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Erschienen in EasyLinux 11/2004   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Scribus, ein freies DTP-Programm

Nach einem Jahr Arbeit haben die Entwickler des freien DTP-Programms Scribus (http://www.scribus.net) die Version 1.2 veröffentlicht. Die Release trägt den Codenamen "Akademy" und wurde am 28.August auf der gleichnamigen KDE-Konferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Über 800 Bugreports und Anwender-Wünsche hat das Scribus-Team nach eigenen Angaben bearbeitet. Eine Neuerung in Scribus 1.2 ist der Import von EPS/PS-Dateien, die als native Scribus-Objekte weiterverarbeitet werden. Diverse Plugins erweitern das Programm um neue Funktionen wie beispielsweise die Arbeit mit Templates und typografische Unterstützung für Sprachen wie Tschechisch und Französisch.

Die neue Version von Scribus kann auch Vektor-Grafiken bearbeiten.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der neuen Version startete das Scribus-Projekt unter http://docs.scribus.net eine Dokumentations-Website.

Multimedia-Tastatur für Linux

Mit dem Modell CyMotion Master Linux hat Hersteller Cherry (http://www.cherry.de) eine Tastatur in sein Programm aufgenommen, die auch Linux-Benutzern vollen Zugriff auf zahlreiche Sondertasten bieten soll. Über die insgesamt 29 Hot Keys kann der Anwender den Web-Browser bedienen, den Audio-Player steuern oder die Lautstärke regeln. Auch für häufige Arbeitschritte wie Ausschneiden, Kopieren und Einfügen gibt es Funktionstasten.

Zur Konfiguration des Keyboards dient die mitgelieferte KeyM@n-Software. Damit kann der Benutzer Sondertasten nach seinen eigenen Wünschen belegen, beispielsweise mit Sonderzeichen, Textbausteinen oder Programmaufrufen. Außerdem legt der Hersteller eine CD mit Suse Linux 9.1 in einer Special Edition bei. Diese Sonderedition hat den selben Umfang wie die Personal-Version, enthält aber keine Handbücher und keinen Anspruch auf Support.

Wie bei früheren Tastaturen für den Linux-Markt hat Cherry die linke Windows-Taste mit einem Pinguin-Icon umgewidmet. Auf der oberen Tastatur-Blende prangt Tux sogar groß und in Farbe. Die rechte Windows-Taste des Keyboards wurde durch eine extra Taste für das @-Zeichen ersetzt. Die Tastatur soll rund 40 Euro kosten und nach Angaben des Herstellers ab Ende Oktober in Deutschland erhältlich sein. EasyLinux wird in einer der nächsten Ausgaben schildern, wie sich die Tastatur im Test bewährt hat.

Sondertasten für Browser-Funktionen wie vor, zurück und Suche -- und der Pinguin.
Duden in neuer Auflage

Bei allen Fragen der Rechtschreibung ist der Duden http://www.duden.de stets eine der ersten Adressen. Die digitale Ausgabe gibt es auch für Linux und der Verlag pflegt sie ebenso wie die Versionen für andere Plattformen. Ende August erschien die 23. Auflage, die wieder überarbeitet und erweitert ist.

Rund 5 000 neue Einträge lassen den Gesamtumfang auf 125 000 Stichwörter anwachsen. Unter den Neuzugängen befinden sich unter anderem die Begriffe Billigflieger, Ich-AG, Minijob, Sars und Dosenpfand. Neue Schreibweisen, Trennungen oder Regeln sind wie immer Rot hervorgehoben und so schnell erkennbar. Die wichtigsten Ergänzungen fassen die Autoren auf einer Sonderseite zusammen.

Der neue Duden ist als Kombiprodukt erhältlich (Buch und CD-ROM) für 25,50 Euro sowie die einzelne CD-ROM. Bei der Wahl der Plattform gibt sich der Verlag vielseitig: Er unterstützt neben einer Linux-Version für SuSE, Red Hat und Debian zusätzlich Microsoft Windows und Mac OS 9 und X.

Mit 125 000 Stichworten ist der Duden nach wie vor das umfangreichste Nachschlagewerk.
StarOffice- und OpenOffice-Update

Durch eine Sicherheitslücke im Büropaket OpenOffice http://www.openoffice.org können Anwender unter Umständen Zugriff auf die Daten eines anderen Benutzers auf dem gleichen System erlangen, da ein temporäres Verzeichnis des Programms für alle Nutzer lesbar ist. Betroffen ist die Version 1.1.2 sowie StarOffice 7, da beide Software-Pakete auf dem gleichen Quellcode aufbauen.

Kritisch ist die Sicherheitslücke natürlich nur dann, wenn der Rechner von mehrere Menschen gleichzeitig benutzt wird oder über das Netzwerk erreichbar ist und entsprechende Nutzerkonten angelegt sind.

Nichtsdestotrotz sollte die Software auf den neusten Stand gebracht werden. Da Sun und OpenOffice allerdings bis zum nächsten Versionssprung lediglich einen Patch anbieten, empfiehlt es sich die Anweisungen in der beiliegenden Dokumentation genau zu beachten. Während bei Sun ein Binary zur Verfügung steht, dass der Anwender nur ausführen muss, bietet die OpenOffice-Gemeinde einen echten Patch im Textformat an, der in den Quellcode eingespielt wird. Für den Linux-Einsteiger ist letzteres nicht zu empfehlen, da tiefergehende Kenntnisse erforderlich sind. http://sunsolve.sun.com/pub-cgi/show.pl?target=patches/xprod-StarOffice&nav=pub-patches http://www.openoffice.org/nonav/issues/showattachment.cgi/17436/security-tmp-dir.diff

Webbrowser Firefox

Der Webbrowser http://www.mozilla.org/products/firefox/ Firefox nähert sich der kommenden Version 1.0. Mitte September gaben die Entwickler eine Prerelease frei, die dem Anwender schon einen guten Überblick über die Features der endgültigen Version gibt. Pop-Up-Blocker und eine verbesserte Darstellung bei automatischen Weiterleitungen von einer Web-Seite zu nächsten schützen den Benutzer vor Angriffen aus dem Web.

Der Standalone-Browser erlaubt es zudem, RSS-Feed und Blog-Schnipsel in die Oberfläche einzubinden. Diese Inhalte bringt das Programm dann auf Wunsch immer auf den aktuellen Stand. Ein ähnliches Verfahren kommt bei den Live-Bookmarks zum Tragen, bei dem neben der URL ein verkleinertes Abbild der Website als Lesezeichen fungiert. Auch hier sorgt die Software regelmäßig für ein Update.

Der Webbrowser ist insgesamt schlank und für einen schnellen Seitenaufbau bekannt. Er ist eine Auskopplung aus dem Mozilla-Projekt http://www.mozilla.org; die andere ist der Mail-Client Thunderbird http://www.mozilla.org/products/thunderbird/, der derzeit in der Version 0.8 aktuell ist.

Bis zur vollständigen Integration in die Distributionen müssen Anwender wahrscheinlich bis zu einer neuen Version warten. Zur Zeit gibt es zwar auch sofort ausführbare Programmdateien, deren Installation allerdings etwas Erfahrung voraussetzt.

Erstes Linux-Cafe in der Schweiz

Eine gemütliche Atmosphäre und kompetente Beratung in allen Hardware- und Software-Fragen verspricht das erste Linux-Cafe, das jetzt in Basel eröffnet hat. Betrieben von Linux-Enthusiasten und Fans richtet sich das Angebot gerade nicht nur an die eingeschworene Gemeinde von langjährigen Linux-Benutzern, sondern gerade an Einsteiger, die sich an das freie Betriebssystem herantasten.

Ein Internet-Point bietet dem Kunden die Möglichkeit, in über 50 unterstützten Sprachen durch das Web zu surfen und E-Mails zu schreiben. Wer lieber abspannen will, lauscht auf einer Reismatte den Klängen aus einer Browser-gesteuerten Jukebox. Zu finden ist das Linux-Cafe in Basel, Aeschenvorstadt 4, oder im Web unter http://linuxcafe.ch

DVD-Laufwerk statt CDs

Der Online-Versand LinuxLand verkauft die Debian-Version "Sarge" als Bundle aus DVDs, Handbuch und Support. Die offizielle Release für diese Version ist von den Entwicklern für den 19. September geplant.

Die neueste Version von Debian ist extrem umfangreich: 13 CDs wären nötig, um alle Software-Pakete zu installieren. Die Box umfasst daher zwei DVDs -- auf der Bonus DVD sind zusätzliche kommerzielle Pakete, wie beispielsweise die Videoschnitt-Software MainActor 5.0.

Mit der neuen Box gibt es für CD-Nutzer ein interessantes Extra: Entweder erhält der CD-Anwender 13 CDs für 25 Euro oder aber ein DVD-Laufwerk zum gleichen Super-Sonderpreis. Bestellungen sind im LinuxLand http://www.linuxland.de möglich, die DVD mit Support aber ohne Handbuch gibt es für 29,90 Euro; mit Handbuch kostet das Bundle 49,90 Euro.

Kurz notiert

Kile 1.7: LaTeX, das ist Textsatz für Fortgeschrittene. Da die Eingabe der entsprechenden Kommandos im Quelltext nicht ganz trivial sind, bietet sich ein entsprechender Editor an. Kile ist so ein Programm, dass ab der aktuellen Version 1.7 beispielsweise die automatischen Vervollständigung von Formatierungsbefehlen. Ein Blick lohnt sich also. http://kile.sourceforge.net

XMMS Root Visualization Plugin 0.0.7: Mit diesem Plugin lassen sich die visuellen Klangdarstellungen, die im kleinen schon im XMMS enthalten sind, auf den Hintergrund des Desktops übertragen. http://fopref.meinungsverstaerker.de/xmms-rootvis/

Agnula Demudi 2.0: Agnula Demudi ist eine Live-CD, die auf Debian basiert und einen besonderen Schwerpunkt auf die Verarbeitung und Wiedergabe von Audiodaten legt. In der Distribution enthalten sind verschiedene Tools zum Schnitt und Sampling sowie eine umfangreiche Unterstützung für Sound-Karten. http://www.agnula.org/download/rehmudi/

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