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von Hans-Georg Eßer
Internet-Telefonie ist für viele Flatrate-Nutzer ein möglicher Weg, hohe Telefongebühren zu vermeiden -- vor allem, wenn viele Bekannte ebenfalls zum Festpreis im Internet surfen können. Auch mit GnomeMeeting telefonieren Sie über das Netz, können aber neben dem Ton auch ein Videobild übertragen und bei Bedarf einen Text-Chat-Bereich nutzen, um Daten zu schicken: Vielleicht hat der Gesprächspartner einen nützlichen Linux-Befehl für Sie parat, der schneller getippt als diktiert ist.
Um GnomeMeeting voll nutzen zu können, müssen Sie drei Voraussetzungen erfüllen: Ihr Rechner benötigt eine korrekt eingerichtete Sound-Karte, die Duplex-Betrieb beherrscht (Mikrofon und Lautsprecher funktionieren parallel), und eine von Linux unterstützte Web Cam. Welche Geräte sich dafür eignen, entnehmen Sie den Hardware-Support-Datenbanken Ihrer Distribution. Die dritte Anforderung ist, dass der Rechner, auf dem GnomeMeeting läuft, mit eigener IP-Adresse im Internet ist, also nicht hinter einer Firewall / einem Router hängt.
Beim Anschluss einer unterstützten (USB-) Web Cam erscheint in der zentralen Log-Datei /var/log/messages ein Eintrag der Form
Apr 19 08:43:20 server kernel: pwc Creative Labs Webcam 5 detected. Apr 19 08:43:20 server kernel: pwc Registered as /dev/video0.
Wichtig ist vor allem die letzte Zeile mit dem Gerätenamen /dev/video0 -- daran erkennen Sie, dass Linux den richtigen Treiber geladen hat.
GnomeMeeting benötigt für seine Arbeit mindestens die beiden Bibliothekspakete openh323 und pwlib; Details zur Installation auf den von EasyLinux unterstützten Distributionen finden Sie im Kasten "Installation". Beim ersten Aufruf des Programms (z. B. über den KDE-Schnellstarter [Alt-F2] und Eingabe von gnomemeeting) startet der Einrichtungsassistent. (Wenn Sie die aktuellste Version 1.x installiert haben, sehen die Dialoge geringfügig anders aus als hier dargestellt.)
Nach der Konfiguration erscheint das Hauptfenster von GnomeMeeting, das zunächst recht unspektakulär und klein ist. Klicken Sie auf den vierten Button von oben in der linken Symbolleiste (Bilder von der eigenen Kamera anzeigen), um die Web Cam zu testen (Abbildung 1).
Um einen Teilnehmer anzurufen, benötigen Sie die IP-Adresse der Gegenstelle. Geben Sie die Adresse oben in die URL-Zeile hinter h323: ein, also z. B. h323:192.168.1.118 für einen Test im lokalen Netz -- die Gegenstelle kann mit GnomeMeeting oder einer anderen H323-kompatiblen Video-Chat-Anwendung arbeiten, beispielsweise mit Microsoft NetMeeting. Beim angerufen Teilnehmer klingelt es, und ein Dialog zeigt an, wer anruft (Abbildung 2). Um den Anruf anzunehmen, klicken Sie einfach auf Annehmen; wollen Sie nicht gestört werden, ist Zurückweisen die richtige Wahl.
Wenn es mit dem Sound nicht klappt, müssen Sie nicht auf die Kommunikation "mit Hand und Fuß" zurückgreifen; klicken Sie einfach auf den obersten Button in der Symbolleiste (Open Text Chat). Dann erscheint ein Chat-Bereich, in dem Sie der Gegenseite Textnachrichten schicken und auch empfangen. Über Ansicht/Ansicht vergrößern wird nicht nur das Videobild größer, sondern Sie erhalten auch mehr Platz zum Lesen der Textnachrichten.
Mit der Tastenkombination [Strg-F] schalten Sie in den Vollbildmodus. Da die Qualität der übertragenen Bilder allerdings recht niedrig ist, führt das meist zu sehr pixeliger Darstellung. Sinnvoller ist das einfache Vergrößern.
GnomeMeeting bietet noch weitere Features: So gibt es etwa die Möglichkeit der Anrufweiterleitung an Dritte. Details finden Sie in der (leider nur englischsprachigen) Online-Hilfe. (hge)
| Installation |
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Die aktuellsten Pakete für GnomeMeeting finden Sie immer direkt auf der GnomeMeeting-Seite http://www.gnomemeeting.org. Da SuSE und Mandrake Linux bereits Pakete enthalten, beschreiben wir für diese Distributionen die (einfachere) Installation der vorhandenen Pakete. SuSE Linux 8.2/9.0Unter SuSE Linux öffnen Sie YaST, wechseln zum Modul Software/Software installieren oder löschen und stellen im erscheinenden Fenster den Filter auf Suche. Geben Sie dann in der Suchmaske gnomemeeting ein. Rechts erscheint das GnomeMeeting-Paket, das Sie für die Installation vorsehen, indem Sie in das vorstehende Kästchen klicken. Wenn Sie dann auf Akzeptieren klicken, fügt YaST der Auswahl noch die Pakete openh323 und pwlib hinzu -- akzeptieren Sie diese Zusatzpakete per Klick auf Weiter; dann werden die Pakete eingespielt. Die so installierte GnomeMeeting-Version 0.96 (SuSE Linux 8.2) bzw. 0.98.1 (Version 9.0) ist nicht mehr ganz aktuell, unterscheidet sich aber in der Bedienung nicht wesentlich von den neueren Versionen 1.0.x. Red Hat Linux 9Für Red Hat Linux 9 verwenden Sie die Pakete auf der GnomeMeeting-Download-Seite http://www.gnomemeeting.org/index.php?rub=5&path=redhat/rh9. Um die URL nicht eingeben zu müssen, gehen Sie einfach zu www.gnomemeeting.org, klicken dort in der oberen Menüzeile auf Downloads und dann links auf rh9 (unterhalb von Red Hat). Kopieren Sie alle dort zu findenden Pakete in ein leeres Verzeichnis, z. B. gnomemeeting unterhalb Ihres Home-Verzeichnis, öffnen Sie dann ein Terminal-Fenster, werden Sie durch Eingabe von su und des Root-Passworts zum Systemadministrator und geben Sie die folgenden Befehle ein: cd gnomemeeting rpm -Uvh --nodeps *.rpm Falls Sie auch Kino aus dem vorigen Artikel installiert haben, benötigen Sie im rpm-Aufruf zusätzlich die Option --force. Mandrake Linux 9.2Prüfen Sie zunächst, ob GnomeMeeting bereits installiert ist -- dazu suchen Sie im Startmenü den Eintrag Programme/Kommunikation/GNOME-Meeting. Wenn Sie dort nicht fündig werden, rufen Sie Einstellungen/Paketierung/Software installieren auf und geben das Administratorpasswort ein. In das Suchfeld geben Sie dann gnomemeeting ein und installieren das Paket und alle abhängigen Pakete; die zusätzlich benötigten Pakete findet der Installer selbst. |
| Sound-Konfiguration |
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Ein häufiges Problem bei der Sound-Konfiguration ist, dass der falsche Treiber verwendet wird: Es gibt zwei große Treiberfamilien, OSS (Open Sound System) und ALSA (Advanced Linux Sound Architecture). ALSA ist neuer, aber viele Distributionen (u. a. SuSE Linux) verwenden standardmäßig OSS. Sie erkennen das daran, dass ein Modul snd-pcm-oss geladen ist: # /sbin/lsmod | grep snd Wenn Sie das OSS-Modul benutzen, ist es wahrscheinlich, dass der Full-Duplex-Betrieb der Sound-Karte nicht funktioniert. Dann können Sie zwar Audiodateien wiedergeben, aber der Mikrofoneingang funktioniert nicht -- das erkennen Sie beim Sound-Test in Schritt 4 der GnomeMeeting-Erstkonfiguration. Ist der OSS-Treiber aktiv, fahren Sie (SuSE!) Linux herunter und starten das System im so genannten Runlevel 1 neu: Dazu geben Sie beim Boot-Manager eine "1" ein und drücken [Return]. Nach den Startmeldungen werden Sie aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben. Tun Sie das und geben Sie dann das Kommando alsaconf ein. Damit startet ein Konfigurationsprogramm im Textmodus. Übernehmen Sie alle Vorgaben und prüfen Sie am Ende, ob der Testton ausgegeben wird. Danach wird alsaconf beendet. Geben Sie init 5 ein, um das System normal hochzufahren. Danach sollte die Sound-Karte im Full-Duplex-Modus funktionieren. Eventuell muss das Mikrofon im Mixer aktiviert werden; dazu starten Sie später in einem Terminal-Fenster alsamixer und passen die Lautstärke für Mic an. KDE-ProblemeEventuell funktioniert GnomeMeeting nicht direkt unter KDE, weil der KDE-Sound-Daemon artsd die Sound-Karte kontrolliert. Dann starten Sie GnomeMeeting aus einem Terminal-Fenster heraus durch Eingabe von artsdsp gnomemeeting Das Programm artsdsp sorgt dafür, dass Programme "KDE-kompatibel" sind, was den Sound angeht. |
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Last modified: 2007-01-25 17:13
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