zitat 1
%
Zitat 2
%
lustiger Spruch
auch über mehrere Zeilen

Zusätzlich zur Textdatei gibt es noch eine Binärdatei mit der Endung .dat, die das bei Fortune mitgelieferte Programm strfile erzeugt.

Mit diesem Wissen gerüstet, erzeugen Sie im Handumdrehen eine eigene Signaturdatei.

  • Öffnen Sie einen Texteditor, zum Beispiel Kwrite oder Gedit, und legen Sie eine neue Textdatei an.
  • Tragen Sie dort, getrennt durch ein Prozentzeichen (%), alle Sprüche, Witze und Zitate ein, die Sie als Signatur verwenden wollen.

  • Haben Sie den Text fertig eingegeben, speichern Sie die Datei im Heimatverzeichnis Ihres Benutzers, z. B. unter dem Namen mysigs.
  • Um die zugehörige .dat-Datei zu erzeugen, brauchen Sie die Kommandozeile. Öffnen Sie eine KDE-Konsole und wechseln Sie mit cd in das Heimatverzeichnis.
  • Der Befehl /usr/sbin/strfile -r mysigs mysigs.dat schreibt die binäre Datei mysigs.dat, die Fortune erwartet. Der Parameter -r (für random=zufällig) sorgt dafür, dass das Programm die Zitate richtig durcheinander würfelt.
  • Damit Fortune wirklich nur Zitate aus Ihrer eigenen Datei nimmt, hängen Sie den Pfad zur Textdatei an den fortune-Aufruf an; die zugehörige .dat-Datei findet Fortune anhand des Dateinamens alleine. Für unser Beispiel könnte der Aufruf so aussehen:
fortune /home/ihr_benutzername/mysigs

Tragen Sie diese Befehlzeile in die Konfiguration Ihres Mail-Programms ein, gibt Fortune nur Zitate aus der selbst angelegten Signaturdatei aus.

Infos
[1] Fortune für Red Hat Linux: ftp://ftp.cs.uni-frankfurt.de/pub/linux/Mirror/ftp.redhat.com/contib/libc6/i386/fortune-1.0-27.i386.rpm
[2] Fortune für SuSE Linux 8.2: ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/ftp.suse.com/suse/i386/8.2/suse/i586/fortune-1.0-670.i586.rpm
[3] Fortune für SuSE Linux 9.0: ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/ftp.suse.com/suse/i386/9.0/suse/i586/fortune-1.0-776.i586.rpm

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