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Erschienen in EasyLinux 10/2004   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Mit einer neuen Distribution tauchen viele Fragen auf. Deshalb erklären wir diesen Monat, wie Sie KDE unter Fedora Core 2 nachinstallieren und zum Standard-Desktop machen. Weitere Tipps zu SuSE Linux und GNOME garantieren, dass auch für Nutzer anderer Distributionen etwas Passendes dabei ist.

Tipp: KDE unter Fedora Core 2 nachinstallieren

Wer bei Fedora Core 2 eine Standardinstallation gemacht hat, findet sich nach dem ersten Start des Systems auf dem GNOME-Desktop wieder. Möchten Sie lieber mit KDE arbeiten, installieren Sie die Umgebung mit wenigen Mausklicks nach.

  1. Rufen Sie die Paketverwaltung über den Punkt Systemeinstellungen / Hinzufügen / Entfernen von Applikationen des Startmenüs auf.
  1. Geben Sie im folgenden Dialogfenster das Root-Passwort ein, da unter Linux nur der Administrator systemweit Software installieren darf.
  1. Im nun gestarteten system-config-packages setzen Sie im Abschnitt Desktops ein Häkchen vor KDE (K Desktop Environment). Über den Button Details gelangen Sie zu einem Dialog, der alle zur Installation vorgemerkten Pakete auflistet. Per Mausklick markieren Sie zusätzliche Anwendungen, z. B. das Paket kdegraphics. Es bringt mehrere Grafik-Anwendungen, wie Bildbetrachter, ein Malprogramm und ein Screenshot-Tool mit. Sind Sie mit der Auswahl zufrieden, gelangen Sie über Schließen zurück zum Hauptfenster der Paketverwaltung.

  1. Ein Klick auf Aktualisieren startet die Installation. redhat-config-packages überprüft, ob die ausgewählten Anwendungen noch weitere Software benötigen. Danach zeigt das Programm eine Zusammenfassung an. Sobald Sie dort auf Weiter klicken, fordert Fedora Core 2 die Installations-DVD an und kopiert KDE auf die Festplatte.

Um die Desktop-Umgebung zu starten, melden Sie sich ab und wählen sie im Anmelde-Manager aus. Klicken Sie dazu auf Sitzungen und kreuzen Sie KDE an. Nach dem Anmelden startet die neu installierte Arbeitsoberfläche.

Tipp: KDE zur Standard-Sitzung machen

Haben Sie KDE wie im vorigen Tipp beschrieben nachinstalliert, ist GNOME immer noch die Standardsitzung unter Fedora Core 2. Um KDE zu starten, müssen Sie die Desktop-Umgebung bei jedem Anmelden erneut über Sitzungen auswählen. Arbeiten Sie nur mit KDE ist es ziemlich lästig jedesmal daran zu denken. Über eine Konfigurationsdatei bringen Sie Fedora Core 2 bei, dass Sie standardmäßig KDE verwenden wollen.

  1. Geben Sie in ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster
    kdesu kwrite /etc/sysconfig/d\
    esktop
    ein und authentifizieren Sie sich in der nächsten Eingabemaske als Administrator.
  1. Der KDE-Editor KWrite startet mit der Datei /etc/sysconfig/desktop, in der Sie die Standard-Arbeitsumgebung festlegen. Darin steht nur die Zeile
    Desktop="GNOME"
    Löschen Sie GNOME und tragen Sie stattdessen KDE ein.

  1. Speichern Sie die geänderte /etc/sysconfig/desktop über Datei / Speichern und schließen Sie KWrite.

Wenn Sie sich das nächste Mal am System anmelden, müssen Sie KDE nicht erst im Sitzungsmenü ankreuzen. Fedora Core 2 startet die Desktop-Umgebung automatisch, sobald Sie Benutzername und -passwort eingegeben haben.

Tipp: Startmenü unter Fedora Core 2

Fedora-Nutzer, die wie im letzten Heft beschrieben [1], eine Diskette formatieren wollen, wundern sich eventuell, warum ein Klick auf Systemtools / Diskette formatieren des Startmenüs eine ganz anderes Programm startet, als im Artikel beschrieben. Das liegt daran, dass das Fedora-Core-2-Menü je nach verwendeter Arbeitsoberfläche andere Programme ainbietet. Unter GNOME startet der Menüpunkt gfloppy, das in unserem Artikel besprochene kfloppy kommt nur auf dem KDE-Desktop zum Einsatz.

Es ist jedoch kein Problem, den KDE-Diskettenformatierer unter GNOME zu benutzen. Öffnen Sie dazu ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]) und geben Sie kfloppy ein, um die Anwendung zu starten.

Solche kontextsensitiven Menüpunkte finden Sie unter Fedora Core 2 öfters. So startet der Menüpunkt Zubehör / Taschenrechner unter Gnome gcalctool, auf dem KDE-Desktop gibt es dagegen nur den Menüpunkt Zubehör / Ein wissenschaftlicher Taschenrechner. Ein Klick darauf startet den KDE-Rechner kcalc. Um eine Anwendung der nicht verwendeten Arbeitsoberfläche zu nutzen, starten Sie sie am einfachsten über ein Schnellstartfenster, in das Sie den Programmnamen eingeben. Die Menü- und Programmnamen des KDE-Desktops, die wir in EasyLinux standardmäßig nutzen, finden Sie leicht über den KDE-Menüeditor heraus. Sie starten ihn über ein Schnellstartfenster mit dem Kommando kmenuedit.

Tipp: Gnome-Desktop unter SuSE Linux nachinstallieren

SuSE Linux installiert standardmäßig nur den KDE-Desktop. Wer sich GNOME zumindest einmal ansehen will, hat es nicht leicht. Die Suche nach Paketen mit gnome im Namen liefert unzählige Treffer, bei denen man nicht weiß, was man braucht. Wenn Sie jedoch in YaST eine andere Ansicht wählen, ist der alternative Desktop mit nur wenigen Mausklicks nachinstalliert.

Starten Sie dazu die Softwareverwaltung über System / YaST und klicken Sie dort den Eintrag Software installieren oder löschen an. Im Dropdown-Feld Filter steht standardmäßig Suche. Stellen Sie stattdessen Selektionen ein. In der linken Fensterhälfte blendet YaST eine in Kategorien aufgeteilte Ansicht ein. Setzen Sie dort ein Häkchen vor GNOME System (Abbildung 1). Das Konfigurations-Tool merkt nun alle Pakete, die zu einem vollständigen GNOME-Desktop gehören, zur Installation vor. Mit einem Klick auf Akzeptieren spielen Sie die Software ein.

Abb. 1: Über den Punkt Selektionen wählen Sie GNOME zur Installation aus.

Um mit GNOME zu arbeiten, wählen Sie aus dem Dropdown-Menü des Anmeldebildschirms einfach den neuen Eintrag gnome. Einen kleinen Nachteil hat die Lösung: Sie braucht mehr als satte 300 MByte Festplattenplatz. Dafür haben Sie jedoch alles auf der Festplatte, was zu GNOME dazugehört. Wer Platz sparen will, markiert in YaST die Installationskandidaten und entscheidet anhand der Paketbeschreibung, ob er die Software überhaupt benötigt. Auf keinen Fall sollten Sie gnome-session, nautilus, metacity und gnome-panel entfernen, da diese vier Pakete die Kernkomponenten des GNOME-Desktops mitbringen.

Tipp: Dateien in Nautilus hervorheben

Verzeichnisse mit vielen Dateien sind ziemlich unübersichtlich. Ist es einmal unumgänglich zusammengehörende Dokumente in einem Ordner zu speichern, bietet Nautilus ein Feature, das die wichtigsten Dateien trotzdem hervorhebt. Im GNOME-Datei-Manager versehen Sie beliebige Dateien einfach mit so genannten Emblemen. Das sind Mini-Bildchen, die Sie entweder per Drag & Drop oder den Eigenschaftendialog an eine Datei anheften. Am schnellsten geht das mit der ersten Methode. Falls Nautilus bei Ihnen in der linken Fensterhälfte noch nicht den Navigationsbereich anzeigt, blenden Sie ihn mit einem Druck auf [F9] ein. Unter Fedora Core 2 funktioniert das allerdings nicht: Dort läuft Nautilus standardmäßig in einer Ansicht ohne Seitenleiste. Aus dem Dropdown-Menü in der linksbündigen Leiste wählen Sie Embleme. Nautilus blendet die Icons ein. Packen Sie eins der Bildchen mit gedrückt gehaltener linker Maustaste und ziehen Sie es auf die Datei, an die Sie es anheften wollen. Am Ziel angekommen, lassen Sie die Maustaste los. Nautilus blendet jetzt das Icon neben dem Dateisymbol ein.

Der andere Weg, Dateien mit Emblemen zu versehen, führt über ihr Kontextmenü und funktioniert auch unter Fedora Core 2. Wählen Sie aus dem Kontextmenü Eigenschaften. Im nächsten Dialog sind Sie auf der Registerkarte Emblem richtig. Kreuzen Sie dort alle Icons an, die Nautilus neben der ausgewählten Datei anzeigen soll (Abbildung 2). Um die Verzierungen wieder los zu werden, entfernen Sie auf dem Reiter Embleme einfach die Häkchen.

Abb. 2: In Nautilus heben Sie einzelne Dateien mit Emblemen hervor.

Tipp: Kommandozeile für's GNOME-Panel

Wenn es Ihnen zu lästig ist, für Programmaufrufe mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster zu öffnen, gibt es unter GNOME auch einen schnelleren Weg: Eine Eingabezeile für Befehle integrieren Sie im Handumdrehen ins Panel. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die GNOME-Leiste am unteren Bildschirmrand und wählen Sie Zum Panel hinzufügen / Utility / Befehlszeile (Zum Panel hinzufügen / Werkzeug / Befehlszeile unter SuSE Linux 9.0) aus dem aufklappenden Menü. An der Mausposition platziert GNOME jetzt ein einzeiliges Befehlsfenster. Dort setzen Sie ebenso wie in einem Schnellstartfenster Kommandos ab, die ein Druck auf [Eingabe] abschickt.

Sobald Sie einen eindeutigen Teil des Programmnamens eingegeben haben, können Sie den Befehl mit [Tab] vervollständigen. Haben Sie einmal einen zuvor eingegebenen Befehl vergessen, öffnen Sie mit einem Klick auf den Button mit dem nach unten zeigenden Pfeil eine Liste aller zuvor eingegebenen Kommandos. Ein Doppelklick auf einen der Einträge startet das entsprechende Programm und schließt das Verlaufsfenster. (amü)

Infos
[1] Karl-Heinz Gerwien: "Alte Kamellen", EasyLinux 09/2004, S. 41 ff.

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