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Erschienen in EasyLinux 06/2004   »   Ausgabe bestellen

Tipps & Tricks zu KDE

Besser arbeiten mit KDE

von Thomas Hümmler


Ist KDE noch ungewohnt für Sie? Haben Sie Probleme mit der Bedienung? Dann helfen Ihnen die Tipps und Tricks der folgenden Seiten zu Konsole, Konqueror, Kfloppy, dem KDE-Infozentrum und dem KDE-Schnellstarter für OpenOffice.

Sitzungsarten in der Konsole

In der Konsole von KDE können Sie über die Neu-Schaltfläche oder das Menü Sitzung folgende Sitzungsarten öffnen:

Die Linux-Konsole unterscheidet sich nur wenig vom Befehlsfenster. Sie emuliert ein textbasiertes Linux-System. Der Unterschied zeigt sich vor allem in anderen Farben und einer anderen Schriftart.

Der Befehl Sitzung / Neuer Midnight Commander öffnet eine Sitzung mit dem Datei-Manager Midnight Commander. Mit Neuer Midnight Commander für Benutzer root wird dieser Datei-Manager entsprechend für den Systemverwalter geöffnet.

Die Screen-Sitzung startet das Terminal-Programm Screen; das ist ein virtueller Terminal-Manager für die Textkonsole.

Eintrag ins Sitzungsmenü aufnehmen

Manche Befehle braucht man immer wieder. So zum Beispiel den Befehl

tail -f /var/log/messages

um Systemmeldungen verfolgen zu können. Normalerweise starten Sie solche Befehle in einer Konsole, nachdem Sie sich dort mit su zum Administrator gemacht haben.

Weniger umständlich ist es, wenn Sie für wiederkehrende Befehle eine eigene Sitzung erzeugen und diese ins Sitzungsmenü einbinden. Dazu wählen Sie Einstellungen / Konsole einrichten und wechseln zum Register Sitzung.

In das erste Eingabefeld geben Sie einen Namen ein. Dieser wird später im Neu-Menü angezeigt und ist gleichzeitig die voreingestellte Bezeichnung anstelle von Befehlsfenster für Sitzungen dieses Typs. In das Feld Ausführen tragen Sie den Befehl ein, der unmittelbar zu Beginn dieser Sitzung gestartet wird, also etwa su -c 'tail -f /var/log/messages' (Abbildung 1). Da die Datei /var/log/messages nur von Root eingesehen werden kann, muss der tail-Befehl mit su -c übergeben werden.

Im Bereich Eigenschaften können Sie zusätzlich das Erscheinungsbild der Sitzung anpassen, etwa die Schriftart ändern, die Tastenbelegung oder das Farbschema.

Um die neue Sitzung zu sichern, drücken Sie auf Sitzung speichern und bestätigen im folgenden Dialog den Namen, den Sie zuvor eingetragen haben.

Starten Sie diese Sitzung, indem Sie auf die Neu-Schaltfläche unten links in der Konsole klicken und aus dem folgenden Untermenü Ihren neuen Eintrag wählen. Sie werden aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben; danach startet der Befehl. Die Sitzung beenden Sie -- wie auch jede andere Sitzung in der Konsole -- mit Sitzung / Sitzung schließen.

Abb. 1: Eigene Sitzung für oft benutzte Befehle: Wenn Sie bestimmte Befehle häufig ausführen, sparen Sie sich Zeit, wenn Sie für diese jeweils eigene Sitzungen definieren.

Linke Maustaste in der Konsole

Ein Klick mit der linken Maustaste wird an die jeweilige Anwendung weitergeleitet. Wollen Sie einen Textabschnitt markieren, ziehen Sie die Maus bei gedrückter linker Maustaste; der Text wird invertiert dargestellt. Der markierte Text liegt danach -- unter Linux üblich -- in der Zwischenablage. Mit der mittleren Maustaste (oder bei einer Zwei-Tasten-Maus durch gleichzeitiges Drücken beider Maustasten) fügen Sie den Text aus der Zwischenablage ein.

In kopiertem Text sind die Zeilenumbrüche enthalten. Das macht Sinn bei Programmen im Quelltext -- für normalen Text wäre manchmal eine Auswahl ohne Zeilenumbrüche günstiger. Diese erhalten Sie, indem Sie während des Markierens die [Strg]-Taste drücken. Zeilenumbrüche werden dann durch Leerzeichen ersetzt, leere Zeilen durch mehrere.

Klicken Sie doppelt mit der linken Maustaste, wird das darunter liegende Wort markiert. Klicken Sie die linke Maustaste dreimal kurz hintereinander, markiert das eine ganze Zeile.

Übrigens müssen Sie in manchen Programmen mit Mausunterstützung -- etwa dem Midnight Commander -- um Text auszuwählen zusätzlich die [Umschalt]-Taste drücken.

Signale an Konsole-Sitzung senden

Linux unterstützt zirka 30 Signale nach dem POSIX-Standard, die der Kommunikation von Programmen untereinander dienen. Die KDE-Konsole unterstützt davon derzeit acht Signale. Über den Befehl Bearbeiten / Signal senden können Sie diese Signale an ein laufendes Programm bzw. an die Sitzung senden. Im einzelnen sind das folgende Signale:

Verzeichnisse als Lesezeichen hinzufügen

Wer viel mit der Konsole arbeitet, bewegt sich auch in vielen Verzeichnissen. Zwischen denen wechseln Sie mit dem cd-Befehl. Bei tief verschachtelten Verzeichnis ist das Tippen trotz Tab-Vervollständigung mühsam. Außerdem vergisst so mancher die Verzeichnispfade schnell wieder. Da hilft es, ein Lesezeichen im entsprechenden Verzeichnis zu setzen. In der Konsole machen Sie das mit dem Befehl Lesezeichen / Lesezeichen hinzufügen. Das Verzeichnis wird dann mit seiner Pfadangabe ins Lesezeichen-Menü übernommen.

Den Verzeichnissen dort können Sie auch aussagekräftige Namen geben. Wählen Sie -- nachdem Sie eines hinzugefügt haben -- Lesezeichen / Lesezeichen bearbeiten. Markieren Sie eines aus der Liste aller definierten und ändern den Namen über Bearbeiten / Umbenennen -- für ~/ können Sie beispielsweise Home-Verzeichnis schreiben, für /var/log/ etwa Log-Dateien (Abbildung 2). So finden Sie sich auch später noch zurecht. Vergessen Sie nicht, die Änderungen im Lesezeichen-Editor zu speichern.

Abb. 2: Aussagekräftige Verzeichnisnamen: Ändern Sie im Lesezeichen-Editor die Bezeichnung für die Verzeichnisse, so finden Sie sich auch später schnell zurecht.

URLs im Lesezeichen-Editor eintragen

Nutzen Sie telnet oder ssh, um sich auf anderen Rechnern anzumelden, können Sie auch diese URLs im Lesezeichen-Editor eintragen. Öffnen Sie ihn in der Konsole mit Lesezeichen / Lesezeichen bearbeiten und tragen mit Einfügen / Neues Lesezeichen einfügen ein weiteres ein. Wählen Sie Bearbeiten / Adresse ändern, um die Adresse in der Form ssh://user@hostrechner oder telnet://hostrechner anzugeben. Benennen Sie dieses Lesezeichen mit Bearbeiten / Umbenennen entsprechend. Sichern Sie die Lesezeichen und melden sich anschließend per Menü auf anderen Rechnern an.

Verlaufsspeicher in Konsole vergrößern

In der Voreinstellung stehen die letzten 1000 Zeilen im Verlaufsspeicher der Konsole. Dieser enthält den Text, der nicht mehr im Konsole-Fenster zu sehen ist. Mit der Bildlaufleiste blättern Sie in diesem Speicher zurück.

Über Einstellungen / Verlaufsspeicher ändern Sie den Verlaufsspeicher. Im Feld Anzahl Zeilen können Sie die Zeilen des Verlaufsspeichers in 100er Schritten bis auf zehn Millionen erhöhen; klicken Sie auf Unbegrenzt oder tragen eine 0 ins Feld ein, werden alle Zeilen gespeichert. Mit OK übernehmen Sie die neuen Einstellungen (Abbildung 3).

Abb. 3: Vielleicht etwas übertrieben: Bis zu zehn Millionen Zeilen können Sie im Feld "Anzahl Zeilen" für den Verlaufsspeicher eintragen. Wenn das nicht ausreicht, klicken Sie einfach auf "Unbegrenzt".

Konsole in bestimmter Größe starten

Wenn Sie Konsole von der Befehlszeile oder aus einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]) aufrufen, können Sie mit Parametern das Programmverhalten bestimmen. So startet der Befehl

konsole --vt_sz 80x40 --noresize

Konsole in einem Fenster, das 80 Spalten breit und 40 Zeilen hoch ist. Der Parameter --noresize verhindert, dass Sie das Fenster in der Größe ändern können. Welche weiteren Parameter es gibt, entnehmen Sie der Tabelle "Befehlszeilenparameter für Konsole".

Tabelle 1: Befehlszeilenparameter für Konsole
Starten Sie Konsole von der Befehlszeile oder aus einem Schnellstartfenster (mit [Alt-F2]), können Sie unter anderem folgende Parameter nutzen:
ParameterBeschreibung
--name NameBestimmt den Namen, der im Fenstertitel angezeigt wird.
--lsStartet das Programm mit einer Login-Shell. Der Parameter ist systemabhängig -- normalerweise wird die Datei ~/.profile oder ~/.bash_profile ausgeführt.
-T TitelBestimmt den Titel des Fensters.
--tn TerminalkennungÜbernimmt den Terminaltyp aus der Umgebungsvariable TERM, etwa ansi, linux, sun oder xterm.
--nocloseVerhindert das Beenden von Konsole nach Eingabe des Befehls exit.
--nohistSpeichert keinen Text im Verlaufsspeicher.
--nomenubarStartet Konsole ohne Menüleiste.
--notabbar, --notoolbarStartet Konsole ohne Werkzeugleiste.
--noframeStartet Konsole ohne Rahmen.
--noscrollbarStartet Konsole ohne Bildlaufleiste.
--noxftStartet Konsole ohne Xft-Kantenglättung (also ohne Anti-Aliasing). Das ist zum Beispiel bei sehr kleinen Schriften sinnvoll, da diese mit eingeschalteter Kantenglättung eventuell schwer zu lesen sind.
--vt_sz WxYStartet ein Terminalfenster mit W Spalten und Y Zeilen.
--noresizeStartet ein Terminal mit fester Größe.
--type SitzungstypStartet eine Sitzung des angegebenen Typs, anstelle des Standardtyps.
--typesListet vorhandene Sitzungstypen auf.
--keytab DateiStartet Konsole mit der angegebenen .keytab-Datei und der darin festgelegten Tastaturbelegung.
--profile DateiStartet Konsole mit dem vorgegebenen Sitzungsprofil.
--profilesListet die verfügbaren Sitzungsprofile auf.
--schema DateiStartet Konsole mit der angegebenen .schema-Datei und dem dort festgelegten Erscheinungsbild.
--script DateiErlaubt das Verwenden erweiterter DCOP-Befehle zum Einfügen von Text in Sitzungen.
--workdir StartordnerStartet im Verzeichnis Startordner.
-e BefehlFührt Befehl aus und schließt danach das Befehlsfenster wieder.
--helpZeigt eine Liste der verfügbaren Parametern.
--help-qtZeigt Qt-spezifische Parameter an.
--help-kdeZeigt KDE-spezifische Parameter an.
--help-allZeigt alle Parameter an.
--authorZeigt die Namen der Autoren an.
-v,--versionVersionsinformationen anzeigen.
--licenseLizenzinformationen anzeigen.

KDE-Schnellstarter für OpenOffice aktivieren

Der erste Start von OpenOffice dauert meist sehr lang. Dem hilft der Schnellstarter ab. In SuSE 9.0 etwa finden Sie die Funktion im K-Menü unter System / Desktop-Applet /OpenOffice.org Schnellstarter. Mit Klick auf Ja aktivieren Sie den Schnellstarter, der daraufhin im Systembereich der Kontrollleiste zu finden ist (Abbildung 4).

Der Schnellstartmodus sorgt dafür -- ähnlich wie bei Microsoft Office unter Windows -, dass OpenOffice bereits beim Start von KDE im Hintergrund geladen wird. Allerdings sollten Sie dieses Programm nur auf einem schnellem und gut ausgestatteten Rechner einsetzen. Denn die Funktion braucht zirka 30 MByte Arbeitsspeicher.

Die Version 1.0 des Schnellstarters, bei SuSE 9.0 dabei, hat vielfältige Einstellmöglichkeiten, die Sie über die rechte Maustaste erreichen. Ein Klick mit der linken Maustaste auf das Symbol in der Kontrollleiste startet in der Voreinstellung die Textverarbeitung mit einem neuen Dokument. Die neuere Version 2.0.2, die bei aktuelleren KDE-Versionen dabei ist, verzichtet auf aufwendige Einstellmöglichkeiten genauso wie auf den direkten Start mit der linken Maustaste.

Abb. 4: Hat Ihr Rechner mindestens 128 MByte und arbeiten Sie viel mit OpenOffice? Dann sollten Sie für eine zügigeres Arbeiten die Schnellstartfunktion aktivieren.

Konqueror als root starten

Ab und zu ist es sinnvoll, den KDE-Datei-Manager Konqueror als Systemverwalter zu starten. KDE bietet dafür mehrere Möglichkeiten:

Abb. 5: Viele Wege führen zum Ziel: Um Konqueror als Root zu starten, können Sie die Einstellungen im Schnellstartfenster anpassen.

Informationen über PCI

Manchmal kann Linux einzelne Geräte nicht ansprechen oder bestimmte Software läuft nicht, die präzise Hardwareeinstellungen benötigt. In so einem Fall braucht man möglichst detaillierte Informationen über die im Rechner eingesetzten Module und Adapter. Auskunft gibt der Befehl lspci, der auf der Kommandozeile alle PCI-Geräte auflistet.

Wer die Kommandozeile nicht mag, bekommt die Informationen auch unter KDE. Das Infozentrum holt sich wie lspci die Informationen aus der Datei /proc/pci und zeigt sie in einer grafischen Umgebung an. Starten Sie das Infozentrum über das K-Menü oder aus einem Schnellstartfenster ([Alt-F2]) mit der Eingabe kinfocenter. Klicken Sie dann links im Menübaum auf PCI. Rechts werden nun Informationen über die Geräte angezeigt, die am PCI-Bus hängen (Abbildung 6).

Abb. 6: Informativ: Das KDE-Infozentrum gibt bereitwillig Auskunft über die im Computer eingesetzte Hardware.

Kfloppy formatiert die Diskette nicht

Der KDE-Diskettenformatierer Kfloppy formatiert 3,5- und 5,25-Zoll-Disketten. Kanneine Diskette nicht formatiert werden, hat das meist eine der folgenden Ursachen:

Konsole aus Konqueror starten

Für die meisten Aktionen ist der Datei-Manager Konqueror eine gute Wahl. Manche Befehle sind auf der Kommandozeile dennoch einfach schneller auszuführen, etwa das Entpacken mit unzip. Der Geschwindigkeitsvorteil ist allerdings dahin, wenn Sie erst ein Befehlsfenster öffnen und sich von dort zum im Konqueror geöffneten Verzeichnis vorarbeiten müssen.

Schneller geht es direkt aus Konqueror heraus. Wählen Sie Extras / Terminal öffnen oder drücken [Strg-T], um ein Befehlsfenster zu starten. In diesem wird das aktuelle Verzeichnis aus Konqueror übernommen, und Sie können sofort loslegen mit den Befehlseingaben. (fan)

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