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von Dr. Bernhard Röhrig
Viele Anwender suchen heute nach preiswerten Alternativen für Büro-Software -- sei es, um den privaten Geldbeutel zu schonen, sei es, weil der Dienstherr es so verlangt. Hier wie dort bieten sich preisgünstige Alternativen, die jedoch alle Einarbeitungsaufwand fordern.
Die Variante StarOffice/OpenOffice bietet dabei nicht nur den Vorteil, dass sie auf allen gängigen Betriebssystemen läuft und somit den Aufwand für den Umstieg gering hält, sondern auch, dass es inzwischen eine ganze Reihe von Büchern gibt, die den Anwender bei den ersten Schritten unterstützen und ihn auch später nicht allein lassen.
Ganz easy funktioniert der Einstieg mit StarOffice 7 easy von Beate Majetschak. Das Buch aus der easy-Reihe des Markt-und-Technik-Verlags spricht sogar Leser an, die überhaupt noch nie mit einem Office-Programm gearbeitet haben. Vom Aufbau der Tastatur über die Bedienung der Maus bis hin zur Gestaltung einer eigenen Homepage wird alles Schritt für Schritt und mit vielen Bildern erklärt. Da braucht auch der absolute Newbie nicht zu verzagen.
Dass der Programmstart nur für Windows beschrieben wird, ist nicht so schlimm; alle aktuellen Linux-Distributionen integrieren OpenOffice ins Startmenü. Alle weiteren Ausführungen der Autorin sind auch für Linux-Anwender hilfreich, da es in der Bedienung der einzelnen Office-Programme unter verschiedenen Betriebssystemen keinen Unterschied gibt. Ebenso stört es nicht, dass sich das Buch auf die kommerzielle Variante StarOffice 7 beschränkt, denn bis auf einige etwas anders gestaltete Icons funktioniert OpenOffice genau gleich.
Fast die doppelte Seitenzahl und nicht ganz so viele Bilder bietet OpenOffice.org -- Einstieg und Umstieg von Galileo Computing. Autor Thomas Krumbein, langjähriger Seminarleiter und Unternehmensberater, wendet sich vor allem an Office-Anwender in kleinen und größeren Firmen. So sind die Themen, die er behandelt, deutlich anspruchsvoller und ihre Darstellung entsprechend ausführlicher.
Doch auch Einsteiger kommen voll auf ihre Kosten, denn jedes Kapitel zu den einzelnen Office-Produkten beginnt mit den Abschnitten "Schnelleinstieg" und "Grundlagen", in denen der Autor den Leser bei der virtuellen Hand nimmt und behutsam in die Materie einführt. Dass das Buch den Anwender auch später nicht allein lässt, ist sein großes Plus: So gipfelt die Darstellung in einer Einführung in die OOoBasic-Programmierung einschließlich praxisnahem Beispiel.
Mit einer ähnlichen Anleitung wartet das im Umfang etwa gleiche OpenOffice-Buch von Gabriele und Robert Schoblick aus dem Franzis-Verlag auf. Am Anfang beschreibt das Autorenpaar nach drei kurzen Kapiteln zu allgemeineren Fragen ausführlich die Hauptbestandteile der Office-Suite, Writer, Calc, Draw und Impress, und geht dabei mir großer Gründlichkeit zu Werke. Die Fülle der gebotenen Informationen lässt den manchmal etwas lehrerhaften bis redseligen Stil verschmerzen. Eher vermisst man da schon Anleitungen zur Erstellung von Web-Seiten, wie sie die meisten anderen hier besprochenen Bücher bieten.
Besonders ist das Werk dem professionellen Anwender zu empfehlen, der möglichst viele Features von OpenOffice kennen lernen und für seine Arbeit einsetzen möchte.
Dies gilt auch für das StarOffice 7 Trainingsbuch von Bettina Heuser, erschienen bei Markt + Technik. Das Buch basiert auf Original-Schulungsunterlagen von Sun Microsystems, dem Hersteller und Lizenzgeber von StarOffice, und besticht durch seinen klaren didaktischen Aufbau.
Nach einer kurzen Einführung in die StarOffice-Bedienung wird jedes Thema gleich zweimal behandelt: einmal für Einsteiger und einmal für etwas erfahrenere Benutzer. Diese Verdopplung erleichtert den Zugang, hat jedoch zur Konsequenz, dass im Gegenzug, wahrscheinlich aus Platzgründen, die Themen Zeichnen (Draw), Formeln (Math) und Programmierung (Basic) nur am Rande vorkommen. Auch für die Anbindung an die Datenbank Adabas D -- eigentlich eine StarOffice-Spezialität -- verweist die Autorin lediglich diskret auf die Website der Software-AG. Sehr ansprechend hingegen ist die Verwendung je eines durchgängigen Anwendungsbeispiels in beiden Buchteilen. Würde sich der Inhalt eines Buches nach Seiten bemessen, wäre dieses freilich das teuerste des Testfeldes.
Zur preiswerteren Sorte gehört Das große Buch StarOffice 7 von Data Becker. Verfasst hat es David Dangel, über den leider sehr wenig zu erfahren ist, außer dass er offenbar der Raver-Szene nahe steht. Diesem Umstand ist wahrscheinlich zu verdanken, dass Dangel äußerst kundig über die Gestaltung anspruchsvoller Web-Projekte mit Hilfe von Star-/OpenOffice zu berichten weiß.
Auch sonst ist das Buch erfrischend zu lesen, reich an Fakten und übersichtlich. Dazu tragen die gute Illustration und nicht zuletzt der umfangreichste Index aller hier vorgestellten Bücher bei. Infolgedessen eignet es sich auch hervorragend als Nachschlagewerk für den täglichen Umgang mit den Office-Produkten. Sogar ein gut 50-seitiger Teil über die Adabas-D-Anbindung von StarOffice 7 ist vorhanden. Allerdings ist das Buch das einzige im Testfeld ohne CD-ROM. Zum vergleichsweise günstigen Preis sind also noch die Beschaffungskosten für die Software hinzuzurechnen.
Dieser Tage erscheint bei SuSE Press der Wälzer OpenOffice.org/StarOffice für Linux und Windows von Günter Born. Auf über 1.100 Seiten breitet der Autor einen reichen Schatz an Wissen und Erfahrungen mit den einzelnen Office-Komponenten aus und spart dabei nicht mit Tricks und Kniffen. Zahlreiche Illustrationen helfen beim Verständnis auch schwieriger Operationen. Für Einsteiger besteht durchaus die Gefahr, sich im Wust der Informationen zu verlieren. Als Nachschlagewerk für schwierige Fälle und als Lehrbuch für einen tieferen Einstieg in die Materie ist das Buch jedoch sehr zu empfehlen. Meines Wissens ist es zur Zeit das einzige Werk am Markt, unter dessen Anleitung sich die ODBC-Anbindung einer Datenbank fehlerfrei herstellen lässt.
Der Index hat zwar nur gut den halben Umfang wie der im zuvor besprochenen Buch, ist aber doch doppelt so groß wie bei den restlichen, und er ist der einzige, der ein Wort wie SUMMENPRODUKT enthält, eine Funktion, die im Umgang mit Tabellenkalkulationen recht häufig gebraucht wird. Der Preis ist zwar der höchste des Testfeldes, auf die Seite umgerechnet aber der weitaus niedrigste. Jeder, der OpenOffice oder StarOffice nicht nur als Schreibmaschinen-Ersatz benutzen möchte, sollte über die Anschaffung nachdenken.
Wer allerdings nur mal schnell die wichtigsten Grundfunktionen in Gang setzen will, greift vielleicht zum CHIP-Ratgeber 3/2004 OpenOffice 1.1.0 von Thomas Hümmler und Harald Fette und bekommt auf knapp 200 Seiten mit vielen Übersichten, Beispielen und farbigen Illustrationen gezeigt, wie sich im Büroalltag häufig vorkommende Arbeiten mit OpenOffice oder StarOffice erledigen lassen. Dazu gibts eine CD mit OpenOffice für sechs Betriebssysteme, 15 Sprachpakete und ein paar Zusatz-Tools. Natürlich ist eine solche Schnellanleitung nur für den ersten Einstieg gut, für viele Anwender aber schon ausreichend. Wenn sich die 13 Euro (höchster Seitenpreis des Feldes!) einmal amortisiert haben, kann man sich ja noch eines der anderen Bücher zulegen.
Office-Umsteiger werden nicht im Regen stehen gelassen. Für jeden Anspruch und jeden Geldbeutel gibt es die passende Literatur. Weitere Veröffentlichungen sind demnächst zu erwarten. (hge)
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Last modified: 2007-01-25 17:19
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