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KDiskFree, df, KDirStat, duSpürnasenvon Heike Jurzik |
Die Meldung "Auf dem Gerät ist kein Speicherplatz mehr verfügbar" oder "No space left on device" verrät: Aufräumen ist dringend angesagt. Doch wo genau ist der Platz knapp geworden und welche Daten belegen die Platte? Linux bringt einige Tools zum Aufspüren von Speicherfressern mit. Wir zeigen, wie Sie -- grafisch und auf der Kommandozeile -- mehr über die aktuelle Plattenplatzbelegung erfahren.
Der Datei-Manager Konqueror zeigt in der Statuszeile unten am Fensterrand, wie viele Dateien und Ordner sich im aktuellen Verzeichnis befinden (Abbildung 1). Hier erfahren Sie auch, wie viel Platz die Dateien belegen. Die Informationen beziehen sich aber immer nur auf das aktuelle Verzeichnis -- das ist also kein optimaler Weg, mehr über die Plattenplatzbelegung zu erfahren.
Einfacher geht es mit dem Programm KDiskFree, das Sie über den Schnellstarter [Alt+F2] und Eingabe von kdf aufrufen. Für jedes Gerät und jede Partition zeigt das Tool die Gerätedatei (Gerät), das Dateisystem (Typ), den gesamten verfügbaren Platz (Spalte Größe), den Ort, wo der Datenträger einhängt ist (Mount-Punkt), wie viel Platz frei bzw. belegt ist und einen Balken mit dem Füllstatus an (Abbildung 2).
Die Beispielausgabe zeigt: Neben Wechselmedien wie CD-ROM-, DVD- und Diskettenlaufwerk sind zwei IDE-Festplatten im Rechner eingebaut. Die erste Platte (hda) wurde in mehrere Partitionen unterteilt, von denen hda12 als / eingehängt und 7,5 GByte groß ist. Diese 7,5 GByte sind zu 90,3 % belegt. Klicken Sie mit der Maus auf eine Spalte, um die Anzeige neu zu sortieren.
Hier zeigt sich allerdings, dass KDiskFree nicht richtig sortiert -- so werden 89 MByte vor 745 MByte eingeordnet (die 8 also vor der 7). Eine Möglichkeit, alles in einer einzigen Maßeinheit -- also GByte oder MByte -- anzuzeigen, gibt es auch nicht.
KDiskFree bietet dafür eine komfortable Möglichkeit, eine Partition direkt im Datei-Manager Konqueror zu öffnen: Klicken Sie dazu einfach auf einen Tabelleneintrag. Ist die Partition nicht gemountet, können Sie Gerät mounten wählen, um diese jetzt einzubinden. Alternativ lassen sich Datenträger auf die gleiche Weise unmounten.
Ein Klick auf den Menüeintrag Dateiverwaltung öffnen öffnet ein Konqueror-Fenster mit den Dateien genau dieser Partition (Abbildung 3). Bevorzugen Sie einen anderen Datei-Manager, können Sie diesen über das Menü Einstellungen / KDiskFree einrichten konfigurieren.
Das Programm df bietet auf der Kommandozeile etwas mehr Flexibilität. Starten Sie ein Terminal und geben Sie am Prompt df ein, erscheint eine Ausgabe wie im ersten Beispiel in Kasten 1.
| Aufrufe von "df" |
$ df Filesystem 1K-Blöcke Benutzt Verfügbar Ben% Eingehängt auf /dev/hda12 7882560 6719592 762552 90% / /dev/hda7 101086 4445 91422 5% /boot /dev/hda13 82470800 45340732 32940720 58% /home /dev/hdb11 112224072 78473776 28049636 74% /scratch $ df -m Filesystem 1M-Blöcke Benutzt Verfügbar Ben% Eingehängt auf /dev/hda12 7698 6562 746 90% / /dev/hda7 99 5 90 5% /boot /dev/hda13 80538 44280 32168 58% /home /dev/hdb11 109594 76635 27393 74% /scratch $ df -hT Filesystem Type Größe Benut Verf Ben% Eingehängt auf /dev/hda12 ext3 7,6G 6,5G 746M 90% / /dev/hda7 ext2 99M 4,4M 90M 5% /boot /dev/hda13 ext3 79G 44G 32G 58% /home /dev/hdb11 ext3 108G 75G 27G 74% /scratch |
Die df-Ausgabe zeigt ebenfalls mehrere Spalten an: Unter dem Eintrag Filesystem sehen Sie den Namen der Partition. Als Nächstes kommen die Anzahl der vorhandenen 1-KByte-Blöcke, wie viele benutzt und verfügbar sind, eine prozentuale Angabe des benutzten Platzes und der Mount-Punkt, also wo das Gerät eingehängt ist.
Da die Angabe in 1-KByte-Blöcken gerade bei großen Festplatten nicht gut umzurechnen ist, können Sie df die Option -m mitgeben, die alle Werte in MByte anzeigt (zweiter Aufruf in Kasten 1).
Wer lieber eine gemischte Größenangabe aus GByte und MByte wie in KDiskFree sieht, verwendet statt dessen den Parameter -h -- df rundet zur nächsten Einheit auf oder ab. Was in den bisherigen Ausgaben fehlt, ist die Anzeige des eingesetzten Dateisystems auf den Partitionen. Um dieses in einer weiteren Tabellenspalte mit anzuzeigen, hängen Sie einfach zusätzlich die Option -T an (dritter Aufruf).
Jetzt wissen Sie zwar, auf welchen Partitionen der Platz knapp wird, aber wo genau die größten Datenmengen liegen, haben Sie immer noch nicht herausgefunden. Das Programm KDirStat, das Sie über den Schnellstarter [Alt+F2] und Eingabe von kdirstat aktivieren, bringt Licht ins Dunkel.
Nach dem Start fordert das Programm Sie auf, ein Verzeichnis auszuwählen -- haben Sie in der df-Ausgabe festgestellt, dass der Platz in den Home-Verzeichnissen knapp wird, gehen Sie in der Dateiauswahl bis zur Ebene /home nach oben. Liegen die persönlichen Daten nicht auf einer eigenen, sondern das gesamte System auf einer großen Partition, können Sie sich auch weiter hoch bis zur obersten Ebene / hangeln. Nach kurzer Zeit, die das Programm braucht, um die Daten auszulesen und eine Statistik zu erstellen, präsentiert KDirStat die Belegung in einer übersichtlichen Baumansicht (Abbildung 4).
Die Unterverzeichnisse klappen Sie über einen Klick auf das Pluszeichen vor den Ordnersymbolen auf. Versteckte Dateien und Verzeichnisse, die mit einem Punkt beginnen, zeigt KDirStat standardmäßig mit an. Praktisches Extra: Unterverzeichnisse packen Sie mit einem einzigen Klick in ein mit bzip2 komprimiertes Tar-Archiv (Menü / Aufräumen / Komprimieren). Wenn Sie herausgefunden haben, dass beispielsweise der Anwender easter den meisten Platz unter /home verbraucht, markieren Sie das entsprechende Home-Verzeichnis mit der Maus und gehen im Menü auf Report / Mail an Benutzer senden. Dann erscheint ein KMail-Fenster mit einer Nachricht an den richtigen Account, die eine freundliche Mitteilung und Details über die Platzbelegung enthält (Abbildung 5).
Das Programm du arbeitet ähnlich, nur auf der Kommandozeile. Geben Sie am Prompt du ein, arbeitet sich der Befehl rekursiv durch alle Unterverzeichnisse und zeigt die Größe der enthaltenen Dateien an. Ist das zu unübersichtlich, leiten Sie die Ausgabe an den Pager less weiter und betrachten das Ergebnis seitenweise (du | less). Alternativ hängen Sie die Option -s an, um nur eine Zusammenfassung zu sehen:
$ du -s 17193544
Standardmäßig erfolgt die Ausgabe wieder in KByte -- alternativ rechnet du für Sie in andere Einheiten um und präsentiert das Ergebnis in MByte oder GByte:
$ du -ms 16791 . $ du -hs 17G .
Mit den passenden Zugriffsrechten durchsuchen Sie nicht nur das eigene Home-Verzeichnis, sondern lassen den Befehl auch auf systemweite Verzeichnisse los. Ohne Root-Rechte meldet du -sh / allerdings bei vielen Unterverzeichnissen
du: kann Verzeichnis »/verzeichnis/...« nicht lesen: Keine Berechtigung
Werden Sie daher zunächst mit su - zum Administrator root.
Die besondere Stärke der Kommandozeile: Befehle können Sie kombinieren, und so hilft das Programm sort dabei, die Ausgabe zu sortieren:
# du -sm /home/* | sort -rn | less 16791 /home/suse9 12472 /home/transpluto 2594 /home/suse82 1909 /home/petronella [...]
Hinter den Kulissen passiert dabei Folgendes: Mit du forden Sie eine Ausgabe des Platzverbrauchs in MByte aller Home-Verzeichnisse an; durch das Pipe-Zeichen leiten Sie die Ausgabe an das Kommando sort weiter. Dessen Optionen sorgen dafür, dass numerisch sortiert wird (-n) und dass die Ausgabe in umgekehrter Reihenfolge, also mit der größten Zahl an erster Stelle, sortiert wird (-r). Der Dateibetrachter less zeigt das Ganze schließlich seitenweise an. (hge)
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Last modified: 2007-01-25 17:21
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