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Erschienen in EasyLinux 10/2004   »   Ausgabe bestellen

KDE-Menü grafisch aufpeppen

Kosmetik für's K-Menü

von Andrea Müller


Egal, wie lange man sucht: Im KDE-Kontrollzentrum gibt es keine Option, die Menügrafiken an die eigenen Wünsche anzupassen. Doch mit ein wenig künstlerischem Geschick und etwas Trickserei kommen Sie trotzdem zu einem individuellen K-Menü.

Sie sind es leid, permanent von dem grünen SuSE-Linux-Wappentier angestarrt zu werden, finden den roten Fedora-Hut scheußlich oder wollen das KDE-Symbol auf dem KDE-Menüknopf nicht mehr sehen? Kein Problem! Obwohl das KDE-Kontrollzentrum keine Option dafür bietet, ist es leicht den Start-Button mit einer anderen Grafik zu unterlegen. Eine eigene Seitenleiste gibt dem K-Menü dann den letzten Schliff und Ihnen ein Menü, das niemand sonst hat.

Seitenleiste austauschen

Um dem K-Menü die entsprechende Schönheitsoperation zu verpassen, fangen Sie mit der Seitenleiste an. Standardmäßig verwendet KDE die Datei kside.png, die im Wurzelverzeichnis der KDE-Installation unter share/apps/kicker/pics liegt und kside.png heißt. Findet die Desktop-Umgebung beim Start eine gleichnamige Datei im Ordner /home/ihr_benutzername/.kde/share/apps/kicker/pics/ blendet sie stattdessen diese Grafik ein. Da es dieses Verzeichnis normalerweise nicht gibt, legen Sie es selbst an. Am schnellsten geht das auf der Kommandozeile. Öffnen Sie eine KDE-Konsole und geben Sie den Befehl

mkdir -p ~/.kde/share/apps/kicke\
r/pics/

ein. Die Tilde (~) ist eine Kurzschreibweise für das Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers.

Jetzt gilt es, das passende Bildchen in einer Größe von 24x340 zu erstellen -- ist die Grafik breiter, zeigt KDE die Randleiste nicht an. Entweder rechnen Sie ein eigenes Bild auf diese Maße herunter oder Sie verwenden als Vorlage die Datei /usr/share/apps/kicker/pics/kside.png. Unter SuSE Linux finden Sie die Default-Grafik stattdessen unter /opt/kde3/share/apps/kicker/pics/kside.png. Öffnen Sie das Bild in einem Grafikprogramm wie Gimp oder KPaint und passen Sie es so an, dass es Ihnen gefällt. Sind Sie zufrieden, klicken Sie auf Datei / Speichern unter. Als Dateinamen tragen Sie kside.png ein. Das richtige Verzeichnis ist das, welches Sie zuvor auf der Kommandozeile angelegt haben. Damit etwa der Speicherdialog von KDE-Programme die mit einem Punkt beginnenden Konfigurationsverzeichnisse anzeigt, drücken Sie [F8]. Dann können Sie den Ordner /home/ihr_benutzername/.kde/share/apps/kicker/pics/ als Speicherort auswählen.

Um die eigene Randgrafik zu bewundern, melden Sie sich einfach neu an (Abbildung 1). Unter Mandrake Linux und Fedora Core 2 sehen Sie erst einmal nichts, da diese Distributionen das Menü standardmäßig ohne Seitenleiste darstellen. Sie aktivieren die Verzierung im Optionsmenü der Kontrolleiste. Klicken Sie sie dazu mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Kontrolleiste einrichten aus dem Kontextmenü. Auf der Registerkarte Menü kreuzen Sie Randbild anzeigen an und bestätigen die Auswahl über Anwenden.

Wundern Sie sich nicht, wenn die Farben nicht mit denen Ihrer Grafik übereinstimmen. KDE färbt die Randleiste immer in einer zum verwendeten Theme passenden Farbe ein.

Abb. 1: Das KDE-Menü mit einer selbst gestalteten Seitenleiste.

Grafik für den Menü-Button

Mit dem Menü-Icon ist die Sache etwas komplizierter. Dort brauchen Sie nicht nur eine Grafik, sondern gleich drei Bilder in verschiedenen Größen. Theoretisch tut es auch ein Bildchen, das hat aber den Nachteil das KDE das Bild hoch- oder runterskaliert, wenn Sie die Größe der KDE-Leiste ändern. Dadurch gehen Bildinformationen verloren und das Ergebnis sieht nicht besonders schön aus.

  1. Als erstes legen Sie die Verzeichnisse an, in denen KDE nach dem Startmenü-Icon sucht. Welches das ist, hängt vom verwendeten Icon-Theme ab, das Sie im KDE-Kontrollzentrum unter Look & Feel / Symbole (Mandrake Linux), Erscheinungsbild / Symbole (Fedora Core 2 und SuSE Linux 9.1) oder Erscheinungsbild & Design / Symbole (SuSE Linux) einstellen. Diese Anleitung geht davon aus, dass Sie das Standard-Theme Crystal nutzen. Wer ein anderes Iconset verwendet, findet in der Tabelle Icon-Themes und ihre Ordner den passenden Verzeichnisnamen. Ersetzen Sie das crystalsvg in unserer Anleitung einfach durch den Namen aus der Tabelle. Allerdings gibt es nicht jedes Icon-Design auf allen Distributionen -- wundern Sie sich also nicht, wenn Sie dort etwas entdecken, das Ihnen das KDE-Kontrollzentrum nicht anbietet.
  1. Die Verzeichnisse für die Icons legen Sie mit drei Befehlen in einer KDE-Konsole an:
    mkdir -p ~/.kde/share/ico\
    ns/crystalsvg/16x16/apps
    mkdir -p ~/.kde/share/icons/c\
    rystalsvg/32x32/apps
    mkdir -p ~/.kde/share/icons/c\
    rystalsvg/48x48/apps
    3.An den Verzeichnisnamen sehen Sie schon, welche Größe die Grafiken für den Button haben müssen: 16x16 Pixel, 32x32 Pixel und 48x48 Pixel. Basteln Sie sich mit einem Grafikprogramm hübsche Icons. Neben Gimp und KPaint kommt für diesen Zweck auch der Icon-Editor kiconedit in Frage. Alle Distributionen liefern das praktische Tool mit. Es befindet sich im Paket kdegraphics (kdegraphics-kiconedit unter Mandrake Linux bzw. kdegraphics3-extra unter SuSE Linux), das Sie eventuell nachinstallieren müssen.
    Wer selbst keine ansprechenden Bilder hinbekommt, wird vielleicht bei der erweiterten Bildersuche unter http://www.google.de/advanced_image_search?hl=de fündig. Mit dem Suchbegriff Linux, der Auswahl klein im Feld Größe und PNG Dateien hinter Dateiarten fischt die Suchmaschine mehr als 4000 Icons rund um Linux heraus. Die Größe des Bildes steht dabei praktischerweise direkt unter dem jeweiligen Suchergebnis (Abbildung 2).
  1. Haben Sie die Bilder in den passenden Auflösungen zusammen, kopieren Sie sie mit dem Konqueror in die zuvor angelegten Ordner, oder speichern Sie nacheinander direkt aus dem Bildbearbeitungsprogramm im richtigen Verzeichnis. Das kleinste Bild kommt nach ~/.kde/share/icons/crystalsvg/16x16/apps/, das größte nach ~/.kde/share/icons/crystalsvg/48x48/apps/. Als Name wählen Sie für jede Grafik kmenu.png. KDE erkennt nämlich am Dateinamen, dass es dieses Bild für den Start-Button verwenden soll. Damit das Abspeichern auch unter SuSE Linux 9.0 klappt, löschen Sie die dort beireits vorhandenen Verknüpfungen
    ~/.kde/share/icons/crystalsvg\
    /16x16/apps
    ~/.kde/share/icons/crystalsvg\
    /32x32/apps
    ~/.kde/share/icons/crystalsvg\
    /48x48/apps
    im Konqueror. Sie zeigen auf das Chamäleon-Icon, das Sie ersetzen wollen.

Abb. 2: Die Bildersuche von Google findet zu fast jedem Thema passende Icons.

Melden Sie sich ab und direkt wieder neu an, um den angepassten Startknopf (Abbildung 3) zu bewundern. (amü)

Abb. 3: KDE-Leiste mit individuellem Start-Button.
Icon-Themes und ihre Ordner
Name im KontrollzentrumOrdnername
iKonsikons
KDE-Classickdeclassic
Slickslick
Technical-1Technical
GNOMEgnome
Bluecurve (nur Fedora)Bluecurve

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