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von Thomas Hümmler
KWrite können Sie über das K-Menü starten oder über ein Symbol auf dem Desktop. Es gibt aber auch die Möglichkeit, das Programm mit einem Dateinamen von einer KDE-Konsole aus zu starten. Der Befehl dazu lautet vielleicht so:
kwrite ~/Texte/Beispieltext
Daraufhin öffnet KWrite die Datei Beispieltext aus dem Unterverzeichnis Texte des eigenen Home-Verzeichnisses. Gibt es die Datei dort nicht, startet KWrite mit einer neuen Datei, die erst dann den Namen Beispieltext erhält, wenn Sie Datei / Speichern wählen.
Es gibt noch weitere Parameter, die KWrite bei einem Start von der KDE-Konsole aus akzeptiert. Mit dem Befehl
kwrite --caption "Mein Editor"
erscheint statt KWrite der Text Mein Editor in der Titelleiste des Editors.
Wenn Sie wissen möchten, mit welcher Version von Qt, KDE und KWrite Sie arbeiten, rufen Sie KWrite mit dem Kommando
kwrite -v
auf. Welche KDE-spezifischen Startparameter (Abbildung 1) es sonst noch gibt, erfahren Sie mit dem Befehl
kwrite --help-kde
Wirklich effizient arbeitet es sich nur mit einem Editor, der sich komplett per Tastatur bedienen lässt -- das behaupten zumindest alte Linux-Hasen. Sie haben damit gar nicht mal unrecht: Wenn man sowieso gerade Texte eingibt, ist es nicht besonders ergonomisch, immer wieder zur Maus greifen zu müssen. Auch in dieser Disziplin punktet KWrite. Im KDE-Editor gibt es für fast alle Aktionen ein Tastenkürzel. Viele davon können Sie im Einstellungsmenü anpassen. In der Grundkonfiguration hat KWrite unter KDE 3.2 die in der Tabelle Tastaturnavigation in KWrite aufgeführten Tastenfunktionen.
| Tastaturnavigation in KWrite | |
| Bewegen im Text | |
| [Pos1] | Zum Zeilenanfang |
| [Strg-Pos1] | Zum Dokumentanfang |
| [Ende] | Zum Zeilenende |
| [Strg-Ende] | Zum Dokumentende |
| [Bild nach oben] | Eine Seite nach oben |
| [Alt-Bild nach oben] | Zum vorherigen Lesezeichen |
| [Strg-Bild nach oben] | Zum oberen Rand der Ansicht |
| [Bild nach unten] | Eine Seite nach unten |
| [Alt-Bild nach unten] | Zum nächsten Lesezeichen |
| [Strg-Bild nach unten] | Zum unteren Rand der Ansicht |
| [Pfeil nach links] | Ein Zeichen nach links |
| [Strg-Pfeil nach links] | Ein Wort nach links |
| [Pfeil nach rechts] | Ein Zeichen nach rechts |
| [Strg-Pfeil nach rechts] | Ein Wort nach rechts |
| [Pfeil nach oben] | Eine Zeile nach oben |
| [Strg-Pfeil nach oben] | Dokument bewegt sich eine Zeile nach oben, Cursor bleibt in der urpsrünglichen Zeile |
| [Pfeil nach unten] | Eine Zeile nach unten |
| [Strg-Pfeil nach unten] | Dokument bewegt sich eine Zeile nach unten, Cursor bleibt in der urpsrünglichen Zeile |
| [Strg-G] | Gehe zu Zeile |
| Löschen | |
| [Entf] | Löscht das Zeichen rechts vom Cursor oder den markierten Text |
| [Strg-Entf] | Wort rechts löschen |
| [Rücktaste] | Löscht das Zeichen links vom Cursor |
| [Strg-Rücktaste] | Löscht das Wort links vom Cursor |
| [Strg-K] | Zeile löschen |
| Markieren | |
| [Umschalt-Pos1] | Bis Zeilenanfang markieren |
| [Strg-Umschalt-Pos1] | Bis Dokumentanfang markieren |
| [Umschalt-Ende] | Bis Zeilenende markieren |
| [Strg-Umschalt-Ende] | Bis Dokumentende markieren |
| [Umschalt-Bild nach oben] | Bis zum Seitenanfang markieren |
| [Umschalt-Bild nach unten] | Bis zum Seitenende markieren |
| [Umschalt-Pfeil nach links] | Zeichen links markieren |
| [Strg-Umschalt-Pfeil nach links] | Wort links markieren |
| [Umschalt-Pfeil nach rechts] | Zeichen rechts markieren |
| [Strg-Umschalt-Pfeil nach rechts] | Wort rechts markieren |
| [Umschalt-Pfeil nach oben] | Bis zur vorherigen Zeile markieren |
| [Umschalt-Pfeil nach unten] | Bis zur nächsten Zeile markieren |
| [Strg-Umschalt-6] | Bis zur passenden Klammer markieren |
| [Strg-A] | Gesamten Text markieren |
| [Strg-Umschalt-A] | Auswahl aufheben |
| [Strg-Umschalt-B] | Blockauswahlmodus |
| Suchen und Ersetzen | |
| [Strg-F] | Suchen |
| [F3] | Weitersuchen |
| [Umschalt-F3] | Früheres Vorkommen suchen |
| [Strg-R] | Ersetzen |
| Hilfe | |
| [F1] | Hilfe |
| [Umschalt-F1] | Was ist das? |
| Dateioperationen | |
| [Strg-N] | Neue Datei |
| [Strg-O] | Datei öffnen |
| [Strg-P] | |
| [Strg-S] | Datei speichern |
| [Strg-W] | Datei schließen |
| [F5] | Datei neu laden |
| Arbeiten mit der Zwischenablage | |
| [Strg-C] | Markierten Text in die Zwischenablage kopieren |
| [Strg-V] | Inhalt der Zwischenablage einfügen |
| [Strg-X] | Markierten Text löschen und in die Zwischenablage kopieren |
| Spezielle Editor-Funktionen | |
| [Einf] | Wechselt zwischen Einfüge- und Überschreibemodus |
| [F6] | Symbolspalte anzeigen |
| [F7] | Auf Befehlszeile umschalten |
| [F9] | Markierungen für Code-Ausblendungen anzeigen |
| [F10] | Automatischer Zeilenumbruch am Ende des Fensters |
| [F11] | Zeilennummern anzeigen |
| [Strg--] | Lokale Ebene einklappen |
| [Strg-+] | Lokale Ebene ausklappen |
| [Strg-Umschalt--] | Oberste Ebene einklappen |
| [Strg-Umschalt-+] | Oberste Ebene ausklappen |
| [Strg-6] | Zur passenden Klammer wechseln |
| [Strg-B] | Lesezeichen setzen oder löschen |
| [Strg-I] | Einrücken |
| [Strg-Umschalt-I] | Einrücken rückgängig |
| [Strg-J] | Zeilen zusammenführen |
| [Strg-Q] | Beenden - Aktives Editorfenster schließen |
| [Strg-T] | Zeichen vor und hinter Markierung austauschen |
| [Alt-Strg-U] | Großschreibung |
| [Strg-Umschalt-U] | Kleinschreibung |
| [Strg-Z] | Rückgängig |
| [Strg-Umschalt-Z] | Wiederherstellen |
| [Strg-D] | Kommentar |
| [Strg-Umschalt-D] | Kommentar entfernen |
Mit der Tastenkombination [Strg-Umschalt-B] schaltet KWrite den so genannten Blockauswahlmodus oder Vertikalauswahlmodus ein und auch wieder aus. Dort markieren Sie den Text spaltenweise. So können Sie rechteckige Bereiche auswählen, die sich nur über bestimmte Spalten und Zeilen erstrecken. Besonders sinnvoll ist die Blockauswahl beispielsweise in Tabellen, um schnell eine Spalte zu kopieren (Abbildung 2).
KWrite zeigt bei Programm-Code, etwa einem Shell-Skript, in der Randspalte links zusammenhängende Blöcke mit einem Minus-Zeichen und einer Linie an. Diese Blöcke klappen Sie mit einem Klick auf das Minus-Symbol ein. Daraufhin wechselt die Anzeige zu Plus, und ein Klick darauf klappt den Block wieder aus.
Das geht auch mit Hilfe von Tastenkombinationen: [Strg--] klappt eine lokale Ebene ein, [Strg-+] entfaltet sie wieder. Mit Hilfe der Tastenkombinationen [Strg-Umschalt--] und [Strg-Umschalt-+] funktioniert das auch mit verschachtelten Blöcken.
Über den Befehl Bearbeiten / Ersetzen oder mit der Tastenkombination [Strg-R] öffnen Sie in KWrite den Text ersetzen-Dialog. Hier tragen Sie den zu suchenden Text ein und den, durch den er ersetzt werden soll.
Wenn Sie nun auf OK klicken, ersetzt KWrite jedes Vorkommen des Suchbegriffs. Das ist vielleicht nicht immer erwünscht und ersetzt schlimmstenfalls Passagen, die Sie gar nicht ändern wollen. Um das zu verhindern, schalten Sie in den Optionen im unteren Bereich Vor Ersetzen nachfragen ein (Abbildung 3). Dann können Sie jede Änderung kontrollieren und die Nachfrage von KWrite eventuell verneinen.
Zeichendreher ("udn" statt "und") sind schnell passiert. Wenn man es sofort nach den Schreiben merkt und korrigiert, sind mindestens vier Schritte nötig: [Rücktaste] zum Löschen des falsch plazierten Zeichens, [Pfeil nach links], Zeichen nochmal tippen und [Pfeil nach rechts], um wieder in die Ausgangsposition zu gelangen.
In KWrite lösen Sie so etwas nicht nur schneller, sondern auch einfacher: [Pfeil nach links], [Strg-T], [Pfeil nach rechts]. Die Tastenkombination [Strg-T] tauscht das Zeichen vor und hinter der Markierung gegeneinander aus.
Wenn Sie in KWrite einen längeren Text bearbeiten und später noch einmal zu einer bestimmten Stelle zurückkehren möchten, erreichen Sie das am Schnellsten, wenn Sie dort ein Lesezeichen einfügen. Das geschieht mit dem Befehl Lesezeichen / Lesezeichen setzen/löschen oder der Tastenkombination [Strg-B]. Mit [Alt-Bild nach oben] gelangen Sie sofort zu der Zeile zurück, in der Sie die Markierung gesetzt haben. [Alt-Bild nach unten] bringt Sie zum nächsten Lesezeichen.
Möchten Sie zu einer von mehreren markierten Stellen springen, wählen Sie diese einfach aus dem Lesezeichen-Menü.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, Lesezeichen zu setzen und zu löschen: Öffnen Sie die so genannte Symbolspalte mit Ansicht / Symbolspalte anzeigen (oder der Funktionstaste [F6]). Dort sehen Sie alle Lesezeichen als Büroklammern. Klicken Sie mit der Maus in diese Spalte, fügt KWrite in dieser Zeile ein Lesezeichen ein. Um eins zu löschen, klicken Sie einfach die Büroklammer der passenden Zeile an.
Leider gelten die Markierungen nur, solange Sie die Datei in KWrite bearbeiten. Speichern Sie einen Text und öffnen ihn erneut, sind alle Lesezeichen verschwunden.
Um in KWrite zu einer bestimmten Textstelle zu gelangen, nutzen Sie beispielsweise den Scroll-Balken am rechten Fensterrand. Noch schneller navigieren Sie mit Hilfe des Befehls Bearbeiten / Gehe zu Zeile oder [Strg-G] im Text. Im folgenden Dialog (Abbildung 4) geben Sie entweder eine Zeilenzahl mit der Tastatur ein, ändern die Zahl per Mausklick oder ziehen den Schieberegler nach links oder rechts, bis im Feld die gewünschte Zahl erscheint. Wählen Sie anschließend OK und Sie befinden sich im Editorfenster in der richtigen Zeile.

Besonders Programmierer schätzen die Funktion die Zeilenzahl im Editor einzublenden. Meldet ein selbst geschriebenes Skript einen Fehler, hat man die Problemstelle auf Anhieb im Blick. In KWrite aktivieren Sie die Anzeige der Zeilennummern mit der Funktionstaste [F11].
Die Zeilennummernanzeige von KWrite, die Sie mit [F11] ein- und ausschalten, blenden Sie auf Wunsch auch dauerhaft ein. Das erledigen Sie über Einstellungen / Editor einrichten. Wechseln Sie links in der Symbolleiste zu Standard anzeigen (eine etwas unglückliche Übersetzung von view defaults). Markieren Sie rechts im Bereich Linker Rand die Option Zeilennummern anzeigen (Abbildung 5) und bestätigen Sie die Auswahl mit OK.
Je nach Dateityp, den Sie bearbeiten, wählt KWrite den so genannten Hervorhebungsmodus. Dort stellt der Editor beispielsweise bestimmte syntaktische Elemente einer Programmiersprache farbig dar. Dieser ist meist richtig eingestellt, da er eine Datei nach MIME-Typ oder nach Dateiendung bestimmt und entsprechend zuordnet. Wenn Sie eine neue Datei anlegen, weiß KWrite nicht, ob es sich dabei um eine HTML-, PHP-, Java- oder sonst irgendeine Datei handelt. Das teilen Sie dem dem Programm über Extras / Hervorhebungsmodus mit. Wählen Sie dort aus einem der Untermenüs die Programmier oder Skriptsprache bzw. die Formatierung aus, in der Sie die aktuelle Datei schreiben. Dann kennzeichnet KWrite Schlüsselwörter, Zeichenketten, Kommentare und andere Textteile in verschiedenen Farben.
Wenn Ihnen die voreingestellten Farben des Hervorhebungsmodus nicht gefallen, stellen Sie einfach andere ein: Das erreichen Sie über den Befehl Einstellungen / Editor einrichten im Menü Schemata.
Dort stehen die beiden Register Stile für Normaltext und Textstile hervorheben. Unter Stile für Normaltext stellen Sie das Standardaussehen für bestimmte Elemente ein. Das erleichtert das Erkennen verschiedener Kontexte in Quelltext, etwa Kommentare, Schlüsselwörter und Datentypen. Nicht alle diese Elemente müssen für jede Programmiersprache eingerichtet werden; wählen Sie nur die aus, die Sie brauchen. Für jedes aufgeführte Element gibt es die Optionen fett, kursiv, unterstrichen oder durchgestrichen. Außerdem legen Sie hier die normale Farbe der Elemente fest und die Farbe, die KWrite nutzt, wenn Sie ein Element markieren.
Auf der Registerkarte Textstile hervorheben können Sie -- abhängig von der Programmiersprache -- je nach gewählter Hervorhebung verschiedene Elemente einstellen. Diejenigen, bei denen Sie nichts auswählen, behalten die im Register Stile für Normaltext definierte Farbe. Das gilt auch für die Einträge, bei denen das Ankreuzfeld Standardstil verwenden aktiviert ist.
In KWrite erkennen Sie die aktuelle Zeile nicht nur daran, dass die Markierung darin steht, sondern auch an dem hellblauen Hintergrund, der sich kaum vom Weiß des Editor-Fensters abhebt. Um das zu ändern, gehen Sie über Einstellungen / Editor einrichten in das Menü Schemata. Dort stellen Sie im Register Farben die Farben für den Hintergrund, ausgewählten Text und die aktuelle Zeile ein. Zusätzlich legen Sie hier die Farben für den Hintergrund des linken Rands, der Klammerhervorhebung, der Zeilenumbruch-Markierung und der Tabulator-Markierungen fest. Klicken Sie einfach auf den Farbbalken und wählen Sie im folgenden Dialog Farbauswahl eine andere Farbe.
Normalerweise rückt KWrite acht Zeichen ein, wenn Sie die Tabulatortaste drücken. Mit dieser Einstellung laufen beispielsweise die verschachtelten Anweisungen von Programm-Code über das KWrite-Fenster hinaus und damit in die nächste Zeile. KWrite umbricht die Zeile zwar nur in der Ansicht, aber bei Programm-Code ist das sehr unübersichtlich. Dieses Problem umgehen Sie, indem Sie die so genannte Tabulatorbreite auf einen geringeren Wert, zum Beispiel auf sechs oder vier Zeichen stellen. Das erledigen Sie unter Einstellungen / Editor einrichten im Menü Bearbeitung (Abbildung 6).
In KWrite können Sie wie in dem Editor vim Befehle eingeben. Allerdings ist im KDE-Editor die Befehls-Syntax anders. Um ein Kommando auszuführen, öffnen Sie mit [F7] eine Befehlszeile, die am unteren Rand des KWrite-Fensters erscheint. Nun geben Sie einen Befehl ein, den Sie anschließend mit der Eingabetaste bestätigen und ausführen. Welche KWrite kennt, steht in der Tabelle Befehle in KWrite.
| Befehle in KWrite | |
| Befehl | Funktion |
|---|---|
| char Zeichen | Fügt ein Zeichen ein. Die Kodierung erfolgt in dezimaler (etwa 123) oder hexadezimaler (0x1234) Form. |
| cleanindent | Löscht eine Einrückung |
| comment | Kommentarzeichen vor die Zeile schreiben |
| date | Fügt das aktuelle Datum und die Uhrzeit ein |
| goto Zeilennummer | Springt an eine bestimmte Stelle |
| indent | Fügt einen Tabulator ein |
| set-tab-width Wert | Tabulatorbreite setzen |
| set-show-tabs on | off | Zeigt Tabulatoren mit einem Zeichen an |
| set-indent-spaces on | off | [Tab] rückt die mit set-tab-width gesetzten Zeichen vor (bei off) oder die mit set-indent-width gesetzten (bei on) |
| set-indent-width Wert | Einrückbreite setzen |
| set-icon-border on | off | Symbolspalte anzeigen oder ausschalten |
| set-auto-indent on | off | Automatisches Einrücken ein- oder ausschalten |
| set-line-numbers on | off | Zeilennummern anzeigen oder ausschalten |
| set-folding-markers on | off | Markierungen für Code-Ausblendungen anzeigen oder ausschalten |
| set-word-wrap on | off | Automatischen Zeilenumbruch ein- oder ausschalten |
| set-word-wrap-column Wert | Zeilenumbruch in Spalte Wert |
| unindent | Tabulator oder Einrückung löschen |
| uncomment | Kommentarzeichen der aktuellen Zeile löschen |
In früheren KWrite-Versionen konnten Sie insgesamt vier Farben ändern (Hintergrund, ausgewählter Text, die aktuelle Zeile und Klammerhervorhebung). In KDE 3.2 dürfen Sie außerdem den Hintergrund für den linken Rand -- also die Zeilennummernanzeige und die Symbolspalte -- selbst definieren sowie die Farben für die Zeilenumbruch- und die Tabulatormarkierungen. Damit die Anpassungen nicht verloren gehen, speichern Sie sie samt der benutzten Schrift (in der Voreinstellung eine Courier-Variante) als eigenes Schema.
Dazu wählen Sie Einstellungen / Editor einrichten und klicken im Menü Schemata auf die Schaltfläche Neu. Schreiben Sie im folgenden Dialog einen Namen für das neue Schema und bestätigen Sie mit OK. Ändern Sie dann die Farben (per Klick auf die jeweiligen Schaltflächen) und eventuell die Schrift auf den Registern Farben und Schriftart. Mit OK gelangen Sie zurück in den Editor.
KWrite hat in KDE 3.2 ein paar neue und sinnvolle Funktionen für Programmierer. Eine ist die Option, Zeilen schnell um eine Tabulatorposition einzurücken, wenn die Markierung irgendwo in dieser Zeile steht.
Um sie einzuschalten, wählen Sie Einstellungen / Editor einrichten und wechseln ins Menü Einrückung. Im Bereich Tabulator-Modus, falls keine Auswahl getroffen wurde schalten Sie die Option Aktuelle Zeile einrücken ein und bestätigen mit OK.
Eine andere Funktion von Kwrite in KDE 3.2 ist nicht nur für Programmierer interessant: Der Editor zeigt immer eine von Ihnen festgelegte Anzahl Zeilen ober- und unterhalb der Markierung an, sofern das möglich ist. Wie viele Zeilen das sind, bestimmen Sie unter Einstellungen / Editor einrichten im Menü Bearbeitung. Schreiben Sie im Bereich Cursorbewegung eine Zahl in das Feld Cursor autom. in Zeile zentrieren und bestätigen mit OK. Wenn Sie sich nun mit den Pfeiltasten durch einen Text bewegen, bleiben oberhalb und unterhalb der Markierung immer so viele Zeilen sichtbar, wie Sie hier eingegeben haben.
Möchten Sie ständig in der Mitte des Editorfensters schreiben, wählen Sie beispielsweise den Wert 100.
Soll KWrite nach einer festgelegten Anzahl Zeichen automatisch eine neue Zeile beginnen, legen Sie das über Einstellungen / Editor einrichten im Menü Bearbeitung fest. Dort schalten Sie die Option Statischen Zeilenumbruch aktivieren ein. Im Feld Zeilenumbruch bei legen Sie fest, nach wieviel Zeichen KWrite den Zeilenumbruch setzt.
Nachdem Sie diese Option eingeschaltet haben, umbricht KWrite den Text automatisch. Auf bereits Geschriebenes hat die Option keinen Einfluss. Statt bei vorhandenem Text selbst die Umbrüche einzufügen, überlassen Sie diese Arbeit ebenfalls KWrite. Die passende Option finden Sie unter Extras / Zeilenumbruch für Dokument.
Wollen Sie nicht automatisch neue Zeilen erzeugen, aber trotzdem den Text komplett im Editorfenster sehen, wählen Sie Ansicht / Zeilenumbruch. Daraufhin zeigt KWrite überlangen Text in mehreren Zeilen an, umbricht ihn aber nicht. Sie erkennen diesen rein optischen Umbruch an dem Pfeil in der Zeilennummernspalte, die Sie mit Ansicht / Zeilennummern anzeigen einschalten.
Klipper, die KDE-Zwischenablage, kennt drei Tastenkombinationen:
Diese passen Sie an, indem Sie mit der linken Maustaste auf das Klipper-Symbol im Systembereich der KDE-Leiste klicken, auf Klipper einrichten klicken und in das Register Tastenkürzel wechseln. Dort markieren Sie eine der drei Aktionen und wählen unter Tastenkombination für die ausgewählte Aktion die Option Benutzerdefiniert. Daraufhin öffnet sich das Dialogfenster Kurzbefehl festlegen. Drücken Sie dort ein beliebiges Zeichen in Kombination mit der [Alt]-, [Strg]-, [Umschalt]- oder [Windows]-Taste. Wenn es die Tastenkombination noch nicht gibt, legen Sie sie mit dieser Aktion fest. Ansonsten erscheint eine Meldung, dass die Kombination belegt ist.
Wenn Sie innerhalb eines Textes eine Internet-Adresse wie zum Beispiel http://www.easylinux.de markieren, öffnet sich in der Standardkonfiguration das Aktionen-Menü der KDE-Zwischenablage. Sie haben dann die Wahl zwischen mehreren Optionen: Entweder öffnen Sie die Internetadresse in einem Browser oder senden die Seite oder die Internet-Adresse per E-Mail an eine andere Person.
Unten im Menü haben Sie die Möglichkeit, die Aktion abzubrechen; Alternativ warten Sie einfach, bis sich das Menü nach wenigen Sekunden von selbst schließt.
Wenn Sie dieses Verhalten stört, schalten Sie es leicht ab: Klicken Sie dazu mit der linken Maustaste auf das Klipper-Symbol im Systembereich des Kicker und entfernen Sie das Häkchen vor Aktionen aktiviert oder drücken Sie die dazugehörige Tastenkombination [Strg-Alt-X]).
Haben Sie die Aktionen der Zwischenablage ausgeschaltet, kommen Sie trotzdem noch an das Menü heran. Markieren Sie dazu eine Internet-Adresse oder eine andere Zeichenkette, die die Zwischenablage erkennt. Drücken Sie danach [Strg-Alt-R]. Nun öffnet sich genauso wie bei der automatischen Erkennung das Aktionen-Menü und fragt, was mit dem markierten Text geschehen soll.
Wenn Sie eine Internetadresse markieren und das Aktionen-Menü der Zwischenablage öffnet sich, beginnt in manchen KDE-Versionen die oberste Zeile dieses Menüs mit Web URL, bei JPEG-Bildern steht dort Jpeg-Image. Darunter bietet die Zwischenablage die zugehörigen Aktionen an wie Open with Mozilla oder Send URL. Diese englischen Begriffe sind in einer ansonsten deutschen Desktop-Umgebung eher störend und für manchen sicher auch unverständlich.
Das ändern Sie, indem Sie statt der englischen Ausdrücke deutsche Begriffe einfügen. Öffnen Sie mit einem Klick der linken Maustaste auf das Klipper-Symbol die Zwischenablage, klicken Sie auf Klipper einrichten und wechseln Sie in das Register Aktionen. Vergrößern Sie das Fenster mit dem Maximieren-Symbol in der Titelleiste auf Bildschirmgröße. Dann öffnen Sie alle Aktionen, indem Sie auf die Pluszeichen vor den Listeneinträgen klicken.
Rechts steht jeweils die Beschreibung der einzelnen Aktionen. Um sie zu ändern, markieren Sie zunächst die Aktion und und klicken dann noch einmal auf die Beschreibung. Nun können Sie diese editieren und durch den deutschen Ausdruck ersetzen.
Hierbei müssen Sie folgendes beachten: Vor manchen Buchstaben steht ein Kaufmans-Und (&). Im Menü erscheint dieser Buchstabe unterstrichen. Die Menübefehle rufen Sie dann entweder per Klick oder durch Drücken des jeweiligen Buchstabens oder Zeichens auf. Achten Sie daher darauf, dass in jedem Menü die Zuordnung der Kurzbefehle eindeutig ist. Eine Liste mit Übersetzungsvorschlägen für verschiedene Aktionen finden Sie in der Tabelle Klipper-Aktionen eingedeutscht.
| Klipper-Aktionen eingedeutscht | |
| Originaleintrag | Übersetzung |
|---|---|
| ftp URL | FTP-Adresse |
| Gopher URL | Gopher-Adresse |
| Jpeg-Image | JPEG-Bild |
| Launch | Ausführen |
| Local File URL | Lokale Datei |
| Mail-URL | Mail-Adresse |
| Open with | Öffnen mit |
| Page | Internet-Seite |
| Send | Sende |
| Text File | Textdatei |
| URL | Adresse |
| Web-URL | Internetadresse |
Das Aktionen-Menü der Zwischenablage öffnet sich bei unterschiedlichen Dateitypen: bei JPEG-Bildern, Web-, Mail-, Gopher- und FTP-Adressen, Textdateien und lokalen URLs. Dann bietet es verschiedene, für den Dateityp sinnvolle Optionen an, etwa in einem Browser öffnen oder als Internet-Adresse per Mail-Programm verschicken.
Reichen Ihnen die vordefinierten Aktionen nicht aus, definieren Sie einfach eigene: Um einen neuen Befehl hinzuzufügen, öffnen Sie die Klipper-Zwischenablage mit einem Linksklick. Dort wählen Sie Klipper einrichten und wechseln in das Register Aktionen. Klicken Sie dort mit der rechten Maustaste auf eine Aktion, zu der Sie einen Befehl hinzufügen möchten. Kaum haben Sie im Kontextmenü den Eintrag Befehl hinzufügen gewählt, erscheint unterhalb der Aktion der Text Klicken Sie hier, um den Befehl festzulegen. Markieren Sie ihn und klicken Sie zum Bearbeiten abermals darauf. Das löscht die gesamte Zeile. Wollen Sie zum Beispiel eine HTML-Datei direkt in KWrite öffnen, tragen Sie unter der Aktion ^https?://. den Befehl
kwrite %s
ein. Das %s (s für string=Zeichenkette) ist ein so genannter Format-String, den die Zwischenablage bei Auswahl der Aktion durch den markierten Text ersetzt. Nun fehlt nur noch eine Beschreibung. Klicken Sie rechts auf <Neuer Befehl> und löschen Sie den Eintrag. Schreiben Sie beispielsweise
&Bearbeiten
hinein. Bestätigen Sie mit der [Eingabe]-Taste und anschließendem OK. Ab jetzt erscheint im Aktionen-Menü der Eintrag Bearbeiten (mit dem B als Kurzbefehl), wenn Sie eine HTTP-Adresse markieren.
In der Voreinstellung zeigt die Tastenkombination [Strg-Alt-V] das Aufklappmenü an. Dieses Menü mit den Inhalten der Zwischenablage öffnet sich standardmäßig direkt oberhalb des Klipper-Symbols in der KDE-Leiste. Viel praktischer ist es jedoch, wenn es direkt an der Mausposition aufklappt. Unter KDE ist das kein Problem: Klicken Sie mit der linken Maustaste auf das Zwischenablage-Symbol und dort auf Klipper einrichten. Wechseln Sie ins Register Allgemein. Jetzt fehlt nur noch ein Häkchen vor Kontextmenü an Mausposition öffnen, um Klipper das "bei Fuß gehen" beizubringen.
Wenn Sie einen Text aus der Zwischenablage in ein Dokument einfügen, machen Sie das normalerweise über Bearbeiten / Einfügen oder mit der Tastenkombination [Strg-V]. Das fügt jedoch immer nur den zuletzt in die Zwischenablage kopierten Text ein.
Um einen früheren Eintrag aus der Zwischenablage einzufügen, gehen Sie so vor: Öffnen Sie mit [Strg-Alt-V] das Aufklappmenü des Klipper. Anschließend markieren Sie mit der Maus den Inhalt, den Sie einfügen möchten. Alternativ bewegen Sie sich mit den Pfeiltasten bis zum richtigen Eintrag und markieren ihn mit Druck auf [Eingabe]. Danach ist er aktiv und wird bei Druck auf [Strg-V] an der Cursor-Position eingefügt.
Falls in Web-Adressen, die Sie über die Zwischenablage an den Browser übergeben, Leerzeichen, Tabulatoren, Zeilenschaltungen oder andere für Web-Adressen unzulässige Zeichen stehen, kann der Browser die Seite nicht anzeigen.
Um das zu verhindern, schalten Sie im Klipper-Einrichtungsdialog (linke Maustaste auf Klipper-Symbol und Klipper einrichten wählen) die Option Leerräume bei der Befehlsausführung entfernen ein. Das entfernt alle Leerzeichen, Tabulatoren, usw. am Anfang und am Ende der Einträge, bevor Klipper sie an ein Programm weitergibt.
Standardmäßig zeigt die KDE-Zwischenablage die letzten sieben Einträge an. Ist Ihnen das zu wenig, schrauben Sie den Wert bis auf 25 hoch. Dazu klicken Sie zunächst mit der rechten Maustaste auf das Klipper-Symbol im Systembereich der KDE-Leiste. Im Kontextmenü wählen Sie Klipper einrichten. Auf der Registerkarte Allgemein verschieben Sie den Schieberegler unter Größe des Verlaufsspeichers bis zum gewünschten Wert. Alternativ tragen Sie direkt eine andere Zahl ins Eingabefeld ein. (amü)
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Last modified: 2007-01-25 17:27
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