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Erschienen in EasyLinux 10/2004   »   Ausgabe bestellen

Fotos drucken mit Flphoto

Unter Druck

von Marcel Hilzinger


Fotos am PC anzuschauen ist ja gut und schön, aber Drucken ist noch schöner. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Bilder optimal auf Papier bringen.

Einer der großen Vorteile von Digitalkameras ist es, dass sie fast keine laufenden Kosten verursachen. Bilder schießen, auf den PC laden und anschauen kostet nichts. Früher oder später kommt aber immer mal der Wunsch, Fotos auf dem eigenen Foto-Printer auszudrucken. Um schnell eine Serie Urlaubsfotos oder einen Kalender für die Großeltern zu drucken, eignet sich das Programm Flphoto [1].

Flphoto ist ein kleiner Alleskönner, wenn es um die Verarbeitung von digitalen Bildern geht. Sie können damit Fotos von Ihrer Digitalkamera herunterladen und sie dann gleich zu Papier bringen. Dabei kann das Programm nicht nur einzelne Bilder drucken, sondern auch Serien oder mehrere Bilder auf einer Seite.

Installation

Am einfachsten gestaltet sich die Installation unter Mandrake Linux. Hier starten Sie einfach den Paketemanager rpmdrake und geben in das Eingabefeld hinter Finden den Suchbegriff flphoto ein. Den Paketemanager finden Sie im K-menü unter Einstellungen / Paketierung / Software installieren. Ist die Suche beendet versehen Sie das gefundende Paket mit einem Häkchen und klicken dann auf Installieren. Mandrake Linux 9.2 hat allerdings eine etwas ältere Version als SuSE Linux oder Fedora Core 2. Sie kann deshalb in der Bedienung leich von der hier beschriebenen Version 1.2 abweichen.

Bei SuSE Linux ist Flphoto nur in der Professional Version mit dabei. Hier starten Sie das Paketverwaltungstool YaST und wählen unter Software den Punkt Software installieren oder löschen aus. Tragen Sie danach den Begriff flphoto ins Suchfeld ein und drücken Sie auf die Enter Taste, sollte der Pakemanager einen Treffen anzeigen. Versehen Sie das gefundende Paket mit einem Häkchen und klicken Sie dann auf Übernehmen. SuSE installiert dann Flphoto und das dazugehörende Paket fltk.

Bei der Personal Version müssen Sie die Pakete fltk und flphoto über die SuSE Linux FTP-Seite nachinstallieren. Sie finden beide Pakete unter [2]. Geben Sie die URL im Konqueror ein und wählen Sie dann zunächst das Paket fltk aus. Im Konqueror erscheint dann eine Übersicht über die im Paket enthaltenen Komponenten. Hier müssen Sie auf den Install Package with YaST Knopf drücken. Wiederholen Sie diese Schritte dann auch für das Paket flphoto.

Leider besitzt im Paket von SuSE Linux die deutsche Sprachdatei einen falschen Namen. Flphoto startet deshalb nur auf Englisch. Sie können das Programm aber auf Deutsch umstellen, indem Sie die Datei /usr/share/locale/de/LC_MESSAGES/flphoto.mo unter dem Namen flphoto_de im Verzeichnis /usr/share/locale/de/ speichern. Dazu starten Sie am besten Konqueror als Benutzer root mit [Alt]+[F2] und dem Befehl kdesu konqueror. Dann suchen Sie die oben erwähnte flphoto.mo Datei und kopieren Sie ins Verzeichnis /usr/share/locale/de/. Dort können Sie sie über einen Klick mit der rechten Maustaste nach flphoto_de umbenennen. Die deutsch Übersetzungung von Flphoto ist allerdings an vielen Stellen derart unklar, dass sich der Aufwand nicht immer lohnt.

Für Fedora Core 2 gibt es Pakete auf der EasyLinux-Homepage zum Download, da Fedora das Programm nicht beinhaltet. Für die Installation wechseln Sie im Konqueror in das Download-Verzeichnis und klicken doppelt auf das fltk-Paket. Jetzt sollte Konqueror automatisch das Dateizuordnungsfenster öffnen. Schreiben Sie ins Feld unter Öffnen mit: den Befehl system-install-packages und drücken Sie dann auf OK. Wiederholen Sie danach diese Schritte für das flphoto-Paket.

Bilder holen

Der Start des Programmes geht am einfachsten über die Mini-Kommandozeile. Drücken Sie dazu [Alt]+[F2] und geben Sie dann den Befehl flphoto in der Befehlszeile ein. Flphoto startet zunächst mit einem neuen, leeren Album. Um dieses mit Bildern zu füllen, können Sie entweder Fotos von der Kamera laden, ein ganzes Verzeichnis hinzufügen oder einzelne Bilder. Wählen Sie dazu den Punk Album / Hinzufügen aus. Bei Verzeichnissen fügt Flphoto jeweils nur die Bilder im aktuellen Verzeichnis dem Album hinzu, Bilder in Unterverzeichnissen hingegen nicht. Abbildung 1 zeigt Flphoto mit einem aufgefüllten Album.

Wählen Sie den Menüpunkt Kamera aus, sollte Flphoto die Kamera automatisch erkennen und die Bilder anzeigen. Sie können dann über Übertragen ausgewählte oder alle Bilder in das unter Empfangsordner angegebene Verzeichnis kopieren und davon ein Album erstellen.

Damit Sie später wieder auf das Album zugreifen können, lohnt es sich das Album zu speichern. Wählen Sie dazu Album / Speichern aus und geben Sie dem Album einen Namen. Flphoto erweitert diesen automatisch um die Erweiterung .album.

Abb. 1: Das Hauptfenster von Flphoto mit dem Album Ferien2004.

Um Bilder zu drucken müssen Sie diese erst markieren. Dies geht durch einmaliges Drücken mit der linken Maustaste. Um mehrere Bilder auf einmal zu markieren, müssen Sie dazu die [Ctrl]-Taste gedrückt halten. Die ausgewählten Bilder lassen sich dann über Vorgewählte Bilder / Auswahl drucken an den Printer senden. Möchten Sie ein ganzes Album ausdrucken, wählen Sie Album / Drucken aus dem Hauptmenü.

Variationen?

Im darauf erscheinenden Druckdialog wählen Sie zunächst unter Drucker ihren Drucker aus. Benutzen Sie das Programm zum ersten Mal, lohnt es sich, die Option Druck zum Einordnen anzuwählen (Abbildung 2). Mit dieser Option druckt Flphoto nicht auf den Drucker, sondern stellt eine Postscript-Datei her. Diese können Sie dann vor dem Druck nochmals anschauen, zum Beispiel im Konqueror.

Abb. 2: Der Druck-Dialog von Flphoto.

Unter Objekt(e) stellen Sie ein, ob Sie die ausgwählten Bilder, nur ein Bild oder alle Bilder drucken möchten. Die wichtigste Auswahloptionen sind unter Format. Hier können Sie auswählen, wieviele Bilder Flphoto pro Seite drucken soll und in welchem Format. Ist das erste Symbol ausgewählt (Blatt mit vielen Vierecken), druckt Flphoto einen Photoindex mit Kleinansichten der ausgewählten Bilder. Beim zweiten Punkt wir pro Bild eine ganze Seite gefüllt. Mit dem dritten und vierten Punkt lassen sich zwei oder vier Fotos pro Seite drucken. Praktisch dabei, dass Flphoto die Bilder automatisch dreht, um sie optimal anzuorden.

Das drittletzte Symbol unter Format druckt Portrait- und Passfotos, wie Sie es vielleicht noch von der Schule her kennen. Gleich daneben gibt es eine Funktion um Kalender zu drucken. Wählen Sie diese aus, wird der Reiter Kalendar aktiv (siehe Abbildung 3).

Abb. 3: Optionen zum Kalenderdruck in Flphoto.

Flphoto kann mehrere Arten von Kalendern drucken. Die verschiedenen Möglichkeiten finden Sie im Pull-Down-Menü unter Art. Bei der Grundeinstellung Seite druckt Flphoto einen Monat und ein Bild pro Seite. Bei A4-Format werden damit Hochformat-Bilder ca. 12 x 9 cm groß, Bilder im Querformat eine halbe A4 Seite. Für ganzseitigen Druck wählen Sie entweder die Funktion Gefaltet oder Verklemmt (gemeint ist geheftet). Dann müssen Sie nur noch das Jahr, den Anfangstag der Woche und den Monat einstellen, und schon können Sie über Drucken einen kompletten Kalender drucken. Sie sollten aber in diesem Fall zunächst zwölf Bilder auswählen, sonst druckt Flphoto bei 100 Bildern bis zum Jahr 2010.

Umrahmungen

Die meisten Einstellungsoptionen bietet das letzte Symbol unter Format (Portrait-Bild). Ist es angewählt, wird der Reiter Umrahmung aktiv. Hier lassen sich beliebig viele Bilder auf einer Seite drucken und zusätzlich mit einem Rahmen versehen (siehe Abbildung 4).

Abb. 4: Flphoto kann Bilder auch mit einem Rahmen versehen.

Zunächst sollten Sie einstellen, wieviele Spalten und Reihen Sie drucken möchten. Dann müssen Sie die Bildgröße dem Papierformat entsprechend anpassen. Achten Sie darauf, dass das Layout auf Ihre Fotopapiergröße passt, und berücksichtigen Sie dabei auch die vom Drucker nicht bedruckbaren Ränder.

Schließlich können Sie noch den Rahmentyp, die Rahmenbreite und die Farbe des Rahmens auswählen. Wählen Sie dazu entweder eine der bestehenden Farben an, oder drücken Sie auf Auswahl um eine entsprechende Farbe auszuwählen. Haben Sie Kenntnisse in der HTML-Programmierung können Sie den entsprechenden Farb-Code auch direkt eintippen. Achten Sie auch darauf, dass Flphoto standardmässig die Maßeinheit Inch benutzt. Auch hier lohnt es sich zunächst in eine Postscript-Datei zu drucken, damit es keine bösen Überraschungen auf dem Papier gibt. Sind Sie mit den Einstellungen zufrieden, klicken Sie auf Drucken.

Weitere Funktionen

Hinter dem Symbol mit dem roten Auge verbirgt sich eine nützliche Option zum Korrigieren roter Augen. Einfach das Werkzeug anwählen und dann auf dem Foto die Stellen durch einen Klick markieren, wo rote Augen zu finden sind.

Flphoto eignet sich auch als Bildbetrachter. Wählen Sie dazu Album / Diashow aus oder drücken Sie gleichzeitig die [Ctrl]- und die Leertaste. Darüber hinaus ist es für einfache Bildbearbeitungs-Funktionen wie Drehen, Helligkeit anpassen oder Beschneiden geeignet. Reichen diese nicht aus, lässt sich über Bild / Redigieren Sie... das Bildbearbeitungs-Programm Gimp starten.

Infos
[1] SuSE Linux 9.1 FTP-Version: ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.1/suse/i586
[2] Flphoto Homepage: http://www.easysw.com/~mike/flphoto/

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