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Erschienen in EasyLinux 08/2004   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Linux ist so vielseitig, dass es oft schwer fällt, die richtige Option zu finden. Gerade ein Distributions-Update bringt viel Neues. Wir verraten einige Tricks, damit die Arbeit mit SuSE Linux 9.1, dem GNOME-Desktop und Mozilla noch mehr Spaß macht.

CDs brennen mit Nautilus

Unter SuSE Linux 9.1 und Mandrake Linux brennen Sie CDs direkt aus dem GNOME-Datei-Manager Nautilus heraus. Die anderen von EasyLinux unterstützten Distributionen bringen eine ältere Nautilus-Version mit, die dieses Feature noch nicht bietet.

Um die Funktion zu nutzen, öffnen Sie aus Nautilus heraus mit [Strg-n] ein neues Datei-Manager-Fenster. Geben Sie in der Adresszeile burn:/ ein. Alternativ wechseln Sie über Gehe zu / CD-Ersteller in den Brennordner. Einen Rohling müssen Sie jetzt noch nicht einlegen; der Ordner burn ist nur ein virtuelles Verzeichnis.

Ziehen Sie alle Dateien, die auf der CD landen sollen, in das burn-Fenster; im Hintergrund speichert Nautilus die Dateinamen und Pfade in einer Textdatei, so dass er später die richtigen Argumente an das Brennprogramm übergibt. Haben Sie die CD fertig zusammengestellt, starten Sie den Brenndialog über das CD-Icon mit der Beschriftung Auf CD schreiben (Abbildung 1).

Abb. 1: Mit Klick auf dieses Symbol in der Werkzeugleiste brennt Nautilus Daten-CDs.

Im folgenden Dialog (Abbildung 2) wählen Sie hinter Zu beschreibendes Ziel Ihren Brenner aus. Haben Sie ein externes Gerät, das zur Zeit nicht angeschlossen ist, können Sie über den Punkt File Image auch eine Image-Datei erstellen, die Sie später mit einem anderen Brennprogramm, wie beispielsweise K3b, auf eine CD bannen. Hinter Schreibgeschwindigkeit hat Nautilus mit Maximal möglich schon die beste Option eingetragen. Das Eingabefeld Name der CD nimmt einen individuellen Namen für die CD auf, den später z. B. der Windows-Explorer als Laufwerksname einblendet. Wollen Sie die Dateien nur einmal brennen, entfernen Sie das Häkchen vor Diese Dateien erneut für eine andere CD verwenden. Belassen Sie es bei der Voreinstellung, merkt sich Nautilus, welche Dateien Sie in das burn-Fenster gezogen haben, und stellt die Auswahl beim nächsten Start des Brennmoduls wieder her.

Abb. 2: Wenig Optionen, dafür sehr übersichtlich: der Brenndialog von Nautilus.

Spätestens jetzt sollten Sie einen Rohling einlegen, bevor Sie mit einem Klick auf die Schaltfläche Dateien auf CD schreiben das "Feuer frei"-Signal geben. Wollen Sie nicht direkt brennen, sondern haben Nautilus angewiesen, eine Image-Datei zu erstellen, fragt der Datei-Manager jetzt noch den Speicherort für das ISO-Image ab.

Danach beginnt Nautilus mit der Arbeit, wobei der Fortschrittsbalken des Brenndialogs nur sporadisch funktioniert. Achten Sie stattdessen auf den Text auf dem Button unten rechts im Fortschrittsfenster. Solange dort Abbrechen steht, erstellt Nautilus die CD. Ist er fertig, ändert sich der Text zu Schließen. Schreiben Sie die Daten direkt auf eine CD, wirft Nautilus diese in der Standardeinstellung aus, sobald er sie fertig gebrannt hat.

Zeichensatz in Chatzilla einstellen

Außer dem Browser selbst und einem Mail-Programm bringt die Mozilla-Suite auch eine Anwendung zum Chatten [1] mit. Die Komponente heißt Chatzilla, und Sie starten sie über das cZ-Icon in der Komponentenleiste. Sie befindet sich am unteren linken Rand des Mozilla-Fensters (Abbildung 3).

Abb. 3: Über das Symbol ganz rechts starten Sie Chatzilla.

Anders als bei den anderen Programmen können Sie in Chatzilla nicht sofort loslegen. Haben Sie Mozilla wie unter [2] beschrieben aktualisiert, benutzt die Anwendung einen falschen Zeichensatz. Von Ihnen getippte Umlaute oder das scharfe s (ß) kommen bei Ihren Chat-Bekanntschaften als kryptische Zeichen an. Was es mit dem Zeichensatz allgemein auf sich hat und warum er so wichtig ist, erfahren Sie im Artikel "Babel der Neuzeit" auf Seite ## dieser Ausgabe.

Die falsche Standardeinstellung beheben Sie über das Bearbeiten-Menü (Edit für alle, die einen englischsprachigen Mozilla nutzen) . Rufen Sie dort über den Punkt Einstellungen (Preferences) den Konfigurationsdialog auf und wechseln Sie in der Baumansicht zum Eintrag ChatZilla. Suchen Sie aus der Dropdown-Box hinter Standard-Zeichenkodierung (Default Character Encoding) den Zeichensatz Western (ISO-8859-1) oder Western (ISO-8859-15) heraus (Abbildung 4). Mit Klick auf OK aktivieren Sie die Änderung. Ab sofort sendet Chatzilla korrekt kodierte Umlaute und Sonderzeichen.

Abb. 4: Im Einstellungsdialog legen Sie den Zeichensatz fest, den Chatzilla benutzt.

CD-Autostart unter SuSE Linux 9.1 einrichten

Sobald Sie unter SuSE Linux 9.1 eine DVD einlegen, startet der KDE-Player kaffeine; bestücken Sie das Laufwerk mit einem Rohling, meldet sich das Brennprogramm K3b zu Wort. Bei normalen Daten-CDs öffnet sich der Konqueror im Mount-Verzeichnis. Stört Sie einer dieser Automatismen, etwa weil Sie ein anderes Brennprogramm als K3b nutzen, schalten Sie die unerwünschten Ereignisse mit wenigen Mauklicks im SuSE-Plugger ab:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol einer PCI-Steckkarte im Systembereich der KDE-Leiste. Sobald Sie mit der Maus über dem Icon verweilen, blendet SuSE Linux einen Tooltip mit dem Text SUSE Plugger ein.
  1. Wählen Sie aus dem Kontextmenü Einrichten, um die Hardware-Überwachung zu konfigurieren.
  1. Im folgenden Dialog entfernen Sie im Bereich Autostart die Häkchen vor allen Ereignissen, die Sie nicht brauchen.

  1. Hier ist auch der richtige Ort, um die Autostart-Funktion anzupassen. Wollen Sie beispielsweise, dass sich beim Einlegen einer DVD Xine und nicht der KDE-Player Kaffeine öffnet, ersetzen Sie den Eintrag kaffeine hinter dem DVD-Icon einfach durch xine.

Größe der Startmenü-Icons unter SuSE Linux 9.1

Wer SuSE Linux 9.1 installiert, bekommt einen kleinen Schock, wenn er mit einer höheren Auflösung als 1024x768 arbeitet. Die Icons im K-Menü sind viel größer als früher, so dass einzelne Menüeinträge unnötig viel Platz verschwenden (Abbildung 5). Im Kontrollzentrum sucht man vergeblich nach einer Option, die Symbolgröße im Menü einzustellen, mit einem kleinen Trick gelingt es Ihnen dennoch:

Abb. 5: Die Icons im K-Menü von SuSE Linux 9.1 sind ziemlich groß.
  1. Öffnen Sie ein Schnellstartfenster und geben Sie dort
    kwrite ~/.kde/share/config/kickerrc
    ein.
  1. Der KDE-Editor öffnet die Konfigurationsdatei der Startleiste. Suchen Sie über Bearbeiten / Suchen nach MenuEntryHeight. Hinter der einzigen Fundstelle steht derzeit =32, was die Größe der Icons auf 32 Bildpunkte festlegt.
  1. Um die Minisymbole wieder in der Größe anzuzeigen, die unter SuSE Linux 9.0 Standard war, ändern Sie die 32 auf 16. Möglich sind Werte zwischen 16 und 22, so dass Sie ein wenig Spielraum nach oben haben, wenn Ihnen 16 Bildpunkte doch zu klein sind.
  1. Speichern Sie die Änderung über Datei / Speichern und schließen Sie den Editor. Sobald Sie sich das nächste Mal neu anmelden, haben die Startmenü-Symbole wieder die gewohnte Größe.

Nautilus: Mehr Komfort mit mittlerer Maustaste

Wenn Sie in Nautilus eine Datei in einen anderen Ordner ziehen, verschiebt sie der Datei-Manager, sofern sich das Zielverzeichnis auf derselben Partition befindet. Wollen Sie stattdessen eine Kopie anlegen, ist es lästig, dafür jedesmal den Menüpunkt Bearbeiten / Datei kopieren zu bemühen. Viel schneller geht es, wenn Sie für Drag & Drop-Aktionen die mittlere Maustaste verwenden. Sobald Sie die Datei am Ziel fallen lassen, öffnet Nautilus ein Menü, in dem Sie entscheiden, ob Sie die Datei kopieren, verschieben oder nur eine Verknüfung zu ihr anlegen wollen. (amü)

Infos
[1] Hans-Georg Eßer, "Mehr als Instant Messaging", EasyLinux 10/2003, S. 46 ff http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/10/046-xchat/
[2] Elisabeth Bauer, "Man spricht Deutsch", EasyLinux 07/2003, S. 50 f. http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/07/050-moz-update/

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