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von Heike Jurzik
RSS ist ein XML-basiertes Format, mit dem sich Internet-Inhalte, z. B. von Nachrichtenseiten, verteilen lassen. Die Web-Seiten stellen dazu RSS-Dateien bereit, in denen sich u. a. der Name der Nachrichtenseite, die Schlagzeilen zu den einzelnen News sowie URLs mit Verweisen auf die kompletten Artikel befinden.
Die Abkürzung RSS steht wahlweise für "Rich Site Summary", "RDF Site Summary" oder auch "Really Simple Syndication". Die unterschiedlichen Bezeichnungen haben einerseits mit der Entstehungsgeschichte dieses Protokolls zu tun, andererseits mit den vielen verschiedenen Versionsnummern ("0.90", "0.91", "0.93", "0.94", "1.0", "2.0" usw.). Obwohl sich viele angebotene RSS-Daten noch auf eine der ersten beiden Versionen stützen, können moderne Reader Protokollversionen bis zu 2.0 verarbeiten.
Im Gegensatz zu "gewöhnlichen" Web-Seiten, die in einem Browser betrachtet werden, braucht man zum Auswerten von RSS-Dateien einen so genannten RSS-Reader. Mit einem solchen Programm können Sie mehrere News-Seiten abonnieren, Aktualisierungen abfragen und -- wenn eine Ticker-Meldung interessant erscheint -- diese auf Klick im Browser anzeigen. Im Folgenden stellen wir einige RSS-Reader für Linux vor.
Als Miniprogramm für die Kontrollleiste ist KNewsTicker Bestandteil der KDE-Installation. Während das Programm bei Fedora Core 2 und SuSE Linux 9.x standardmäßig installiert ist, müssen Sie unter Mandrake Linux 9.2 das Paket kdenetwork-knewsticker-3.1.3-37mdk im Zweifelsfall nachträglich einspielen:
Um den News-Ticker zu starten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich der Kontrollleiste und wählen aus dem Kontextmenü Hinzufügen / Miniprogramm / KNewsTicker (Abbildung 1).
Anschließend taucht der Ticker direkt im freien Bereich der Leiste auf. Wem das Fenster für den Ticker zu klein ist, der kann Programm-Icons vom Panel entfernen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Symbol und wählen aus dem Kontextmenü Knopf entfernen. An eine andere Stelle verschieben Sie das Ticker-Fenster, indem Sie mit der Maus auf den kleinen Anfasser links vom Ticker klicken. Die Maus verändert sich zu einer Art Fadenkreuz, und Sie können mit gedrückt gehaltener linker Maustaste das Miniprogramm auf der Leiste verschieben -- andere Anwendungen machen dabei Platz.
Falls Sie auf der Leiste keinen Platz machen wollen, können Sie alternativ den Ticker in einer eigenen Kontrollleiste laufen lassen (Abbildung 2). Dazu fügen Sie zuerst eine neue Kontrollleiste hinzu und starten den Ticker dann in dieser:
Als dritte Möglichkeit können Sie KNewsTicker in einem externen Fenster starten. Dazu wählen Sie im K-Menü Internet / Weitere Applikationen / KNewsTicker (Fedora Core 2) bzw. Netzwerk / News / KNewsTicker (Mandrake Linux 9.2). Unter SuSE Linux 9.x geht das nicht; starten Sie den Ticker stattdessen über KDEs Schnellstarter [Alt+F2] und Eingabe von appletproxy knewsticker.desktop.
Um KNewsTicker an Ihre Bedürfnisse anzupassen, klicken Sie mit der rechten Maustaste ins Ticker-Fenster und wählen KNewsTicker einrichten. Auf der ersten Registerkarte Allgemein stellen Sie die Empfindlichkeit des Mausrades ein, d. h., wie schnell der Lauftext verschoben werden soll, wenn Sie das Mausrad verwenden. Außerdem können Sie hier das Zeitintervall zur Nachrichtenabfrage konfigurieren: Damit legen Sie fest, wie häufig KNewsTicker die Nachrichtenseiten nach Neuigkeiten befragt. Voreingestellt sind 30 Minuten -- das ist ein sinnvoller Wert. Setzen Sie das Intervall zu stark herab, werden Sie zwar schneller über Neuigkeiten informiert, der Netzwerkverkehr steigt allerdings deutlich. (Mit einer Dial-on-demand-Verbindung wird dann auch für jede Anfrage eine Internet-Verbindung aufgebaut.)
Als letzte Option ist auf dieser Registerkarte die Checkbox Benutzerdefinierte Namen für Nachrichtenseiten benutzen zu sehen: Wenn Sie diese aktivieren, verwendet der Newsticker eigene Namen für die Nachrichtenseiten, die Sie auf der Registerkarte Nachrichtenquellen einstellen können.
Auf eben dieser Registerkarte wählen Sie nicht nur aus einer großen Liste von vordefinierten Nachrichtenquellen aus, sondern fügen auch eigene Einträge hinzu und bearbeiten oder entfernen vorhandene ganz. Wer hier nicht genug Auswahl hat, kann unter [1] und [2] nach weiteren Tickern stöbern. Die voreingestellten Nachrichtenquellen sind nach Themengebieten sortiert -- klicken Sie einfach auf das Ordnersymbol, um die Liste zu öffnen, und aktivieren Sie die Checkboxen vor den Einträgen, um einzelne Ticker-Quellen an- oder abzuwählen (Abbildung 3).
Eine neue RSS-Quelle können Sie auf verschiedene Arten hinzufügen:
Eine andere Möglichkeit bietet sich per Drag & Drop aus dem Konqueror-Fenster. Den Link zum Newsfeed erkennen Sie häufig an einem RSS-Button: Klicken Sie diesen mit der linken Maustaste an, halten Sie die Taste gedrückt und ziehen Sie diesen z. B. einfach auf das Ticker-Fenster (Abbildung 4).
Die anschließende Frage können Sie mit Ja beantworten. Dann startet wieder der Konfigurationsdialog Nachrichtenquellen, in dem Sie, wie schon beschrieben, die neue Quelle einrichten.
Individuelle Filter stellen Sie auf der Registerkarte Filter ein. Hier können Sie News nach Begriffen in den Schlagzeilen filtern und einstellen, ob diese angezeigt oder weggelassen werden. Auf dem letzten Reiter im Konfigurationsdialog stellen Sie die Geschwindigkeit des Lauftextes, seine farbliche Gestaltung und die Schriftart ein.
Läuft im Ticker eine interessante Meldung vorbei und wollen Sie mehr wissen, klicken Sie einfach auf den entsprechenden Link. Dann startet der Konqueror startet und zeigt die Nachricht an. Natürlich können Sie auch Ticker-Meldungen betrachten, die schon aus dem Fenster herausgescrollt sind: Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den News-Ticker und wählen aus der Liste den Eintrag aus, den Sie lesen wollen (Abbildung 5).
Last but not least hat KNewsTicker natürlich einen Offline-Modus für Benutzer ohne Flatrate. Klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste auf den Ticker und wählen Sie aus dem Kontextmenü die Option Offline-Modus. Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder online gehen, wiederholen Sie den Schritt. Sie können dann zusätzlich (auch über das Kontextmenü) Nachrichten holen auswählen, um die aktuellen Schlagzeilen herunterzuladen.
Der Name Liferea steht für "Linux Feed Reader" -- dieses Programm spricht neben RSS weitere Protokolle, wie z. B. CDF, Atom, OCS und OPML [3]. Die Installation ist kinderleicht und mit wenigen Handgriffen erledigt.
Starten Sie den RSS-Reader. Zunächst müssen Sie RSS-Feeds abonnieren -- anders als der KNewsTicker bringt Liferea keine voreingestellten Ticker-Adressen mit. Sie können entweder auf das Icon mit dem Pluszeichen klicken oder über das Menü Abonnement / Neues Abonnement gehen und Adressen manuell hinzufügen. Die im KNewsTicker verwendeten Feeds können dabei als Vorlage dienen, wenn Sie mit einem Text-Editor wie KWrite die Datei .kde/share/config/knewsticker_panelappletrc öffnen und die entsprechenden Einträge über Copy/Paste einzeln hinzufügen (siehe Abbildung 6).
Nach dem Einfügen einer URL klicken Sie auf OK -- Liferea öffnet anschließend einen Konfigurationsdialog, in dem Sie die Eigenschaften für den Feed festlegen. Anders als bei KDEs Newsticker lässt sich beispielsweise das Abfragezeitintervall für jeden Feed einzeln konfigurieren. Auch hier noch einmal der Hinweis: Zu häufiges Abfragen der Feeds belastet das Netz unnötig; wählen Sie daher ein großes Zeitintervall, z. B. 30 Minuten.
Eine andere Möglichkeit, komfortabel und per Klick Feeds einzurichten, bietet die Liferea-Online-Hilfe: Klicken Sie auf den Eintrag in der Navigationsleiste links und wählen Sie aus den Themen im rechten oberen Fensterbereich Quickstart. Scrollen Sie im Artikel unten links bis zu den angebotenen "Subscriptions" (Abonnements). Um einen Feed zu abonnieren, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag und wählen Sie aus dem Kontextmenü Abonnieren (siehe Abbildung 7).
Genau wie bei KNewsTicker ist es auch bei Liferea möglich, Links direkt aus dem Browser per Drag & Drop auf den Reader zu ziehen. Dazu halten Sie das entsprechende RSS- oder XML-Icon mit dem Link zum Feed mit der linken Maustaste gedrückt, ziehen es auf die Navigationsansicht im Liferea-Fenster und lassen die Maustaste los (Abbildung 8). Anschließend öffnet sich wieder der Konfigurationsdialog für den neuen Feed.
Die abonnierten Feeds tauchen in der linken Navigationsansicht auf; um einen Artikel zu lesen, klicken Sie einfach auf die Schlagzeile, dann taucht unten rechts die Ticker-Meldung auf. Mit welchem Programm Liferea den vollständigen Artikel anzeigt, können Sie selbst festlegen: Wenn Sie aus dem Menü Programm / Einstellungen wählen, finden Sie auf der zweiten Registerkarte Headline Display die Checkbox Open Links in Liferea's window. Ist diese aktiviert und eine Mozilla-Installation auf dem System vorhanden, zeigt Liferea die Nachrichten im eigenen Fenster unten rechts an. Wollen Sie stattdessen den Konqueror zum News-Lesen verwenden, deaktivieren Sie die Checkbox und stellen auf der Registerkarte External Browser den Web-Browser Ihrer Wahl ein (Abbildung 9).
In der etwas älteren Liferead-Version, die unter Mandrake Linux 9.2 zum Einsatz kommt, sehen die entsprechenden Konfigurationsdialoge ein bisschen anders aus. Unter Einstellungen können Sie lediglich einen Browser definieren und einige Einstellungen zur Menü- und Werkzeugleiste vornehmen. Wichtig für die Browser-Einstellung ist, dass Sie das Kommando zum Browser-Start richtig definieren und hinter den Befehl ein %s hängen (Abbildung 10).
Haben Sie sich dafür entschieden, die Nachrichten mit Liferea selbst zu betrachten, können Sie mit der Maus auf den Link unter Schlagzeile klicken -- die Meldung erscheint dann im unteren rechten Fenster (Abbildung 11). Ungelesene Ticker-Meldungen haben ein kleines Icon vor dem Eintrag, das an eine Zeitungsseite im Miniaturformat erinnert. Sie können zur nächsten ungelesenen Schlagzeile springen, indem Sie die Einträge oben rechts manuell auswählen; alternativ klicken Sie in der Werkzeugleiste auf den kleinen blauen Rechtspfeil: Liferea zeigt dann die nächste ungelesene Schlagzeile an oder springt zum nächsten Feed weiter.
Um den Lesestatus für alle Artikel in einem Feed zu ändern, klicken Sie auf der Werkzeugleiste auf das grüne Häkchen: Dadurch markieren Sie alle News eines Feeds als gelesen. Rückgängig lässt sich das leider nicht global machen, sondern lediglich für einzelne Ticker-Meldungen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf einen Eintrag gehen und Lesestatus ändern wählen.
Auch Liferea bietet einen Offline-Modus, den Sie über den Menüpunkt Programm / Offline arbeiten erreichen. In der Statuszeile ganz unten am Fensterrand sehen Sie dann zwei Stecker mit einem roten Kreuz dazwischen. Da die einzelnen Nachrichten auf den lokalen Rechner heruntergeladen wurden, ist es kein Problem, auch offline durch die Schlagzeilen zu klicken und die Nachrichten zu lesen. Auf die gleiche Weise gehen Sie wieder online -- Liferea zeigt in der Statuszeile an: "Liferea is now online." Waren Sie eine Weile offline, bietet es sich an, die Ausgabe zu aktualisieren. Dazu klicken Sie auf den Button mit den zwei grünen Pfeilen in der Werkzeugleiste. In der Statuszeile sehen Sie, welche Feeds neue Artikel haben und wann diese heruntergeladen wurden.
Um einen Feed wieder loszuwerden, gehen Sie einfach mit der rechten Maustaste auf den Eintrag im linken Fenster und wählen aus dem Kontextmenü Löschen. Alternativ markieren Sie den Feed mit der linken Maustaste und gehen im Menü auf Abonnements / Löschen ausgewählte.
Liferea bietet an, die Abos in Ordnern zu verwalten. Klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste in einen freien Bereich im Navigationsfenster und wählen Sie Neu / Neuer Ordner. Im folgenden Dialog geben Sie dem Ordner einen Namen und bestätigen über OK. Anschließend können Sie die Einträge per Drag & Drop in den neuen Ordner ziehen, wodurch der RSS-Reader etwas übersichtlicher wird. (hge)
| Kasten 1: RSS-Feeds online lesen und verwalten |
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Wer keinen speziellen Reader verwenden möchte, kann RSS-Feeds auch online im Browser lesen und verwalten. Seiten, wie z. B. Bloglines (http://www.bloglines.com/), bieten einen kostenlosen Zugang. Eine kleine technische Einschränkung gibt es: Ihr Browser muss JavaScript-fähig sein. Zunächst richten Sie einen Account ein. Dazu folgen Sie dem Link Sign up today for free unter New User in der linken Fensterhälfte. Lesen Sie die Teilnahmebedingungen und klicken Sie auf den Link Register Now. Sie können nun eine gültige E-Mail-Adresse eingeben und ein Passwort wählen. Außerdem erlaubt Bloglines die Angabe einer Zeitzone und einer bevorzugten Sprache (Abbildung 12). Abb. 12: Für Bloglines brauchen Sie lediglich eine gültige E-Mail-Adresse.Ist alles richtig eingestellt, klicken Sie auf Register. Nach kurzer Zeit sollten Sie eine E-Mail mit der Bestätigung erhalten. Folgen Sie dem Link, der Ihnen in der Mail mitgeteilt wurde -- danach sind Sie registrierter Benutzer. Loggen Sie sich ein. Der Browser präsentiert eine zweigeteilte Ansicht: Links sehen Sie Ihre Feeds und Links zu deren Verwaltung; rechts im Fenster erscheinen die Schlagzeilen und die jeweiligen News-Items. Eigene Feeds hinzufügen, umbenennen oder löschen -- all das erledigen Sie über Links im Browser -- Bloglines hat eine gute Online-Hilfe, falls es mal nicht weitergeht. |
| Infos |
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[1] Deutschsprachiges RSS-Verzeichnis mit vielen Links: http://www.rss-verzeichnis.de/
[2] RSS-Scout mit Stichwortsuche: http://www.rss-scout.de/ [3] Liferea-Homepage: http://liferea.sourceforge.net/ [4] Liferea für Fedora Core 2: http://dag.wieers.com/packages/liferea/ [5] Liferea für Mandrake Linux 9.2: http://rpm.pbone.net/index.php3/stat/4/idpl/1312445/com/liferea-0.4.6b-7mdk.i586.rpm.html [6] Liferea für SuSE Linux: http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=87005 [7] Bloglines-Web-Seite: http://www.bloglines.com/ |
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Last modified: 2007-01-25 17:19
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