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Erschienen in EasyLinux 12/2004

Nachrichten

Kurz notiert

Version 3.3.1: Die integrierte Desktop-Umgebung KDE http://www.kde.org ist von den Entwicklern in der Version 3.3.1 freigegeben worden. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Service-Release, der in erster Linie Fehler behebt. Obwohl mittlerweile auf den Download-Servern des Projektes Pakete für viele Distributionen vorliegen, sollten nur erfahrene User ein Update vornehmen.

Yellow Dog Linux 4.0: Mit Yellow Dog Linux 4.0 liegt eine neue Version der Distribution für die PowerPC-Plattform vor. Yellow Dog http://www.yellowdoglinux.com beruht auf Feodora Core 2 und bietet dem Anwender daher den gleichen Paketumfang. Die Distribution eignet sich vor allem für den Einsatz auf Apple PowerMacs der Serien G3, G4 und G5 sowie der PowerBook-Reihe.

Europazentrale: Der amerikanische Linux-Distributor Red Hat http://www.redhat.com verlegt seine Europazentrale von Surrey in Großbritannien nach Dornach bei München. Dort entsteht ebenfalls ein Schulungszentrum. Mit diesem Schritt trägt das Unternehmen seiner wachsenden Kundenbasis in den neuen Ländern Europas sowie den angrenzenden Staaten im Osten Rechnung.

Real Player 10: Der Real Player 10 für Linux findet immer weitere Verbreitung: Nach den Firmen Red Hat, Novell, Sun und Turbolinux erwarb nun der chinesische Distributor Red Flag eine Lizenz, um die Multimedia-Software in seinen Desktop zu integrieren. Der Player ist für Linux in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Chinesisch und Japanisch verfügbar.

Erstmals Linux-Version des Brockhaus

In diesem Jahr erscheint zum ersten mal eine Linux-Ausgabe des Brockhaus Multimedial aus dem Verlag Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus (http://www.brockhaus.de). Das digitale Nachschlagewerk erklärt in 240000 Artikeln viele Sachverhalte nicht nur im Text, sondern auch mit Hilfe von Audio- oder Video-Dateien. Zusätzlich liefert der Verlag mit dem Brockhaus einen Weltatlas sowie ein deutsch-englisch Wörterbuch.

Neben den auf dem Datenträgern vorhandenen Bildern erhält der Nutzer noch die Möglichkeit, zu ausgewählten Themen online auf eine Bilddatenbank der Deutschen Presseagentur (DPA) zurückzugreifen. Um einen Missbrauch des dort vorliegenden Materials zu verhindern sind die Bilder mit einem Wasserzeichen deutlich markiert.

Im Gegensatz zur Windows-Ausgabe, die in einer Standard- und einer Premium-Variante produziert wird, gibt es für die Linux-Anwender nur die Premium-Ausgabe. Diese ist mit fast 100 Euro zwar mehr als doppelt so teuer, wie die Standard-Edition (39 Euro), entschädigt den Anwender aber durch eine Menge sinnvoller Extras.

OpenOffice feiert vierten Geburtstag

Vor genau vier Jahren gab die Firma Sun Microsystems den Sourcecode des Büropaketes StarOffice unter einer Open-Source-Lizenz frei. Bereits nach einem Jahr nannte Miguel de Icaza, GNOME-Entwickler und Gründer der Firma Ximian, diese Projekt "das wichtigste Open-Source-Projekt der Welt". In der Tat schloss es eine schmerzliche Lücke im Sortiment freier Software: ein integrierte Büroanwendung.

Seit der Freigabe arbeiteten zahlreiche Entwickler und ein Heer von Freiwilligen an neuen Features und Projekten. So befreiten sie die einzelnen Bestandteile aus dem integrierten Desktop, verbesserten das Font-Management und bauten einen PDF-Export ein.

Das Dokumentenformat basiert auf XML und soll mit der kommenden Version auf den Vorgaben der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) basieren, die sich für offene Dokumentenstandards engagiert.

OpenOffice kann von Anwendern in 44 verschiedenen Sprachen eingesetzt werden. Viele Regierungen und Verwaltungen planen einen Umstieg auf die freie Office-Suite oder haben ihn bereits durchgeführt, weil Sie den Sourcecode einsehen und sich so besser vor möglichen Sicherheitsproblemen schützen können. Sun verwendet das Projekt weiterhin als Grundlage für das kommerzielle Produkt StarOffice.

Parallel zum Geburtstag gaben die Entwickler eine neue Version des Office-Paketes frei: Das Release 1.1.3 behebt neben vielen kleineren Korrekturen vor allem eine Sicherheitslücke, die Angreifern den Zugriff auf die zwischengespeicherte Kopie eines Dokumentes ermöglichte.

Einfach mal was malen

Linux bietet Erwachsenen zwar eine Menge Software, Kinder stehen jedoch weniger im Fokus der Entwickler. Eine Ausnahme ist sicher das Malprogramm TuxPaint (http://www.newbreedsoftware.com/tuxpaint/). Es verfügt über große, bunte Knöpfe, mit denen die Kinder die Werkzeuge auswählen können. Das Programm bietet Werkzeuge zum Zeichnen von Linien und Kreisen sowie eine Pinselfunktion. Mit einem elektronischen Radiergummi lassen sich missglückte Teile aus einem Bild entfernen.

Das Programm ist in über 40 Sprachen übersetzt und gibt sich mit sehr geringen Hardware-Ressourcen zufrieden. Es ist erweiterbar und eignet sich hervorragend für den Einsatz in Gruppen. Mit der aktuellen Version 0.9.14 wurden einige Fehler im Programmcode beseitigt und zusätzlichen Werkzeugoptionen integriert.

TuxPaint ist ein Kinder-gerechtes Malprogramm mit einfacher Bedienoberfläche.
Uhr mit integriertem USB-Speicher

Neben der präzisen Zeit bietet ein Uhren-Modell des Online-Versands Zweizwei (http://www.zweizwei.biz) dem Träger zusätzlich 256 MByte Speicher für persönliche Daten. Das mobile Device unterscheidet sich im Design von früheren Uhrmodellen mit ähnlicher Funktion dadurch, dass nun in das Gehäuse auf der gegenüberliegenden Seite des Stellrädchens eine Buchse für einen Stecker integriert ist. Bislang hing immer ein Stück Kabel mit Stecker aus dem Gehäuse heraus.

Der chinesischer Hersteller spendierte dem Zeitgeber neben dem Speichermodul noch eine E-Mail-Software, einen Passwortschutz sowie ein Programm zur Zip-Komprimierung, um den Speicherbedarf von Daten zu verkleinern. Unter Linux sollte sich das Gerät mit aktuellen Distributionen problemlos als externer Speicher ansprechen lassen.

Die Uhr wiegt trotz zusätzlicher Technik nur rund 20 Gramm im Lieferumfang ist neben der Uhr ein USB-Kabel zur Verbindung mit einem Rechner vorhanden. Der Preis für dieses Gadget beträgt 89,95 Euro.

Bei der neuen Generation von Uhren mit integriertem USB-Speicher sind die Anschlüsse besser integriert und auf den ersten Blick kaum zu erkennen.
Gnome 2.8 erschienen

Die GNOME-Entwickler halten ein hohes Tempo: Nur sechs Monate nach dem Erscheinen der Version 2.6 steht schon die Version 2.8 zum Download bereit. Sie bietet eine noch bessere Integration von Anwendungen und Geräte als die Vorversion. Über eine neue Komponente lassen sich USB-Geräte im laufenden Betrieb leichter in die Desktop-Umgebung einbinden.

Weiterhin optmierten und standardisierten die Entwickler das System zur Dateitypenzuordnung, so dass Dateimanager nun noch besser zwischen den File-Typen unterscheiden können. Bis der Anwender profitert allerdings erst dann davon, wenn alle alten Anwendungen auf das neue System umgestellt sind.

Unter den erneuerten Applikationen nimmt Evolution eine besondere Stellung für den Anwender ein. Die Version 2.0 der integrierten Mail- und Groupware-Software unterstützt die Anbindung an Novell Groupwise Server oder den Konkurrenten Microsoft Exchange.

Suse 9.2 erscheint im Herbst

Die beliebte Desktop-Distribution Suse Linux erscheint in diesem Herbst in der Version 9.2. Die Release bringt für den Anwender einen Schub auf dem Desktop: KDE wird in der Version 3.3 integriert, Gnome in Version 2.8. Außerdem kann der Anwender auf OpenOffice 1.1.3 zurückgreifen.

Technisch bringt die Distribution vor allem für Anwender mit WLAN- oder Bluetooth-Geräten Verbesserungen. Durch den neuen Kernel 2.6 sollen die Integration dieser Hardware künftig noch problemloser funktionieren.

Mit dieser Version verabschiedet sich der Hersteller von der zweigleisigen Strategie aus Personal- und Professionell-Variante. Künftig wird es nur noch letztere geben; allerdings nach wie vor mit rabattierten Varianten beispielsweise für Studenten.

Obwohl immer noch der alte Name auf dem Produkt steht, gehört der Hersteller, die Nürnberger Suse Linux AG, mittlerweile zum amerikanischen Konzern Novell (http://www.novell.com).

Torrentflux verwaltet die Downloads

Das System Bittorrent erleichtert den Download von Archiven aus unterschiedlichen Quellen und reduziert auf diese Weise die Last auf dem Haupt-Server eines Projektes. Wer häufiger Dateien mit diesem System gleichzeitig aus dem Internet zieht oder hochlädt, weiß die Möglichkeiten einer komfortablen Oberfläche zu schätzen. Mit Torrentflux 1.4 (http://www.torrentflux.com) kündigt sich ein Programm an, dass diese Komfortfunktionen mitbringt.

Das PHP-Programm lässt sich über einen Browser bedienen und bietet einen Überblick über die aktuell laufenden Übertragungen, die voraussichtlich verbleibende Zeit sowie die bereits gespeicherte Datenmenge. Alle Down- und Uploads lassen sich via Knopfdruck starten stoppen und löschen. Jedem User von Torrentflux steht ein Logfile mit seinen Dateiübertragungen zur Verfügung.

Torrentflux liegt aktuellen Distributionen zwar noch nicht als Paket bei. Wer sich jedoch für eine Web-basierte Lösung interessiert, sollte ruhig mal hin und wieder einen Blick auf die Projektseite werfen. (Andreas Grytz/agr)

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