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Erschienen in EasyLinux 06/2004   »   Ausgabe bestellen

Der Audio-Player XMMS

Party-Musik

von Katrin Jost


Natürlich hören Sie mit dem Audio-Player XMMS Musik -- aber warum schmeissen Sie damit nicht nicht geich eine ganze Party?

Der Name XMMS steht für X Multimedia System; das Programm gibt Audio-Dateien wieder. In Funktion und Aussehen dem Windows-Programm WinAMP nachempfunden, lassen sich viele von dessen Erweiterungen auch unter XMMS nutzen. Dazu gehören Playlisten, Visualisierungs-Plugins und Skins, mit denen Sie die Oberfläche des Programms verändern.

Installation

Bei SuSE 8.2 und 9, RedHat 9 und Mandrake 9.2 ist XMMS enthalten. Ein Wermutstropfen für Red-Hat-Benutzer: Aus lizenzrechtlichen Gründen kann das Programm in dieser Distribution keine MP3-Dateien abspielen. Abhilfe schafft ein RPM-Paket von Gurulabs [1].

Installieren Sie das Paket xmms-mp3-1.2.7-21.p.i386.rpm nach dem Download, indem Sie es im Konqueror doppelklicken, dann startet der Red-Hat-Paketmanager. Nach Abfrage des Administratorpassworts installiert der ein neues, MP3-taugliches Xmms.

Die grafische Oberfläche

Rufen Sie Sie XMMS über ein Schnellstartfenster ([Alt+F2]) und dem Befehl xmms auf, startet die grafische Oberfläche des Programms, die Sie in Abbildung 1 sehen. Je nach Voreinstellung mit anderem Design, ist die Funktionsweise stets identisch. Abbildung 1 zeigt oben das Hauptfenster, in der Mitte den Equalizer und unten den Playlist Editor.

Abb. 1: Das X Multimedia System (Xmms) ist ein Standard-Audio-Player für Linux.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eines der drei Fenster, öffnet das den Dialog aus Abbildung 2 -- das Hauptmenü.

Abb. 2: Über das Hauptmenü von XMMS erreichen Sie alle Programmfunktionen.

Aktivieren oder Deaktivieren Sie die einzelnen Fenster über die zugehörigen Checkboxen im Hauptmenü oder -- schneller --, indem Sie im Hauptfenster auf die Radio-Buttons EQ für Equalizer oder PL für die Playlist klicken.

Lassen Sie hören!

Um Musik zu hören, müssen Sie zunächst Ihre Playlist mit Liedern füllen. Die Songs dürfen dabei im MP3-Format, als Wave-Dateien oder im Format Audio-CD vorliegen -- in der XMMS-Grundausstattung. Unterstützung für zusätzlich Dateiformate erfährt das Programm mit Plugins, die Sie auf der XMMS-Homepage [2] finden oder die teilweise schon mitinstalliert sind.

Um der Playlist einzelne Stücke oder ganze Verzeichnisinhalte einzuverleiben, klicken Sie auf den Button ganz links im Playlist Editor + FILE bzw. Add und halten Sie die Maus gedrückt. Achtung: Die Buttons sind bei verschiedenen Programmversionen anders beschriftet. Oberhalb der Schaltfläche, mit der Sie einzelne Dateien Hinzufügen, klappen zwei weitere auf, über die Sie ein Verzeichnis oder eine URL benennen. Betätigen Sie eine der Schaltflächen, gelangen Sie in einen entsprechenden Auswahldialog. Den Dialog für einzelne Dateien zeigt Abbildung 3

Abb. 3: Dateien in die Playlist laden -- die Musicbox bestücken.

Wählen Sie eine Datei mit Doppelklick aus, damit sie in die Playlist übernommen wird; das Fenster schließt sich unmittelbar. Sie können auch mit gehaltener Strg-Taste beliebig viele Dateien auswählen und diese Ausgewählte Dateien hinzufügen. Oder alle Dateien im Verzeichnis hinzufügen. Achten Sie darauf, in welchem aktuellen Verzeichnis Sie sich befinden: navigieren Sie über das linke Fenster. Der Eintrag mit den zwei Punkten steht dabei für das übergeordnete Verzeichnis. Sind alle Dateien ausgewählt, schließen Sie das Fenster.

Im Hauptfenster liegen die Bedienelemente, wie Sie sie auch von einem gewöhnlichen CD-Player oder Kassettenrekorder kennen. Der zweite Button von links entspricht der Play-Taste, der daneben mit den zwei senkrechten Streifen der Pause-Taste, der mit dem Viereck ist die Stopp-Taste. Die beiden äußeren horizontalen Dreieckssymbole springen ein Lied nach vorne bzw. zurück. Die Schaltfläche mit dem nach oben zeigenden Dreieck entspricht der Auswurftaste -- weil Sie von Festplatte abspielen, öffnet dieser Button erneut ein Auswahlmenü. Hier fügen sie mit Add neue Lieder hinzu, mit Wiedergabe wählen Sie ein einzelnes Lied aus und löschen gleichzeitig alle übrigen aus der Playlist.

Mit den Buttons ganz rechts spielen Sie die ausgewähten Dateien endlos (Repat) und/oder in zufälliger Reihenfolge (Random) ab. Die Regler darüber sind für Lautstärke und Balance.

Noch mehr Regler bietet der Equalizer, mit dem Sie den Sound feinjustieren. Probieren Sie aus, mit welchen Einstellungen Sie den besten Klang erzielen. Mit on aktivieren Sie Ihre Einstellungen; um sie zu speichern, klicken sie aufPresets. Dann gelangen Sie in das Menü aus Abbildung 4.

Abb. 4: Speichern Sie Ihre eigenen Equalizer-Einstellungen.

Mit XMMS können Sie zu jeder Sound-Datei eine eigene Equalizer-Einstellung abspeichern, genauso zu einzelnen Verzeichnissen. Die Automatik des Programmes sucht dabei in einer bestimmten Reihenfolge nach Equalizer-Dateien mit der Endung .preset: Zuerst sucht das Programm nach Presets für eine einzelne Datei, dann nach solchen für das Verzeichnis, zuletzt wählt es die Standard-Vorgabe (Abbildung 5). Damit diese Automatik funktioniert, aktivieren Sie den Auto-Schalter. Natürlich kann XMMS auch WinAMP-Presets importieren.

Abb. 5: Die Equalizer-Automatik sucht in vorgegebener Reihenfolge nach sogenannten Presets.

Mit einem Rechtsklick können Sie auch jederzeit Ihre Playlist verändern: Fügen Sie Stücke hinzu, entfernen Sie sie oder sortieren Sie die Liste. Alle Optionen aus dem Kontextmenü finden Sie auch auf entsprechenden Buttons am unteren Land des Playlist-Fensters.

XMMS kann sich sehen lassen

Für Partys ideal: Visualisierung. Klicken Sie im Hauptmenü auf Visualisierung/Visualisierungs-Plugins. Im Menü Einstellungen unter der Registerkarte Visualisierungs-Plugins (Abbildung 6) wählen Sie aus einer Vielzahl Hilfsprogramme, die auf unterschiedliche Weise den Sound, den der Player gerade abspielt, optisch umsetzen. Aktivieren Sie zum Beispiel Blursk 1.3, können Sie nach den Einstellungen (siehe Abbildung 7) die Visualisierung aus Abbildung 8 auch mit Fullscreen betrachten. Ein großer Bildschirm ist als Lichtorgel nicht schlecht; noch besser wäre allerdings ein Beamer (Projektor), den Sie an den Monitorausgang Ihres Rechners anschließen.

Abb. 6: So wählen Sie Visualisierungs-Plugins aus.

Abb. 7: Das Konfigurationsmenü des Visualisierungs-Plugins Blursk.

Abb. 8: So sieht Blursk in Aktion aus.

Wählen Sie aus den vorhandenen Plugins das beste aus. Mit Konfigurieren können Sie für einzelne Plugins verschiedene Funktionen feinjustieren.

Auch das Player-Fenster selbst lässt sich im Aussehen verändern: Unter Optionen/Skin Browser finden Sie vorinstallierte Oberflächendesigns, die sogenannten Skins (für englisch: Haut). Wahlen Sie eine neue Oberfläche aus, bleibt diese Einstellung beim Schließen des Programms für neue Sitzungen erhalten. Abbildung 9 zeigt die Oberfläche ColderXMMS. Musik kann also auch optisch ansprechend verpackt sein. (fan)

Abb. 9: Eine neue Haut für den Audio-Player XMMS.
Infos
[1] Gurulabs-Homepage: http://www.gurulabs.com
[2] Homepage des Xmms-Projekts: http://www.xmms.org

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