![]() |
|
||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
von Mirko Dölle, Andrea Müller, Matthias Bernrieder
Notebooks sind der Renner der letzten Jahre, selbst in schlechtesten wirtschaftlichen Zeiten konnten sich die Notebook-Hersteller über wachsende Absatzzahlen freuen. Kein Wunder, bieten aktuelle Notebooks doch die Leistung eines herkömmlichen PCs auf kleinstem Raum, und während ein Desktop 100 bis 150 Watt im Normalbetrieb verbraucht, begnügen sich Notebooks mit gerade mal einem Drittel des Stroms.
Dennoch, insgesamt ist der Stromverbrauch von Notebooks in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, was an immer größeren und schnelleren Prozessoren, aber auch an sehr leistungsfähigen Grafik-Chips liegt.
Einen besonders guten Ruf als Energiesparer genießt Intel mit seinen Pentium-M-Prozessoren (Pentium-M) und der Centrino-Technologie -- daran hat sicher die Werbung einen erheblichen Anteil. Das ganze ist jedoch eine Mogelpackung: Um das Centrino-Zertifikat zu bekommen, muss ein Notebook mit Pentium-M-Prozessor und dem Intel-Chipsatz i855 ausgestattet sein. Zusätzlich ist aber noch ein Intel Pro/Wireless WLAN-Modul vorgeschrieben -- was je nach Anwendungszweck und vor allem unterwegs nur unnütz Strom verbraucht.
Notebooks ohne Centrino-Label, die ebenfalls einen Pentium-M-Prozessor und den Intel-Chipsatz haben, verbrauchen also prinzipiell weniger Strom und haben längere Laufzeiten. Centrino ist offensichtlich nichts weiter als eine Marketing-Strategie von Intel, um den Verkauf der eigenen WLAN-Module anzukurbeln, die bislang niemand haben wollte. Entsprechend schlecht ist auch die Linux-Unterstützung, selbst Intel hat bis heute keinen stabilen Treiber bereit gestellt.
Vom WLAN-Modul abgesehen sind der Pentium-M und der Intel-Chipsatz i855 ein gutes Gespann, Akku-Laufzeiten von drei bis vier Stunden durchaus realistisch. Dabei hängt die tatsächliche Laufzeit sehr stark von der Art der Nutzung ab.
Extra für diesen Test baute die Redaktion einen automatischen Tipper (Abbildung 1), der den normalen Arbeitsablauf eines Benutzers unterwegs simuliert. Ausgangsbasis ist hier bei eine Standard-Installation der SuSE Linux 9.1 Professional, auf der Open Office gestartet und ein neues Textdokument erzeugt wird.
Der blaue Modellbau-Servo aus Abbildung 1 drückt über 30 Sekunden im Sekundentakt die darunterliegende Taste, legt dann für 30 Sekunden eine Tipp-Pause ein und beginnt danach von vorn. Nach fünf Minuten Tippen folgt eine Kaffeepause von 4:30 Minuten anstelle der Tipp-Pause, und nach 15 Minuten eine Arbeitspause von 9:30 Minuten Länge. Nach insgesamt 25 Minuten beginnt der Zyklus von vorn. Damit auch die normale Festplattenaktivität Eingang in den Test findet, speichert Open Office den Text automatisch alle 15 Minuten ohne Nachfrage -- also kurz vor den Arbeitspausen.
Die Kaffe- und Arbeitspausen geben dem Notebook die Möglichkeit, die Stromsparmodi zu aktivieren. Dazu ist der Bildschirmschoner im Kontrollzentrum auf Leerer Bildschirm gestellt und wird nach 4 Minuten aktiv.
Der Test ist beendet, wenn das Notebook-Display für mehr als drei Sekunden dunkel ist, obwohl getippt wird. Dazu wird über einen Fotowiderstand die Beleuchtung des Displays kontrolliert, die Steuerung und auch Zeitmessung übernimmt ein zweites Notebook.
Zur Beurteilung der Linux-Kompatibilität installierten die Tester auf allen Notebooks die Distributionen SuSE Linux 9.1 Professional, Mandrake Linux 10 und Fedora Linux Core 2. Dass Linux nicht gleich Linux ist, zeigte sich bei Mandrake Linux auf dem Acer Travelmate: Die Distribution konnte mit dem Broadcom-Netzwerk-Chip partout nichts anfangen -- obwohl das korrekte Kernel-Modul vorhanden ist, erkennen es die Konfigurationsprogramme nicht, es muss umständlich von Hand eingebunden werden. Fedora Linux verweigerte die Zusammenarbeit mit Sonys Vaio, ACPI funktionierte in dieser Kombination überhaupt nicht so dass sich der Kernel wenige Sekunden nach Start von der CD gnadenlos aufhing. Die einzige Distribution, die die gesamte Hardware erkaannte und bei der ACPI auf allen Notebooks zumindest teilweise funktionierte, war SuSE Linux 9.1.
Prinzipiell funktionieren die Notebooks auch ohne ACPI -- dann funktioniert jedoch das WLAN-Modul nicht mit dem ndiswrapper, um die Module mit den Windows-Treibern ansteuern zu können. Weiterhin sind große Teile der Stromsparmechanismen ohne ACPI schlicht lahmgelegt.
Weiteres Ungemach drohte bei der 3D-Hardware-Beschleunigung der diversen Grafikkarte. Der Grafik-Chip ATI Radeon 9200 Mobility des Sony-Notebooks läuft normalerweise mit Linux problemlos, dennoch gelang den Testern nicht, die 3D-Unterstützung einzuschalten. Zum Spielen ist das Vaio also ungeeignet.
Das ungewöhnliche Breitbild-Display des Asus-Notebooks mit 1280 x 800 Pixeln Auflösung kannte keine der Distributionen, dementsprechend mussten die Tester stets 1024 x 768 Pixel einrichten. Leider lässt sich im BIOS des Notebooks nicht verhindern, dass die Grafikkarte bei geringerer Auflösung automatisch die gesamte Displayfläche benutzt. So kommt es zu sehr unschönen Verzerrungen, weil das Seitenverhältnis von 4:3 auf 16:10 umgerechnet wird. Kreise sind also nicht mehr rund. Lösungen für dieses ungewöhnliche Bildformat sind schon in Arbeit, lassen sich jedoch nicht anwenden, ohne bei einem Konfigurationsfehler die Funktion der gesamten grafischen Oberfläche aufs Spiel zu setzen.
Auf den folgenden sechs Seiten finden Sie eine detaillierte Beschreibung jedes einzelnen Geräts, auf den Seiten 80 und 81 die große Übersichtstabelle mit allen Leistungsdaten.
Auf eine Rangliste hat die Redaktion verzichtet, dafür unterscheiden sich die Geräte zu stark in Ausstattung und Zielgruppe. Dennoch kristalisierte sich das IBM Thinkpad X40 als beliebtestes Gerät unter den Testern heraus -- es ist klein, handlich, hat eine lange Akku-Laufzeit und gute Linux-Unterstützung waren hierfür die Gründe.
Am unteren Ende rangieren die Exoten: So lange keine Distribution das Bildformat von 1280 x 800 Pixeln standardmäßig beherrscht, ist das Display des Acer M6700N ein K.O.-Argument für dieses Notebook. Hinzu kommen noch die Probleme mit dem Kernel von Mandrake Linux. (mdö)
| Danksagung |
|
Wir danken der Firma Magic Devices http://www.magicdevices.de und dem Media Markt München Ost im Stahlgruber-Center für die Leihgabe einzelner Testgeräte. |
Mit einem Gewicht von drei Kilo zählt das Acer Travelmate mehr zu den portablen Arbeitsplätzen denn zu den Notebooks. Entsprechend umfangreich ist auch seine Ausstattung, neben vier USB-2.0-Anschlüssen an der linken Seite hat das Gerät einen Firewire-Port sowie eine parallele Schnittstelle -- längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Leider fehlt ein PS/2-Anschluss für den stationären Betrieb.
Für die interne Tastatur konnte sich kein Tester begeistern: Sie ist seltsam rund und in einem Bogen angeordnet. Das führt dazu, dass wichtige Tasten wie [Strg] und die Cursor-Tasten extrem klein und entsprechend schwer zu treffen sind. Zudem hat Acer [Pos 1] und [Bild auf] sowie [Ende] und [Bild ab] auf zwei Tasten vereinigt. Um an den Anfang oder das Ende einer Zeile zu kommen, muss der Benutzer also die [Fn]-Taste bemühen -- sehr umständlich. Die Taste mit den spitzen Klammern liegt völlig deplatziert neben der rechten [Shift]-Taste. Dabei wäre ausreichend Platz für eine etwas verkleinerte Standard-PC-Tastatur.
Das Touchpad als Maus-Ersatz hat relativ kantige Maustasten, anstelle eines Scroll-Rads hat Acer eine Tastenwippe mit vier Richtungen eingebaut -- unter Linux funktionieren Rechts und Links jedoch nicht. Auch lässt sich nicht mehr auf das Touchpad tippen, um einen Klick mit der rechten Maustaste auszulösen, der Benutzer muss also in jedem Fall die rechte Maustaste benutzen.
Für den Stromanschluss hat sich Acer die denkbar ungünstigste Stelle ausgesucht: Die Buchse für den abgewinkelten Stecker liegt nur wenige Millimeter neben dem DVD-ROM-Laufwerk und blockiert es, wenn das Kabel nicht peinlich genau nach hinten geführt wird. Noch dazu saß der Stecker sehr lose, was zu einem permanenten Wackelkontakt führte.
Insgesamt wird die Verarbeitung dem Markengerät nicht gerecht. Die Handballenauflage knarrt, die Tastatur biegt sich beim Schreiben leicht durch und das Gehäuse ist lediglich aus Plastik. Die Festplatte liegt unter der linken Handballenauflage und heizt so der Hand gut ein.
Ein Lichtblick ist der über USB angesteuerte Flash-Kartenschacht für Smart Media, SD/MMC und Memory Stick an der Vorderseite des Notebooks -- für Compact Flash benötigt man nach wie vor einen PCMCIA-Adapter oder einen USB-Kartenleser. Das Notebook hat nur einen CardBus-Slot, der zweite ist dem eingebauten und von Linux nicht unterstützten Smartcard-Leser zum Opfer gefallen.
Das Display des Acer-Notebooks hat eine Auflösung von 1400x1050, wovon sich mit den getesteten Distributionen momentan maximal 1280x1024 nutzen lassen. Einige Updates der Hersteller vorausgesetzt lässt sich aber die volle Auflösung des Travelmate nutzen, wie ein Test mit einer Entwicklerversion der grafischen Oberfläche X zeigte.
Beim WLAN-Modul ist die Situation deutlich besser, mit den in Ausgabe 07/2004 vorgestellten funktioniert drahtloses Netzwerk mit maximal 11 MBit/s einwandfrei. Auch hier wird das nächste Update der Hersteller aller Wahrscheinlichkeit nach dafür sorgen, dass WLAN automatisch erkannt wird und funktioniert.
Auch ACPI funktionierte vergleichsweise gut, lediglich das CPU-Throttling zur dynamischen Anpassung der Taktfrequenz ließ sich nicht aktivieren. Speed Step, Temperatur und Ladezustand der Batterie ließen sich ohne Probleme abfragen
Insgesamt hinterlässt das Acer Travelmate 662 LCi keinen guten Eindruck. Die sehr gewöhnungsbedürftige Tastatur und Maus und die dürftige Verarbeitung des Geräts sind für ein Markengerät untypisch. Immerhin ist die Linux-Unterstützung ausreichend, allerdings lassen sich einige teuer erkaufte Komponenten wie die hohe Auflösung des Displays und der Smartcard-Reader derzeit nicht nutzen. Mit gut 1500 Euro ist das Travelmate auch kein Schnäppchen.
| Plus und Minus |
|
(+) Multi-Flash-Kartenleser (+) Display mit 1400 x 1050 Pixel, problemlos nutzbar bis 1280 x 1024 (-) Stark gewöhnungsbedürftige Tastatur (-) Smartcard-Reader funktioniert nicht (-) Stromanschluss unpraktisch |
Die Verarbeitung des Asus M6700N entspricht dem Preis von knapp 1400 Euro -- viel Plastik, das gerade auf der Handballenablage sehr leicht nachgibt. An Gewicht hat Asus nicht gespart, das M6700N ist das schwerste im Testfeld.
Die Tastatur ist Asus deutlich besser gelungen als Acer die des Travelmate: Die Tasten sitzen in einem rechteckigen Grundriss und sind nicht beschnitten.
Als einziges Notebook im Testfeld ist das Asus M6700N mit einem Display in WXGA-Lauflösung, also 1280 x 800 Pixel im 16:9-Format, ausgestattet. Dies bringt gleich bei der Installation der Distributionen Probleme mit sich: Weder SuSE Linux 9.1 noch Mandrake Linux 10 oder Fedora Core 2 unterstützen das Breitbild-Format, so dass bestenfalls 1024 x 768 Pixel nutzbar bleiben.
Zu allem Übel kann man beim Acer-Notebook nicht einmal die Skalierung kleinerer Videomodi auf die volle Display-Größe abschalten. Das Bild wird also überproportional auseinander gezerrt, aus Kreisen werden bestenfalls Eier. Unter SuSE Linux 9.1 gibt es dafür komfortabel Abhilfe:
Die Installation von Mandrake Linux 10 scheiterte schon im Ansatz: Egal wie die Tester das Installationssystem starteten oder welche Parameter sie ihm mitgaben, spätestens bei der Abfrage der Benutzerdaten fror das System unwiderruflich ein. Offenbar verträgt sich der Kernel von Mandrake überhaupt nicht mit dem Asus-Notebook. Mit SuSE Linux 9.1 und Fedora Core 2 gab es diese Abstürze nicht.
Eine Abhilfe ist momentan nicht in Sicht. Möglicherweise funktioniert ein älterer Kernel aus der 2.4er Serie, Mandrake Linux 10 benutzt jedoch standardmäßig Kernel 2.6. Aus diesem Grund kann die Redaktion derzeit allen Mandrake-Benutzern nur von diesem Notebook abraten -- und umgekehrt.
Unter Fedora Core 2 ist die maximal nutzbare Bildschirmauflösung 1024 x 768 Bildpunkte, größere Auflösungen lassen sich zwar einstellen, nicht jedoch mit den Distributions-Werkzeugen. Bei der manuellen Anpassung riskiert der Anwender mit jedem Tippfehler, dass das grafische System nicht mehr startet -- und dann ist guter Rat teuer, denn nur wenige Browser, E-Mail- und IRC-Clients funktionieren überhaupt noch auf der Textkonsole.
Die übrige Hardwareunterstützung war gut, sogar Speed Step und der Governor funktionierten einwandfrei. Abstriche gibt es beim nicht funktionierenden Throtteling, womit die CPU normalerweise den jeweiligen Anforderung entsprechend schnell arbeitet, um möglichst viel Strom zu sparen. Auch die Schlaf-Modi Standby, Suspend to RAM und Suspend to Disk führten reproduzierbar zum Totalabsturz des Rechners. Teilweise so schwerwiegend, dass selbst mehrmaliges Ein- und Ausschalten nichts half -- erst nachdem das Stromkabel herausgezogen und der Akku ausgebaut war, funktionierte das Notebook wieder.
Das Asus M6700N ist nicht die erste Wahl, dafür unterstützt es offenbar Linux viel zu gering. Mit 1400 Euro ist es nicht nur das billigste Gerät im Testfeld, sondern mit 3,1 Kilo auch gleichzeitig das schwerste.
| Plus und Minus |
|
(+) Hoch auflösendes Display (1280 x 800), das unter SuSE Linux 9.1 funktioniert (+) Günstiger Preis (-) Hohes Gewicht (-) Mandrake Linux lässt sich derzeit nicht benutzen (-) Synaptics-Touchpad, Antippen des Touchpads gilt nun nicht mehr als Klick mit der linken Maustaste |
Das Lifebook S7010 ist mit knapp zwei Kilo das zweit leichteste Gerät im Test. Es ist grundsolide verarbeitet und knarrt im Gegensatz zum Acer Travelmate 662 nicht, obwohl es auch komplett aus Kunststoff gefertigt ist. Beim Test fielen lediglich der extrem schwergängige Display-Riegel, der etwas zu weiche Tasten-Druckpunkt sowie die nur über [Fn]-Tastenkombinationen erreichbaren Cursor-Funktionen negativ auf.
Schade ist auch, dass das TFT-Display lediglich XGA-Auflösung hat, also 1024 x 768 Bildpunkte. Das Thinkpad R51 ist nur geringfügig größer, hat dafür aber SXGA+, also 1400 x 1050 Pixel -- das reicht aus, um auf dem Desktop bequem Browser, E-Mail-Client und Chat-Programm nebeneinander zu legen.
Das Lifebook S7010 erreicht beim Akku-Leistungstest mit 3:45 Stunden den vierten Platz und wird nur noch von IBMs Thinkpad R51 und dem Asus-Notebook geschlagen. Wie bei den meisten anderen Notebooks im Testfeld lässt sich das optische Laufwerk des Lifebook herausnehmen und gegen einen Zweitakku ersetzen -- dieser hat mit 3400 mAh zwar nur drei Viertel der Kapazität des Hauptakkus, dürfte dem Lifebook jedoch zu einer traumhaften Laufzeit von sieben Stunden verhelfen.
Wie lange die Akkus etwa nach einem Jahr Benutzung noch halten, hängt sehr stark von ihrer Behandlung ab. Die meisten Notebook-Besitzer betreiben ihre Rechner ständig am Netz, weshalb auch die Akkus stets geladen werden. Lithium-Ionen hin oder her, auf Dauer werden die Notebook-Akkus dadurch regelrecht "totgeladen" und müssen alle ein bis zwei Jahre ausgetauscht werden, weil sie bestenfalls noch fünf Minuten halten.
Dieses Problem haben prinzipiell alle Akku-betriebenen Geräte. Wer seinen Laptop praktisch nur als mobilen Arbeitsplatz stets am Netzteil betreibt, sollte den Akku aufladen und ihn dann aus dem Gerät herausnehmen. Der optimale Ort für die Aufbewahrung des Akkus ist übrigens das Butter- oder Eier-Fach im Kühlschrank, natürlich gut verpackt.
Die Ingenieure von Fujitsu-Siemens haben das Problem beim Lifebook C7010 sehr viel pfiffiger gelöst: Hier lädt das Notebook den Akku erst dann, wenn über 20 Prozent oder 800 mAh des Akkus verbraucht sind. In der Praxis schont diese Technik den Akku ganz erheblich, Langzeittests müssen jedoch erst zeigen, wie viel dies tatsächlich ausmacht.
In der Praxis muss der Benutzer durch diese besondere Ladetechnik auch Einbußen hinnehmen: Im schlimmsten Fall verliert er gut 45 Minuten Laufzeit gegenüber dem vollen Akku, wenn er das Gerät knapp oberhalb der Ladeschwelle vom Netzteil trennt.
Die Linux-Unterstützung, genauer gesagt das ACPI, könnte besser sein: Weder die Temperaturanzeige noch das CPU-Throttling lassen sich nutzen, letzteres ist aber wegen funktionierendem Speed Stepping des Prozessors zu verschmerzen. Auch die Schlafmodi funktionierten nicht, weder aus "Suspend to RAM" noch aus "Suspend to Disk" wachte das Notebook wieder auf.
Eine böse Überraschung bereitete den Testern das WLAN-Modul, es handelt sich hierbei um die 54-MBit/s-Variante des Intel Pro/Wireless. Das WLAN-Modul wird standardmäßig von keiner der getesteten Linux-Distributionen unterstützt, die
Mit einer Vorab-Version des neuen ndiswrapper gelang es zwar, das WLAN-Modul von Hand einzurichten und in Betrieb zu nehmen -- bei Entladen des Kernel-Moduls kam es jedoch reproduzierbar zu Komplettabstürzen des Rechners. Die Tester vermuten die Ursache dafür ebenfalls im ACPI, weitere Tests müssen diese Vermutung jedoch erst noch belegen.
| Plus und Minus |
|
(+) Solide Verarbeitung (+) Lange Akku-Laufzeit (+) Schonende Ladestrategie für den Akku (-) Tastatur etwas zu weich (-) Probleme mit WLAN und ACPI (-) Relativ teuer |
Das IBM Thinkpad R51 stammt aus der Consumer-Familie der IBM-Notebooks, was man allein schon am Material merkt: Während das Thinkpad X40 in einem Metallgehäuse mit einer dünnen, sehr griffige Beschichtung steckt, ist das Gehäuse des Thinkpad R51 schlicht und ergreifend aus schwarzem Plastik -- fast kommt einem "Bakelit" in den Sinn. Das hat zur Folge, dass man jedweden Fingerabdruck auf dem R51 deutlich sieht.
Die Ausstattung des R51 ist jedoch IBM-typisch umfangreich: Der Pentium-M 1,5 GHz verspricht ordentlich Rechenleistung, und das DVD/CD-RW-Kombi-Laufwerk lässt sich gegen einen DVD-Brenner oder einen zweiten Akku ersetzen.
Das R51 ist ein echter Langstreckenläufer und landete beim Akku-Test mit 4:20 Stunden Laufzeit auf dem zweiten Platz. Mit Zweitakku im Laufwerksschacht dürfte der Strom für rund sechs Stunden reichen. Allerdings animieren das Gewicht von fast drei Kilo und die Abmessungen des Notebooks nicht dazu, es ständig mit sich herum zu tragen.
Unüblich für IBM hat das Thinkpad R51 nicht nur den üblichen Trackpoint als Mausersatz, sondern auch ein Touchpad. Interessant ist die Anordnung der Maustasten: Gibt es für den Trackpoint drei Maustasten unterhalb der Leertaste, hat das Touchpad lediglich zwei Maustasten. In der Praxis ist es dem Benutzer überlassen, welche Maustasten er benutzt.
Wie die meisten Hersteller hat auch IBM ein Touchpad von Synaptics eingebaut, bei dem seit Kernel Version 2.6 ein "Antippen" nicht mehr gleichbedeutend mit einem Klick mit der linken Maustaste ist. Das Problem ist, dass durch die Umstellung von Kernel 2.4 auf Kernel 2.6 das Zusatzprogramm tpconfig nicht mehr funktioniert, das für die Einrichtung des Touchpads zuständig war. Bei SuSE Linux 9.1 lässt sich das Problem sehr einfach mit YaST beheben:
Das Thinkpad R51 ist mit dem WLAN-Modul Intel Pro/Wireless 2100 ausgerüstet, also der 11-MBit/s-Variante. Die Inbetriebnahme unter Linux ist zwar nicht ganz einfach, aber möglich, eine detaillierte Anleitung dazu finden Sie in der Ausgabe 07/2004 auf Seite 72.
Auch das ACPI des IBM Thinkpad R51 ist vorbildlich, es lassen sich alle wesentlichen Daten wie Temperatur und Prozessor-Taktfrequenz auslesen, zudem funktionieren sowohl Speed Stepping des Prozessors als auch Throttling. Lediglich die Schlafmodi bereiteten im Test Probleme, während "Suspend to RAM" klaglos funktionierte, passierte bei "Standby" einfach gar nichts und bei "Suspend to Disk" wachte das R51 nicht mehr auf.
Das IBM Thinkpad X40 ist nicht nur das kleinste, sondern auch das teuerste Notebook im Testfeld. Es hat nicht einmal die Abmessungen einer A4-Seite und wiegt mit 1,3 Kilo weniger als die Hälfte des Thinkpad R51.
Auch die Verarbeitung des Thinkpad X40 ist sehr viel besser als die des "großen" Bruders: Das Metallgehäuse ist mit einer Art dünnen Gummi-Schicht überzogen, was dem Notebook ein matt schwarzes und sehr edles Aussehen verleiht. Zudem wird das Thinkpad X40 dadurch sehr griffig. Auch die beim Thinkpad R51 bemängelten Fingerabdrücke sind beim X40 kaum zu sehen.
Aufgrund der Größe, oder besser Kleine, ist die Ausstattung des Thinkpad X40 deutlich geringer als die der anderen Notebooks im Testfeld. So gibt es keinen Einschub für ein optisches Laufwerk, nur zwei USB-Anschlüsse und überhaupt kein Firewire. Bei der Erweiterbarkeit musste man ebenfalls Abstriche machen, es gibt nur einen CardBus-Slot -- dafür spendiert IBM dem X40 einen SD/MMC-Flash-Karten-Schacht. Die praktische LED, die am oberen Display-Rand sitzt und bei Dunkelheit die Tastatur leicht beleuchtet, gibt es aber auch beim X40.
Die erste Herausforderung, Linux auf dem Thinkpad X40 zu installieren, ist schon die Wahl des Installationsmediums: Da das Gerät ohne optisches Laufwerk ausgeliefert wird, scheitert man schon daran, die Installations-CD einlegen zu können.
Theoretisch ließe sich das Thinkpad über Netzwerk mit dem Installationssystem starten, doch dazu sind entsprechende Server nötig, deren Einrichtung den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengt.
Auch kann man nicht einfach die Festplatte ausbauen und in einen Desktop-Rechner einbauen. Zwar sitzt die Festplatte relativ leicht entnehmbar an der Vorderkante des Notebooks und lässt sich über einen entsprechenden Notebook-Festplatten-Adapter wie jede andere Festplatte auch betreiben -- das Problem sind die Distributionen. Die Konfiguration erfolgt unmittelbar im Anschluss an die Installation, so dass die Notebook-Platte mit den Hardware-Daten des Desktops eingerichtet wird. Im schlimmsten Fall startet das Notebook nicht einmal mit einer so eingerichteten Festplatte.
Um das Thinkpad X40 mit einem optischen Laufwerk auszurüsten, bietet IBM für rund 230 Euro die Ultrabase 4, eine Docking Station an. Das dazugehörige DVD-ROM kostet nocheinmal rund 200 Euro -- insgesamt also ein teurer Spaß. Damit wird allerdings das DVD-Laufwerk erkannt als wäre es fest eingebaut.
Die günstige Alternative ist ein externes USB-Laufwerk. Geht es nur um die erste Installation, reicht ein altes 4fach-CD-ROM mit USB 1.1 für 20 bis 30 Euro bei Ebay völlig aus. Allerdings dauert die Installation eines SuSE-Standard-Systems damit durchaus einen ganzen Nachmittag. Später lassen sich Pakete ohne weiteres aus dem Internet nachinstallieren.
Wer sowieso einen CD- oder gar DVD-Brenner benötigt, sollte unbedingt USB 2.0 benutzen. Entweder man kauft gleich einen fertigen externen USB-2.0-Brenner, oder besorgt sich für etwa 60 Euro ein externes Leergehäuse und baut den Brenner dort selbst ein. Das Thinkpad X40 erlaubt es, von USB-Laufwerken zu starten, so dass der Linux-Installation nichts mehr im Wege steht.
Im Standardlieferumfang der IBM-Notebooks sind keine Betriebssystems- oder Recovery-CDs enthalten -- IBM speichert die Daten statt dessen auf einer separaten Partition, die natürlich bei der Installation von Linux schnell einmal gelöscht werden kann.
Ist dies passiert, kann man beim IBM-Support kostenlos eine CD mit der entsprechenden Windows-Vollversion anfordern, der Hinweis auf die gelöschte Recovery-Partition während der Linux-Installation soll diversen Forenbeiträgen nach sehr hilfreich sein.
Im Gegensatz zum Thinkpad R51 funktioniert beim X40 weder "Standby", noch "Suspend to RAM" oder gar "Suspend to Disk". Während das Notebook "Standby" schlicht ignoriert, fährt es bei "Suspend to RAM" und "Suspend to Disk" herunter, wacht jedoch nicht wieder auf. Beim Thinkpad R51 funktionierte zumindest "Suspend to RAM" einwandfrei.
Das IBM Thinkpad X40 hat den Testern mit Abstand am besten gefallen: Klein, leicht und im robusten Metallgehäuse. Die Tastatur ist außergewöhnlich gut, einmal weil sie keinerlei Windows-Tasten hat, zum anderen aber auch, weil die Tasten die normale Größe haben und so wie auf einer gewöhnlichen Tastatur angeordnet sind. Die Laufzweit von drei Stunden mit dem Standard-Akku lässt sich noch aufbohren, der High-Capacity-Akku verspricht, die Laufzeit glatt zu verdoppeln.
| Plus und Minus |
|
(+) Extrem niedriges Gewicht (+) Drei Stunden Laufzeit mit dem Standard-Akku (-) Praktisch nicht erweiterbar (-) Kein optisches Laufwerk für die Installation |
Das letzte Notebook im Test, in praktisch jeder Hinsicht, ist das Sony Vaio VGN-A 115S. Schon auf den ersten Blick erkennt man das ungewöhnliche, fast extravagante Design: Deckel und Boden sind aus Metall und in Silber gehalten, während im innen Anthrazitfarbener Kunststoff vorherrscht. So viel Material hat seinen Preis, mit 1800 Euro ist das Gerät kein Schnäppchen und bringt noch dazu gut drei Kilo auf die Wage -- ein solches Notebook möchte man nicht Tag für Tag mitnehmen.
Das TFT-Display ist ein echter Hingucker: Es sitzt hinter einer offenbar getönten Folie, so dass der Kontrast höher ist und dadurch die Farben brillanter wirken. Zudem ist das Display weniger Blickwinkel-abhängig.
Der Haken ist, dass durch die glatte dunkle Folie das Display wie ein Spiegel wirkt und selbst schwache Lichtquellen gut reflektiert -- es ist fast unmöglich, mit dem Gerät in der Sonne oder unter Neonröhren zu arbeiten, man erkennt einfach nichts mehr auf dem Display.
Auch bezüglich der Auflösung enttäuscht das Vaio, obwohl das TFT-Panel 15 Zoll groß ist, kann es lediglich XGA (1024 x 768 Bildpunkte) anzeigen. Für ein solch großes Display sind 1400 x 1050 zeitgemäß, bei XGA kann man fast schon die Treppenstufen verursacht von den großen Pixeln erkennen.
Die Tastatur hat einen spürbaren Druckpunkt und ein sinnvolles Layout, einzig die Cursor-Tasten sind nicht abgesetzt und deshalb etwas umständlich zu bedienen. Sony verwendet lediglich ein Touchpad als Mausersatz und hat auch nur zwei Maustasten vorgesehen, nicht mal ein Scrollrad oder entsprechende Scroll-Tasten.
Die seitlichen Schnittstellen und Anschlüsse sind beim Transport gut geschützt, weil das Gehäuse an den Stellen nach innen springt und der Boden beziehungsweise das Display überstehen. Dort befindet sich auf der rechten Seite auch der DVD-Brenner -- allerdings fest eingebaut. Er beschreibt sowohl Medien nach DVD-Plus und DVD-Minus-Standard, mit DVD-RAM kann er nichts anfangen.
Ebenfalls unpraktisch ist die Auswurftaste des DVD-Brenners, am Brenner selbst gibt es nur einen Stecknadelkopf großen, fast völlig versenkten Knopf, für den alltäglichen Gebrauch hat Sony eine separate Taste neben dem Laufwerk angebracht. Offenbar braucht diese Auswurftaste Treiberunterstützung, da sie weder unmittelbar nach Einschalten des Rechners noch unter Linux überhaupt funktioniert.
Die Linux-Unterstützung ist beim Sony Vaio gut, die Temperatur der CPU lässt sich ebenso abfragen wie die aktuelle Taktfrequenz. Darüber hinaus funktionieren sowohl Speed Stepping als auch Throttling, genau wie beim IBM Thinkpad X40. Bei den Schlafmodi sieht es nicht gut aus; "Standby" ignoriert das Gerät einfach, bei "Suspend to RAM" und "Suspend to Disk" wacht der Rechner nicht wieder auf.
Die Akku-Laufzeit des Sony Vaio ist schlicht indiskutabel: Schon nach zwei Stunden und fünf Minuten warf das immerhin drei Kilo schwere Notebook das Handtuch und schaltete sich ab. Der Akku des Vaio ist nur unwesentlich kleiner als der des IBM Thinkpad R51, hält aber nicht einmal halb so lang durch wie das Thinkpad R51 mit 4:20 Stunden -- und das, obwohl beide Notebooks sehr ähnliche technische Daten haben.
Hier müssen sich die Sony-Ingenieure die Frage gefallen lassen, wofür man denn besonders stromsparende und damit auch teure Prozessoren und Chipsätze einsetzt, wenn die übrige Hardware den Strom regelrecht verbrät. Noch viel interessanter ist die Frage, warum nicht wie üblich das optische Laufwerk herausnehmbar ist, um einen Zweitakku unterbringen zu können. So sind keinerlei Erweiterungen möglich, es gibt noch nicht einmal einen Akku mit höherer Kapazität.
Insgesamt eignet sich das Sony Vaio nur als portable Arbeitsstation, die praktisch immer an der Steckdose hängt -- nur dass Sony kein solches Akku-Management wie Fujitsu-Siemens vorgesehen hat, sondern den Akku stets bis zum letzten Angström geladen hält und somit den Akku binnen kürzester Zeit "totlädt". Auch das spiegelnde Display eignet sich kaum für den Betrieb unter freiem Himmel. Mit 1800 Euro ist das Gerät deutlich teurer als etwa das IBM Thinkpad R51, was sich allerdings mit der etwas schnelleren CPU und dem DVD-Brenner anstelle des Kombi-Laufwerks im IBM erklärt. Das Thinkpad R51 mag zwar nicht das schönere Notebook sein, es ist in den meisten Fällen aber sicher die bessere Wahl.
| Plus und Minus |
|
(+) DVD-Brenner für DVD-Plus und DVD-Minus (-) Spiegelndes Display (-) Geringe Auflösung (-) Indiskutable Akku-Laufzeit, ungewöhnlich hoher Stromverbrauch (-) Kaum Erweiterungsmöglichkeiten (-) Optisches Laufwerk nicht gegen Zweitakku austauschbar |
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite |
Datenschutz |
© 2012 Linux New Media AG |
Last modified: 2007-01-25 17:18
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[Linux-Community]
[Admin-Magazin]
[Ubuntu User]
[Smart Developer]
[Linux Events]
[Linux Magazine]
[Ubuntu User]
[Admin Magazine]
[Smart Developer]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Community Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[Linux Magazine Spain]
[Linux Technical Review]