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von Valerie Haselbek
Linux ist installiert und eigentlich könnten Sie sich jetzt bequem zurücklehnen oder gleich anfangen, das System zu benutzen. Wenn Sie jedoch einen Desktop wollen, der Ihren Bedürfnissen entspricht, dann liegt nun noch ein wenig Arbeit vor Ihnen. Aber keine Angst, Sie müssen nicht mühsam Dateien im Editor ändern, diese Einstellungen lassen sich alle bequem über die grafische Oberfläche erledigen. Das Kontrollzentrum ist dabei Ihr Freund und Helfer. Sie finden es bei SuSE Linux direkt im K-Menü. Bei Mandrake Linux liegt es unter Einstellungen, Configure your desktop, bei Feodra Core 2 im Präferenzen Menü. Im KDE-Kontrollzentrum können Sie nun nach Herzenslust schalten und walten. Für das Aussehen der grafischen Oberfläche besonders von Interesse sind die Module Arbeitsfläche und Erscheinungsbild (bei Mandrake Linux Look-and-Feel) und deren Untermodule. Um Änderungen wirksam zu machen, klicken Sie OK oder Übernehmen; wenn Ihnen nachträglich eine vorgenommene Änderung nicht mehr gefällt, können Sie diese mit einem Klick auf Voreinstellungen wieder in den Ausgangszustand nach der Installation zurücksetzen.
Wenn Sie von Windows auf Linux umsteigen, dann sehen Sie mit KDE eine Benutzeroberfläche vor sich, in denen Ihnen vieles bekannt vorkommt. KDE bietet aber auch einige Dinge, die es unter Windows nicht gibt. Unter Anderem haben Sie mehrere Arbeitsflächen zur Verfügung, was Ihre Arbeit am Bildschirm sehr viel übersichtlicher macht. Die virtuellen Arbeitsflächen finden Sie als kleine leere Kästchen in der Kontrollleiste dargestellt. Sie machen es möglich, Ihre Anwendungen zu ordnen und sinnvoll zu verteilen. Beispielsweise können Sie auf der ersten Arbeitsfläche ein Mailprogramm laufen haben, auf der zweiten einen Browser mit mehreren offenen Fenstern, und auf der dritten arbeiten Sie an einer Grafik oder einem Text. SuSE Linux hat bei der Installation zwei, Mandrake Linux und Fedora haben vier Arbeitsflächen voreingestellt.
Ist Ihnen das zu wenig oder zu viel, dann richten Sie sich einfach so viele ein, wie sie wollen. Klicken Sie im Kontrollzentrum auf den Menüpunkt Arbeitsfläche, dann auf den Unterpunkt Virtuelle Arbeitsflächen. Im Einrichtungsfenster stellen Sie über den Schieberegler ein, wie viele virtuelle Arbeitsflächen Sie haben möchten. (Abbildung 1) Wie viele Arbeitsflächen Sie möchten, hängt von Ihrem persönlichen Arbeitsstil ab. Sie sollten jedoch berücksichtigen, dass jede Arbeitsfläche zusätzlichen Speicher im RAM benötigt. Ha Ihr Rechner also 128 MB oder sogar weniger Speicher, sollten Sie nicht mehr als vier Arbeitsflächen benutzen. Ein Klick auf Anwenden oder OK übernimmt die Änderung. Zwischen den Arbeitsflächen wechseln Sie nun, indem Sie in der Kontrollleiste das gewünschte Rechteck anklicken. Nacheinander durch die Arbeitsflächen gehen Sie mit Tastaturkürzel [Strg]+[Tab] oder wenn Sie mit dem Mausrad über dem Symbol der virtuellen Arbeitsfläche scrollen.
Wenn Sie nun viele Fenster auf den verschiedenen Arbeitsflächen offen haben, haben Sie schnell mehr Fensterbuttons auf der Kontrollleiste, als Ihnen lieb ist. Daher kann es hilfreich sein, nur die Fensterbuttons der jeweiligen Arbeitsfläche anzuzeigen. Unter Arbeitsfläche | Fensterleiste richten Sie Ihre Fensterleiste ein. Möchten Sie nur die Fenster der aktuellen Arbeitsfläche angezeigt haben, deaktivieren Sie einfach die Option Die Fenster sämtlicher Arbeitsflächen anzeigen. Ob alle Fenster eines Programmes in einem einzelnen Button in der Fensterleiste angezeigt werden sollen, oder ob das nur geschehen soll, wenn die Fensterleiste voll ist, wählen Sie im Drop-down-Menü unter Zusamengehörige Fenster gruppieren aus.
Aber egal, wie übersichtlich Sie sich die Fensterleiste eingerichtet haben -- manchmal ist der Bildschirm einfach zu klein für alles, was man drauf haben sollte. Geschickt ist es da, dass man die Kontrollleiste ganz einfach verkleinern oder komplett verstecken kann. Auch das richten Sie im Menüpunkt Arbeitsfläche ein, in dem Sie eben schon das Verhalten der Fensterleiste festgelegt haben. Unter Kontrollleiste entscheiden Sie im ersten Reiter, Anordnung, durch einfaches Klicken auf die Wunschposition, wo Sie die Leiste unterbringen möchten -- auf den Seiten Ihres Bildschirmes, oben oder unten. Der Schieberegler darunter bestimmt, ob die Leiste die gesamte Breite des Bildschirmes einnehmen soll oder nur einen Teil, und wie groß die Symbole sein sollen. Unter Größe stellen Sie nun noch ein, wie hoch die Kontollleiste sein soll, und so auch die Größe der verwendeten Symbole.
Über den Reiter Ausblenden legen Sie das Verhalten der Kontrollleiste fest. Soll sie immer da sein und nur verschwinden, wenn sie durch Klick auf die Pfeilspitze am rechten Rand explizit ausgeblendet wird , wählen Sie Nur ausblenden, wenn ein Ausblendknopf betätigt wurde.
Möchten die Kontrollleiste automatisch ausblenden lassen, klicken Sie auf Autom. ausblenden und bestimmen dann, nach welchem Zeitraum KDE die Leiste ausblenden soll. Dürfen Programme die Kontrollleiste einfach überdecken, und soll sie nur sichtbar sein, wenn der Mauszeiger in einen bestimmten Bereich des Programmfensters kommt, wählen Sie diese Option an. Hier stellen Sie mit dem Pull-Down-Menü noch ein, wohin der Mauszeiger wandern muss, um die Leiste wieder in den Vordergrund zu holen (Abbildung 3). Hierbei ist es geschickt, wenn der Mauszeiger die Kontrollleiste dort aktiviert, wo sie dann auch in den Vordergrund kommt. Haben Sie also die Kontrollleiste im unteren Bildschirmbereich, dann ist es praktisch, wenn Sie aus dem Menü zum Beispiel Unterer Rand oder Untere linke Ecke auswählen.
Nachdem Ihr Desktop nun all Ihren Ansprüchen entspricht, fehlt noch eine wichtige Sache: Die Persönlichkeit. Der Standard-Desktop von KDE sieht zwar gut aus, hat aber nicht viel Persönliches an sich. Die folgenden Einstellungen nehmen Sie im Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild beziehungsweise Look and Feel (Mandrake Linux) vor.
Wenn Sie sich auf Ihrem Rechner etwas mehr wie daheim fühlen möchten, stellen Sie sich am Besten erst einen anderen Schreibtisch-Hintergrund ein. KDE gibt Ihnen da schon mehrere Bilder zur Auswahl, aber natürlich können Sie auch ein frei gewähltes Motiv verwenden. Dazu klicken Sie unter Erscheinungsbild / Hintergrund auf das Ordnersymbol neben Bild:. Ein neues Fenster mit einem Dateimanager öffnet sich. Suchen Sie jetzt das Verzeichnis, in dem Ihr gewünschter Desktop-Hintergrundund gespeichert ist. Wählen Sie das gewünschte Bild mit der Maus aus und klicken Sie auf OK. Ein Doppelklick auf die Datei führt zum gleichen Ziel.
Wenn Sie sich nicht entscheiden können, welches Bild Ihre Arbeitsflächen zieren soll, ist es auch möglich, mehrere Bilder auszuwählen und für jede Arbeitsfläche ein anderes Bild einzustellen. Klicken Sie dazu links oben beim Ausklappmenü Einstellung für Arbeitsfläche: auf den Eintrag Alle Arbeitsflächen. Hier wählen Sie zunächst die Arbeitsfläche aus, für Sie das neue Hintergrundbild haben möchten, dann wie oben beschrieben das Bild.
Möchten Sie, dass KDE nach einem vorbestimmten Zeitraum automatisch die Tapeten wechselt, wählen Sie den Punkt Diashow aus und klicken dann auf Einrichtung.... Ein Klick auf das in Abbildung 4 gezeigte Hinzufügen öffnet den KDE-Dateimanager. Hier haben Sie die Auswahl zwischen den von KDE vorgegebenen Hintergrundbildern und eigenen Motiven aus Ihrem persönlichen Ordner. Um mehrere Bilder gleichzeitig auszuwählen halten Sie einfach die [Strg]-Taste gedrückt, währen Sie die Bilddateien mit der Maus auswählen. Im oberen Bereich des Diashow einrichten-Fensters stellen Sie ein, nach welchem Zeitraum KDE den Desktop wechseln soll, und ob KDE die Bilder in der von Ihnen vorgegebenen Reihenfolge zeigen soll.
Fenster sind im Allgemeinen viereckig. Alles andere bleibt Ihrer Kreativität überlassen. KDE gibt Ihnen im Modul Fensterdekorationen verschiedene Möglichkeiten, wie Ihre Fensterleiste aussehen kann. Hängen Sie noch an Ihrer Windows-Umgebung, versuchen Sie es doch einfach mal mit dem Stil Redmond. Über den Reiter Knöpfe haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fensterknöpfe nach Wunsch zu positionieren. Dazu aktivieren Sie den Punkt Benutzerdefinierte Positionen von Titelleistenknöpfen verwenden und ziehen Sie die Knöpfe per Maus an die gewünschte Stelle.
Im Modul Farben verleihen Sie der gewünschten Fensterdekoration nun noch einen persönlichen Anstrich. Dort finden Sie einige vorgefertigte Farbschemas, die Sie jedoch in dem Kasten Farbe für Bedienelemente an Ihre Wünsche anpassen können. Ihr so geschaffenes Farbschema speichern Sie ab, indem Sie unter der vorgegebenen Liste auf Schema speichern klicken und dem neuen Schema einen Namen geben.
Für einen netten Effekt sorgen durchsichtige Menüs. Um transparente Menüs zu aktivieren, klicken Sie im Modul Stil den Reiter Effekte an. Aktivieren Sie die Checkbox Oberflächen-Effekte und wählen Sie bei Menü-Effekte Durchsichtig darstellen aus. Im unteren Bereich stellen Sie mit Hilfe des Schiebereglers nun noch die Menü-Undurchsichtigkeit ein. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass zu kleine Werte das Menü und unter Umständen vollständig unleserlich machen. Die in Abbildung 5 gewählten Werte von 80% sind in der Regel noch übersichtlich. Bitte beachten Sie, dass nicht alle KDE-Stile transparente Menüs unterstützen. Hier hilft im Zweifel: Probieren statt studieren.
Auch die Konsole lässt sich transparent darstellen. In der Grundeinstellung benutzt die KDE-Shell schwarze Schrift auf weißem Hintergrund. Finden Sie das zu langweilig, werfen Sie einfach einen Blick auf das Menü Einstellungen. Möchten Sie die Hintergrund- oder Schriftfarbe anpassen, wählen Sie Farbschema. Für Schrifttyp und -größe finden Sie unter Schrift mehrere Einstellungsmöglichkeiten.
Für ein transparentes Aussehen sorgt zum Beispiel Transparent, dunkler Hintergrund aus dem Menü Farbschema. Es hat den Vorteil, dass die Schrift der Konsole auch dann lesbar bleibt, wenn Sie ein besonders farbenfrohes Hintergrundbild eingestellt haben. Die vorgenommenen Einstellungen gelten nur für das aktuelle Fenster. Wollen Sie die nach Ihren Wünschen eingerichtete Konsole auch in anderen Sitzungen verwenden, klicken Sie im Konsolenmenü unter Einstellungen auf Einstellungen speichern. Nur so öffnet sich jede neue Konsole mit Ihren persönlichen Einstellungen.
Nun haben Sie Ihren Desktop so eingerichtet, dass Sie komfortabel damit arbeiten können. Auf der ersten Arbeitsfläche liegt der Borwser, auf der zweiten der Mail-Client, auf Nummer 3 der News-Reader und Arbeitsfläche Nummer 4 beherbergt eine Konsole und ein Schreibprogramm. Wenn Sie sich abmelden, speichert KDE sämtliche Einstellungen, und Sie finden bei der nächsten Anmeldung alles genau so vor, wie Sie es verlassen haben. Nun kann es aber passieren, dass Sie sich ausloggen, wenn Sie auf Ihren Arbeitsflächen zahlreiche Fenster offen haben, die Sie beim nächsten Login garnicht brauchen. Eigentlich möchten Sie viel lieber bei jeder Anmeldung am KDE dieselben Fenster auf denselben Arbeitsflächen offen haben. Kein Problem für KDE: Klicken Sie im Kontrollzentrum auf KDE-Kompenenten und wählen Sie das Modul Sitzungsverwaltung aus . Aktivieren Sie im Abschnitt Bei der Anmeldung den Punkt Manuell gespeicherte Sitzung wiederherstellen. Danach finden Sie im K-Menü den neuen Menüpunkt Sitzung speichern. Sobald Sie Ihren Desktop wunschgemäß eingerichtet haben, speichern Sie die aktuelle Sitzung über diesen Menüpunkt ab. Künftig öffnet sich bei jedem Anmelden die einmal abgespeicherte Sitzung, egal wie unordentlich Sie Ihren Arbeitsplatz verlassen haben.
Sind Sie mit den abgespeicherten Einstellungen nicht mehr zufrieden, sind Sie nicht etwa auf die einmal getroffene Auswahl festgelegt: Über Sitzung speichern im K-Menü machen Sie KDE jederzeit mit Ihren neuen Vorlieben bekannt.
Neben gefälliger Optik und komfortabler Handhabung hat KDE für die Anwender noch manch unterhaltsamen Zeitvertreib in petto. Zwei davon sollten Sie sich unbedingt ansehen:
Der beste Freund des Menschen ist schon lange nicht mehr der Hund, sondern eigentlich der Computer. Obwohl Sie mit der grauen Kiste viel zu viel Zeit verbringen, heißt das nicht, dass Sie sich langweilen müssen. Wollen Sie etwas mehr Leben auf die Arbeitsfläche bringen, bieten sich z. B. ein Kätzchen oder das Gespenst aus dem KDE-Fundus an: Klicken Sie im Startmenü auf Kleinigkeiten / Amüsante Ressourcenverschwendung (AMOR), begrüßt Sie ein freundlich lächelnder Smiley.
Gelingt es Ihnen, AMOR (das ist übrigens die Abkürzung für Ausing Misuse Of Ressources) mit der rechten Maustaste zu erwischen, öffnet sich ein Kontextmenü, in dem Sie unter Optionen die Wahl zwischen verschiedenen animierten Figuren haben. Soll das verspielte Kätzchen Neko (Abbildung 7) über den Desktop toben oder lieber das Gespenst Gruselstimmung verbreiten? Linux-Liebhaber holen sich vielleicht Tux auf den Fensterrand -- der Frackträger ist jedoch nicht so schön animiert wie die anderen Figuren. Wenn Sie nun noch Zusätzliche Tipps anzeigen und Programmtipps zulassen im Optionsdialog aktivieren, dann geben Ihre Desktop-Begleiter auch noch nützliche Tipps zu KDE und Linux generell.
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Wenn Sie gerne Tee trinken, ist der Teekocher genau das Richtige für Sie. Auch ihn finden Sie im Menü unter Kleinigkeiten. Klicken Sie auf Teekocher, und im Systembereich der KDE-Leiste erscheint eine Teetasse. Ein Klick darauf bietet Ihnen die Auswahl zwischen Earl Gray, Schwarz- und Früchtetee. Wenn Sie einen dieser Tees auswählen, startet eine Zeitschaltuhr, der anzeigt, wie lange die von Ihnen gewählte Teesorte ziehen muss. Nach Ablauf der Zeit sollten Sie den Teebeutel aus der Tasse nehmen. Über Anonym stellen Sie eine eigene Zeit ein, beispielsweise für einen nicht aufgeführten Tee. Wenn Sie öfters grünen Tee trinken und dessen Ziehzeit nicht jedes Mal neu angeben wollen, speichern Sie Ihre Einstellung ab: Mit der rechten Maustaste klicken Sie auf die Teetasse, im sich öffnenden Menü auf Einrichten. Unter der Liste mit den bereits gespeicherten Teesorten klicken Sie die linke Schaltfläche an. Das erweitert die Liste um eine neue Teesorte. Auf der rechten Seite fehlen nur noch die Tee-Eigenschaften, wie der Name und die Zeit, die er zum Ziehen braucht. Schon nach kurzer Zeit kennt der KDE-Teekocher alle Ihre Lieblingssorten. (mhi)
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Last modified: 2007-01-25 17:26
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