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Erschienen in EasyLinux 06/2004   »   Ausgabe bestellen

Software nachträglich installieren

Manager für Pakete

von Jörg Reitter


Programme zu installieren, ist gerade für Umsteiger nicht einfach. Die Dateiformate unterscheiden sich von Windows, und meist lassen sich die Pakete nicht mit einem Klick installieren. EasyLinux zeigt einen Leitfaden für Installateure.

Die frisch angeschaffte Linux-Distribution ist installiert, doch viele Programme auf den CDs lassen die Installer anfangs links liegen. Grund: Der Einstieg soll leicht sein und schnell gehen. Sobald der Neubenutzer mit Linux vertraut ist, installiert er spezielle Software wie MP3-Encoder oder Datenbanken selbst nach.

Jede Distribution bringt dafür ein eigenes Programm mit, welches das Chaos aus bis zu 2000 Paketen in geordnete Bahnen lenkt -- den Benutzer freut's. So kann er gemütlich durch viele Hundert Software-Pakete browsen oder per Suchfunktion genau dieses eine Spezialprogramm sofort finden und installieren.

Die Software-Installation von CD oder DVD unterscheidet sich unter Linux von der unter anderen Betriebssystemen: Bei Windows gilt es, die Software-CD einzulegen, sich durch die Lizenzbedingungen zu kämpfen und schließlich auf den "Jetzt-Installieren"-Button zu klicken. Linux-Anwender dagegen erledigen die Installation mit einem grafischen Paketmanager. Dieser weiß über alle Programme auf den Distributions-CDs Bescheid, zeigt zu jedem Paket eine Beschreibung und informiert über den noch freien Festplattenspeicher.

SuSE Linux 8.2/9.0

Da sich bei der Paketinstallation von CD/DVD zwischen den SuSE-Versionen 8.2 und 9.0 nichts geändert hat, trifft die folgende Beschreibung auf beide Versionen von SuSE Linux zu. Von der Distributions-CD/DVD zu installieren ist dank des Paketmanagers von YaST mittlerweile ein Kinderspiel.

Wählen Sie im K-Menü den Punkt System und dann Yast. Sie werden zunächst aufgefordert, das Passwort des Benutzers root einzugeben. Anschließend startet das Verwaltungsprogramm YaST, welches das Modul Software installieren oder löschen enthält. Klicken Sie darauf, erscheint ein neues Fenster, in dem Sie Programme an- oder abwählen. Da die Distribution mit über 1500 Paketen sehr umfangreich ist, hat SuSE einige Hilfen eingebaut.

Sehen Sie sich zuerst in Ruhe die Aufteilung des Fensters in fünf Bereiche an (Abbildung 1): Oben links befindet sich ein Drop-down-Menü, aus dem Sie Filter wählen, die die umfangreiche Software-Sammlung logisch einschränken. Wählen Sie zwischen Paketgruppen, Selektion und Suche. Abhängig von Ihrer Wahl ändert sich der Bereich darunter. Markieren Sie dort etwas, reagiert der Inhalt rechts daneben, wo YaST einzelne Pakete zeigt. Wenn Sie auf eines der Pakete klicken, erhalten Sie weitere Informationen im rechten unteren Bereich. Schließlich hält Sie eine Statusanzeige unten links ständig über den belegten Festplattenplatz auf dem Laufenden.

Abb. 1: SuSEs YaST bringt alle Informationen zur Paketinstallation in einem Fenster unter.

SuSE: Nun aber los!

Oben links neben Filter wählen Sie aus dem Drop-down-Menü, ob Sie nach einer Anwendung suchen oder eine Selektion respektive eine bestimmte Paketgruppe selbst durchforsten möchten. Als unerfahrener Anwender nutzen Sie am besten die Suchfunktion. Diese reagiert nicht nur auf Programmnamen, sondern berücksichtigt auch die Beschreibungen. Vorsicht: Manche Erläuterungstexte sind englisch, so dass ein deutscher Suchbegriff unter Umständen nicht das erwartete Ergebnis liefert.

Hinter den Paketgruppen verbirgt sich eine Art logische Gruppierung der Programme. YaST präsentiert eine Baumansicht mit den sechs Hauptästen Dokumentation, Entwicklung, Hardware, Produktivität, System und Unterhaltung. Darin ein Programm zu finden, verlangt vom Benutzer allerdings schon einiges an Wissen: Wer sucht schon unter dem Punkt Produktivität nach einem Grafikprogramm wie Gimp. Allerdings kann man in den Paketgruppen gut stöbern, so dass diese Option ideal ist, wenn Sie ein bisschen Zeit haben und sich einen eingehenden Überblick verschaffen wollen.

Die Option Selektion (Abbildung 2) präsentiert eine gröbere Gruppierung als die Paketgruppen, diese Gliederung kennen Sie von der Erstinstallation. Hier finden Sie auch Programme zur Kernel-Entwicklung und Multimedia-Anwendungen. Selektion ist ideal, um nach sehr allgemeinen Oberbegriffen zu suchen und beispielsweise einen zunächst nur als Workstation aufgesetzten Rechner um Server-Komponenten zu erweitern.

Abb. 2: SuSEs YaST: Die "Selektionen" sortieren die Programmpakete nach Einsatzgebieten des Linux-PCs.

SuSE: Reise durch den Paketdschungel

Beginnen Sie am besten mit dem Filter Suche und lassen Sie die Optionen im darunter liegenden Fenster (Suchen in und Suchmodus) zunächst unbeachtet. Geben Sie den Begriff Grafik ein und sehen Sie sich die Treffer an, die das große Fenster rechts auflistet. Darin befinden sich nun sechs Grafikbibliotheken und eine Grafikprogrammsammlung von KDE. Das eindeutige Suchwort liefert also recht unbefriedigende Ergebnisse zurück, so dass Sie die Suche anpassen müssen. Dehnen Sie die Suche auf die Beschreibung aus. Aktivieren Sie dazu das entsprechende Kästchen bei Suchen in links in der Mitte. Nun findet YaST immerhin Gimp, ein Grafikprogramm, das vergleichbar mit dem Windows-Programm Paint Shop Pro ist.

Falls Sie ein Malprogramm oder einen Bildbetrachter installieren möchten, kommen Sie mit dem Begriff Grafik nicht weiter. Suchen Sie statt dessen nach dem Begriff Bild: Damit finden Sie alle Pakete, die auch nur entfernt mit Bild- oder Grafikbearbeitung zu tun haben (Abbildung 3).

Abb. 3: SuSEs YaST: Die Suchfunktion verlangt ein wenig Kreativität vom Benutzer. Erst der Begriff "Bild" findet die Grafikprogramme.

SuSE: Mit Selektionen ans Ziel

Einsteiger sind zu Recht überwältigt von den vielen Programmen, die eine Distribution enthält. Bei über 1500 Paketen macht das Stöbern durch das Software-Angebot nur Spaß, wenn Sie sich genügend Zeit reservieren. Betrachten Sie zum Beispiel die Rubrik Multimedia. Darin befinden sich Grafikprogramme, CD-Player und Hilfsprogramme für Digitalkameras. Die meisten aufgelisteten Pakete enthalten jedoch Bibliotheken oder Add-ons, die andere Programme benötigen.

Genauere Informationen über Sinn und Zweck eines Pakets liefert der Bereich unten rechts. Dort sind vier Karteireiter zu sehen, die mit Beschreibung, Technische Daten, Abhängigkeiten und Versionen beschriftet sind. Die Karteikarte Beschreibung liefert mehr oder weniger sinnvolle Informationen, die manchmal ausführlich und manchmal nur in Englisch verfügbar sind. Wie auch immer -- versuchen Sie, sich durchzukämpfen, und wenn Sie ein installationswürdiges Paket gefunden haben, platzieren Sie ein Häckchen in der Checkbox daneben. Anschließen klicken Sie auf die Schaltfläche Akzeptieren.

Je nachdem, was dieses Paket an anderen Paketen benötigt, beginnt nun ein Teil der Software-Installation, der in der Computer-Welt einmalig ist: YaST löst die so genannten Abhängigkeiten auf (siehe Kasten "Das Kreuz mit den Abhängigkeiten"). Dazu öffnet es ein Fenster und bittet um Bestätigung über die Schaltfläche Weiter (Abbildung 4). Anschließend fordert Sie das Installationsprogramm auf, die entsprechende CD einzulegen. Hier bestätigen Sie noch einmal, und dann nimmt die Installation ihren Lauf. Das Setup-Modul beendet sich, und übrig bleibt das YaST-Hauptfenster.

Abb. 4: SuSEs YaST wählt automatisch zusätzliche Pakete wie Bibliotheken, die für den Betrieb der gewünschten Software nötig sind.

Red Hat 9.0

Die Paketinstallation von Red Hat Linux gleicht denjenigen anderer Distributionen zwar nicht haargenau, es sind jedoch so viele Parallelen vorhanden, dass auch SuSE-Anwender schnell mit dem Red-Hat-Paketmanager zurechtkommen. Ein Goodie von Red Hat Linux: Legen Sie die Distributions-DVD ein, startet automatisch der Paketmanager. Haben Sie den Datenträger nicht zur Hand, starten Sie den Paketmanager aus dem Start-Menü über Systemeinstellungen / Pakete. Geben Sie anschließend das Passwort des Benutzers root ein.

Der Paketmanager prüft nach der Anmeldung zuerst, welche Pakete bereits installiert sind. Diese Erkenntnis bindet das Programm in die Installationsoberfläche ein. Sie besteht aus einer langen Liste, die nach Rubriken wie Anwendungen (Applications) gruppiert ist (Abbildung 5). Darunter befinden sich Programmgruppen wie beispielsweise die Editoren. Nun folgt eine Red-Hat-spezifische Gemeinheit: Rubriken, aus denen bereits ein Programm installiert ist, behandelt Red Hat anders als solche, aus denen sich noch kein Programm auf der Festplatte befindet.

Abb. 5: Red Hat Linux konfrontiert den Benutzer mit einer gruppierten Liste. Erst der Link führt zur eigentlichen Paketauswahl.

Red Hat: Pakete aus installierter Rubrik

Rechts neben einer Gruppe, aus der bereits ein Programm installiert ist, befinden sich zwei Zahlen in eckigen Klammern (die klären Sie darüber auf, wie viele Pakete diese Gruppe enthält und wie viele davon bereits installiert sind) und ein blauer Hyperlink mit der Beschriftung Details. Klicken Sie auf den Link, um weitere Programme zu installieren. Daraufhin öffnet sich das Fenster Paketdetails, das alle Pakete dieser Gruppe anzeigt (Abbildung 6).

Abb. 6: Red Hat: In den Paketdetails klickt der Benutzer einfach die gewünschte Software an.

Bereits installierte Programme sind mit einem Häckchen gekennzeichnet. Um ein Paket zu installieren, markieren Sie die entsprechende Checkbox. Anschließend verlassen Sie die Liste mit einem Klick auf die Schaltfläche Schließen. Damit ist das Paket zur Installation vorgemerkt, und Sie können im Hauptfenster fortfahren. Klicken Sie dort auf die Schaltfläche Akzeptieren, beginnt die Installation.

Zuerst prüft der Red-Hat-Paketmanager, ob bereits alle für das gewählte Paket erforderlichen Bibliotheken und Zusatzanwendungen installiert sind (Abhängigkeiten). Falls dies nicht der Fall ist, fügt er diese Pakete selbständig zur Installationswarteschlage hinzu -- natürlich nicht, ohne Sie darüber zu informieren, welche Zusatzpakete nötig sind (Abbildung 7). Welche Programme Sie zur Installation vorgemerkt haben, erfahren Sie über die Schaltfläche Details. Diese Liste sollten Sie wenigstens kurz prüfen, damit Sie nicht nochmal nachinstallieren müssen. Nach einem Klick auf Weiter fordert der Paketmanager die entsprechende CD an und startet die Installation.

Abb. 7: Abhängigkeiten löst auch der Paketmanager von Red Hat Linux automatisch auf.

Red Hat: Nicht installierte Gruppe

Ein Programm aus einer noch nicht genutzten Rubrik zu installieren, ist lediglich zu Beginn der Paketauswahl anders als oben beschrieben. Bei diesen Gruppen fehlt der Link Details, der Sie normalerweise direkt in die Programmgruppe bringt. Statt dessen aktivieren Sie erst die Checkbox neben dieser Gruppe mit einem Häckchen. Daraufin merkt Red Hat alle Programme in dieser Gruppe vor, die es für sinnvoll hält. Sie können diesen Vorschlag unbesehen übernehmen, indem Sie auf Aktualisierung klicken. Um die Auswahl anzupassen, lassen Sie sich über den Link Details den Inhalt der Gruppe anzeigen und fügen nach Belieben Häckchen hinzu oder löschen diese. Anschließend geht es wie oben beschrieben weiter: Sie klicken auf Schließen und leiten die Installation im Hauptfenster mit einem Klick auf Akzeptieren ein.

Wenn Sie an der vorgeschlagenen Selektion etwas geändert haben, will der Paketmanager wahrscheinlich einige zuvor abgewählte Pakete doch installieren, um die Abhängigkeiten einzuhalten. Sie können ihm in diesem Fall getrost vertrauen.

Red Hat: Fremdpakete installieren

Die Red-Hat-Distribution bietet sehr gute Unterstützung für Pakete, die nicht auf den Distributionsdatenträgern enthalten sind. Klicken Sie im Dateimanager doppelt auf ein solches Paket, das Sie an der Endung .rpm erkennen. Nach der üblichen Frage nach dem root-Passwort startet das Programm redhat-install-packages im Hintergrund und prüft, ob mit den bereits installierten Paketen alle Abhängigkeiten für die neue Software erfüllt sind. Falls nicht, versucht es, diese über Nachinstallation entsprechender Pakete von der Distributions-DVD aufzulösen. Ist auch das nicht möglich, weigert sich redhat-install-packages, das neue Paket zu installieren. Immerhin liefert es dann eine Liste aller Abhängigkeiten, die zu erfüllen sind, so dass Sie selbst im Internet nach den verlangten Paketen fahnden können.

Mandrake Linux 9.2

Wie bei SuSE Linux, startet der Paketmanger von Mandrake Linux nicht automatisch, wenn Sie die DVD einlegen. Statt dessen rufen Sie den Punkt Software installieren über Start-Menü / Einstellungen / Paketierung auf. Geben Sie dann das Passwort des Benutzers root ein und bestätigen Sie das folgende Infofenster des Paketmanagers Rpmdrake mit einem Klick auf Ja. Dann startet die Oberfläche des Paketmanagers.

Dort können Sie die Pakete in verschiedenen Ansichten sortieren: die von Mandrake geschnürte Auswahl der gängigsten Software, alle Pakete alphabetisch als lange Liste, eine gruppierte Ansicht aller Pakete oder frei definierbar. Auch ein Suchfenster bietet der Paketmanager an (Abbildung 8).

Abb. 8: Mandrake: Die Suchfunktion findet zwar die gewünschte Software, die Beschreibung ist jedoch hauptsächlich englisch.

Im unteren linken Bereich wählen Sie die Pakete aus. Markieren Sie dazu die Checkbox hinter einem Paket mit einem Häckchen. Hängt das Paket von anderen ab, weist Sie der Paketmanager in einem neuen Fenster darauf hin. Sie müssen entscheiden, ob Sie die zusätzlichen Pakete ebenfalls installieren oder doch lieber über die Schaltfläche Abbrechen zurück in das Hauptfenster springen wollen (Abbildung 9). Über Mehr Infos erhalten Sie eine nähere Beschreibung der Pakete, die zur Auflösung der Abhängigkeiten erforderlich sind. Allerdings sind die Texte in der Regel in Englisch gehalten. Übrigens verhält es sich ebenso mit den Infos in der rechten Seite des Hauptfensters: Bei Mandrake Linux regiert ein Mischmasch aus Deutsch und Englisch.

Abb. 9: Mandrake Linux gibt in einem Zusatzfenster Auskunft, welche weiteren Pakete zur Auflösung von Abhängigeiten erforderlich sind.

Haben Sie die Paketauswahl beendet, klicken Sie im Hauptfenster auf die Schaltfläche Installieren. Daraufhin verlangt der Paketmanager die DVD und beginnt anschließend das Setup. Zum Schluss müssen Sie wieder ein Infofenster, das die Installation als erfolgreich abgeschlossen meldet, mit OK bestätigen. Der Vorteil ist dabei: Das Hauptfenster des Paketmanagers bleibt geöffnet, so dass Sie in Ruhe Paket für Paket installieren können.

Mandrake: Software entfernen

Leider schafft es der Mandrake-Paketmanager nicht, die Pakete in einer Oberfläche als "installiert" oder "nicht installiert" zu markieren. Statt dessen müssen Sie zum Löschen von Programmen über Start-Menü / Einstellungen / Paketierung den Punkt Software entfernen aufrufen. Bestätigen Sie das Hinweisfenster mit Ja. Dann liest der Paketmanager eine ganze Weile die Datenbank der bereits installierten Pakete ein und erlaubt Ihnen anschließend, Software zu entfernen. Dazu steht exakt die gleiche Oberfläche zur Verfügung wie bei der Installation.

Klicken Sie sich in Ihrer Lieblingsgruppierung so lange durch, bis Sie das Paket gefunden haben, das Sie löschen möchten. Alternativ verwenden Sie das Suchfeld. Setzen Sie dann ein Häckchen neben den Paketnamen und klicken Sie auf die Schaltfläche Entfernen. Es folgt eine Prüfung, ob die Deinstallation eventuell Abhängigkeiten verletzt (Abbildung 10). Ab hier ist höchste Vorsicht geboten! Der Paketmanager bietet nämlich an, die Pakete, die von dem zur Deinstallation gewählten Paket abhängen, ebenfalls zu löschen. Da der Manager dabei lediglich Paketnamen anzeigt, löschen Sie sehr leicht ungewollt wichtige Programme. Die Schaltfläche Mehr Infos hilft auch nicht wirklich, da die Erklärungen wieder ausschließlich in Englisch vorliegen. Nach erfolgreicher Deinstallation schließen Sie mit einem Klick auf Beenden den Mandrake-Paketmanager. (hge)

Abb. 10: Gefährlich! Es sollte nur eine Bibliothek deinstalliert werden. Von dieser hängen jedoch alle wichtigen Konfigurationstools von Mandrake ab.
Das Kreuz mit den Abhängigkeiten

Absolut ungewohnt für Mac- oder Windows-Anwender sind die so genannten Abhängigkeiten (Dependencies). Diese spezielle Linux-Eigenschaft treibt sogar Profis immer wieder an den Rand der Verzweiflung.

Dahinter steckt das Linux-Paradigma, die Entwicklung von Software möglichst allgemein zu halten und zudem auf mehrere Programmiererschultern zu verteilen. So enthalten viele Anwendungspakete keine der Bibliotheken, die für den Betrieb nötig sind. Denn ein Team kümmert sich um die Bibliothek X, während ein anderes Team auf Grundlage dieser Bibliothek Anwendung Y entwickelt. In einer Bibliothek sind Anweisungen zu finden, wie eine Anwendung mit bestimmten Daten umgehen soll. Beispielsweise benötigt ein Grafikprogramm die Biblothek libjpeg, um Bilder im JPG-Format bearbeiten zu können.

Moderne Distributionen lösen Abhängigkeiten automatisch auf, sofern es sich um Pakete von ihren eigenen Datenträgern handelt. Falls Sie Pakete aus dem Internet oder von einer anderen Distribution installieren wollen, müssen Sie sich selbst um die Auflösung der Abhängigkeiten kümmern. Dies kann sehr mühsam sein, da ein brandneues Anwendungsprogramm ebenso neue Bibliotheken benötigt, oft sogar mehrere davon. Diese müssen Sie sich dann einzeln zusammensuchen und herausfinden, in welcher Reihenfolge sie installiert gehören.

Für Einsteiger ist es also empfehlenswert, sich auf die Software zu beschränken, die von der eigenen Distribution mitgeliefert wird -- denn da funktioniert das automatische Auflösen aller Abhängigkeiten problemlos.

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