![]() |
|
||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
von Inga Rapp
Selbst gebrannte CDs vermehren sich manchmal wie die Karnickel: Schnell stehen dann reihenweise Silberscheiben im Regal, oft so nackt, wie sie aus dem Karton kamen. Die Suche nach einer CD artet dann zum Kampf mit dem sprichwörtlichen Heuhaufen aus, der die Nadel nicht freigeben will. Individuell gestaltete Inlays für die CD-Hüllen helfen, den Überblick nicht zu verlieren. Mit OpenOffice Writer stellen Sie sie ohne großen Zeitwaufwand her.
Regelmäßige Backups der persönlichen Daten sind wohl der häufigste Grund, Rohlinge zu lasern. Wichtige Dateien wie Vortragsunterlagen, Examensarbeiten oder auch nur die Bilder des letzten Urlaubs möchte niemand freiwillig in den Orkus schicken. Mit nur einer Handvoll Rohlinge ist es dabei allerdings auf Dauer nicht getan: Je mehr Zeit vergeht, desto mehr erhaltenswerte Daten sammeln sich an -- und desto mehr vermehren sich dann auch die selbst gebrannten CDs im Regal.
Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem eine ganz bestimmte CD vonnöten ist. Das Auge streift ratlos über das Regalbrett, entlang an den Rücken der CD-Hüllen. Alle erstrahlen in einheitsdurchsichtigem Glanz, so wie sie gekauft wurden. Die wenigsten Rohlinghersteller legen ordentliche Inlays bei; an dieser Stelle ist also die eigene Kreativität gefragt. Selbst ist der Mann: Das Writer-Modul aus dem OpenOffice-Paket bringt alles mit, was Sie benötigen, um ohne großen Aufwand eigene Inlays zu erstellen. Es fehlen nur noch Papier, ein Drucker und eine Schere.
Öffnen Sie ein neues Textdokument in Writer. Um sowohl Vorder- als auch Rückseite auf ein einziges A4-Blatt drucken zu können, nehmen Sie sich das Dokument am besten im Querformat vor; die Standardausrichtung ist hochkant. Sie ändern das im Menü Format / Seite auf der Registerkarte Seite. Unter dem Punkt Papierformat ist meist A4 eingestellt -- jeder Drucker sollte das korrekt bedrucken können. Die Ausrichtung ist von Haus aus auf Hochformat eingestellt. Klicken Sie Querformat an und bestätigen Sie die Änderung mit dem Button OK.
Sie beginnen nun mit der Gestaltung Ihres CD-Hüllen-Inlays. Nach dem Druck muss das Inlay noch von Hand ausgeschnitten werden. Damit Sie später wissen, wo Sie schneiden müssen, markieren Sie nun als erstes die Umrisse der CD-Hülle auf dem virtuellen Papier. Das geschieht mit Hilfe von Kästen, Writer nennt sie Rahmen. Jeder Inlay-Teil erhält einen eigenen Kasten. Auf diese Weise wissen Sie später genau, wo Ihre Schere ansetzen muss.
Erzeugen Sie einen ersten Rahmen über den Menüpunkt Einfügen / Rahmen. Writer möchte ein paar Details zu Ihrem Wunschrahmen wissen, daher erscheint ein Dialogfenster wie in Abbildung 2. Im Moment benötigen Sie von diesem Dialog nur die Registerkarte Typ.
Die Kästen auf dem Papier sollten in ihrer Größe dem Format des späteren CD-Inlays entsprechen. Am einfachsten sind die Front-Cover, deren Maße immer gleich sind: 12 x 12 cm2. Bei Rückseiten und Seitenteilen hängt die Größe des benötigten Kastens davon ab, was für eine Art CD-Hülle Sie verwenden. Normal breite Hüllen erfordern beispielsweise ein Rückseitenformat von 13,8 x 12 cm2, gekoppelt mit einem Bereich von 0,7 x 12 cm2 rechts für das Seitenteil. Bei den schmaleren Hüllen fallen die Seitenteile weg, da ihre Rücken zu schmal sind, um sie zu beschriften. Greifen Sie im Zweifelsfall zum Lineal und messen Sie nach, welche Größe Sie benötigen. In unserem Beispiel verwenden wir normale, "dicke" CD-Hüllen.
Für die Vorderfront brauchen Sie also einen Kasten in 12 x 12 cm2. Geben Sie im Abschnitt Größe auf der Registerkarte Typ in den Feldern Höhe und Breite den Wert 12,0cm ein. Wichtig ist außerdem die Einstellung unter Position, und zwar die Angabe in der Zeile Horizontal: Der erste Rahmen sollte Links ausgerichtet werden. Mit Hilfe des Pulldown-Menüs, das standardmäßig Mitte anzeigt, können Sie die Einstellung ändern.
Bestätigen Sie Ihre Wünsche mit einem Klick auf OK. Auf Ihrem Bildschirm sollte nun ein 12 x 12 cm2 großer schmuckloser Kasten im Dokument erscheinen.
Mit einem Rahmen ist es allerdings nicht getan: Für eine "dicke" Hülle sind drei nötig. Setzen Sie den Cursor außerhalb des Rahmens an, sorgen Sie also dafür, dass die grüne Markierung verschwindet. Sonst ersetzt der neue Rahmen den alten, und das ist ja nicht Sinn der Sache.
Der zweite Rahmen ist für die Rückseite gedacht. Im Dialogfeld, das Sie über Einfügen / Rahmen erhalten, geben Sie also unter Breite statt 12,0cm nun 13,8cm ein. Außerdem ändern Sie die Einstellung der Position: Statt nach links sollte dieser Rahmen nach rechts ausgerichtet sein.
Der dritte im Bunde soll später ein Seitenteil werden. Er darf maximal 0,7 cm breit sein. Diesen Rahmen richten Sie ebenfalls Rechts aus. Allerdings verändern Sie noch eine kleine Einstellung: In der Zeile Horizontal unter Position stand bis jetzt rechts außen Absatzbereich. Wählen Sie aus dem Pulldown-Menü die Einstellung Seitenrand rechts. Wenn Sie dieses Feld unverändert lassen, überdecken sich die Rahmen später.
Nun stehen drei Rahmen auf dem digitalen Blatt wie in Abbildung 3. Zwischen dem zweiten und dem dritten, also dem späteren Rücken- und dem Seitenteil, sind ein paar Millimeter Platz. Am schonendsten für Ihre Nerven ist es, diesen Abstand manuell zu korrigieren: Markieren Sie dazu den Rahmen rechtsaußen, so dass die grünen "Griffe" erscheinen, und ziehen Sie ihn an den mittleren Rahmen heran.
Nun haben Sie die Rahmenstruktur für Ihre neue Hülle erstellt. Natürlich muss diese Hülle noch beschriftet werden. Ein Problem verbirgt sich hierbei vor allem im Seitenteil, da die Schrift dort hochkant sein muss, um lesbar zu sein. Aktivieren Sie die Absatzmarke, die Writer Ihnen in dieses Feld gesetzt hat, und wählen Sie im Kontextmenü der rechten Maustaste den Menüpunkt Absatzvorlage bearbeiten. Suchen Sie sich die Registerkarte Position heraus. Dort finden Sie den Punkt Rotation/Skalierung. Drehen Sie die Schrift um 90 respektive 270 Grad -- je nachdem, wie herum Sie Ihre Hüllen ins Regal stellen.
Auf den ersten Blick hat sich nichts verändert: Die Absatzmarke sieht aus, als könnte sie kein Wässerchen trüben -- genau wie vorher. Wenn Sie allerdings den Titel Ihrer Selbstgebrannten eintragen, werden Sie feststellen, dass die Schrift vertikal statt horizontal verläuft. In unserem Beispiel haben wir eine Schriftgröße von 10 pt verwendet, je nach Schriftart sind auch 12 pt noch gut lesbar.
Im Vorlagenfeld der Funktionsleiste, links neben dem Schrifttypfeld, steht Rahmeninhalt. Für Front- und Rückseite müssen Sie die Formatvorlage wieder auf Standard ändern, da sonst auch hier die Schrift vertikal statt horizontal angezeigt werden wird.
Auf der Frontseite einer CD macht sich ein Bild immer gut. Für eine CD, die die Lieblings-Linux-Distribution enthält, wäre beispielsweise Tux gut geeignet.
Ein paar Leerzeilen sorgen dafür, dass die Absatzmarke sich unterhalb von Tux platziert. Hier soll der Titel der CD stehen, beispielsweise "Mein Lieblings-Linux." Die Schrift darf ruhig etwas größer sein, wir haben hier 22 pt gewählt. Da eine Distribution meist nicht komplett auf einer einzigen CD Platz findet, fügen Sie eine weitere Zeile hinzu, allerdings in etwas kleinerer Schrift, im Beispiel sind es 16 pt. Die zweite Zeile enthält den Text "CD 1/5".
Statt eines Bildes können Sie auch eines der hauseigenen Objekte aus der Gallery auf die Frontseite setzen: Ein Klick auf das Gallery-Symbol in der oberen Funktionsleiste rechts außen aktiviert dieselbe. Wählen Sie ein Objekt aus, das Ihnen gut gefällt, beispielsweise den regenbogenfarbenen, Donut-artigen Ring. Rufen Sie dann im Kontextmenü der rechten Maustaste den Menüpunkt Hinzufügen / Kopie auf, landet der Regenbogenring auf Ihrem Cover. Sie können dasselbe Objekt mehrfach in die Vorlage einfügen und so beispielsweise eine Kette aus bunten Ringen bauen. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Schlicht und elegant kann auch ein Strich im unteren Drittel des Covers wirken. Dazu eignen sich die Begrenzungen aus der Gallery gut. Wählen Sie eine Begrenzung aus, die Ihnen gefällt, und fügen Sie sie über den Rechtsklick, Hinzufügen / Kopie in das Dokument ein. Writer streckt das Objekt in diesem Fall automatisch über die ganze Breite des Rahmens. Gefälliger wirkt es allerdings, wenn links und rechts ein bisschen Luft bleibt. Markieren Sie die eingefügte Begrenzung einfach und kürzen Sie sie ein Stück, indem Sie sie mit der Maus verkleinern. Wenn Sie nun im Kontextmenü der rechten Maustaste den Punkt Ausrichtung / Zentriert wählen, platziert Writer den Strich genau in der Mitte des Rahmens.
Die Rückseite, der mittlere Rahmen also, bietet genug Platz für ein Inhaltsverzeichnis. Für eine CD, die die Bilder des letzten Urlaubs enthält, bietet es sich beispielsweise an, die genaue Reiseroute noch einmal in Kurzform aufzuführen. Sie können den Rahmen auch mit einer kurzen Inhaltsangabe füllen, ähnlich wie beim Klappentext eines Buchs. Auch hier ist wieder Platz für Bilder und Grafiken: vielleicht das Motiv der Vorderseite noch einmal in kleinerer Form oben rechts auf der Rückseite?
Die Schrift auf der Rückseite sollte in jedem Fall etwas kleiner sein als die auf der Titelseite, schließlich muss mehr Text in den begrenzten Platz passen. Eine Größe von 10 bis 12 pt ist vollkommen ausreichend. Wird der Platz knapp, können Sie auch bis auf 6 pt heruntergehen -- allerdings kann das nicht jeder Drucker sauber ausdrucken. Hier hilft Ausprobieren.
Sie müssen nicht für jede CD-Hülle wieder von vorne anfangen. OpenOffice Writer bietet Ihnen die Möglichkeit, eigene Vorlagen zu erstellen. Sie können diese Option nutzen und Ihre ganz persönliche CD-Hüllen-Inlay-Vorlage zaubern.
Wählen Sie dazu den Menüpunkt Datei / Dokumentvorlage / Speichern. OpenOffice möchte von Ihnen wissen, wie die Neue Dokumentvorlage heißen soll. Geben Sie Ihr einen Namen, beispielsweise CD. Im unteren Teil des Dialogfeldes wählen Sie den Bereich aus, in den die Vorlage einsortiert werden soll.
Wenn Sie nun die Hülle der nächsten CD layouten wollen, rufen Sie die Vorlage über das Menü Datei / Neu / Vorlagen und Dokumente wieder auf. Im Dialogfeld, das dann erscheint, wählen Sie einfach den Bereich aus, in dem Sie Ihre Vorlage gespeichert haben, markieren sie, klicken auf den Button Öffnen -- et voilà: Auf dem Bildschirm erscheint die Grundlage für Ihre individuellen Hüllen. (hge)
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite |
Datenschutz |
© 2012 Linux New Media AG |
Last modified: 2007-01-25 17:17
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[Linux-Community]
[Admin-Magazin]
[Ubuntu User]
[Smart Developer]
[Linux Events]
[Linux Magazine]
[Ubuntu User]
[Admin Magazine]
[Smart Developer]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Community Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[Linux Magazine Spain]
[Linux Technical Review]