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von Martin Loschwitz
Als man das Internet entwickelte, hatten seine Erfinder vor allem eins im Kopf: Ein Medium zu schaffen, das es dem Militär schnell und unkompliziert erlaubt, auch über größere Distanzen zu kommunizieren. Zu lang waren die Wege, die Briefpost in Anspruch nahm und Funk war ob der begrenzten Reichweite ebenfalls keine richtige Alternative. Bald feierte die E-Mail ihr Debüt. In Sekundenschnelle gelangt sie übers Internet zum Empfänger -- und das ganz ohne Briefmarken oder Portogebühren.
Das einzige, was zum Durchbruch der E-Mail fehlte, waren komfortable Programme für Endbenutzer, die sich nicht mit kryptischen Kommandos herumschlagen wollten. Microsoft sprang früh auf den Zug auf und lieferte zu Windows den Client Outlook Express, mit dem sich mit wenigen Klicks aus der Standardkonfiguration E-Mails nach Hause holen ließen.
Auch bei Linux tat sich in den letzten Jahren einiges an der Front der E-Mail-Programme. Nicht zuletzt dank der rasenden Verbreitung von Linux auf Firmen-Desktops machten sich Software-Hersteller auf, um neue und vielseitige Clients zu schaffen. Ganz oben in der Beliebtheitsskala stehen das von Ximian entwickelte Evolution [1], Thunderbird vom Mozilla-Projekt [2] und KMail [3], das fester Bestandteil von KDE ist. Wir stellen die drei Programme vor und zeigen ihre Stärken und Schwächen auf.
Wer SUSE 9.1 oder Fedora Core 2 verwendet, hat gute Karten: Evolution (Abbildung 1 und 2), Thunderbird (Abbildung 3) sowie KMail 3.2 (Abbildung 4) sind bei beiden Distributionen vorhanden. Die Programme sind zwar nicht mehr topaktuell, man kann sie aber keineswegs als überholt bezeichnen. Weniger rosig sieht die Sache mit SUSE 9.0 und Mandrake 9.2 aus: SUSE 9.0 kommt mit KMail 3.1, Evolution 1.4.4 -- Thunderbird fehlt, kann aus inoffiziellen Paketquellen nachinstalliert werden. Bei Mandrake 9.2 greift das Motto "Oldies but goldies" nicht: KMail 3.1 und Evolution 1.4.3 sind im Lieferumfang, Thunderbird fehlt auch hier. Anders als bei SUSE war der Redaktion zu Redaktionsschluss allerdings keine Adresse bekannt, unter der man Thunderbird-Pakete für Mandrake beziehen kann. So bleibt nur das offizielle Tar-Archiv. Die Installation beschränkt sich aufs Auspacken und Starten, ist also auch von Anfängern zu bewältigen.
Genauso elementar wie passende Pakete ist, dass der Anwender das, was das Programm von ihm möchte -- oder umgekehrt -- auch versteht. Zum Glück sind Anwender heute nicht mehr gezwungen, die englische Sprache zu beherrschen. Evolution kommt mit Sprachdateien für Deutsch, Englisch, Türkisch und vielen anderen Sprachen. KMail lässt sich mit den kde-i18n-Paketen (i18n steht für Internationalisierung) in eine andere Sprache bringen. Bei Thunderbird sind die Spracheinträge etwas umständlich in spezielle Dateien gepackt, die man seperat aus dem Netz auf die Platte laden muss, um sie dann zu installieren.
Jeder E-Mail Client sollte über einen Grundstock von Funktionen verfügen, mit denen sich die wichtigsten Aufgaben im Bezug auf die elektronische Post abwickeln lassen. Sowohl Evolution, als auch KMail und Thunderbird unterstützen diese Grundfunktionen.
Da ist zunächst das für den E-Mail-Versand zuständige SMTP-Protokoll. Dafür sollte ein Mail-Programm spezielle Features unterstützen, wie den SMTP-after-POP-Mechanismus: So bezeichnet man die Methode, bei der ein E-Mail-Programm zunächst über das genauso standardisierte POP-Protokoll Mails vom Server abruft und erst kurz darauf versucht, E-Mails über SMTP zu versenden. Sauberer als diese Methode, die sich notfalls auch von Hand nachahmen lässt, indem man eine geschriebene Mail zunächst im Postausgang speichert, E-Mails abruft und dann den Inhalt des Postausgangs versendet, ist die richtige SMTP-Authentifizierung: Wer eine E-Mail verschicken will, muss sich mit Benutzername und Passwort anmelden, sonst nimmt der Mail-Server die E-Mail nicht an. Beide Mechanismen verfolgen das selbe Ziel: Sie sollen verhindern, dass Gauner einen E-Mail-Server zur Schleuder für unerwünschte Werbung umfunktionialisieren.
Alle Clients beherrschen das Versenden von E-Mails über SMTP mit Authentifizierung. Dabei gibt es verschiedene Verfahren, die sich im Wesentlichen dadurch unterscheiden, ob das Anmelde-Passwort im Klartext oder verschlüsselt an den Server übertragen wird. Welche Methoden der Mail-Server des Providers unterstützt, muss der Benutzer bei KMail und Evolution nicht selbst wissen: Beide Programme besitzen eine Funktion, die sich am Server anmeldet und überprüft, welche Mechanismen zur Verfügung stehen. Aus dieser Liste ist dann ein Eintrag wählbar. Unter Thunderbird muss der Anwender den Modus hingegen selbst auswählen.
Das IMAP-Protokoll zum Abruf von E-Mails soll früher oder später die veraltete POP-Technologie ersetzen. Zwar ist es bisher unter der großen Masse der Benutzer nicht so weit verbreitet wie POP, vor allem Firmen setzen es jedoch gerne ein. Im Gegensatz zu POP, bei dem das Mail-Programm alle Mails auf den Rechner des Benutzers herunterlädt und sie dann in der Regel auf dem Server löscht, lagert IMAP sie grundsätzlich auf dem Server und überträgt nur die so genannten Header, d. h. den Kopf der Nachrichten. Erst wenn der Benutzer eine Mail zum Lesen auswählt, lädt das Mail-Programm den kompletten Inhalt.
Alle vorgestellten Clients unterstützen die wichtigsten Features von IMAP. Verzeichnisse lassen sich auf dem Server anlegen, verschieben und umbenennen. Auch Suchen auf dem Server ist in allen drei Programmen möglich. KMail unterstützt jedoch derzeit keine Filterregeln, ein unabdingbares Feature für Leute, die viel Post erhalten und diese gleich beim Empfang in verschiedene Ordner einsortieren wollen. Den Filterdialog von Evolution kann man nur als rudimentär bezeichnen, das einzige Programm, das beim Filtern eine gute Figur macht, ist Thunderbird.
Wessen Provider kein IMAP anbietet, der kann auf das altgediente POP3 ausweichen. Es versteht sich von selbst, dass dieser Klassiker der Mail-Protokolle bei allen Programmen ordentlich implementiert ist. Dazu gehört auch, dass man nur die Header einer E-Mail herunterladen kann -- im Wesentlichen die Zeile, die den Betreff enthält -- das ist hilfreich, wenn man keine DSL-Verbindung zum Internet hat und keine Mails mühsam herunterladen möchte, die man nicht lesen wird. Die vorgestellten Mail-Clients unterstützen dieses Feature. Und ein weiteres POP3-Feature ist interessant: Prinzipiell kann man Mails vom Server herunterladen, ohne sie auf dem Server zu löschen. Notwendig ist das, wenn man unterwegs E-Mails abrufen möchte aber sich trotzdem die Möglichkeit offenlassen möchte, die Mailbox auf dem PC zuhause später ebenfalls mit dem Server zu synchronisieren. Auch für diese Funktion gibt es in allen der drei Programme eine passende Option.
Wenn Sie von einem anderen Programm auf Evolution, Thunderbird oder KMail wechseln, so möchten Sie vermutlich ihre alten E-Mails umziehen. Zwei Systeme zur Speicherung von E-Mails haben sich heute durchgesetzt: Die eine Methode ist das sogenannte mbox-Format, bei dem alle E-Mails in einer Textdatei auf der Platte landen. Der andere Mechanismus heißt Maildir, jede Mail wird in einem Verzeichnis als einzelne Datei abgelegt. Evolution, Thunderbird und KMail setzen auf das mbox-Format. Es ist problemlos möglich, bestehende mbox-Dateien in Evolution oder KMail zu importieren. Bei Thunderbird muss man beim Import mit alten Netscape-4-Dateien vorlieb nehmen, eine Methode zum Import von mbox-Dateien war nicht auffindbar. So kommt es auch, dass man mit Evolution sowie KMail ebenfalls in das mbox-Format exportieren kann. Evolution kommt obendrein ebenso mit Maildirs zurecht.
Wer von Outlook kommt, hat bei Evolution Grund zur Freude: Es kann mit Maildateien von Outlook 4 umgehen. Bequemer lässt man sich von Outlook die Mail als mbox-Datei ausgeben und importiert sie danach. Das geht mit allen drei Clients problemlos.
Das wichtigste Interface zum Benutzer ist bei einem Mail-Client der Editor, mit dem der Anwender Nachrichten verfasst. Speziell Power-User wünschen sich hier, ihren gewohnten Text-Editor zu benutzen, zum Beispiel Emacs oder Vi. Eine solche Lösung ist zumindest in gewissen Grundzügen bei Evolution enthalten, über eine spezielle Schnittstelle zum GNOME- oder KDE-System kann man besonders angepasste Editoren verwenden. Auch KMail bietet diese Möglichkeit, die passende Option versteckt sich aber tief im Konfigurationsdialog und ist obendrein derartig kompliziert, dass man unerfahrenen Benutzern nur davon abraten kann. Im Test funktionierte die Variante selten so zuverlässig, dass man ernsthaft damit arbeiten könnte. Thunderbird bietet als einziges der drei gezeigten Programme keine Möglichkeit, auf einen externen Editor zurückzugreifen. Bei Thunderbird und KMail ist man somit faktisch auf den internen Editor des Mail-Programms festgenagelt.
Löblich zu erwähnen: Offenbar machen sich die Entwickler aller drei Programme Sorgen um die Netiquette, die vorsieht, Zeilen in E-Mails auf 72 Zeichen zu begrenzen. Diese Konvention stammt aus früheren Tagen, in denen Mails noch auf Terminals gelesen wurden, die nicht mehr als 80 Zeichen pro Zeile darstellten. Den Anwendern dieser Terminals waren überlange Zeilen ein Dorn im Auge, weil eine lange Zeile schnell die gesamte Mail unleserlich werden ließ. Alle gezeigten Programme fügen automatisch Zeilenumbrüche ein, wenn eine Zeile länger als 72 Zeichen wird. Auf Wunsch lässt sich diese Funktion aber verändern oder ganz abschalten.
Zwei E-Mail-Formate konkurrieren momentan um die Gunst der User: Beim "Plaintext"-Format besteht die Mail aus genau dem Text, den der Benutzer eingibt. Das zweite Format ist HTML. HTML-E-Mails sind faktisch kleine Web-Seiten. Während ein Mail-Programm nicht viel können muss, um Plaintext-E-Mails anzuzeigen, ist der Aufwand für HTML weitaus größer, denn immerhin muss das Mail-Programm einen Browser nachbilden. Der Tatsache, dass GNOME nunmehr integrierte Bibliotheken für HTML-Funktionen hat und Thunderbird sich ohnehin an den HTML-Funktionen der Mozilla-eigenen Programme bedienen kann ist es zu verdanken, dass Evolution und Thunderbird HTML-Mails korrekt formatiert anzeigen. Etwas komplizierter wird es, wenn Mails sowohl aus Klartext als auch aus HTML bestehen, so genannten "multipart"-Nachrichten. Evolution und Thunderbird zeigen dort nur den HTML-Teil an.
KMail ist in Sachen HTML das Paradebeispiel: Enthält eine Mail HTML, zeigt es zunächst nur den HTML-Quelltext und eine Sicherheitswarnung an. Auf Wunsch kann der Anwender die HTML-Ansicht dann zuschalten. Auch bei Multipart-Mails verhält es sich vorbildlich: Dort kann man auswählen, ob man den Textteil oder die HTML-Seite sehen möchte.
Wichtig ist natürlich auch die andere Richtung, das Format zum Versenden der Mails. Alle Programme lassen den Anwender für jede Mail wählen, ob er sie im Plaintext-Format oder im HTML-Format absenden möchte -- Standardeinstellung bei Evolution und KMail ist Plaintext, Thunderbird verwendet HTML. Mit HTML binden Sie zum Beispiel Bilder direkt in die Mail ein oder formatieren Text in einer besonderen Schriftart; passende Funktionen erreichen Sie über die Kontext-Menüs. Ein Hinweis: Ebenso wie Zeilen über 72 Zeichen Länge betrachten viele Leute in der Open-Source-Welt HTML-Mails als unhöflich. HTML sollten Sie deshalb nur dann verwenden, wenn die Gegenseite damit einverstanden ist.
Der Tatsache, dass es fast so viele Sprachen wie Völker auf der Welt gibt, ist zu verdanken, dass es hunderte von Kodierungsvarianten für Mails gibt. Die wichtigsten sind Iso-8859-1 für europäische Sprachen wie Deutsch, iso-8859-15 (wie iso-8859-1 aber mit Euro-Symbol) sowie UTF-8, ein speziell auf Kompabilität mit vielen Sprachen ausgelegter Zeichensatz. KMail und auch Thunderbird geben sich keine Blöße und unterstützen alle Charsets und auch Evolution kommt mittlerweile mit UTF-8 und vielen anderen Charsets klar, sofern passende Schriften installiert sind.
Ein Adressbuch mit Basisfunktionen enthalten alle drei Programme. Unterschiede liegen aber in den Details: KMail greift auf die KDE-eigene Anwendung KAdressBook zurück, die Adressbuch-Funktionen nicht nur für KMail, sondern auch für andere Programme bereitstellt. KAddressBook ist ein echter Alleskönner: Man hat den Eindruck, es gäbe kein Format, mit dem es nicht umgehen könnte. Der Import von MS Exchange-Adressbüchern klappt eben so einfach wie der Import über LSV-Listen. Sogar von Mobiltelefonen der Marke Nokia kann KAdressBook in einer aktuellen Version Adressen mit dem PC synchronisieren. Darüberhinaus unterstützt es auch vCards -- von vielen Leuten als Mail-Anhang verschickte kleine Dateien, mit denen man den Sender schnell und bequem in sein Adressbuch eintragen kann. Die meisten Formate, von denen man nach KAdressBook importieren kann, lassen sich auch für den Export verwenden.
Auch Evolution und Thunderbird müssen sich nicht verstecken. Beide Programmen bieten einen Wizard, der beim Import hilft. Die Fülle an Formaten, die Evolution unterstützt, ist groß: v- bzw. gnomeCard, LDIF, iCalendar, vCalendar und nicht zuletzt Outlook 4. Bei Thunderbird sieht es etwas weniger rosig auf: Es importiert alte Kontakte von Netscape 4, zudem csv-, tab- und normale Plaintext-Dateien. Ein weiteres Manko bei Thunderbird ist die fehlende Unterstützung von vCards.
Im Alltag sind es viele kleine Features, die das Lesen von E-Mails erleichtern. Denken Sie zum Beispiel an Diskussionen, die auf Mailinglisten nunmehr recht häufig stattfinden. Dort möchte man alle E-Mails einer Diskussion im Posteingang zusammenhängend dargestellt sehen. So erkennt man schnell, welche Mail eine Antwort auf eine andere ist. Eine solche Baumansicht nennt man auch "Threading". Evolution, KMail und Thunderbird zeigen E-Mail-Threads zusammenhängend in der richtigen Reihenfolge an, allerdings muss der Benutzer die Baumansicht sowohl bei Evolution als auch bei KMail unter SUSE 9.0 und Mandrake 9.2 separat aktivieren.
Ein Phänomen, das das weltweite Datennetz zusehends verstopft und das nicht selten als Grund für den Zusammenbruch der E-Mail gehandelt wird, ist Spam. Die Bezeichnung kommt aus einem Monty Python Sketch, in dem man einer Frau ständig Frühstücksfleisch, im Englischen Spam, anbietet, obwohl sie das gar nicht mag. Damit der E-Mail-Schrott nicht ständig in der eigenen Inbox landet und dort womöglich noch den Blick von anderen und weitaus wichtigeren Mails ablenkt, sollte ein Mail-Client ihn selbstständig filtern. Evolution wartet nicht mit einem eigenen Spam-Filter auf, dort muss der Benutzer auf Zusatz-Tools zurückgreifen [4]. KMail besitzt ab KDE Version 3.3 einen Antispam- und Antivirus-Wizard, hier heißt es also warten, bis Distributionen mit KDE 3.3 erscheinen. Bis dahin lässt sich ein Filter über externe Programme realisieren [4]. Thunderbird filtert "Junk"-E-Mail, wie es Spam bezeichnet, und löscht sie entweder sofort oder verschiebt sie in einen eigenen Ordner (Abbildung 5). Der Benutzer kann die Erkennungsrate verbessern, in dem er Thunderbird trainiert.
Das letzte wichtige Thema ist Sicherheit. Ein belieber Vergleich, den man immer wieder zu lesen bekommt, ist der Vergleich einer E-Mail mit einer ganz altertümlichen Postkarte: Jeder kann sie lesen. Um das zu verhindern, gibt es vielfältige Schutzmaßnahmen. Sofern der Provider SSL-Verschlüsselung anbietet, sollte man diese Möglichkeit nutzen. So werden Passworte nicht im Klartext durchs Netz übertragen. Einen weiteren Beitrag zur Sicherheit leistet die Software GPG, die den Inhalt von E-Mails verschlüsselt. Die Leitung kann dann zwar "abgehört" werden, mit der verschlüsselten Mail kann jedoch nur der vorgesehene Empfänger etwas anfangen.
Alle vorgestellten Mail-Clients unterstützen verschlüsselte Verbindungen zum Server. Mit der GPG-Unterstützung sieht es jedoch düster aus: Am komfortabelsten erweist sich dort KMail, Optionen zum Verschlüsseln und Signieren lassen sich dort bequem aktivieren [5]. Auch Evolution kann mit verschlüsselten E-Mails umgehen [6]. Thunderbird-Nutzer müssen hingegen die Erweiterung Enigmail [7] installieren, von Haus aus kann Thunderbird nur mit S/MIME-Verschlüsselung, einem weniger gebräuchlichen Verfahren, umgehen. Um die Schlüssel zu verwalten, muss der Anwender in allen drei Programmen auf die Kommandozeile oder externe Tools ausweichen [8].
In Zeiten von "Phishing" ist es wichtig, die Herkunft der Website, die man grade besucht, zu klären. Phishing bezeichnet derzeit sehr verbreitete Versuche von Betrügern, Leute über E-Mails auf spezial präparierte Web-Sites zu locken, zum Beispiel Online-Banking-Nutzer auf eine gefälschte Login-Seite ihrer Bank, um so an PINs und TANs zu kommen und das Konto des Betroffenen gehörig um Geld erleichtern.
Um Phishing zu verhindern, sollten Mail-Clients die wirkliche Adresse von in E-Mails angegebenen Links anzeigen. Nur so kann man sicher gehen, dass sich hinter dem angezeigten Link nicht eine ganz andere Adresse versteckt. Evolution patzt hier: Die Adresse des Links ist weit und breit nicht im Programm zu sehen. Thunderbird zeigt den Link in der Leiste am unteren Fensterrand an, so auch KMail.
Ein ganz anderer Aspekt von Sicherheit ist, sicherzustellen, dass die Mail auch wirklich angekommen ist. Dafür gibt es so genannte Lesebestätigungen. Versieht man eine Mail mit so einer Bestätigung, kann der Empfänger nach dem Lesen eine Mail an den Sender zurückschicken, die den Empfang bestätigt. Bei KMail kein Problem, auch Thunderbird understützt die Funktion. Lediglich in Evolution lässt sich die Option nur umständlich über einen manuell eingefügten zusätzlichen Header realisieren.
Keines der Programme im Vergleich erlaubt sich ernsthafte Patzer oder ist durch schwere Fehler unbenutzbar. Wer von Outlook kommt, dem dürfte Evolution sicherlich am besten gefallen. Mozillas Thunderbird empfiehlt sich, wenn man ein simples Mailprogramm mit einfacher Bedienoberfläche benötigt. Mit KMail erwächst beiden Programmen im Moment ein mächtiger Konkurrent, der sich nicht zuletzt ob der völlig nahtlosen Integration in KDE zum führenden E-Mail-Client für Linux mausert. (eba)
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[1] Inga Rapp: "Outlook-Klon", EasyLinux 06/2003, S. 33, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/06/033-evolution/i
[2] Inga Rapp: "Thunderbird unter Windows und Linux", EasyLinux 09/2004, S. 26 [3] Inga Rapp: "Virtueller Briefträger", EasyLinux 06/2003, S. 30, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/06/030-kmail [4] Andrea Müller: "Die guten ins Töpfchen ...", EasyLinux 04/2004, S. 33, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/04/033-spamassassin [5] Andrea Müller: "Post unter Verschluss", EasyLinux 09/2003, S. 26, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/09/026-gpg-kmail [6] Andrea Müller: "Für Unbefugte verboten", EasyLinux 09/2003, S. 28, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/09/028-gpg-evol [7] Kalle Gerwien: "Sesam öffne dich", EasyLinux 04/2004, S. 55, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/04/055-enigmail [8] Andrea Müller und Elisabeth Bauer: "Kryptographie auf Kommando", EasyLinux 09/2003 S. 77, http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/09/077-gpg-shell |
| Übersicht: Mail-Clients im Vergleich | ||||
| Name | KMail | Evolution | Mozilla Thunderbird | |
| URL | http://kmail.kde.org/ | http://www.novell.com/products/evolution/ | http://www.mozilla.org/products/thunderbird/ | |
| Version (SuSE Linux 9.0) | 1.5.4 | 1.4.4 | 0.6 (SUSE Updates) | |
| Version (Mandrake Linux 9.2) | 1.5.3 | 1.4.3 | / | |
| Version (Suse Linux 9.1) | 1.6.1 | 1.4.6 | 0.6 (SUSE Updates) | |
| Version (Fedora Core 2) | 1.6.2 | 1.4.6 | 0.7.1 (DAG) | |
| Programmsprachen (Deutsch/Türkisch/Englisch) | ja/ja/ja | ja/ja/ja | ja (mit locale)/ja (mit locale) /ja | |
| SMTP | ||||
| SMTP-after-POP | ja | ja | ja | |
| SMTP-Auth | ja | ja | ja | |
| Autoerkennung der Verschlüsselungsmethode des Servers | ja | ja | ja | |
| IMAP | ||||
| Suchen auf dem Server | ja | ja | ja | |
| Ordner verschieben | ja | ja | ja | |
| POP3 | ||||
| Nur Header herunterladen | nein | nein | nein | |
| Mail auf dem Server belassen | ja | ja | ja | |
| Mailbox | ||||
| Importformate | mbox | mbox | Bestehende Netscape Mailboxen | |
| Exportformate | mbox | mbox | / | |
| Filtern von Nachrichten | nur POP | ja | ja | |
| Filtern auf dem Server | ja | ja | ja | |
| Editor | ||||
| automatischer Zeilenumbruch nach 70--80 Zeichen | ja | ja | ja | |
| externer Editor | nein | prinzipiell ja | nein | |
| Mail-Text und -Formate | ||||
| Teil-Zitate nein | nein | nein | nein | |
| Default-Mail-Format (Text oder HTML) | Text | Text | HTML | |
| Format-Wahlmöglichkeit | ja | ja | ja | |
| Anzeige von multipart/alternative | Text, HTML-Anzeige über Menü | in HTML, Text in Quelltext-Ansicht | in HTML | |
| HTML-Anzeige | ja | ja | ja | |
| Encodings | ||||
| im Body: iso-8859-1/iso-8859-15/utf-8 | ja/ja/ja | ja/ja/ja | ja/ja/ja | |
| im Subject: iso-8859-1/iso-8859-15 | ja/ja | ja/ja | ja/ja | |
| Adressbuch | ||||
| Format | kaddressbook | Berkeley-DB3 | eigenes Format (.mab-Dateien) | |
| Importformate | KDE2, LSV, vCard | v- bzw. gnomeCard, LDIF, iCalendar, vCalendar, Outlook 4 | Netscape 4.x, LDIF, .csv (Komma-separiert), .tab (Tab-separiert) und Textdateien | |
| Exportformate | vCard, LSV | vCard | LDIF, .tab, .csv und Text | |
| Usability | ||||
| integrierte Spamfilter | ja (in neueren Versionen) | nein | ja | |
| Darstellung von ASCII-Grafik | ja | ja | ja | |
| Maximale Größe für den Empfang einstellbar | ja | ja | ja | |
| Mehrere Accounts (POP und SMTP) möglich | ja | ja | ja | |
| Definieren eigener Header | nein | nein | nein | |
| Tastaturbedienung | teilweise | teilweise | teilweise | |
| Scoring | nein | nein | nein | |
| Threading | ja | ja | ja | |
| Mehrere Mails gleichzeitig bearbeitbar | ja | ja | ja | |
| Adresskomplettierung | ja | ja | ja | |
| Link-Darstellung in text/plain | ja | ja | ja | |
| Inline-Darstellung mitgeschickter Abbildungen in HTML-Mails | ja | nein (per Dropdown-Menü kann ein Bild angezeigt werden) | ja | |
| Sicherheit | ||||
| PGP/GPG-Support | ja | ja | ja | |
| Verschlüsselung für SMTP/IMAP/POP | ja | ja | ja | |
| Quelle eines Links (HREF-Angabe) in HTML-Mail ist (sichtbar/unsichtbar) | ja | nein | ja | |
| Anzeige aktiver HTML-Inhalte (javascript/IFRAME) | nein/ja | nein/ja | nein/ja | |
| zeigt Webbugs in HTML-Mails | nein | auf Wunsch | nein | |
| Lesebestätigung anfordern | ja | ja | nein | |
| Versenden von Lesebestätigungen | ja | ja | nein | |
| Dokumentation | ||||
| Beigefügte Dokumentation | Handbuch, Hilfetexte | Handbuch/Hilfetext, FAQ | Handbuch/Hilfetexte | |
| Hilfe für alle Features des Programms | im Handbuch | im Handbuch | im Handbuch | |
| Tutorials für den Einstieg (E-Mails versenden und empfangen) | im Handbuch | im Handbuch | im Handbuch | |
| Kurzhilfe für Symbole und Menüpunkte | ja | ja | ja | |
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Last modified: 2007-01-25 17:26
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