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Erschienen in EasyLinux 07/2004   »   Ausgabe bestellen

Windows unter Linux im PC-Emulator VMware

Der PC im PC

von Martin Loschwitz


Wegen seiner enormen Verbreitung ist Windows auch für Linux-Fans manchmal unumgänglich. Das ruft nach einer Lösung, die den Einsatz beider Systeme gleichzeitig ermöglicht. VMware macht's möglich.

Der Umstieg von Windows auf Linux geschieht meist nicht radikal, sondern eher etappenweise. Radikal hieße, dass man vom Zeitpunkt X an ausschließlich mit dem freien Betriebssystem arbeitet und das bis dato verwendente Windows gänzlich über Bord wirft. Tatsächlich läuft der Umstieg heute aber anders: Zunächst installieren die meisten Anwender Linux auf einer seperaten Festplattenpartition neben Windows. Später kommt dann der Zeitpunkt, an dem Linux häufiger verwendet wird als das "alte" Betriebssystem. Und schließlich bleibt Windows nur noch für ganze spezielle Programme auf der Festplatte, während der größte Teil der Arbeit mit Linux verrichtet wird. Dieses Phänomen ist auch dort zu beobachten, wo für Firmen elementar wichtige Programme nicht in einer Linux-Version vorliegen und es kein gleichwertiges Programm für Linux gibt.

Eben in solchen Fällen ist es lästig, immer dann, wenn man ein bestimmtes Programm benutzen muss, Linux vollständig zu verlassen und Windows zu booten. Ein Zwischending wäre ideal: Während das System selbst weiter unter Linux läuft und so Zugriff auf alle bekannten Programme und generell die gewohnte Oberfläche bietet, müsste man ein laufendes Windows einfach per Mausklick auf den Bildschirm holen und damit arbeiten können -- ohne Linux ganz zu verlassen.

Genau das haben sich wohl auch die Entwickler der amerikanischen Firma VMware gedacht. Ihre Lösung: ein Programm, das unter Linux oder Windows läuft und dort auf Software-Ebene einen vollständigen Computer vorspiegelt -- emuliert. Somit wurde es möglich, unter Linux einen Computer mit Windows per Mausklick zu starten. Während VMware anfänglich noch nicht besonders umfangreich war, hat es heute auch interessante Features wie das Durchschleifen von CD-Brennern mit an Bord.

Der einzige Wermutstropfen an VMware ist damit der Preis: Eine Einzelplatzlizenz für Linux schlägt mit satten 219,- Euro zu Buche. Wer den Preis nicht scheut, spart sich im Alltag aber eine Menge Zeit und Arbeit, die durch den ständigen Wechsel zwischen Windows und Linux verbraucht würde. VMware können Sie bei verschiedenen Händlern erwerben. So gibt es bei http://www.linuxland.de/ zum Beispiel die Möglichkeit, sich die Lizenzdaten per E-Mail schicken zu lassen. Wer VMware erst ausprobieren möchte, kann auf der Website von VMware (http://www.vmware.com/) nach Registrierung eine 30-tägige Lizenz zum Testen anfordern.

Speicherhungrig

Bevor Sie VMware und weitere nötige Software herunterladen und installieren, sollten Sie prüfen, ob Ihr Rechner die nötigen Voraussetzungen erfüllt: Ein aktueller Prozessor sollte es schon sein (beispielsweise läuft das Programm nicht auf einem alten AMD K6), und auch Arbeitsspeicher (RAM) und Plattenplatz sollten nicht zu knapp sein.

Was das RAM angeht, benötigen Sie genug Arbeitsspeicher, um zwei Betriebssysteme gleichzeitig laufen zu lassen. Aktuelle Linux-Systeme erwarten mindestens 256 MByte RAM, und dem Windows-System im emulierten PC sollten Sie die gleiche Menge Speicher zukommen lassen, mindestens aber 128 MByte. Damit dürfte die unterste Grenze für akzeptables Arbeiten bei 384 MByte Hauptspreicher liegen -- 512 MByte wären besser, ab 768 MByte sind Sie vollends im grünen Bereich.

Der Plattenplatzbedarf ist nicht so problematisch; mit aktuellen Plattengrößen von 80 GByte an aufwärts ist in der Regel genug Platz vorhanden.

Vorarbeiten

Wir wollen Ihnen VMware mit diesem Artikel vorstellen. Dabei werden wir zunächst auf die Installation unter SuSE Linux 9.0 und 9.1 sowie Red Hat Linux 9 und Mandrake Linux 9.2 eingehen und dann konkret am Beispiel demonstrieren, wie Sie Windows XP unter VMware installieren und optimal konfigurieren.

Vor der Arbeit mit VMware erwartet Sie leider noch mehr Arbeit: Dabei hängt es von Ihrer Installation ab, ob Sie mit wenigen Arbeitsschritten auskommen oder ob Sie etwas mehr tun müssen. Konkret lautet die Frage, ob Sie den Standard-Kernel Ihrer Distribution verwenden oder ob sie den Kern Ihres Systems -- zum Beispiel im Zuge eines Sicherheits-Updates -- zwischenzeitlich ausgetauscht haben. VMware benötigt nämlich, damit es ordentlich funktionieren kann, einige Module, die es in den Kernel lädt. Der Begriff "Modul" bezeichnet dabei ein kleines Stück Software, das in den Betriebssystemkern geladen wird und diesen dann um bestimmte Funktionen erweitert. VMware greift vor allem in die Netzwerkfunktionen des Kernels ein, so dass ein Modul für diese Aufgabe zwingend notwendig ist.

Im Detail beschreibt der Kasten "Hintergrund: Warum so viel Aufwand?", warum die im Folgenden beschriebenen Schritte notwendig sind.

SuSE Linux 9.0

Sie können die Version Ihres Kernels mit dem KDE-Kontrollzentrum schnell herausfinden. Um es zu starten, wählen Sie aus dem Startmenü den Eintrag Kontrollzentrum. Wichtig ist vor allem der rechte Teil des Startfensters und dort der Eintrag hinter der Zeile mit "Version". Lautet dieser auf bei Ihnen auf 2.4.21-99-default, verwenden Sie den Original-Kernel und können gleich zum Abschnitt "VMware installieren und einrichten" springen. Anderenfalls müssen Sie zunächst einige Zusatzaufgaben abarbeiten.

Da VMware kein Modul für den von Ihnen verwendeten Kernel hat, muss ein solches im Laufe der VMware-Konfiguration erst kompiliert, also aus den Programmquelltexten übersetzt werden. Dazu müssen Sie einige Vorbereitungen treffen, indem Sie die zur Erstellung jener Kernel-Module nötigen Pakete installieren. Leider liegen einige der Pakete der Personal-Version von SuSE Linux 9.0 nicht bei, so dass Sie sie aus dem Internet herunterladen müssen. Weil diese teilweise sehr groß sind, empfiehlt sich das nur, wenn Sie einen DSL-Anschluss haben.

Verwenden Sie die Professional-Version, folgen Sie auch der Anleitung, laden aber die weiter unten Pakete nicht aus dem Internet herunter, sondern installieren sie mit YaST von der DVD.

Wir gehen im folgenden Beispiel davon aus, dass Sie den für SuSE Linux 9.0 aktuellen, von SuSE bereitgestellten Kernel verwenden. Er trägt die Versionsnummer 2.4.21-215. (Eventuell steht noch ein -default hinter der Versionsnummer.) Sollte die Version Ihres Kernels nicht mit 2.4.21-215 übereinstimmen. aktualisieren Sie ihn mit YOU (YaST Online Update), wie es im Kasten "Online-Update mit YaST2" beschrieben wird.

  1. Erzeugen Sie über den Konqueror in Ihrem Home-Verzeichnis ein neues Unterverzeichnis, z. B. pakete.
  1. Öffnen Sie einen Web-Browser. Geben Sie die Adresse http://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/ftp.suse.com/suse/i386/9.0/suse/i586/ ein und laden Sie von dort die folgenden Dateien herunter, die Sie in dem neuen Verzeichnis pakete speichern: gcc-3.3.1-29.i586.rpm, gcc-c++-3.3.1-29.i586.rpm, cpp-3.3.1-29.i586.rpm, libstdc++-3.3.1-29.i586.rpm, libstdc++-devel-3.3.1-29.i586.rpm, binutils-2.14.90.0.5-47.i586.rpm, glibc-devel-2.3.2-92.i586.rpm, make-3.80-101.i586.rpm.
    Aus dem Verzeichnis http://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/ftp.suse.com/suse/i386/update/9.0/rpm/i586/ benötigen Sie außerdem das Paket kernel-source-2.4.21-215.i586.rpm.
  1. Starten Sie nun ein Kommandofenster (im Startmenü unter System/Terminals/Konsole). Wechseln Sie mit cd pakete in das neue Unterverzeichnis und verschaffen Sie sich mit dem Befehl su die Rechte von root.
  1. Installieren Sie die heruntergeladenen Pakete mittels
    rpm -Uvh *.rpm
  1. Anschließend müssen Sie die gerade installierten Kernel-Quellen noch an die momentan verwendete Konfiguration anpassen. Das erledigen Sie mit
    cd /usr/src/linux && make cloneconfig && make dep
    Damit ist der erste Teil der Arbeit erledigt.

Zudem müssen Sie noch eine provisorische Lösung für einen Fehler in SuSE Linux 9.0 auf Ihr System anwenden. Durch einen Fehler im popt-Paket käme es sonst nämlich zu Fehlermeldungen während der VMware-Installation. Führen Sie im noch geöffneten Terminal-Fenster als root einfach den Befehl

ln -s /usr/lib/libpopt.so.1 /usr/lib/libpopt.so.0

aus. SuSE hat das Problem in http://portal.suse.com/sdb/de/2003/10/vmware_smbpasswd.html beschrieben.

Weiter geht es jetzt im Abschnitt "VMware installieren und einrichten".

SuSE Linux 9.1

Der einzige große Unterschied, der zwischen SuSE Linux 9.0 und 9.1 existiert, ist der, dass Sie unter SuSE Linux 9.1 auf jeden Fall das Modul für Ihren Kernel selbst kompilieren müssen. Die Distribution ist so neu, dass es sie noch gar nicht gab, als die letzte VMware-Release in den Handel gelangte -- daher liegt VMware kein passendes Modul bei.

Auch bei SuSE Linux 9.1 ist es notwendig, zuvor einige Zusatzpakete zu installieren. Leider liegen diese auch bei Version 9.1 nicht der Personal Edition der Distribution bei, so dass Sie sie aus dem Netz nachladen müssen.

Wir gehen im Folgenden davon aus, dass Sie den jeweils von SuSE bereitgestellten aktuellsten Kernel verwenden. Bei Redaktionsschluss war das die Version 2.6.4-54.5 (eventuell ist an den Namen des Kernels noch -default angehängt). Ob Sie diesen Kernel verwenden, können Sie herausfinden, wie im ersten Abschnitt zu SuSE Linux 9.0 beschrieben. Wenn Sie nicht Kernel 2.6.4-54.5 verwenden, aktualisieren Sie Ihr System zuvor per YaST Online Update (YOU), wie im Kasten "Online-Update mit YaST" erklärt.

  1. Erzeugen Sie über den Konqueror in Ihrem Home-Verzeichnis ein neues Unterverzeichnis, z. B. pakete.
  1. Öffnen Sie einen Web-Browser. Geben Sie die Adresse ftp://ftp.suse.com/pub/people/aj/9.1-devel-tools/ ein und laden Sie von dort die folgenden Dateien herunter, die Sie in dem neuen Verzeichnis pakete speichern: gcc-3.3.3-41.i586.rpm gcc-c++-3.3.3-41.i586.rpm cpp-3.3.3-41.i586.rpm libstdc++-devel-3.3.3-41.i586.rpm binutils-2.15.90.0.1.1-31.i586.rpm glibc-devel-2.3.3-98.i586.rpm make-3.80-184.i586.rpm.
    Aus dem Verzeichnis http://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/ftp.suse.com/suse/i386/update/9.1/rpm/i586/ benötigen Sie außerdem das Paket kernel-source-2.6.4-54.5.i586.rpm.
  1. Installieren Sie nun die heruntergeladenen Pakete. Öffnen Sie dazu eine Kommandozeile (System/Terminals/Konsole im Startmenü). Wechseln Sie mit cd pakete in das neue Unterverzeichnis und werden Sie dann mit su zum Administrator root. Die Installation erledigen Sie dann mit
    rpm -Uvh *.rpm
  1. Zudem müssen Sie die eben installierten Kernel-Quellen noch an die gerade verwendete Konfiguration anpassen. Das erledigen Sie mit
    cd /usr/src/linux && make cloneconfig

Weiter geht es jetzt im Abschnitt "VMware installieren und einrichten".

Online-Update mit YaST2

Wenn Sie nicht den aktuellsten von SuSE bereitgestellten Kernel verwenden, können Sie ihn mit YOU, dem YaST Online Update, aktualisieren. Um das zu tun, gehen Sie wie folgt vor: Starten Sie zunächst YaST2 über System/YaST im Startmenü. Geben Sie das Passwort von root ein, wenn Sie danach gefragt werden. Versichern Sie sich dann, dass im linken Teil des neu geöffneten Fensters links der Eintrag Software ausgewählt ist. Klicken Sie rechts auf Online-Update. Es öffnet sich ein neues Fenster.

Die voreingestellten Werte können übernommen werden; es kann sich aber auszahlen, verschiedene Server als Installationsquelle zu testen. Damit loten Sie die größtmögliche Geschwindigkeit aus. Klicken Sie auf Weiter, bis Sie beim nächsten Fenster ankommen. Schauen Sie in die Liste der Pakete, die links oben im Fenster angezeigt wird. Setzen Sie einen Haken vor den Eintrag Der Linux Kernel für die Architektur x86, falls dieser Eintrag vorhanden ist. Wenn nicht, haben Sie schon die aktuellste Kernel-Version.

Ist der Haken gesetzt, klicken Sie unten rechts auf Übernehmen. Das anschließende Herunterladen und Installieren des Patches kann einige Zeit in Anspruch nehmen; im Normalfall ist aber kein weiteres Eingreifen notwendig. Ein abschließender Klick auf Beenden schließt das YOU-Fenster. Schließlich können Sie YaST beenden. Nach einem Neustart des Systems sollte der neue Kernel funktionieren. Überprüfen können Sie das wiederum im KDE-Kontrollzentrum.

Mandrake Linux 9.2

Auch bei Mandrake Linux ist die Frage nach dem Kernel entscheidend. Wenn Sie den distributionseigenen Kernel verwenden, bringt VMware das Modul für Ihren Kernel bereits mit, und Sie können direkt bei "VMware installieren und einrichten" weiterlesen. Die Version des Standard-Kernels von Mandrake Linux 9.2 ist 2.4.22-10mdk. Ob Sie diesen Kernel verwenden, finden Sie am einfachsten mit dem Programm uname heraus. Öffnen Sie eine Konsole (Startmenü, Terminals/Konsole). Geben Sie den Befehl uname -r ein. Wenn daraufhin der Wert (und nur genau der Wert) 2.4.22-10mdk erscheint, verwenden Sie den Original-Kernel und können zum Abschnitt "VMware installieren und einrichten" springen.

Andernfalls müssen Sie zunächst selbst Hand anlegen. Wir gehen im folgenden Beispiel davon aus, dass Sie den aktuellsten von MandrakeSoft bereitgestellten Kernel verwenden. Dieser trägt die Versionsnummer 2.4.22-30mdk. Sollte die Ausgabe von uname -r nicht 2.4.22-30mdk beinhalten, aktualisieren Sie Ihren Kernel mit MandrakeUpdate (siehe Kasten "Kernel-Update mit urpmi").

  1. Weiterhin müssen Sie noch einige Zusatzpakete installieren, bevor Sie VMware installieren können. Das ist aber nicht weiter kompliziert: Starten Sie rpmdrake (über Paketierung/Software installieren im Startmenü). Suchen Sie nach Paketen mit den Namen gcc, gcc-cpp, glibc-devel, binutils sowie make. Bei jedem gefundenen Paket setzen Sie einen Haken vor den Namen und bestätigen schließlich die Auswahl. Werden keine Resultate angezeigt, ist das jeweilige Paket bereits installiert.
  1. Zudem müssen Sie die Kernel-Quellen für Ihren Kernel installieren. Wenn Sie den Mandrake-Kernel in Version 2.4.22-30mdk verwenden, können Sie das tun, indem Sie zunächst das RPM-Paket von ftp://ftp.vat.tu-dresden.de/pub/Mandrakelinux/official/updates/9.2/RPMS/kernel-source-2.4.22-30mdk.i586.rpm herunterladen und in Ihrem Home-Verzeichnis abspeichern.
  1. Öffnen Sie eine Konsole und werden Sie mit su zu root. Geben Sie dann den Befehl
    rpm -Uhv kernel-source-2.4.22-30mdk.i586.rpm
    ein. Nun müssen die Kernel-Quellen noch an den aktuell laufenden Kernel angepasst werden. Halten Sie in /boot Ausschau nach Dateien, die config-2.4.22-30mdk oder ähnlich heißen. Haben Sie eine solche Datei gefunden, kopieren Sie sie in einer Konsole mit root-Rechten nach /usr/src/linux. Geben Sie dann
    cd /usr/src/linux && make oldconfig && make dep
    ein. Damit sind alle Vorraussetzungen erfüllt, um VMware zu installieren.

Weiter geht es im Abschnitt "VMware installieren und einrichten".

Kernel-Update mit urpmi

Auch Mandrake Linux bietet von Haus aus ein Tool, mit dem sich der Kernel des Betriebssystems sehr einfach erneuern lässt. Wenn Sie bereits mit MandrakeUpdate gearbeitet haben und mit dem Umgang vertraut sind, können Sie natürlich auch jenes Programm verwenden. Haben Sie MandrakeUpdate aber noch nie benutzt und daher auch noch nicht eingerichtet, gibt es eine elegantere Lösung. Diese scheint auf den ersten Blick zwar wesentlich komplizierter, ist aber flexibler: sie heißt urpmi.

Bevor Sie urpmi verwenden können, müssen Sie es erst einrichten. Öffnen Sie eine Kommandozeile (Startmenü, Terminals/Konsole). Werden Sie mit su zum Administrator. Geben Sie hintereinander die Befehle

urpmi.addmedia main ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/mandrake/official/9.2/i586/Mandrake/RPMS with ../base/hdlist.cz
urpmi.addmedia --update updates ftp://ftp.vat.tu-dresden.de/pub/Mandrakelinux/official/updates/9.2/RPMS with ../base/hdlist.cz

ein. Damit ist urpmi konfiguriert.

Um den Betriebssystemkern zu aktualisieren, führen Sie schließlich noch den Befehl

urpmi kernel-2.4.22.30mdk

aus. Wurde dieser Befehl ohne Fehler abgewickelt, sollte Ihr System nach dem Neustart mit den neuen Kernel verwenden. Überprüfen können Sie das mit uname -r.

Red Hat Linux 9

Red Hat 9 verfügt nur über sehr begrenzte Möglichkeiten zum Online-Update. Zudem zeigt die Erfahrung, dass bei Red-Hat-Installationen nur selten ein anderer als der Original-Kernel der Distribution zum Einsatz kommt. Aus diesem Grund begnügen wir uns in diesem Beispiel mit dem Original. (Die Versionsnummer ist 2.4.20-8.)

Hier ist nichts zu tun: Die aktuelle VMware-Version hat vorgefertigte Module für diesen Kernel, die bei der Konfiguration (siehe unten) an der passenden Stelle installiert werden.

VMware installieren und einrichten

Nach den distributionsspezifischen Teilen folgt nun eine allgemeine Beschreibung der VMware-Installation und -Konfiguration.

  1. Laden Sie zunächst das RPM-Paket herunter, das die wichtigsten Dateien sowie VMware selbst enthält. Öffnen Sie dazu einen Browser und geben in die Adressleiste http://download3.vmware.com/software/wkst/VMware-workstation-4.5.1-7568.i386.rpm ein. Speichern Sie die Datei nach dem Download in Ihrem Home-Verzeichnis.
  1. Öffnen Sie ein Kommandofenster und werden Sie mit su zu root. Installieren Sie dann das VMware-Paket mit dem Befehl
    rpm -Uhv VMware-workstation-4.5.1-7568.i386.rpm

Mit dem nächsten Schritt beginnt die Einrichtung von VMware. Leider hat der Hersteller seinem Programm kein grafisches Tool zur Konfiguration spendiert; das Programm ist textbasiert und muss daher aus der Konsole heraus aufgerufen werden. Zudem ist vmware-config.pl nur in Englisch verfügbar.

  1. Kehren Sie zur noch offenen root-Kommandozeile von eben zurück. Nach der Installation von VMware-workstation-4.5.1-7568.i386.rpm steht das Programm vmware-config.pl zur Verfügung. Starten Sie das Tool durch die Eingabe des Befehls
    vmware-config.pl
  1. Lassen Sie sich nicht von den vielen Meldungen irritieren, die nun über Ihren Bildschirm fliegen; die meisten davon sind unwichtig. Zunächst wird Ihnen nach einem Druck auf [Enter] die VMware-Lizenz angezeigt. Lesen Sie die Lizenz mit [Bild runter]; drücken Sie gegebenenfalls [q] am Ende, dann wird Ihnen die Frage "Do you accept?" gestellt. Sind Sie mit den Bedingungen der Lizenz einverstanden, geben Sie yes ein und bestätigen Sie mit [Enter].
  1. Erstmals wirklich wichtig wird es, wenn VMware versucht, die passenden Module für Ihren Kernel zu finden. Dabei lautet die Frage, ob Sie den von Ihrer Distribution bereitgestellten Standard-Kernel oder einen anderen Kernel verwenden. Im Fall des Standard-Kernels wird vmware-config.pl ohne weitere Meldung die richtigen Module laden, und Sie können zu Punkt 6 übergehen. Wenn Sie aber nicht den Original-Kernel verwenden, kommen hier einige Zusatzfragen auf Sie zu.
  1. Zunächst macht VMware Sie darauf aufmerksam, dass es keine passende Version des vmmon-Moduls für Ihren Kernel finden konnte ("None of VMware Workstation's pre-built vmmon modules is suitable for your running kernel"). Gleichzeitig bietet es Ihnen aber an, ein passendes Modul aus den Quelltexten zu übersetzen. Die dazu notwendige Software haben Sie bereits installiert, so dass Sie die Voreinstellung yes übernehmen können.
  1. Auch bei der nächsten Frage, die sich mit den "C Header Files" des Kernels beschäftigt, können Sie den voreingestellten Wert übernehmen. Sie können danach beobachten, wie VMware ein passendes vmmon-Modul erst kompiliert und dann in den Kernel lädt. Direkt im Anschluss wird es zudem auch ein Modul namens vmnet erstellen; dazu stellt es aber keinerlei weitere Fragen. Wichtig für Sie ist, dass Sie im Laufe des Vorgangs zweimal den Satz "The module loads perfectly in the running kernel." sehen.
  1. Nun werden Sie gefragt, ob Sie später mit den in VMware installierten Betriebssystemen Netzwerkverbindungen benutzen möchten. In aller Regel ist das der Fall, so dass Sie hier mit yes antworten sollten. Dann wird der Wizard zur Netzwerkeinrichtung von VMware gestartet, der selbstständig die wichtigsten Einstellungen findet.
    Sollten Sie mehr als eine Netzwerkschnittstelle im Rechner haben, wird der Wizard Sie fragen, welche davon Sie verwenden möchten. Prinzipiell gilt: Hier ist die Schnittstelle anzugeben, über die die Verbindung zu einem externen Netzwerk beziehungsweise zum Internet hergestellt wird. Wenn Sie sich über Modem oder DSL einwählen, wird der passende Name in den allermeisten Fällen ppp0 sein, bei ISDN ist er ippp0.
    Die anschließende Frage "Do you wish to configure another bridged network?" können Sie, falls sie überhaupt gestellt wird, mit no beantworten.
  1. Bei den nächsten beiden Fragen nach NAT Networking sowie dem Finden eines unbenutzten Netzwerk-Subnets können Sie ebenfalls mit yes antworten. Die folgende Suche kann einige Sekunden in Anspruch nehmen. Bestätigen Sie dann mit [Enter].

  1. Die Frage nach "host-only networking" beantworten Sie mit no.
  1. Die nächste Frage ist wieder wichtig: Sie entscheidet, ob Sie später vom Windows unter VMware auf die Dateien Ihres Linux-Rechners zugreifen können. In den meisten Fällen ist das sinnvoll, deswegen sollten Sie hier mit yes antworten. Zweimal [Enter] bestätigt die Auswahl und auch die dann folgende Frage nach der Suche eines weiteren unbenutzten Subnets muss mit [Enter] bestätigt werden.
  1. Nach einigen weiteren Sekunden des Wartens fragt VMware Sie noch, ob Sie einen Benutzer für den Netzwerkzugriff freischalten möchten. Damit können Sie später auf die Daten des Linux-Systems zugreifen. Beantworten Sie die Frage mit yes.
  1. Dann werden Sie nach einem Namen für den anzulegenden Benutzer gefragt. Geben Sie hier Ihren Linux-Benutzernamen ein, mit dem Sie sich unter Linux anmelden.
    Das Passwort als Antwort auf die nächste Frage kann identisch mit Ihrem Passwort am System sein.
  1. Der Wizard fragt schließlich, ob Sie diesen Vorgang für einen weiteren Benutzer wiederholen wollen. Die Frage quittieren Sie mit no. vmware-config.pl wird dann beendet, die Einrichtung von VMware ist nun endlich abgeschlossen.
    Hintergrund: Warum so viel Aufwand?

    Die beschriebenen Schritte sind sehr aufwendig -- kaum ein Linux-Programm, das in EasyLinux vorgestellt wird, verlangt Ihnen so viel Arbeit ab. Warum ist das notwendig und warum bietet EasyLinux keine vorkonfigurierten Pakete an, die sich in wenigen Sekunden über das Paket-Management-Tool installieren lassen?

    Die Antwort liegt darin begründet, wie tief VMware in das Linux-System eingreift. Normale Programme brauchen z. B. keine eigenen Kernel-Module um zu funktionieren -- aber die Emulation eines PC, zudem mit guter Performance, macht dies notwendig.

    Da nicht jeder Linux-PC mit der gleichen Kernel-Version läuft, Kernel-Module aber jeweils zum Kernel passen müssen, ist in vielen Fällen das Erzeugen eigener Kernel-Module notwendig -- ein Modul, das für Kernel 2.4.23 erzeugt wurde, läuft nicht ohne Weiteres unter Kernel 2.4.22.

    Damit Ihr Linux-PC ein Kernel-Modul übersetzen kann, müssen verschiedene Pakete installiert sein, die bei typischen Standardsystemen nicht automatisch eingerichtet werden und bei den Personal-Versionen von SuSE Linux nicht mal auf den Installations-CDs vorhanden sind: Das sind die Kernel-Quellen und verschiedene Pakete, die eine Software-Entwicklungsumgebung (Compiler, Bibliotheken, Hilfsprogramme) bereitstellen. Wenn Sie im Rahmen der Beschreibung umfrangreichere Downloads und Paketinstallationen durchgeführt haben, ist dies der Grund dafür.

    Das Fehlen eines grafischen Installers, der Ihnen all diese Aufgaben abnehmen oder wenigstens komfortabler gestalten würde, ist sicher bedauerlich. Dafür ist zumindest die anschließende Arbeit mit VMware recht einfach.

    Starten

    Nach all den Vorarbeiten können Sie VMware starten. Öffnen Sie dazu mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie den Befehl vmware ein. Es öffnet sich ein Fenster, das aussieht wie in Abbildung 1.

    Abb. 1: So präsentiert sich das VMware-Fenster nach dem ersten Start.

    Um mit VMware zu arbeiten, müssen Sie zunächst die Daten Ihrer Lizenz eingeben -- ansonsten verweigert VMware die Zusammenarbeit. Wählen Sie dazu den Menüpunkt Help / Enter Serial Number.

    Geben Sie in die Maske (Abbildung 2) dann die Daten entsprechend den Informationen aus Ihrer Lizenzdatei ein. Klicken Sie schließlich auf Ok.

    Abb. 2: VMware läuft nur mit Seriennummer.

    Einen virtuellen Computer einrichten

    Sie haben nun zwar VMware selbst eingerichtet; zusätzlich müssen Sie in VMware aber noch den virtuellen Computer konfigurieren, auf dem Sie dann Windows installieren. Das geht so:

    1. Drücken Sie [Strg-N], um eine neue virtuelle Maschine anzulegen. Dann startet ein Konfigurations-Wizard.
    1. Ein Vorteil des Konfigurations-Tools für virtuelle PCs von VMware ist, dass die Standardeinstellungen im Normalfall sinnvoll sind: So klicken Sie beim ersten Dialog einfach auf Next.
    1. Wählen Sie im oberen Teil des Fensters Microsoft Windows aus und im Dropdown-Menü weiter unten die Windows-Version, die Sie installieren wollen. Wir verwenden im Beispiel Windows XP Professional.
    1. Auf der nächsten Seite übernehmen Sie wieder die vorgegebenen Werte: Dadurch werden die Daten der virtuellen Maschine in Ihrem Home-Verzeichnis (in einem Unterverzeichnis vmware) angelegt.
    1. Beim Dialog zur Netzwerkart übernehmen Sie Use bridged Networking und bestätigen wieder mit Next.
    1. Der sechste Dialog fragt nach der Größe der virtuellen Festplatte, die VMware dem Gastsystem später zur Verfügung stellen soll. 4 GByte sind als Startwert vorgegeben. Wenn Sie eine große Platte im Rechner haben, können Sie diese Zahl erhöhen. 4 GByte reichen zwar aus, um Windows XP zu installieren, für viel mehr reicht es dann aber kaum. 10 bis 12 GByte sind sicher keine schlechte Wahl. Ein Klick auf Finish bestätigt die Einstellungen.

    Sie gelangen nun in das Hauptfenster von VMware zurück, das den gerade angelegten virtuellen Computer bereits anzeigt. Als Arbeitsspeicher für den virtuellen PC reserviert VMware 256 MByte. Windows XP fühlt sich aber bekanntermaßen umso wohler, je mehr Speicher ihm zur Verfügung steht. Wenn Sie wesentlich mehr als 512 MByte Arbeitsspeicher im Rechner haben, sollten Sie diesen Wert auf 512 MByte setzen; andernfalls sollten 320 MByte ausgewählt werden.

    Bedenken Sie beim Berechnen des Arbeitsspeichers, dass Sie nicht den gesamten im realen Rechner eingebauten Speicher angeben können: Schließlich brauchen Linux als Host- (Gastgeber-) System und die laufenden Linux-Programme ebenfalls Arbeitsspeicher. Bleiben Sie deswegen mit dem Speicher, den Sie dem virtuellen Rechner spendieren, deutlich unter der Marke des real vorhandenen Arbeitsspeichers.

    Um den Arbeitsspeicher für den virtuellen PC zu vergrößern, gehen Sie wie folgt for:

    1. Klicken Sie zunächst auf Edit virtual machine settings. Es erscheint ein Konfigurationsdialog.
    1. Ändern Sie den Wert für Speicher im rechten Teil des Fensters, indem Sie entweder den Schieberegler oder die Pfeile, die rechts neben der Zahl zu sehen sind, betätigen. Stellen Sie den Wert ein, den Sie zuvor ausgesucht haben.
    1. Klicken Sie schließlich auf Ok, um zum VMware-Hauptfenster zurück zu gelangen.

      Windows XP installieren

      Damit Sie Windows im virtuellen Computer benutzen können, müssen Sie es zunächst genau wie bei jedem normalen Computer installieren. Legen Sie dazu Ihre Windows-CD ins Laufwerk. Dann ist ein Klick auf Start virtual machine fällig. Bevor der virtuelle Rechner startet, werden Ihnen noch ein oder zwei Hinweise angezeigt. Markieren Sie bei beiden Fenstern die Option Never show this hint again ("Diese Meldung nie wieder anzeigen") und klicken Sie dann auf Ok.

      Sie gelangen nun in das Windows-XP-Setup, das wir hier nicht näher beschreiben. Sollten Fragen aufkommen, helfen die Windows-Installationsanleitung oder andere Quellen zur Windows-Einrichtung.

      Abb. 3: Der erste Windows-Start nach der Installation unter VMware.

      Nachdem Windows unter VMware installiert ist und Sie sich zum ersten Mal eingeloggt haben, gilt es noch, eine letzte Klippe zu umschiffen: Windows bringt keinen Treiber für die von VMware emulierte Grafikkarte mit, so dass die Grafikdarstellung eine sehr niedrige Auflösung verwendet. Zudem ist der Mauszeiger, wenn man einmal in die Windows-Session in VMware geklickt hat, im VMware-Fenster gefangen und muss erst mit [Strg-Alt] wieder freigegeben werden. Bei der alltäglichen Arbeit ist das sehr störend.

      Abhilfe schaffen die VMware-Tools. Diese sind im Wesentlichen ein Software-Paket, das im virtuellen Windows XP installiert wird und dort die beschriebenen Probleme behebt: Nach der Installation der VMware-Tools können Sie den Mauszeiger ohne Zwischenschritt in das VMware-Fenster und aus dem VMware-Fenster heraus bewegen. Auch die Auflösung der Anzeige lässt sich dann erhöhen -- das VMware-Fenster wird dabei größer.

      Installation der VMware-Tools

      Die Installation der VMware-Tools ist beinahe schon trivial. Sie müssen zunächst, falls noch nicht geschehen, das Windows-System unter VMware booten. Wählen Sie dann im VMware-Fenster den Menüpunkt VM / Install VMware Tools. Zunächst wird dann ein Hinweis zu den VMware-Tools angezeigt, den Sie mit einem Klick auf Install bestätigen. Dann wird im virtuellen Windows XP die Installation der Tools gestartet.

      Abb. 4: Die VMware-Tools werden installiert.

      Sie sehen einen Installationswizard im Windows-typischen Stil. Bestätigen Sie alle Dialogfenster mit Next oder Finish. Schließlich ist noch ein Reboot des virtuellen Systems (nicht des Linux-PCs!) nötig, zu dem der Installationsassistent Sie auffordert.

      Nach dem Reboot können Sie mit den normalen Windows-Tools zum Beispiel die Auflösung der VMware-Sitzung erhöhen. Der Mauszeiger bleibt nicht mehr im VMware-Fenster hängen. Ihr Windows XP ist damit vollständig eingerichtet, und Sie können nun damit beginnen, Ihre Windows-Programme zu installieren. (hge)

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