claim.gif
Linux Magazin Linux User Easy Linux Ubuntu User International Linux Community
Erschienen in EasyLinux 10/2004   »   Ausgabe bestellen

NTFS-Leseunterstützung nachrüsten

Fedora Core 2 lernt NTFS

von Andrea Müller


Wie schon Red Hat Linux 8.0 und 9 bringt Fedora Core 2 keinen Treiber mit, der dem Benutzer Lesezugriff auf NTFS-Partitionen ermöglicht. Mit einem einfach zu installierenden RPM-Paket rüsten Sie das Feature über wenige Mausklicks nach.

Während der Installation können Sie festlegen, dass Fedora Core 2 Windows-Partitionen mit FAT-Dateisystem automatisch beim Systemstart mountet. Windows XP verwendet jedoch, ebenso wie seine Vorgänger Windows NT und 2000, NTFS als Dateisystem. Um die dort abgelegten Dateien wenigstens lesen zu können, bringt Linux ein so genanntes Kernel-Modul mit, das Fedora Core 2 jedoch nicht mitliefert.

Kernel-Modul installieren

Das fehlende NTFS-Modul rüsten Sie bequem mit einem RPM-Paket aus dem EasyLinux-Download-Bereich (http://www.easylinux.de/Download) nach. Wählen Sie dort das richtige Paket für Ihre Prozessorarchitektur aus. Für Besitzer aktueller Pentium- und Athlon-Systeme ist das i686-Paket die richtige Wahl. Haben Sie eine ältere CPU, greifen Sie zu dem i586-Paket. Ob Sie den Treiber für 1 CPU oder ein Mehrprozessor-System brauchen, hängt vom Kernel ab. Öffnen Sie über Systemtools / Terminal ein Kommandozeilenfenster und geben Sie dort rpm -qa | grep kernel ein. In der Ausgabe steht der Name des installierten Kernel-Pakets. Lautet er kernel-2.6.5-1.358, ist der Treiber mit dem Zusatz 1 CPU der richtige. Gibt der Befehl hingegen kernel-smp-2.6.5-1.358 aus, laden Sie das Paket für ein Mehrprozessor-System herunter.

Starten Sie über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]), in das Sie konqueror eingeben, den KDE-Datei-Manager. Navigieren Sie in das Download-Verzeichnis und doppelklicken Sie auf die heruntergeladene Datei mit der Endung .rpm. Haben Sie der Dateiendung noch keine Standardapplikation zugeordnet, fragt der Konqueror nach, womit er sie öffnen soll. Geben Sie dann in die Eingabezeile system-install-packages ein und setzen Sie ein Häkchen vor Programm diesem Dateityp fest zuordnen.

Der Installationsassistent erfragt das Root-Passwort, da nur der Administrator systemweit Software installieren darf. Danach prüft er die Abhängigkeiten. Für das NTFS-Modul sind keine weiteren Pakete nötig. Mit einem Klick auf Weiter (Abbildung 1) starten Sie die Installation. system-install-packages beendet sich automatisch, wenn es den Treiber kopiert und eingerichtet hat.

Abb. 1: Ein Klick auf "Weiter" installiert den NTFS-Treiber.

NTFS-Partitionen einbinden

Damit Linux Ihre NTFS-Partitionen schon beim Systemstart mountet, tragen Sie sie in die Datei /etc/fstab ein.

  1. Öffnen Sie dafür zunächst den Hardware-Browser aus dem Menü Systemtools. Markieren Sie in der linken Fensterhälfte Festplattenlaufwerke und suchen Sie nach dem Eintrag, bei dem in der Spalte Typ der Wert ntfs steht. Das ist die Windows-Partition. Für den fstab-Eintrag merken Sie sich, welches Gerät bei dieser Partition in der Spalte Device steht. Liegt Windows auf der ersten aktiven Primärpartition, steht dort hda1.
  1. Geben Sie in ein Schnellstartfenster kdesu kwrite /etc/fstab ein und authentifizieren Sie sich im nächsten Dialog als Administrator. Dann öffnet der KDE-Editor direkt die richtigen Datei. Navigieren Sie bis an deren Ende und fügen Sie die Zeile
    /dev/hda1 /mnt/winxp ntfs umask=0222,utf8 0 0
    gefolgt von einem weiteren Zeilenumbruch ein. hda1 ersetzen Sie durch das Gerät, das Sie im Hardware-Browser als NTFS-Partition identifiziert haben. Über das Verzeichnis /mnt/winxp (das Sie noch anlegen müssen) greifen Sie später auf die Dateien der Windows-Partition zu. Die Option umask=0222 sorgt dafür, dass nicht nur Root, sondern auch normale Benutzer die Dateien auf der NTFS-Partition lesen dürfen.

  1. Klicken Sie auf Datei / Speichern und schließen Sie den Editor.
  1. Im nächsten Schritt erzeugen Sie das Zielverzeichnis, in das Linux die Windows-Partition später einbindet. Starten Sie mit dem Kommando kdesu konqueror, das Sie in ein Schnellstartfenster eingeben, den Datei-Manager als Administrator. Geben Sie /mnt in die Adresszeile ein. Dann sind Sie direkt am richtigen Ort, um das Verzeichnis anzulegen, das als Einhängepunkt dient. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Fensters. Aus dem aufklappenden Menü wählen Sie Neu erstellen / Ordner. Als Name tragen Sie in der nächsten Dialogbox winxp ein.
  1. Künftig mountet Linux die Windows-Partition automatisch beim Systemstart. Wollen Sie nicht extra neu booten, öffnen Sie erneut eine KDE-Konsole. Verschaffen Sie sich mit su und dem Administratorpasswort Root-Rechte. Mit dem Befehl mount -a (-a für all=alle) mounten Sie alle Partitionen, die Linux auch beim Systemstart einbinden würde.

Ab sofort greifen Sie auf die Dateien Ihrer NTFS-Partition über das Verzeichnis /mnt/winxp zu. Allerdings haben Sie dort nur Lesezugriff. Wollen Sie Dokumente von der NTFS-Partition bearbeiten, kopieren Sie sie am besten vorher in ein Verzeichnis auf der Linux-Partition. (amü)

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.

Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2012 Linux New Media AG | Last modified: 2007-01-25 17:23

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [Linux-Community] [Admin-Magazin] [Ubuntu User] [Smart Developer] [Linux Events] [Linux Magazine] [Ubuntu User] [Admin Magazine] [Smart Developer] [Linux Magazine Poland] [Linux Community Poland] [Linux Magazine Brasil] [Linux Magazine Spain] [Linux Technical Review]