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Erschienen in EasyLinux 09/2004   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Unzählige Entwickler sorgen dafür, dass Linux-Programme neue Funktionen erhalten und immer benutzerfreundlicher werden. Wir zeigen nicht nur die praktischsten Optionen, sondern verraten auch, an welchen Rädchen Sie drehen müssen, um mit Linux noch mehr Spaß zu haben.

Schnell neue Tabs in Mozilla und Firefox öffnen

Sowohl unter Mozilla als auch unter seinem Abkömmling Firefox gibt es eine Tastenkombination, mit der Sie schnell weitere Browser-Tabs öffnen. Drücken Sie [Strg-t], um einen neuen Registerreiter im aktuellen Browser-Fenster zu öffnen. Möchten Sie lieber ein neues Fenster öffnen, ist [Strg-n] die richtige Kombination.

Symbolleisten von Firefox anpassen

Finden Sie, dass das Suchfeld neben der Adressleiste nur Platz wegnimmt, entfernen Sie es einfach per Drag & Drop. Öffnen Sie dazu über Ansicht / Symbolleisten / Anpassen den passenden Dialog. Der Maus-Cursor verwandelt sich in eine Hand. Klicken Sie in das Suchfeld und ziehen Sie es mit gedrückt gehaltener linker Maustaste auf das Symbolleistenfenster -- sobald Sie es dort loslassen, ist es aus dem Navigationsbereich verschwunden.

Ebenso einfach passen Sie auch andere Elemente wie die Icons in der Werkzeugleiste an -- wer mag, legt das Suchfeld sogar neben alle anderen Einträge in die Menüleiste (Abbildung 1). Mit einem Klick auf Fertig übernehmen Sie die neuen Einstellungen.

Zurück zu den Standardeinstellungen geht es noch schneller: Der Button Standard wiederherstellen im Symbolleistendialog versetzt Firefox wieder in den Auslieferungszustand.

Abb. 1: Das Suchfeld direkt in der Menüleiste ist für Firefox kein Problem.

Versteckte Mozilla-Einstellungen anpassen

Ältere Mozilla-Versionen boten längst nicht alle Optionen im Einstellungsmenü an. Um Sie anzupassen, waren der Griff zum Editor und das Bearbeiten der Datei user.js im Profilverzeichnis des Browsers Pflicht [1]. Mit einem aktuellen Mozilla gehören diese Zeiten der Vergangenheit an: Der Browser zeigt alle ihm bekannten Optionen an, wenn Sie about:config in die Adresszeile eingeben. Dort sehen Sie nicht nur die über das Menü erreichbaren Einstellungen, sondern auch versteckte Optionen. Einziger Nachteil: Eine Suche über das Bearbeiten-Menü funktioniert in dieser Ansicht nicht. Da Mozilla die Optionen jedoch alphabetisch nach Namen ordnet, ist es nicht schwer, die richtige zu finden und anzupassen.

Um den Browser beispielsweise dazu zu bringen, die Namen der abonnierten Newsgroups nicht abzukürzen, gehen Sie so vor:

  1. Navigieren Sie bis zu dem Punkt mail.server.default.abbreviate in der Spalte Einstellungsname.
  1. Klicken Sie nun mit der rechten Maustaste auf einen Teil dieser Zeile und wählen Sie Bearbeiten aus dem sich öffnenden Kontextmenü.
  1. Zur Zeit steht dort true (wahr) -- Mozilla kürzt also die Namen abonnierter Gruppen ab. Ändern Sie den Text in der Eingabezeile auf den Wert false (unwahr), damit der Browser künftig den vollständigen Namen aller Newsgroups einblendet, und klicken Sie danach auf OK.

Mozilla beachtet die neuen Vorgaben, sobald Sie ihn das nächste Mal starten.

Schummeln bei Rocks'n'Diamonds

Nach unserem Artikel in der letzten Ausgabe [2] haben Sie vielleicht Gefallen an dem süchtig machenden Boulderdash-Klon Rocks'n'Diamonds gefunden. Leider sind viele Level so schwer, dass sie unbezwingbar erscheinen. Entweder scheitert man an einer zu knappen Zeitvorgabe oder findet einen frühzeitigen Tod durch herabfallende Steine. Kommen Sie einmal trotz aller Anstrengungen nicht weiter, lassen Sie Rocks'n'Diamonds mit dem folgenden Trick glauben, Sie hätten den Level doch gemeistert:

  1. Schließen Sie zuerst Rocks'n'Diamonds, da der "Betrug" sonst nicht funktioniert.
  1. Um dem Spiel vorzugaukeln, Sie wären schon einen Level weiter, öffnen Sie mit einem Text-Editor wie KWrite die Highscore-Datei des passenden Levelsets. Diese Dateien liegen in Ordnern unterhalb von /home/ihr_benutzername/.rocksndiamonds/levelsetup. Die entsprechenden Verzeichnisse haben Namen der Form rnd_levelname, und darin liegt die Textdatei levelsetup.conf. In ihr steht, wie weit Sie bei diesem Levelset bisher gekommen sind. Mühen Sie sich gerade mit dem Levelset Gerhard Haeusler ab, heißt die Datei, die Sie bearbeiten müssen /home/ihr_benutzername/.rocksndiamonds/levelsetup/rnd_gerhard_haeusler/levelsetup.conf. Damit Sie die Datei in KWrite öffnen können, aktivieren Sie mit einem Druck auf [F8] im Datei / Öffnen-Dialog die Anzeige versteckter Dateien. Dann zeigt der Editor auch die mit einem Punkt beginnenden Konfigurationsdateien und -verzeichnisse an.
  1. An welchem Level Sie gerade knabbern, steht in der mit handicap_level beginnenden Zeile. Um einen Level weiter zu kommen, setzen Sie die Zahl dahinter einfach um eins nach oben. Setzen Sie hinter last_played_level: denselben Wert ein, damit Rocks'n'Diamonds das nächste Mal, wenn Sie das Levelset auswählen, automatisch diesen Level startet. Ansonsten müssen Sie ihn mit Klick auf die Pfeilschaltflächen im Startbildschirm manuell auswählen.

  1. Sichern Sie die levelsetup.conf über Datei / Sichern und schließen Sie KWrite.

Sobald Sie das Spiel erneut starten, müssen Sie sich nicht weiter mit Ihrem Angst-Level herumplagen, sondern können sich der nächsten Herausforderung stellen.

Symbolübersicht für das YaST-Software-Modul

Wenn Sie Pakete von den Installations-CDs mit YaST nachinstallieren, blendet das Tool für die zur Installation markierten Pakete ein schwarzes Häkchen ein. Die Bedeutung dieses Icons ist leicht verständlich, aber was es bedeutet, dass einige Pakete, z. B. aus dem EasyLinux-Download-Bereich, ein kleines Schloss ziert, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Dafür bietet YaST eine Schnellübersicht, die alle Symbole des Software-Moduls auflistet. Mit der Tastenkombination [Umschalt-F1] öffnen Sie die Symbolerklärungen (Abbildung 2), alternativ nutzen Sie den Menüpunkt Hilfe / Symbole.

Abb. 2: Die Symbolhilfe erklärt, was die einzelnen Icons im Installationsmodul von YaST bedeuten.

So erfahren Sie, dass YaST Pakete von Drittanbietern automatisch mit einem Schloss-Symbol versieht. Für die Software-Verwaltung ist das Paket damit "gesperrt", wird also nicht versehentlich bei einem Update durch eine neuere Version des Distributors ersetzt. Entfernen können Sie selbst ein solches Paket trotzdem: Klicken Sie es dazu mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Löschen aus dem aufklappenden Kontextmenü. Sofern nicht ein anderes Programm dieses Paket benötigt, versieht YaST den Löschkandidaten mit dem Mülleimer-Icon. Mit einem Klick auf Übernehmen deinstallieren Sie das Paket.

DMA unter SuSE Linux aktivieren

Dauert das Kopieren von CD oder DVD auf die Festplatte unter SuSE Linux viel länger als unter Windows, kann das daran liegen, dass der Distributor den DMA-Modus für das CD- oder DVD-Laufwerk nicht aktiviert hat. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, da das Einstellen dieses schnelleren Übertragungsmodus bei einigen Systemen und Laufwerken nicht funktioniert und sogar zum Einfrieren von Linux führen kann.

Wissen Sie genau, dass Ihr Laufwerk DMA beherrscht (etwa weil es unter Windows auch funktioniert), aktivieren Sie den DMA-Modus einfach selbst. In YaST geht das mit wenigen Mausklicks:

  1. Starten Sie das YaST-Kontrollzentrum über System / YaST im K-Menü und authentifizieren Sie sich mit Ihrem Administratorpasswort.
  1. Markieren Sie Hardware in der linken Fensterhälfte. Das passende Tool finden Sie in der rechten Fensterhälfte unter dem Namen IDE-DMA-Modus.
  1. Im nächsten Fenster listet SuSE Linux alle in den Rechner eingebauten Laufwerke auf. Das CD-Laufwerk erkennen Sie am Modellnamen in der Spalte Gerätename. Sind Sie sich nicht ganz sicher, hilft ein Blick in die Spalte Typ weiter: Steht dort CD-ROM, handelt es sich entweder um ein CD- oder DVD-Laufwerk. Markieren Sie das richtige Gerät und wählen Sie im Dropdown-Feld DMA-Modus die Einstellung DMA an (Standardmodus). Die folgende Warnmeldung von YaST quittieren Sie mit einem Klick auf OK. Sobald Sie das Programm über Beenden schließen, aktiviert YaST den DMA-Modus. Starten Sie das Modul erneut, sehen Sie die Änderung (Abbildung 3).

Abb. 3: In YaST schalten Sie den DMA-Modus für CD- und DVD-Laufwerke ein.

Haben Sie danach keine Probleme, belassen Sie es bei dieser Einstellung. Kommt es dagegen zu Lesefehlern beim Zugriff auf CDs, schalten Sie den DMA-Modus in YaST mit dem Eintrag DMA aus wieder ab.

Infos
[1] Elisabeth Bauer und Andrea Müller: "Mozilla-Tipps", EasyLinux 12/2003, S.60 f.
[2] Christian Baun: "Her mit den Steinchen", EasyLinux 08/2004, S. 39

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