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Erschienen in EasyLinux 10/2004   »   Ausgabe bestellen

Professionelles Zeitungs-Layout mit scribus

Druckfrisch

von Martin Loschwitz


Mit GIMP kann man neben Geburtstagskarten und PDF-Formularen auch professionelle Zeitungslayouts erstellen. Wir zeigen am Beispiel einer Schülerzeitung den Weg dorthin.

Manchmal kommen Privatleute, die beruflich so rein garnichts mit dem schreibenden Gewerbe zu tun haben, in die prekäre Situation, eine Zeitung aus dem Boden stampfen zu müssen. Diese soll obendrein natürlich absolut professionell aussehen und nicht vermuten lassen, dass sie nicht das Werk eines hauptberuflichen Layouters ist. Für Windows und MacOS X gibt es für diese Aufgabe neben den üblichen Verdächtigen (Word, OpenOffice) Quarks von der gleichnamigen amerikanischen Firma. Quarks ist ein vollständiges Text-Layout-System für den Einsatz im professionellen Bereich. Der Haken ist, dass sich dieser Anspruch vor allem im Preis niederschlägt, denn mit mindestens 900 US-Dollar muss man rechnen.

Linux-Anwender haben es in dieser Hinsicht besser. Für Linux steht in Form von Scribus ebenfalls ein Programm bereit, das man zum Layouten von Texten verwenden kann. Der Vorteil: Scribus ist frei und das in doppelter Hinsicht. Denn einmal kann man das Programm von dessen Homepage umsonst herunterladen, zudem liegen die Quelltexte für Programmierer offen, so dass das Programm fortwährend von vielen Entwicklern weltweit verbessert wird.

In EasyLinux 03/2004 haben wir ihnen bereits gezeigt, wie Sie scribus zum Design einer Titelseite verwenden können. Eine Zeitung besteht aber bekanntlich aus mehr als nur einer Titelseite, zudem hebt sich diese von den restlichen Seiten des Blattes häufig auch noch ab. Bei den normalen Seiten ist auf ganz bestimmte Faktoren wie Blocksatz, Schriftgröße und Grundlagen-Design einer Seite zu achten, die bei Titelseiten nicht oder nicht so stark ins Gewicht fallen. Dieser Artikel möchte deshalb ganz praktisch demonstrieren, wie man mit Scribus einfach eine Zeitungsseite erstellt und worauf man bei diesem Vorgang achten sollte. Als Beispiel verwenden wir die zweite Seite einer Schülerzeitung. Bevor es mit Scribus wirklich losgehen kann, muss das Programm aber zunächst auf die Festplatte.

Installation

Die Installation von Scribus gestaltet sich glücklicherweise bei keiner der vorgestellten Distribution als kompliziert. Wir haben darauf geachtet, immer die Version 1.1.7 zu verwenden -- so sind Probleme im Zweifelsfalle schneller nachvollziehbar. Zudem ist scribus 1.1.7 recht aktuell, so dass alle Features des Programms optimal ausgereizt werden können.

SUSE 9.0/9.1

Für SUSE Linux 9.0 und 9.1 stellt das Packman-Projekt Pakete von Scribus 1.1.7 zur Verfügung. Diese werden zunächst heruntergeladen und dann per Klick installiert.

    1. Starten Sie einen Webbrowser Ihrer Wahl und öffnen Sie den Downloadbereich von EasyLinux http://www.easylinux.de/Download/. Klicken Sie im Bereich für das Heft 10/1004 auf den Eintrag für "Scribus (Programm)" für die Distribution, die Sie verwenden (also SUSE 9.0 oder 9.1).

    2. Es öffnet sich ein Downloaddialog für das entsprechende Paket. Speicher Sie es ganz einfach in Ihrem Heimatordner ab.

    3. Wenn Sie als Browser den Konqueror benutzen, wird nach dem Download des Pakets bereits die Schaltfläche Installiere Paket angezeigt. Es genügt, auf diese Schaltfläche zu klicken und anschließend einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm zu folgen. Sollten Sie als Browser nicht Konqueror verwenden, starten Sie einen Konqueror, indem Sie in der Startleiste auf das blaue Haus klicken. Konqueror öffnet sich dann und zeigt den Inhalt des Heimatordners an. Dort sollten Sie auch die eben heruntergeladenen Dateien sehen; klicken Sie auf diese und folgen Sie den Anweisungen. Bitte beachten Sie, dass bei der Installation YaST2 eventuell unerfüllte Paketabhängigkeiten feststellt und diese automatisch beheben möchte; dazu benötigt es aber das Medium, das Sie zur Installation verwendet haben -- also die SUSE CD oder DVD.

    4. Hat YaST2 seine Arbeit erfolgreich beendet, starten Sie Scribus über das K-Menü und den Menüpunkt Programme / Veröffentlichen / Scribus.

    Fedora Core 2

    Die Installation von Scribus 1.1.7 auf Fedora Core verläuft ähnlich wie bei SUSE, am Ende benötigten Sie zwar die Konsole, das ist aber auch kein Beinbruch.

      1. Starten Sie einen Webbrowser und öffnen Sie die Seite des EasyLinux Download Bereichs http://www.easylinux.de/Download/. Klicken Sie auf den Link bei "Fedora Core 2" für "Scribus (Programm)". Es erscheint ein Download-Dialog; speichern Sie das Paket einfach in Ihrem Heimatverzeichnis ab. Wiederholen Sie diesen Vorgang für das Paket bei "LCMS (Bibliothek)".

      2. Starten Sie eine Konsole, das erleidgen Sie zum Beispiel über den Punkt System / Terminal im K-Menü. Werden Sie mit dann su und dem Passwort von root zum Systemadministrator.

      3.Führen Sie danach einfach diesen Befehl aus: system-install-packages scribus-1.1.7-0.fdr.4.2.i386.rpm lcms-1.12-0.fdr.2.2.i386.rpm. Es startet der Fedora-Paketmanager und übernimmt die restlichen notwendigen Schritte. Bitte halten Sie auch bei Fedora das Installationsmedium bereit, denn es ist wahrscheinlich, dass einige wichtige Pakete auf Ihrem System nicht vorhanden sind, die der Paketmanager zusätzlich installieren wird.

      4. Sie können Scribus nun über den Menüpunkt Büroprogramme / Scribus im K-Menü aufrufen.

      Mandrake Linux 9.2

      Für Mandrake 9.2 waren im Netz keine fertigen Pakete zu finden; deswegen stellen wir im EasyLinux-Downloadbereich passende, von uns erstellte Pakete bereit. Von dieser Tatsache rührt auch das "easylinux" im Paketnamen.

      1. Starten Sie einen Webbrowser ihrer Wahl und öffnen Sie die Seite des EasyLinux Download-Bereiches auf http://www.easylinux.de/Download. Klicken Sie unter Mandrake Linux 9.2 auf die Einträge für "Scribus (Programm)", "Scribus (Bibliothek)" sowie "Scribus (Sprachdatei)". Speichern Sie die Pakete in Ihrem Heimatordner ab.

      2. Starten Sie den KDE-Dateimanager Konqueror durch einen Klick auf das Haus-Symbol in der Startleiste. Sie sehen den Inhalt Ihres Heimatordners, unter anderem auch die drei Dateien, die Sie eben heruntergeladen haben.

      3. Klicken Sie zunächst auf libscribus0-1.1.7-0mdk.easylinux.i586.rpm. Geben Sie das Passwort des Systemadministrators root ein. Es startet der Mandrake-Paketmanager RpmDrake, der das Paket installiert. Wiederholen Sie den kompletten Vorgang mit scribus-1.1.7-0mdk.easylinux.i586.rpm und scribus-i18n-de-1.1.7-0mdk.easylinux.i586.rpm. Halten Sie die Mandrake-CD bereit, falls RpmDrake eventuelle Abhängigkeiten nachinstallieren möchte.

      4. Hat RpmDrake seine Arbeit beendet, können Sie Scribus ganz einfach über das K-Menü starten.

      Grundsätzliches

      Bevor Sie sich in Scribus stürzen, sollten einige grundsätzliche Fragen geklärt werden. Dabei geht es hauptsächlich um Dinge, auf die bei der Arbeit mit Scribus hingearbeitet werden muss. Eine sehr wichtige Frage ist die nach den Format, das die Zeitung später haben soll. Dabei geht es eben nicht nur um das Seitenformat -- also die Frage, ob Din A5, Din A4 oder ein anderes Format verwendet werden soll -- sondern auch darum, wie die Seiten später miteinander verbunden werden. Vermutlich wird es ein bestimmtes Grundmuster geben, das auf allen Seiten zu sehen ist. Schauen Sie zum Beispiel auf das Design der Seite, die Sie grade im Moment lesen. Oben sehen Sie einen grauen Balken, der auf der linken Seite links und auf der rechten Seite rechts mit einem kleinen roten Kasten und dem Rubriktitel versehen ist. Planen Sie Ihre Zeitung im selben Format anzulegen, also so, dass jeweils zwei aufeinander folgende Seiten nebeneinander liegen, müssen Sie auf ähnliche Sachen achten. Passend zum Layout müssen dann die Seitenköpfe gestaltet werden. Wollen Sie hingegen ein Layout verwenden, bei dem Seiten immer übereinander lieben (so, als sei die Zeitung ein einfacher Haufen Blätter, die oben links einfach mit einer Büroklammer zusammengesteckt sind), können Sie das Layout aller Seiten einheitlich gestalten. Weiter müssen Sie sich fragen, ob Ihre Zeitung auch mit Farben arbeiten soll oder ob lediglich Graustufen verwendet werden. Das kann durchaus eine finanzielle Entscheidung sein: Graustufen lassen sich mit wesentlich weniger Aufwand drucken (Stichwort: Riso-Druck) als Farbe (für die nur der Offset-Druck in Frage kommt). Während sich der Preis für 600 Exemplare einer Zeitung im Riso-Druck meist bei 80 Euro befindet, schlägt der Offset-Druck schnell mit mehreren Hundert Euro zu Buche.

      Die Schülerzeitung im Beispiel hat insgesamt acht Seiten und verwendet das Layout, das Seitenprinzip, das auch EasyLinux verwendet. Seitengröße ist Din A4, weil die Zeitung aber später auch wirklich aussehen soll wie eine Zeitung, werden zwei Din A3-Blätter in der mitte gefaltet und dann zusammen gesteckt. So hält der Leser am Ende tatsächlich ein DinA4-Blatt in Händen. Gleichzeitig ist sie eine richtige Zeitung, das heißt, sie ist nicht geleimt, hat keinen "Zeitungsrücken" sondern ist nur zusammen gelegt, wie man es von Zeizungen wie der Hamburger Morgenpost kennt.

      Aller Anfang

      Starten Sie also Scribus. Es erscheint das Scribus-Hauptfenster, in dem noch keine Seite geöffnet ist. Das soll sich ändern, klicken Sie oben bei Datei auf das weiße Blatt. Es erscheint der Dialog zum Erstellen eines neuen Dokuments. Wählen Sie für das Beispiel als Größe der Seite Din A4 (die Zeitung hat am Ende acht Seiten und besteht aus zwei Din A3 Seiten, die jeweils mit vier einzelnen DinA4 Seiten bedruckt werden. Am Ende würde man also acht einzelne Scribus-Dateien erhalten, würde man die gesamte Zeitung nachbilden). Geben Sie zudem rechts bei dem Feld, das mit Standardmaßeinheit betitelt ist, die hierzulande typische Einheit Millimeter an. Bestätigen Sie die Auswahl mit Ok. Es erscheint eine gänzlich leere Seite, auf der nur ein Grundlinien-Raster zu sehen ist.

      Genau jenes Grundlinien-Muster ist meist nur wenig sinnvoll, oft ist es sogar hinderlich bei der Arbeit mit Scribus. Klicken Sie im Bereich des Blattes rechts und wählen Sie dort den Eintrag Grundlinien-Raster anzeigen aus. Das Raster sollte daraufhin verschwinden. Ganz und gar nicht nutzlos ist hingegen das Standard-Raster, das Scribus anzeigen kann. Dieses Raster ist vergleichbar mit dem Muster bei karierten Blöcken, es liefert Anhaltspunkte auf der Seite, um bestimmte Objekte wie Bilder und Überschriften auszurichten. Sie können das Muster anzeigen lassen, indem Sie wiederrum rechts in der Seite klicken und dann den Eintrag Raster zeigen auswählen. Es erscheint dsa grün gefärbte Raster. Um den Effekt der "Markierungsgrenzen" beim Ausrichten von Objekten noch zu verstärken, können Sie außerdem über das Menü der rechten Maustaste das grüne Raster "magnetisch" machen. Wenn Sie dann später objekte erstellen, werden die Grundformen für diese sofort auf vorhandene Linien im Raster gelegt,

      Das "Skelett"

      Wie soll das Grunddesign der Seite aussehen? Zunächst sollten die Seiten natürlich durchnummeriert sein. Das dient dem Leser als Hilfe bei der Orientierung und ermöglicht es, bereits auf der Titelseite auf bestimmte Themen hinzuweisen. Seitenzahlen "gehören einfach dazu" und vermutlich würde beim Leser bereits allein durch das Fehlen von Seitenzahlen eine gewisse negative Einstellung entstehen.

      Weiterhin sollte dem Leser ein "Wegweiser" durch die Zeitung an die Hand gegeben werden -- wiederrum eine Maßname, die eben nur der Orientierung dient. Lässt sich das Blatt in verschiedene Kategorien oder Rubriken einteilen, empfiehlt es sich, für jede Kategorie einen passenden Namen zu finden und diesen dann auch oben auf die Seite zu schreiben, die denn die Kategorie enthält. Schließlich sollte klar zu erkennen sein, wo der "Seitenkopf" aufhört und der eigentliche Inhalt anfängt. Eine Trennlinie tut also Not.

      Man fängt am Besten mit der Trennlinie an, weil an dieser später die Angaben über Seitenzahl und Rubrik angesetzt werden. Linien zeichnen ist in Scribus nicht schwierig. Schauen Sie in die Werkzeugleiste, in der Sie eben auf das weiße Blatt geklickt haben, um ein neues Dokument zu öffnen. Dort sehen Sie weiter rechts eine Schaltfläche (neben dem Fünfeck), die das Symbol einer Linie mit einem Kreuzchen am oberen und unteren Ende hat. Wählen Sie das Linienwerkzeug durch einen Klick auf dieses Symbol aus. Sie sollten darauf achten, die Linie nicht zu tief anzusetzen. Die erste breite Linie im grünen Raster von oben wäre zum Beispiel definitiv zu viel. Geeignet scheint die vierte waagerechte Linie von oben. Jetzt ist im Beispiel wichtig, ob es sich bei der Seite, die grade erstellt wird, in der Zeitung später um eine Seite auf der rechten oder auf der linken Seite handelt. Zum äußeren Rand der Seite hin soll nämlich etwas freier Raum an der Trennlinie bleiben. Im Beispiel arbeiten wir an der zweiten Seite der Zeitung (also der nach dem Cover, eine linke Seite), deswegen reicht die Trennlinie bis zur zweiten senkrechten Linie von links.

      Seitendekoration

      Nun geht es darum, dem Seitenkopf die notwendigen Informationen zu spendieren, damit er seine Aufgabe -- den Leser zu informieren -- so gut erfüllen kann wie möglich. Wie schon erwähnt sollte hier mindestens die Seitenzahl und die Rubrik angegeben werden. Zudem lässt sich das Datum (bei Zeitungen, die Täglich erscheinen) bzw. der Monat und das Jahr des Erscheinens (bei Zeitungen, die nur Monatlich veröffentlich werden) gut unterbringen.

      Spätestens jetzt ist es auch Zeit, über die Schriftart zu grübeln, die zum Einsatz kommen kann. Mit der Windows-Schriftart Verdana lassen sich sehr gute Resultate erzielen; wie Sie Windows-Schriftarten unter Linux verwenden können, erklärt der Artikel in EasyLinux ??/???? auf Seite ??. Natürlich können Sie auch eine der installierten Schriften verwenden, Sie sollten lediglich darauf achten, dass sie gedruckt gut lesbar ist.

      Um die Seite mit einer Seitenzahl, der Rubrik und dem Monat/Jahr des Erscheinens zu versehen, arbeitet man mit zwei Text-Boxen. Klicken Sie oben in der Zeile mit dem weißen Blatt auf das Symbol, das auch ein weißes Blatt mit einem etwas größeren "A" ist, um das Texttool auszuwählen. Klicken Sie dann am linken rand der eben gezeichneten schwarzen Linie, halten Sie den Mauszeiger gedrückt und ziehen Sie ihn nach über acht Kästchen rechts und über zwei Kästchen nach oben. Es erscheint ein rot umrandetes Feld -- eine Textbox. Bevor Sie dort aber Text einfügen, sollten Sie sich noch das "Eigenschaften"-Fenster anzeigen lassen; mit diesem ist es möglich, die Eigenschaften jedes Elements in Scribus zu steuern. Klicken Sie in den rot umrandten Teil mit der rechten Maustaste und wählen Sie ganz unten den Punkt Eigenschaften anzeigen aus.

      Abbildung 1: Das Eigenschaften-Fenster ist von zentraler Bedeutung, es erlaubt die genaue Angabe sämtlicher Konfigurationsoptionen.

      Nun wird der grade angelegten Box ein ordentlicher Text verpasst. Klicken Sie wiederrum mit der rechten Maustaste in den rot umrandeten Bereich und wählen Sie den Menü-Punkt Text bearbeiten. Ein neues Fenster mit dem Text-Editor erscheint auf dem Bildschirm. Die Rubrik und die Seitenzahl stehen idealerweise nebeneinander, es sollte aber trotzdem eine Trennlinie in irgendeiner Form vorhanden sein. Dazu können Sie ganz einfach die sogenannte "Pipe" verwenden, die erscheint, wenn Sie [AltGr] zusammen mit der Taste rechts von der linken Taste für Großbuchstaben drücken (auf der selben Taste sind neben "|" auch die "<" und ">" Symbole). Auf Seite Sechs steht diesmal der Sport, so dass der vollständige Text, den Sie für diese Text-Box angeben, etwa so aussehen könnte: "Sport | 6". Natürlich sollten Sie hier die Werte eingeben, die auf Ihre Zeitung zutreffen.

      Vermutlich ist der Text nun zwar im Kasten erschienen, er ist aber viel zu klein und schlecht lesbar. Um dieses Problem zu beheben, ist zunächst ein Klick mit der linken Maustaste auf die Text-Box nötig. Schauen Sie dann in das "Eigenschaften"-Fenster, besonders den Punkt "Text". Hier können Sie die Schriftart und die Schriftgröße optimal einstellen. Sind Sie mit der Text-Box zufrieden, wiederholen Sie den kompletten Vorgang mit dem Text-Kasten für die Monats- und Jahresangabe. Diesen Kasten könnten Sie beispielsweise so plazieren, dass er genau auf der Mitte der Seite oder ganz rechts am Rand liegt. Es empfiehlt sich, für ihn einen etwas kleineren Schriftgrad zu verwenden als den, der bei der Seitenzahl- und Rubrikangabe verwendet worden ist.

      Abbildung 2: So könnte der Entwurf für eine Zeitungsseite in Scribus aussehen.

      Ebenen

      Ein großer Vorteil bei Scribus ist, dass das Programm mit Ebenen arbeitet. Ebenen funktionieren nach dem Prinzip, dass verschiedene Teile eines Dokuments übereinander gelegt werden und so am Ende ein Ganzes ergeben. Im Endeffekt baut sich bei der Arbeit ein ganzer Baum an verschiedenen Ebenen auf, jede Ebene speichert einen ganz bestimmten Arbeitsschritt. Das hat den Vorteil, dass sich Schritte rückgängig machen oder zumindest ausblenden lassen. Wenn Sie die Seitenzahl, den Titel der Rubrik sowie die Datumsangabe auf der Seite ordentlich untergebracht haben, ist das eine ausgezeichnete Gelegenheit, eine neue Ebene anzufangen. Klicken Sie oben auf Werkzeuge und dort auf Ebenen. Sie sehen das Fenster für Ebenen und dort den Eintrag Hintergrund. Das heißt: Alles, was Sie bis jetzt am Dokument verändert haben, liegt in der Ebene namens "Hintergrund". Klicken Sie auf das linke der vier Symbole im Ebenen-Fenster, um eine neue Ebene zu erstellem, in der dann an gearbeitet wird.

      Abbildung 3: Scribus arbeitet nützlicherweise mit Ebenen, die die Arbeit mit dem Programm erleichtern.

      Artikel

      Für eine richtige Zeitungs-Seite fehlen nun noch zwei Elemente: Vollständige Artikel (mit Dachzeile, Headline und manchmal auch mit Vorspann) und Bilder.

      Einen Artikel mit den genannten Komponenten sollte man in Scribus so aufteilen, dass jede Komponente ihre eigene Box hat -- so kann man die Einzelteile später einfacher verschiebenen. Die gute Nachricht: Jede Zeile mit Text, die sie anlegen -- sogar unabhängig davon, ob ein Bild beinhaltet ist -- bleibt eine ganz normale Text-Box, wie Sie sie bereits für die Seitenzahl- und Rubrikangabe verwendet haben.

      Wie Sie die Zeitungsseite weiterhin gestalten, hängt natürlich sehr stark davon ab, welchen Inhalt Sie unterbringen möchten, Wie groß der Inhalt ist und wie Sie sich die Anordnung der Seit selbst vorstellen. Wir wollen Ihnen im letzten Teil des Artikels lediglich noch zeigen, wie Sie einen richtigen Artikel mit allen Elementen plazieren können, wie Sie Bilder einarbeiten und auf welche Details im Bezug auf Layout Sie dabei beachten sollten.

      Abbildung 4: Aus einem ganz normalen Lauftext wird mit ...

      Einen Artikel fängt man am Besten an, indem man den Hauptteil in die Seite kopiert, damit man sich an diesem später mit den übrigen Teilen orientieren kann. Zeichnen Sie also mit dem schon bekannten Tool für Text-Rahmen eine Text-Box, die für den Text annäherungsweise genügend groß ist. Fügen Sie dann mit dem Text-Editor den Text ein, natürlich können Sie ihn dabei auch aus anderen Dateien und Programmen kopieren. Sollte er widererwarten trotzdem noch zu groß sein, so dass Scribus in der unteren rechten Ecke des Text-Kastens ein kleines Kreuz anzeigt, ist das auch kein Grund zum Ärgernis, denn: Scribus gestaltet Texte ohnehin meist in zu großem Schriftgrad. Nachdem der Text im Kasten ist, klicken Sie einmal mit der linken Maustaste auf ihn und schauen Sie wiederrum in das "Eigenschaften"-Fenster und dort zunächst ganz besonders in den "Text"-Karteireiter.

      Beachten Sie, dass das Eigenschaften-Fenster ausschließlich die englische Maßeinheit pt verwendet. Deswegen beziehen sich die nun folgenden Angaben ebenfalls auf diese Maßeinheit.

      Verkleinern Sie den Schriftgrad über das Feld "Schriftgröße". Verdana Acht empfiehlt sich für Zeitungen in diesem Format und Verdana Zehn ist das Höchste der Gefühle.

      Artikel dieser Art werden im Blocksatz gesetzt, das erleichtert das Lesen ungemein im Vergleich zum Flattersatz. Um Blocksatz zu erreichen, klicken Sie im "Text"-Teil des Eigenschaften-Fensters auf den zweiten Button von rechts in der Button-Reihe über "Abstände". Der Text sollte dann im Blocksatz erscheinen. Nun können Sie noch mit der Zahl hinter "Zeilenabstand" ein wenig experimentieren, denn 14.4 pt sind reichlich bemessen und etwas weniger Abstand kann auch nicht schaden. 10.8 pt sind in den meisten Fällen ausreichend.

      Das Gefühl, einen richtigen Zeitungsartikel in Händen zu halten, mag aber immer noch nicht aufkommen. Das liegt an einer einfachen Tatsache: Zeitungen teilen Texte grundsätzlich in Spalten auf. Der Text, den Sie in die Text-Box kopiert haben, ist komplett durchgehend von links nach rechts. Das soll sich ändern. Klicken Sie im Eigenschaften-Dialog oben auf "Form". Ändern Sie neben "Spalten" bei "Abstand des Textes" die 0 auf eine 3 oder eine 4 -- jenachdem, was Ihnen besser gefällt. Sofort können Sie beobachten, das sich der Text im Kasten versetzt. Wundern Sie sich aber trotzdem nicht, wenn er jetzt etwas wüst aussieht -- es fehlen noch die Abstände zwischen den einzelnen Spalten. Zwei Millimeter -- hier verwendet Scribus seltsamerweise wieder gewünscht Maßeinhait -- sollten ihren Zweck erfüllen. Wenn alles geklappt hat, ist der Text im Kasten nun in Spalten aufgeteilt und jede Spalte ist deutlich erkennbar.

      Abbildung 5: ... drei Spalten sowie ...

      Der Trick mit den Silben

      So schön der Artikel in Spalten auf den ersten Blick auch aussehen mag, wird er beim zweiten Hinsehen vermutlich einen hässlichen Effekt zeigen: In machen Zeilen stehen fünf kleine Wörter, in adneren steht nur ein langes Wort, das sich -- hässlich auseinander gerissen -- auf die gesamte Zeile erstreckt und ein großes Loch in der Mitte hat. Das ist ein Effekt, der durch den Blocksatz auftritt. Mit Scribus kann man ihm zumindest Großteils Herr werden, nämlich mit der Silbentrennung.

      Im Eigenschaften-Dialog sollte bei "Text" unten als Sprache Deutsch eingetragen sein. Ist das der Fall, klicken Sie einfach oben auf Extras und dort auf "Silbentrennung". Sie sollten wiederrum beobachten können, wie sich der Text verändert. Es emfpiehlt sich, nach der automatischen Silbentrennung den Artikel noch einmal durchzugehen um zu schauen, ob eventuell einige Härtefälle übersehen worden sind. Diese sollte man dann manuell reparieren, indem man einen Bindestrich an der passenden Steile eine Zeile höher oder tiefer einsetzt.

      Die anderen Teile des Artikels erstellen Sie nach genau dem gleichen Prinzip mit einfachen Text-Boxen. Bei Dachzeile, Headline und Vorspann sollten Sie natürlich keinen Blocksatz verwenden, außerdem sollten Sie darauf achten, dass die Headline vom Schriftgrad her von allen Elementen das Größe ist. Die Dachzeile sollte etwas kleiner sein als der Vorspann, der sich vom normalen Artikel deutlich abheben sollte. Bei Überschriften können Sie eventuell mit Kapitälchen arbeiten, markieren Sie dazu mit der Maustaste Text direkt in einem Text-Feld (nicht im Text-Editor) und Klicken Sie im Eigenschaften-Dialog bei "Text" auf das Symbol, das mit einem kleinen K gekennzeichnet ist.

      Abbildung 6: ... Abstand zwischen den Spalten und Silbentrennung ein richtiger Zeitungsartikel.

      Bilder

      Bilder werden über Bild-Boxen eingefügt, die prinzipiell ganz genauso funktionieren, wie Text-Boxen. Dabei ist es nicht wichtig, ob Sie ein Bild in eine bestehende Text-Box integrieren oder beispielsweise zwischen zwei Text-Boxen einbauen. Um eine Bild-Box zu erstellen, klicken Sie in der Zeile, in der Sie auch das Text-Werkzeug ausgewählt haben, auf das Icon direkt rechts neben dem Text-Werkzeug. Dieses ist durch ein Bild gekennzeichnet, auf dem man bei genauerem Hinsehen blauen Himmel sieht. Zeichen Sie die Bild-Box dann genauso wie eine Text-Box dort auf Ihre Seite, wo sie hinsoll. Lassen Sie den linken Mauszeiger los, ist der Bild-Kasten durch ein schwarzes Kreuz gekennzeichnet.

      Klicken Sie einmal mit der rechten Maustaste in die Bild-Box und wählen Sie den Menü-Punkt Bild laden. Es erscheint ein Datei-Fenster, in dem Sie das zu ladende Bild auswählen können. Klicken Sie danach einmal mit der linken Maustaste auf denRahmen und öffnen Sie im Eigenschaften-Dialog das Register "Bild". Dort können Sie die genaue Größe des Bildes völlig frei bestimmen oder angeben, dass sich das Bild an den Rahmen anpassen soll. Das ist in den meisten Fällen die beste Variante, zudem sollte auch die Option "Proportional" ausgewählt werden, damit das Bild oder viel mehr die Personen auf dem Bild nicht irgendwann unförmig aussehen.

      Zum Abschluss

      Fügen Sie auf diese Art und Weise Artikel und Bilder in Ihre Seite ein und sorgen Sie dafür, dass am Ende ein runder Gesamteindruck entsteht. Wenn Sie mehrere verschiedene Artikel auf einer Seite haben, können Sie diese mit einer Trennlinie wie der, die für den Seitenkopf erstellt worden ist, ganz einfach voneinander abgrenzen. Vergessen Sie nicht, dass Ihnen Ebenen zur Verfügung stehen. Idealerweise fangen Sie nach jedem Artikel, den Sie auf die Seite gebracht haben, eine neue Ebene an. So sind Änderungen einfach nachvollziehbar und können rückgängig gemacht werden, wenn es nötig werden sollte. Außerdem sollten Sie während der Arbeit das schon vorhandene Resultat immer wieder abspeichern, um eventuellen Abstürzen vorzubeugen.

      Abbildung 7: Scribus unterstützt die Ausgabe in das PDF-Format, das die meisten Druckereien als Format akzeptieren.

      Sind Sie mit dem Resultat Ihrer Arbeit zufrieden, kommt der finale Schritt: Speichern Sie das Dokument sicherheitshalber nochmals ab und klicken Sie oben in der Leiste, in der Sie die einzelnen Werkzeuge aufrufen, auf das Symbol mit dem roten Dreieck. Hinter diesem Button versteckt sich die Funktion zum Export in das PDF-Format. Im Normalfall können Sie die Einstellungen dort übernehmen, soll die Seite aber später tatsächlich auf Papier gedruckt werden, sollten Sie beim Karteireiter "Farbe" den Eintrag von Monitor/Internet auf Drucker ändern. Speichern Sie schließlich ab. Betrachten können Sie die PDF-Datei anschließend am besten im Adobe Acrobat Reader.

      Abbildung 8: So sieht eine fertige Seite in Scribus aus.

      Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim eifrigen Schreiben!

      (fan)

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