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von Martin Loschwitz
Der Weg, den Daten in der Computer-Welt heute meistens gehen, führt aus dem Computer über einen Drucker aufs Papier. Das heißt aber nicht, dass der umgekehrte Weg nicht möglich wäre: Scanner ermöglichen es, Inhalte aller Art digital auf der Festplatte zu speichern; das können Bilder oder Texte sein. In Verbindung mit einem Drucker wird der Scanner sogar zum Kopierer, der die Qualität normaler Kopiergeräte übertrifft und obendrein Farbkopien erstellen kann.
Scanner funktionieren natürlich nicht nur unter Windows; auch Linux bietet Scanner-Treiber, und die Distributoren unternehmen stets neue Anstrengungen, um die Geräte ideal in das System zu integrieren. In diesem Artikel zeigen wir, welche Vorraussetzungen für den Scan mit Linux erfüllt sein sollten und welche Mittel und Wege bei den verschiedenen Distributionen zum Ziel führen. So viel sei im Voraus schon gesagt: Keine der aktuellen Distributionen hat mit Scannern wirkliche Probleme, die Konfiguration verläuft in den meisten Fällen völlig problemlos, wenn das Gerät prinzipiell unterstützt wird.
Bevor wir in die Materie einsteigen, möchten wir ein wenig Grundlagenwissen schaffen und Tipps geben, mit welchen Geräten Linux am besten zusammenarbeitet.
Drei Arten von Scannern sind mehr oder minder weit verbreitet: Früher kamen häufig SCSI-Scanner zum Einsatz, vereinzelt traf man auf Scanner mit parallelem Anschluss. Seit der Einführung von USB gibt es deutlich mehr USB-Scanner als SCSI- und Parallelport-Geräte. Das ist nicht weiter verwunderlich: Für SCSI-Scanner brauchte man einen zusätzlichen SCSI-Controller, da ein solcher auf den üblichen Mainboards fehlte. Der parallele Anschluss ist wegen seiner niedrigen Bandbreite für die Übertragung großer Datenmengen denkbar ungeeignet. USB erfüllt hingegen alle Vorraussetungen: Kein aktuelles Mainboard kommt ohne USB-Anschluss daher, und die Bandbreite, die USB und erst recht USB 2 zur Verfügung stellt, reicht für Bilder allemal.
Schöne heile Welt also für USB-Scanner, speziell unter Linux? Leider nicht, denn wie so oft scheitert es bei vielen Scannern daran, dass der Hersteller detaillierte Informationen über die Hardware nicht herausgibt, aber selbst auch keinen Treiber bereitstellt. Daher sollte man, bevor man einen Scanner kauft oder (wenn man ein solches Gerät bereits besitzt) den Versuch unternimmt, einen Scanner unter Linux zum Funktionieren zu bringen, einige Punkte beachten.
Als Scanner-Schnittstelle für Linux hat sich SANE als Standard durchgesetzt. SANE steht für "Scanner Access Now Easy". Ein Vorteil von SANE ist die Hardware-Datenbank, die das Projekt unter http://www.sane-project.org/sane-supported-devices.html angelegt hat und pflegt. Sie ist zwar nur in englischer Sprache verfügbar, das tut ihrer Nützlichkeit beim Scanner-Kauf aber keinen Abbruch.
In der Liste finden Sie die meisten aktuellen Scanner; so finden Sie schnell heraus, ob Sie mit Linux-Unterstützung rechnen können. Es kann nicht schaden, diese Liste mit ins Geschäft zu nehmen, wenn Sie einen Scanner kaufen. Dabei sollten Sie nicht die gesamte Liste ausdrucken. (Das Resultat wären zirka 50 DIN-A4-Seiten.) Weil Sie in den meisten Elektrogeschäften ohnehin nur Geräte der Marken Hewlett-Packard, Canon und Epson finden, genügt es, die Gerätelisten dieser Hersteller aus der Datenbank in eine separate Datei zu kopieren und diese zu verwenden. Prinzipiell gilt: Überall dort, wo beim "Status"-Feld mindestens der Kommentar "good" oder besser noch "complete" steht, können Sie mit guter Unterstützung unter Linux rechnen.
Die meisten Distributionen verwenden zur Erkennung der Hardware und damit auch von Scannern den Hotplug-Mechanismus. Dabei lädt immer dann, wenn ein neues Gerät -- beispielsweise am USB-Port -- angeschlossen wird, ein kleines Programm automatisch die passenden Kernel-Treiber (Module). Das bereits erwähnte SANE besteht eigentlich aus drei Teilen:
Diese Arbeitsteilung bietet den folgenden Vorteil: Da die SANE-Schnittstelle offen liegt, muss der letzte der drei Teile -- die Interaktion mit dem Benutzer -- nicht unbedingt von einem SANE-Programm übernommen werden. Jede Anwendung, die mit SANE kommunizieren kann, eignet sich für diese Aufgabe. Das wird im nächsten Artikel von Bedeutung sein, in dem es um OCR und das Scannen von Bildern geht.
Genug der Theorie, nun geht es ganz praktisch an die Einrichtung des Scanners unter den verschiedenen Linux-Distributionen. Mandrake Linux 9.2 macht den Anfang.
Verbinden Sie zunächst den Scanner mit Ihrem System, starten Sie dann den Computer. Sollte Mandrake Linux bereits gestartet sein, können Sie den Scanner auch im laufenden Betrieb mit dem Computer verbinden.
Bei SuSE Linux 9.0 sollte der Computer bereits laufen, wenn Sie den Scanner anschließen.
Die Installation bei SuSE Linux 9.1 ist in großen Teilen der unter SuSE 9.0 sehr ähnlich. Version 9.1 zeigt aber kein Nachrichtenfenster für die Einrichtung des Scanners an.
Fedora Core vermittelt auf den ersten Blick einen falschen Eindruck: Zunächst sieht es so aus, als biete die Distrubution keine Tools für die Einrichtung von Scannern. Aber: Fedora Core 2 ist die aktuellste der von EasyLinux unterstützten Distributionen und nutzt als solche die meisten Vorteile der neuen Kernel-Version 2.6. Die Scanner-Einrichtung läuft bei Fedora vollautomatisch: Sie schließen den Scanner an, der Kernel entdeckt ein neues USB-Gerät und lädt dann die nötigen Treiber. Gleich im Anschluss kann jedes Programm über SANE auf den Scanner zugreifen.
Nachdem der Treiber für den Scanner eingerichtet ist, stellt sich die Frage, welche Aufgaben das Gerät erfüllen soll. Zwei sehr unterschiedliche Dinge bieten sich an: Texte werden mit Optical Character Recognition, kurz OCR, erkannt, und Bilder lesen Sie mit einem Grafikprogramm ein. Ein einfaches Scan-Tool ist Kooka -- es wird im folgenden Artikel vorgestellt. (hge)
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Last modified: 2007-01-25 17:21
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