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Erschienen in EasyLinux 10/2004   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Mozilla schließt Sicherheitslücken

Anfang August veröffentlichte das Mozilla-Team Version 1.7.2 des integrierten Internet-Anwendungspaketes Mozilla und Version 0.9.3 des Standalone-Browsers Firefox. Beide Programme beheben einige Sicherheitslücken.

So konnte es bisher geschehen, dass Benutzer fälschlicherweise glaubten, über eine SSL-gesicherte Verbindung zu surfen, da ihnen der Sicherheitsdialog entsprechende Fenster präsentierte. Auch war es möglich, dass Angreifer gültige SSL-Zertifikate auf dem Computer des Anwenders überschreiben konnten, was dem Nutzer den Zugriff auf alle mit SSL geschützten Websites verwehrt hätte.

Das Mozilla-Team erklärte, dass es die Fehler repariert habe, noch bevor böswillige Hacker sie ausgenutzen konnten. Die aktualisierten Versionen stehen unter http://www.mozilla.org zum Download bereit.

Multimedia mit Helix-Player/Real-Player

Mit dem Helix-Player 1.0 und dem Real-Player 10 gibt es zwei neue Programme zur Wiedergabe von Audio- oder Videodaten unter Linux. Beide beruhen auf derselben Code-Basis und stehen unter einer Open-Source-Lizenz. Der Helixplayer kann das freie Audioformat Ogg Vorbis und die freien Videoformate Ogg Theora und H.261 wiedergeben.

Der Real-Player 10 unterstützt zusätzlich die Formate Real Audio, Real Video, MP3, Flash und MPEG-4. Von beiden Playern stehen Plugins für Mozilla zur Verfügung. Real Networks kündigte bereits im vergangenen Jahr an, den Quellcode seiner Software zu öffnen und versprach stabile Versionen für dritte Quartal 2004.

Warenwirtschaft für kleine Firmen

Lange Zeit gab es kaum Open Source Software zur Buchhaltung und Warenwirtschaft, die speziell für kleinere Unternehmen geeignet ist. Das Projekt Lx-Office versucht seit einiger Zeit, diese Lücke zu schließen. Es beruht auf dem amerikanischen Projekt SQL-Ledger, ist aber speziell für die deutsche Rechtslage angepasst.

Der Anwender greift mit einem Browser auf das System zu; auf dem Server (Linux, MacOS X oder sogar Windows) muss das Datenbanksystem PostgreSQL, der Apache und Perl installiert sein.

Interessant ist das Finanzierungsmodell hinter Lx-Office. Wer ein bestimmtes Feature wünscht, teilt dem Projektteam mit, wieviel Geld er dafür bereit ist zu zahlen. Die Projektmitarbeiter schätzen den Aufwand für die Programmierung, und gehen erst an die Arbeit, wenn die Finanzierung zum größten Teil gesichert ist.

Ist die Arbeit abgeschlossen, müssen die künftigen Anwender den vereinbarten Betrag zahlen. Wieviel Prozent der Finanzierung schon feststeht, zeigen Fortschrittsbalken auf der Website des Projektes http://www.lx-office.de

Bei Lx-Office dient der Browser als Oberfläche für Buchhaltung und Warenwirtchaft.
Aktuelle Software auf Kanotix

Kanotix ist wie das beliebte Knoppix eine Live-Distribution, die von einer boot-fähigen CD läuft. Obwohl sich das Medium ebenfalls zur Installation eignet, wird in der Standardkonfiguration die Festplatte nicht angetastet.

Kanotix basiert auf der aktuellen Entwicklerversion von Debian Linux. Die neueste Kanotix-Version namens "Bug Hunter" ist daher als Testkandidat für die kommende Debian-Release gedacht, ermöglicht es aber auch, neueste Linux-Software ohne Risiko zu testen.

Die aktuelle CD basiert auf dem Kernel 2.6.6 und bringt breite Unterstützung für WLAN-Karten mit -- dank Ndiswrapper lassen sich auch Karten betreiben, die Linux nicht von Haus aus unterstützt. Ein Treiber für die AVM Fritz!Card DSL komplettiert die Unterstützung von aktuellen Geräten. Mit KDE 3.2.3 und OpenOffice 1.1.2 enthält Kanotix neueste Anwender-Software.

Kanotix läuft auf Rechnern, die mindestens über einen Pentium-Prozessor und 128 Mbyte Arbeitsspeicher verfügen -- 256 Mbyte werden allerdings empfohlen. Unter http://kanotix.com kann man eine CD bestellen oder das ISO-Image zum Selbstbrennen herunterladen.

Das Linux-Livesystem Kanopix enthält brandaktuelle Software und Treiber.
Visitenkarten einfach gemacht

Mit Glabels http://glabels.sourceforge.net lassen sich einfach und schnell ansprechende Beschriftungen oder persönlich Visitenkarten gestalten. Es handelt sich dabei um ein GTK2-Programm, dass bevorzugt auf dem Gnome-Desktop zum Einsatz kommt. Unter KDE ist das Programm ebenfalls lauffähig, setzt aber hier ebenfalls die entsprechenden Bibliotheken voraus.

Die aktuelle Version 2.0 erweitert die Software um einige nützliche Funktionen: Das Gitternetz lässt sich ausrichten, so dass CD- oder DVD-Label im Ausdruck zentriert sind. Alte Template-Dateien liest das Programm nun ohne große Probleme und eine Manpage informiert über die Funktionen.

Damit die Ausdrucke an der richtigen Stelle landen, verfügt Glabels über eine Vielzahl von Vorlagen für Aufkleber und Visitenkarten. Zudem lassen sich die Vorlagen leicht anpassen, da es sich um ein offenes Format handelt.

Mit Glabels erstellt man ohne großen Aufwand einfache Beschriftungen und Visitenkarten.
Debian erscheint noch in diesem Jahr

Lange Zeit diskutierten die Mitglieder des Debian-Projektes http://www.debian.org, wie sie mit Lizenz-Änderungen und Änderungen im Gesellschaftsvertrag umgehen sollten. Zahlreiche Pakete müssten noch einmal auf Konformität mit dem neues Social Contract geprüft werden.

In der Community setzte sich aber letzendlich der pragmatische Zweig durch, der dafür plädierte, erst das kommende Release fertigzustellen und dann die Prüfung vorzunehmen.

Eine wichtige Figur in der Debian-Szene warf trotz dieser positiven Entwicklung das Handtuch: Anthony Towns, der als Release-Manager für die Koordination der Freigabe verantwortlich war, ertrug die Schuldzuweisungen und Feindseligkeiten nicht mehr und trat von seinem Amt zurück. Seine Aufgaben übernehmen bis auf weiteres die Entwickler Steve Langsek und Colin Watson.

Sicherer Datenaustausch

Mit der Software Nodezilla http://nodezilla.cjb.net verwandelt sich der heimische Rechner auf einfache Weise in einen Knoten in einem Peer-to-peer-Netzwerk. Das Programm erlaubt den geschützten Up- und Download von Daten sowie die sichere Kommunikation via Chat oder Videokonferenz.

Um an einem solchen Netzwerk teilzunehmen, lädt der Anwender zwei Programmteile auf seinen Rechner: einen Daemon und einen Client. Der Daemon wird mit einem einfach Aufruf gestartet und verwaltet dann die Verbindungen. Mit dem Client lassen sich die Dateitransfers über ein Java-GUI steuern.

Das Netzwerk arbeitet mit einem Kreditsystem, um Teilnehmern das Leben schwer zu machen, die lediglich Downloads ziehen, aber keinen Speicherplatz zur Verfügung stellen. Dabei berechnet sich der Kredit aus der Menge an Plattenplatz, den jeder Client für das Netz freigibt.

Mit Nodezilla lassen sich auf sichere Weise Daten übertragen und verschlüsselte Kommunikationskanäle öffnen.
KDE im öffentlichen Test

Nach zwei Entwicklerversionen gaben die KDE-Programmierer nun die erste öffentliche Beta der Desktop-Umgebung frei. Diese ist noch nicht für den produktiven Einsatz gedacht und dient in erste Linie geübten Anwender zur Fehlersuche.

Für den Anwender günstig: Die Oberfläche ist weitgehend identisch zur Version 3.2. Darunter tut sich jedoch einiges. Die zentrale Komponente Kcontrol bekommt ein neues Modul, mit dem sich Joysticks konfigurieren lassen. Der Konqueror bietet dem Anwender eine verbesserte Voransicht auf Dateien. Scrollt der Anwender über der Leiste mit den Reitern mit dem Mausrad, wechselt das Programm durch die einzelnen Fenster.

Die vollständige Liste der neuen Features befindet sich im Internet unter http://developer.kde.org/development-versions/kde-3.3-features.html und wird immer wieder aktualisiert. Ungeübte Anwender sollte aber von einer Installation der neuen Desktop-Umgebung Abstand nehmen, bis stabile Pakete für die jeweils verwendete Distribution erhältlich sind. (uwo/mhu/agr)

Auf den ersten Blick zeigen sich nicht viele Veränderungen, aber unter der Oberfläche arbeiten die Entwickler an vielen Stellen, um die neue Version 3.3 von KDE noch komfortabler für den Anwender zu machen.

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