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von Marcel Hilzinger und Hauke Joachim Zuehl
Der wohl meistgestellte Satz von Windows-Umsteigern an erfahrene Linux-Benutzer ist: Gibt es die Software XY auch unter Linux? Die stereotype Antwort auf die Frage lautet denn auch oft: Na klar, aber.... Dieser Artikel stellt Linux-Pendants für verbreitete Windows-Programme und einige beliebte Shareware vor. Beginnend bei den Office-Anwendungen, über Multimedia, Systemtools und Internet bis zu den Spielen zeigt er, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Deckt der Artikel Ihre beliebteste Windows-Anwendung nicht ab, oder kennen Sie weitere Programme, die Sie Umsteigern ans Herz legen möchten, schreiben Sie doch eine E-Mail an redaktion@easylinux.de
Für Umsteiger von Microsoft-Office stellt OpenOffice.org die beste Alternative dar. Sowohl im Funktionsumfang, als auch Punkto Bedienbarkeit ähneln sich die beiden Büropakete. Der größte Unterschied besteht allerdings in den Startzeiten und dem Startfenster der zwei Anwendungen. Während beim Microsoft-Office Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder das Präsentationswerkzeug in Sekundenschnelle starten, sehen Sie nach dem Start von OpenOffice.org erst mal nur den blinkenden Mauskursor, dann ein leeres Fenster. Nach einem Klick auf Datei / Neu entscheiden Sie dann, welche Art von Dokument Sie erstellen möchten.
Ist Ihnen diese Art zu umständlich, und möchten Sie lieber gleich die Textverarbeitung oder die Tabellenkalkulation starten, erstellen Sie am besten einen passenden Link dazu auf dem Panel erstellen. Bei Mandrake Linux und Fedora Core 2 sind die entsprechenden Symbole schon auf dem Panel. Um auch unter Suse Linux in den Genuss der Schnellstartsymbole zu kommen klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Panel und wählen Hinzufügen / Programmknopf. Dann suchen Sie sich aus Büroprogramme / Textverarbeitung das Programm OpenOffice.org Writer aus. Wiederholen Sie diese Schritte für OpenOffice.org Calc unter Büroprogramme / Tabellenkalkulation und OpenOffice.org Impress aus Büroprogramme / Präsentation.
OpenOffice.org bietet fast die gleichen Features, wie Microsoft Office. Deshalb kann es gut sein, dass es für Sie eine Nummer zu groß ist. Arbeiteten Sie unter Windows mit MS Works oder einem anderen Office-Paket, sind Sie mit Koffice gut bedient. Kword startet zum Beispiel bei Beginn einen Wizzard, mit dessen Hilfe Sie entweder ein bestehendes Dokument öffnen, ein neues erstellen oder ein vormals berarbeitetes Dokument öffnen können. Praktisch zu bedienen sind auch die Kommerziellen Programme Textmaker und Planmaker von Softmaker [1]. Die frei downloadbare Version der beiden Programme reicht für den Hausgebrauch. Sie ist übrigens auch Bestandteil von Suse Linux Professional.
OpenOffice.org deckt so ziemlich alle Funktionen ab, die Sie vom Microsoft-Paket her kennen. Einzige Ausnahme bilden hier die Basic-Makros und die Datenbankintegration. Machten Sie von diesen zwei Featuren unter Windows oft gebrauch, sind Sie vermultich mit dem kommerziellen StarOffice am besten bedient oder Sie benutzen Microsofts Office mit Crossover Office unter Linux weiter. Wie leicht zum Beispiel Textverarbeitung unter Linux ist, zeigen die folgenden Ausführungen.
Am leichtesten ist das Erstellen von Serienbriefen unter Kword. Nach dem Start des Programmes über [Alt]+[F2] und die Eingabe kword erscheint zunächst das Dialogfenster Dokument öffnen. Klicken Sie hier auf den Reiter Dokument erstellen und, wählen Sie Textorientiert / A4. Kword startet danach mit einem leeren A4-Dokument. Schreiben Sie zunächst den Absender und den Betreff, dann die Anrede und den eigentlichen Brief. Nun soll die Anrede durch Felder aus der Kword internen Datenbank ersetzt werden.
Wählen Sie dazu Extras / Serienbriefe einrichten.... Klicken Sie im erscheinenden Dialogfenster auf Neue erstellen..., dann OK, erscheint der in Abbildung 1 zu sehende Kword Serienbrief-Editor. Haben Sie noch keine Datenbank angelegt ist einzig das Symbol Eintrag hinzufügen aktiv. Wählen Sie es an, und geben Sie dem Eintrag einen Namen, zum Beispiel Anrede. Wiederholen Sie diese Schritte und legen Sie noch folgende Einträge an:
Jetzt sollte das Fenster wie in Abbildung 1 aussehen. Wenn Sie nun auf Kein Wert klicken, können Sie die Felder mit Inhalt ausfüllen, zum Beispiel Sehr geehrter Herr Thomas Müller oder Liebe Frau Dr. Eva Meier. Um weitere Datensätze hinzuzufügen, klicken Sie auf das vierte Symbol von links: Datensatz hinzufügen. Die neuen Datensätze füllen Sie am besten gleich aus, damit die Datenbank keine leeren Einträge enthält.
Haben Sie alle Datensätze aufgenommen, klicken Sie auf OK. Schließen Sie auch das Fenster Serienbrief: Einrichtung -- KWord. Markieren Sie nun die Anrede in Ihrem Brief und wählen Einfügen / Variable / Serienbriefe..., erscheint ein neues Dialogfenster, in dem Sie die neu erstellten Datenbankeinträge auswählen können. Leider schließt sich das Fenster mit jeder Auswahl, so dass Sie auch diesen Schritt mehrmals wiederholen müssen, oder Sie tippen die Einträge in spitzen Klammern von Hand ein. Haben Sie ihre Felder eingefügt, sieht Ihr Dokument etwa wie auf Abbildung 2 aus.
Spätestens jetzt sollten Sie Ihr Dokument speichern, da Kword auch die Datensätze im Dokument speichert. Dies hat den Vorteil, dass Sie ein Serienbrief-Dokument zum Beispiel zu Hause erstellen könne, dann schicken Sie es per Mail an einen Partner weiter, der es dann ausdruckt. Die eingegebenen Daten sind allerdings nur in diesem Dokument verfügbar. Möchten Sie also einen weiteren Serienbrief erstellen, sollten Sie das Dokument zuerst kopieren.
Wählen Sie nun Extras / Serienbriefe einrichten... und klicken auf Druckvorschau verschafft Ihnen Kword einen ersten Überblick über die Serienbriefe. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, müssen Sie es nur noch ausdrucken. Kword bietet übrigens auch Zugriff auf externe Datenbanken, wie Postgres, MySQL und andere.
Das Erstellen eines Serienbriefes in Textmaker ist nicht viel schwieriger, als unter Kword. Textmaker speichert die Daten jedoch nicht im Dokument selbst, sondern in einem separaten Dbase-File. Dbase ist ein weit verbreitetes Format für Datenbankdateien. Da auch OpenOffice.org Dbase-Datenbanken beherrscht, lassen sich in Textmaker erstellte Datenbanken in beiden Textverarbeitungen verwenden.
Nach dem Start von Textmaker über [Alt]+[F2] und die Eingabe tml erscheint der Registrierungs-Bildschirm, den Sie über Registrierung Überspringen wegklicken können. Über Weiteres... / Datenbank erscheint das Dialogfenster Datenbank. Hier wählen Sie einfach die bereits vorhandene tmw.dbf aus und klicken auf OK. Damit öffnet Textmaker die bereits vorhandene Adressdatenbank (siehe Abbildung 3). Sollte sie Ihren Ansprüchen nicht genügen, können Sie über Weiteres... / Datenbank erzeugen... auch neue Datenbanken anlegen.
Um Ihre Datensätze zur bestehenden Datenbank hinzuzufügen klicken Sie rechts unten auf Formular und geben dann die entsprechenden Daten ein. Um weitere Datensätze hinzuzufügen, klicken Sie auf Anhängen. Leider bietet Texmaker keine Möglichkeit, Datensätze zu löschen, Sie sollten also auch hier Vorsicht walten lassen, um keine leeren Datensätze anzulegen.
Das Einfügen der entsprechenden Datenbankfelder geht über Einfügen / Feld. Es erscheint ein weiteres Dialogfenster, in dem Sie unter Gruppe den Eintrag Datenbankfeld auswählen müssen, um an die einzelnen Felder zu kommen. Erscheinen nach der Auswahl von Datenbankfeld nicht die erwarteten Feldeinträge, müssen Sie zuerst über Einstellungen... die entsprechende Datenbank auswählen. Auch hier schließt sich das Fenster nach dem Einfügen, so dass sie die Schritte für jedes Feld wiederholen müssen.
Die erstellte Datenbank lässt sich nun auch unter OpenOffice.org verwenden. Starten Sie dazu die Textverarbeitung OpenOffice.org Writer und wählen Sie Ansicht / Datenquellen oder drücken Sie die Taste [F4]. Auch OpenOffice.org bringt schon eine Datenbank mit, die Bibiliography zum Erstellen von Literaturhinweisen. Um die in Textmaker erstellte Datenbank OpenOffice.org bekannt zu machen klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den bestehenden Eintrag und wählen Datenquellen verwalten... aus. Daraufhin erscheint der in Abbildung 4 zu sehende Dialog. Über einen Klick auf Neue Datenquelle erstellt das Programm eine neuen Eintrag Datenquelle 1.
Wählen Sie nun unter Datenbanktyp den Listeneintrag dBase aus und klicken Sie hinter Datenquellen-URL auf den Auswahlknopf erscheint ein Dateibrowser-Fenster. Hier wählen Sie das Verzeichnis aus, in dem Ihre dBase-Datenbanken liegen und klicken auf Auswählen. Ein Klick auf OK und schon ist die Datenbank verfügbar. Einen kleinen Haken gibt es aber auch hier: da OpenOffice.org eine andere Zeichenodierung benutzt als Textmaker, gehen sämtliche Umlaute verloren.
Um die Datenbankfelder in Ihr OpenOffice.org-Dokument einzufügen, wählen Sie Einfügen / Feldbefehl / Andere. Darauf öffnet sich das Dialogfenster Feldbefehle. Hier klicken Sie auf das Plus-Zeichen vor Ihrer Datenbank, dann auf dasjenige der entsprechenden Tabelle. Jetzt können Sie die einzelnen Felder auswählen und über Einfügen ins Dokument einbringen. Praktisch: das Dialogfenster und OpenOffice.org lassen sich unabhängig voneinander bedienen. Sie können also mehrere Felder nacheinander einfügen, durch Leerzeichen trennen und so weiter.
Es gibt nichts, was Linux nicht kann. Das trifft auch auf Multimedia-Anwendungen zu. Es gibt allerdings viele Dinge, die Linux oder die einzelnen Distributionen nicht dürfen. Als Privatperson haben Sie hingegen das Recht, kopiergeschützte DVDs anzuschauen oder DivX-Filme aus TV-Aufnahmen zu erstellen. Ehrlich gesagt, was hat Windows schon zu bieten? Ohne zusätzliche Tools geht da auch gar nichts. Wie sie unter Linux an die nötigen Tools kommen und sie installieren beschreibt dieser Artikel im Folgenden.
Im Gegensatz zu Windows brauchen Sie unter Linux nicht zig verschiedene Mediaplayer, um AVI-, MPEG- oder DivX-Filme, Video-CDs und DVDs anzuschauen, oder Audio-CDs und Ihre MP3-Sammlung anzuhören. Xine [2] und die dazugehörenden grafischen Frontends, wie Totem oder Kaffeine schaffen das alleine. Die meisten Distributionen liefern aber nur eine beschränkt funktionierende Version dieses Multitalents, wenn es überhaupt dabei ist. Das gleiche darf auch Mplayer [3] von sich behaupten. Da sich aber Mplayer weniger einfach bedienen lässt und noch keine DVD-Menüs beherrscht, beschränkt sich dieser Artikel auf Xine. Wie Sie zu einem voll funktionsfähigen Xine kommen beschreibt Kasten 1.
Ist die Installation geglückt, steht dem DVD-Kinoabend auf dem PC nichts mehr im Wege. Am einfachsten geht dies unter Suse Linux. Hier legen Sie einfach die DVD ins entsprechende Laufwerk und warten, bis eine Meldung des Suse-Pluggers erscheint. Klicken Sie auf OK startet automatisch Kaffeine und spielt die DVD ab. Möchten Sie in Zukunft keine Benachrichigungen mehr erhalten, geht es beim nächsten Mal sogar ohne Mausklick.
Unter Fedora Core 2 und Mandrake Linux müssen Sie zuerst den entsprechenden Player starten. Der Player Totem spielt dann über Film / DVD-Wiedergabe die Scheibe ab. Unter Xine klicken Sie einfach auf der grafischen Oberfläche auf den DVD-Button. Beachten Sie auch, dass Sie DVDs und VideoCDs nicht mounten müssen.
| Kasten 1: Xine nachrüsten |
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In Tabelle 1 finden Sie eine Übersicht, wo Sie entsprechende Pakete für Ihre Distribution bekommen. Erstellen Sie ein neues Verzeichnis, zum Beispiel Multimedia und laden sie folgende Pakete herunter:
Schliesslich müssen Sie noch die entsprechende grafische Oberfläche herunterladen. Für Mandrake Linux finden Sie xine-ui auf dem Starter-Kit. Für Fedora Core installieren Sie xine oder totem und bei Suse Linux kaffeine von den oben erwähnten Quellen. Überprüfen Sie mit dem Paketmanager Ihrer Distribution, welche der obengenannten Pakete bereits installiert sind und deinstallieren Sie diese Pakete. Falls sich der Paketmanager über ungelöste Paket-Abhängigkeiten beschwert, weisen Sie ihn an, diese zu ignorieren. Im nächsten Schritt geht es darum, die heruntergeladenen Pakete zu installieren. Leider gibt es dazu kein grafisches Werkzeug, dass Ihnen diese Aufgabe abnehmen könnte. Starten Sie deshalb die KDE-Konsole über [Alt]+[F2] und die Eingabe von konsole. Geben Sie su - ein und drücken die [Return]-Taste, erscheint die Aufforderung Password:. Geben Sie hier das root-Passwort ein und bestätigen Sie nochmals durch Enter. Wechseln Sie nun mit cd /home/IhrName/Multimedia ins neu erstellte Verzeichnis und geben Sie den folgenden Befehl aus: rpm -ivh *.rpm Haben Sie Glück, gelingt die Installation auf Anhieb. Sie erkennen das daran, dass das RPM-Programm den Bildschirm für jedes Paket mit einer Zeile #-Zeichen füllt. Schreibt das Progamm jedoch allerlei Seltsames auf den Bildschirm, erfüllt Ihre Installation nicht alle Paketabhängigkeiten. Lesen Sie in diesem Fall die Meldungen sorgfältig durch und laden Sie die bemängelten Pakete von der selben Quelle herunter, von der Sie auch die übrigen Pakete hatten. Dann geben Sie obigen Befehl erneut aus. Wird das Nachinstallieren zum Geduldspiel können Sie es zur Not auch mit dem Befehl rpm -Uvh *.rpm --force --nodeps versuchen. Dieser Befehl weist das RPM-Programm an, die Paketabhängigkeiten außer Acht zu lassen. Auf diesem Weg kann es sein, dass Sie die Programme installieren können, aber einige Funktionen nicht verfügbar sind. Am schwierigsten ist das Auflösen der Abhängigkeiten unter Fedora Core. Hier empfiehlt es sich, die in Tabelle 1 angegebene URL in die Datei /etc/yum.conf einzutragen. Kopieren Sie dazu den Eintrag [Base] und ändern Sie Ihn dementsprechend ab. Sie können dazu einen beliebigen Namen wählen. Danach installieren Sie Xine als root einfach mit dem Befehl yum install xine. Eine schnelle Internetverbindung ist allerdings von Vorteil. |
| Tabelle 1: Multimedia-Pakete | |
| Distribution | Link |
|---|---|
| Fedora | http://mirrors.ircam.fr/pub/dag/fedora/2/en/i386/dag/ |
| Suse | ftp://mirrors.mathematik.uni-bielefeld.de/pub/linux/misc/packman/suse/ |
| Mandrake | ftp://ftp.pcds.ch/pub/plf/mandrake |
Habe Sie Ihren Lieblingsplayer eingerichtet, möchten Sie natürlich auch, dass er -- wie unter Windows -- automatisch startet, soll eine entsprechende Datei abgespielt werden. Für KDE und Kaffeine müssen Sie dazu die entsprechenden Dateiverknüpfungen anpassen. Eine Übersicht über die wichtigsten Multimedia-Dateitypen gibt Tabelle 2. Starten Sie dazu das KDE-Kontrollzentrum und wählen Sie den Menüpunkt KDE_Komponenten / Dateizuordnungen. Geben Sie eine Dateiendung aus Tabelle 2 im Feld Dateimuster suchen ein. Suchen Sie zum Beispiel nach avi zeigt das Kontrollzentrum die Einträge Application / x-mplayer2 und video / x-msvideo an. In der rechten Fensterhälfte, unter Dateimuster sehen Sie noch andere Dateiendungen, die diesem Typ entsprechen.
| Tabelle 2: Multimedia Dateitypen | |
| Dateiendung | Beschreibung |
|---|---|
| *.avi | Sammelformat für verschiedene Videodateien, u. A. auch DivX und MPEG4 |
| *.mpeg | MPEG-Videodateien |
| *.mp3 | MPEG3-Audiodateien (komprimiertes Audioformat) |
| *.mov | Sammelformat für verschiedene Videodateien. In erster Line in der Apple-Welt weit verbreitet |
| *.ogg | Komprimiertes Audioformat. Ähnlich wie MP3, aber völlig frei verwendbar |
| *.wav | Windows Audioformat (unkomprimiert) |
| *.wmv | Windows Media Video (komprimiertes Videoformat ähnlich wie DivX und MPEG4) |
Damit KDE beim Aufruf einer solchen Datei automatisch Kaffeine startet, muss es unter Rangfolge ausführender Programme an erster Stelle stehen. Steht es schon in der Liste, benutzen Sie den Knopf Nach oben. Ist noch kein Eintrag vorhanden drücken Sie auf Hinzufügen und schreiben dann einfach kaffeine ins Eingabefeld. Überprüfen Sie auch die Einstellungen auf dem Reiter Einbetten. Sie sind dafür verantwortlich welches Programm Konqueror startet, wenn Sie auf einen Link klicken. Hier sollte an erster Stelle Kaffeine (kaffeine_part) und nicht Eingebettete Multimedia-Komponente (kaboodle_part)stehen. Ändern Sie nun die entsprechenden Einstellungen auch für die übrigen Dateitypen. Nach einem Klick auf Anwenden aktualisiert das KDE-Kontrollzentrum die Systemeinstellungen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema finden Sie auch auf Seite XX.
Testen Sie nun Ihre Änderungen, indem Sie im Konqueror auf eine Multimedia-Datei klicken. Eine gute Testmöglichkeit bieten die Trailers auf http://www.apple.com/trailers/. Klicken Sie einen entsprechenden Vorfilm auf der Internet-Seite an, sollte Ihn Kaffeine ohne Probleme abspielen (siehe Abbildung 5). Mit kleinem Mehraufwand lassen sich auch unter Fedora Core 2 und Mandrake Linux Browser und Videoplayer verknüpfen. Hier sollten Sie allerdings den Browser Mozilla bevorzugen, da Konqueror nicht mit dem Xine-Plugin klarkommt.
Kaum ein Windows-Benutzer kennt ihn nicht: den legendären MP3-Spieler Winamp. Suchen Sie einen ähnlichen Player für Linux, sind Sie mit Xmms am besten bedient. Auf seiner Homepage [4] finden Sie nicht nur zahlreiche Skins, sondern auch Plugins um Videodateien anzuschauen oder Musikstücke visuell zu untermalen. Xmms ist übrigens nicht nur fast gleich zu bedienen, wie Winamp, sondern es kann auch seine Skins und Playlisten übernehmen. Kopieren Sie dazu einfach alle Skins vom Ordner C:\Windows\Program Files\Winamp\Skins in den Ordner .xmms/Skins in Ihrem Home-Verzeichnis.
Auf Abbildung 6 sehen Sie zum Beispiel Xmms mit dem deutschen Default Skin von Winamp (da der Default Skin teilweise in Winamp integriert ist, nimmt hier nur die Playliste und der Equalizer die Einstellungen an, andere Skins funktionieren aber vollständig). Einen ausführlichen Artikel über Xmms finden Sie auch unter [5].
Möchten Sie Ihre Audio- und Videodaten nicht nur auf dem PC speichern, sondern auch archivieren, brauchen Sie ein CD/DVD-Brennprogramm, wie zum Beispiel Nero unter Windows. In der Benutzung ähnlich, aber mit einem leicht geringeren Funktionsumfang bietet sich dazu unter Linux das KDE-Programm k3b an. Auch hier empfiehlt es sich, nicht die distributsinterne Version zu benutzen, sondern ein Paket, der in Tabelle 1 genannten Quellen. Möchten Sie auch Filme ins DivX- oder MPEG4-Format umwandeln benötigen Sie zusätzlich noch das Paket transcode in der Version 0.6.11 oder kleiner.
Kb ist ein sehr umfangreiches Programm, das hier im Detail nicht beschrieben werden kann. Ein gedrucktes Handbuch dazu, soll übrigens in kürze über [6] verfügbar sein. Möchten Sie beispielsweise MP3-Dateien von Ihren Audio-CDs erstellen, starten Sie K3b und klicken dann auf das Laufwerk-Symbol, in dem sich ihre Audio-CD befindet. K3b liest die Daten der CD aus, und zeigt die einzelnen Tracks an (siehe Abbildung 7). Möchten Sie, dass K3b Titel des Albums und der einzelnen Stücke aus einer Internetdatenbank abfragt, müssen Sie noch unter Einstellungen / K3b einrichten / CDDB auf den Reiter CDDB-Server klicken und die Option Anfragen auf CDDB-Server aktivieren auswählen.
Klicken Sie darauf auf das Symbol mit den zwei grünen Pfeilen, versucht K3b die Daten der CD vom Internet zu beziehen. K3b wählt in der Grundeinstellung alle Songs aus. Möchten Sie einzelne an- oder abwählen, klicken Sie einfach auf das Kästchen vor dem jeweiligen Eintrag. Um die Auslese zu starten wählen Sie das Symbol ganz link, oder über die rechte Maustaste Auslese starten. In einem weiteren Dialogfenster entscheiden Sie, in welchem Ordner K3b die Dateien speichern soll und in welchem Format. K3b benutzt per default das WAV-Format. Dies eignet sich gut, um gleich eine Audio-CD zu brennen. Möchten Sie die Songs auf der Festplatte speichern wählen Sie lieber das platzsparende Ogg Vorbis oder MP3. Für das letztere muss allerdings das Paket Lame installiert sein.
Nützlich ist auch die Option M3U-Abspielliste erstellen. Ist sie ausgewählt erstellt K3b neben den Audiodateien noch eine Playlistendatei, die sich zum Beispiel über Xmms oder mit Winamp unter Windows abspielen lässt. Nach einem Klick auf Auslesen starten beginnt K3b mit dem Rip-Vorgang und informiert Sie in einem Statusfenster über die Einzelheiten (siehe Abbildung 8). Sie dürfen übrigens dabei ruhig andere Arbeiten ausführen, unter Linux ist das kein Problem.
Mit K3b lassen sich auch selbst erstellte Filme auf CD oder DVD brennen. Während für das Erstellen von SVCDs lediglich das Paket vcdimager installiert sein muss, ist das Fertigen von Video-DVDs ein wenig komplizierter. Dafür kann K3b etwas, wovon Windows CD-Brennprogramme noch träumen: eine CD oder DVD erstellen, die Sie nur noch ins Laufwerk ihres Computers einschieben müssen, und schon spielt der PC beim Starten des Rechners den Film ab. Möglich macht dies Emovix (das es übrigens auch für Windows gibt).
Auch hier ist allerdings zuerst Nachinstallieren angesagt. Das benötigte Paket emovix finden Sie ebenfalls über die in Tabelle 2 aufgeführten Quellen. Nach der Installation von Emovix müssen Sie K3b neu starten oder Sie lassen das Programm über Einstellungen / K3b einrichten / Programme nach Emovix suchen. Wählen Sie dann Datei / Neues Projekt... / Neues eMovix-CD/DVD-Projekt und wählen Sie die Videodateien aus, die Sie auf die CD/DVD brennen möchten. Ein Klick auf Brennen, und schon ist Ihre Film-CD oder DVD fertig. Und dank der tollen Fanfare nach dem Fertigstellen einer CD weiss sogar Ihr Nachbar, wie oft Sie mit K3b erfolgreich brennen!
Hand aufs Herz: was sammeln Sie? Sind Sie ein begeisterter Sammler, werden Sie auch von Tellico [7] begeistert sein. Tellico ist ein Sammlungs-Manager für KDE und bietet vorlagen für verschiedenste Sammlungen. Um zum Beispiel eine Sammlung Ihrer Musik CDs mit Tellico zu verwalten, wählen Sie nach dem Programmstart Datei / Neu / Neue Musik-Sammlung und legen die CD ins Laufwerk ein. Dann wählen Sie Datei / Importiere / Audio CD Data und schon liest Tellico die CD ein und fügt Sie der Sammlung hinzu (siehe Abbildung 9). Da dabei Daten aus dem Internet übertragen werden, müssen Sie dazu allerdings erst eine Internetverbindung aufbauen.
Um Ihre (mit K3b erstellte) MP3-Sammlung in Tellico zu verfeinern wählen Sie die gleichen Menüpunkte wie oben, aber anstelle von Audio CD Data klicken Sie auf Audio File Metadata und geben das Hauptverzeichnis Ihrer Sammlung an. Je nach Umfang der Audiodateien dauert es dann eine gewisse Zeit, bis die fertige Liste erstellt ist. Sind die Daten eingescannt, können Sie sie um Kommentare ergänzen, oder zu jedem Album das passende Cover einstellen. Auch Video oder DVD-Sammlungen lassen sich so aufbearbeiten, wobei allerdings die Unterstützung für das Abfragen von Internet-Videodatenbanken erst in Entwicklung ist. Tellico kommt damit noch nicht an das Windows Programm Cineast heran, unterstützt dafür aber wesentlich mehr Sammlungstypen.
Tellico hilft auch, sollten Sie Ihr Sammlerherz bis anhin mit Excel-Tabellen befriedigt haben. Speichern Sie dazu das Spreadsheet nicht im Office eigenen Format, sondern als CSV-Datei. Legen Sie dann in Tellico eine entsprechende Sammlung über Neu an und wählen Sie den Punkt Datei / Importiere / Importiere CSV Daten. Jetzt wählen Sie die exportierte CSV-Datei aus und bestimmen im nachfolgenden Dialogfenster über Feld zuordnen, welche Spalte Sie welchem Eintrag zuorden möchten.
Zu den Werkzeugen, die Sie unter Linux am wenigsten finden, gehören Virenscanner, Antispy- und Defrag-Tools der Registry-Editor und das beliebte Scandisk. Dies hat den einfachem Grund, dass Linux solche Tools nicht benötigt, es sei denn, Sie möchten einen Windows-Rechner von Linux aus warten. Virenscan-, Antispam- und andere Systemtools laufen unter Linux meistens auf Servern, die dann alle Clients schützen, egal ob Windows oder Linux. Auch mit Scandisk müssen Sie sich unter Linux in der Regel nicht herumschlagen. Linux Dateisysteme überprüfen sich in der Regel selbst während des Systemstarts. Dieser Test dauert aber nur ein paar Sekunden und geht deshalb in den übrigen Boot-Meldungen unter.
Sind sie auf der Suche nach einem Tool à la PartitionMagic, mit dem Sie Ihre Partitionen nach Wunsch vergössern oder verkleinern können, ist Qtparted das richtige Tool für Sie. Wie bei allen Partionierungs-Tools, sollten Sie auch hier ein Backup Ihrer wichtigen Daten erstellen, bevor Sie die Software benutzen. Fehler sind zwar selten, aber Sie kennen bestimmt die Gesetze von Murphy. Qtparted ist bei keiner EasyLinux Distribution mit dabei. Da das Umpartitionieren der Systempartition sowieso nur von einem externen System aus sicher geht, nehmen Sie am besten eine Live-CD mit Qtparted-Unterstützung, zum Beispiel Knoppix oder Kanotix.
Ein weiteres nützliches Tool, das allerdings nur SuSE Linux mitliefert, ist Kdirstat. Das Programm zeigt grafisch an, welche Datei wieviel Platz verbraucht. So finden Sie bei Platzbedarf schnell heraus, wo die größten Happen liegen. Auch KDE 3.3 besitzt übrigens ein ähnliches Tool, das im Browser Konqueror integiert ist (siehe Abbildung 11). Wählen Sie dazu im Browser einfach Ansicht / Anzeigemodus / Dateigrößen-Ansicht.
Auch Fans des Norton Programmes Ghost bleiben nicht aussen vor. Mit Partimage gibt es ein ähnliches Tool jetzt auch für Linux. Sowohl Qtparted als auch Partimage sind Teil der 110 MB großen Live-CD Systemrescuecd [8]. Über den Download-Link laden Sie sich die systemrescuecd-x86-0.2.15.iso Datei auf den eigenen Rechner herunter, dann starten Sie K3b und wählen Extras / CD / CD-Abbilddatei brennen. Im nächsten Dialogfenster geben Sie unter Abbild zum Brennen die heruntergeladene Datei an, und nach einem Klick auf Start brennt K3b die CD. Starten Sie den Rechner nun von dieser CD aus, stehen Ihnen obengenannte Tools zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass beide Programme tiefe Eingriffe in Ihr System vornehmen. Sie sollten die Software deshalb nur verwenden, wenn Sie genau wissen, was Sie tun.
Wenn Sie Dateien aus dem Internet herunterladen oder per E-Mail geschickt bekommen, sind diese oft komprimiert, damit der Download schneller geht. Bevors sich solche Dateien weiter verwenden lassen, müssen Sie sie entpacken, dekomprimieren. Die bekanntesten Tools dazu in der Windows-Welt sind WinZip und WinRAR.
Unter Linux gibt es diverse Programme, um komprimierte Dateien anzusehen, auszupacken oder herzustellen. Der Datei- und Internetbrowser Konqueror zum Beispiel kennt mehr als zehn verschiedene komprimierte Dateiformate (darunter auch Zip- und Rar-Dateien) und öffnet diese per Mausklick. Im Normalfall merken Sie gar nicht, dass es sich dabei um eine komprimierte Datei oder ein Archiv handelt.
Während i n der Windows-Welt die Dateiformate *.zip und *.rar am weitesten verbreitet sind, benutzen Linux-Anwender am häufigsten Archive im Format *.tar.gz oder *.tar.bz2. Der größte Unterschied zwischen den Formaten besteht darin, dass die Linux-Versionen zuerst ein TAR-Archiv erstellen (daher die Endung tar), das dann mit Gzip oder Bzip2 komprimiert wird. Möchten Sie also einem Windows-Benutzer eine komprimierte Datei senden, wählen Sie am besten das ZIP-Format. Starten Sie dazu das Programm Ark über [Alt]+[F2] und die Eingabe von ark. Öffnen Sie daneben ein Konqueror-Fenster und ziehen Sie die Datei oder das Verzeichnis, das Sie komprimieren möchten auf das Ark-Fenster. Lassen Sie die Maustaste los, erscheint eine Meldung, dass noch kein Archiv existiere, und ob Sie ein neues anlegen möchten. Beantworten Sie die Frage mit Ja, erscheint das Fenster Neues Archiv erstellen -- Ark (siehe Abbildung 12). Hier wählen Sie unter Archivformat das Zip-Format aus und geben der Zip-Datei unter Adresse einen Namen. Nach einem Klick auf Speichern erscheinen die ausgewählten Dateien im Ark-Fenster -- fertig. Das Archiv noch einmal zu speichern ist nicht nötig, Sie können das Programm jetzt verlassen.
Passwort-geschützte Zip-Dateien kann Ark allerdings nicht lesen. Dazu benutzen Sie am besten die Programme File-Roller oder Karchiver. Um selbst ein Archiv mit Passwort zu schützen müssen Sie zur Zeit noch die Kommandozeile benutzen. Um aus der Datei liebesbrief.txt die komprimierte und verschlüsselte Zip-Datei streng-geheim.zip herzustellen, müssen Sie folgenden Befehl ausgeben:
zip -e streng-geheim.zip liebesb\ rief.txt
Klicken Sie im Konqueror nun auf die Zip-Datei, zeigt dieser zwar den Inhalt des Archives an (die Datei liebesbrief.txt), der Inhalt der Datei selbst bleibt aber verborgen. Um die verschlüsselte Datei zu lesen, öffnen Sie sie mit File-Roller oder Karchiver und geben über Bearbeiten / Passwort (in File-Roller) respektive Archiv / Set Password (in Karchiver) das richtige Passwort an.
Linux wird oft als Kind des Internets bezeichnet. Dementsprechend gut sieht es für Linux in dieser Sparte aus. Kaum ein Tool, das es unter Linux nicht gäbe und obschon die meisten Seiten im Web für den Internet Explorer von Windows optimalsiert sind, gibt es genügend Gründe, nur mit Linux ins Internet zu gehen.
Die grafische Oberfläche KDE bringt bereits einen eigenen Webbrowser mit. Ähnlich wie der Windows Explorer, beziehungsweise der Internet Explorer für Microsoft Windows, fügt sich Konqueror nahtlos in die grafische Oberfläche ein und fungiert als Datei- und Webbrowser.
Konqueror unterstützt das Webprotokoll http und auch den Dateidownload per ftp. Teilt man den Bildschirm in zwei Hälften, kann man mit der Maus die gewünschten Dateien von einem FTP-Server direkt in das gewünschte Verzeichnis ziehen (Drag & drop). Für Liebhaber der Zweifenster-Dateimanager, wie Norton Commander oder Total- (alias Windows-) Commander gibt es bereits ein entsprechendes Ansichtsprofil, das Sie über Einstellungen / Ansichtsprofil laden / Midnight Commander einschalten.
Abbildung 13 zeigt ein Konqueror-Fenster, in dem auf der rechten Seite das Verzeichnis eines FTP-Servers zu sehen ist und im mittleren das des Benutzers hauke. Ganz links ist das Menü des LAN-Browsers zu sehen. Der KDE-Browser beherrscht auch das so genannten Tabbed Browsing. Dabei öffnet Konqueror neue Seiten nicht in einem separaten Fenster, sondern auf einem neuen Reiter (bei Konqueror Unterfenster genannt). Das verhindert, dass der Browser den Bildschirm mit Fenstern überfrachtet.
Ob Konqueror aufgerufene Webseiten in einem Unterfenster anzeigen soll, legen Sie über Einstellungen / Konqueror einrichten / Web-Verhalten / Browsing mit Unterfenstern fest. Über Erweiterte Optionen können Sie auch entscheiden, ob die neuen Unterfenster im Hintergrund geöffnet werde sollen.
Per Tastatur öffnen Sie ein neues Unterfenster am einfachsten mit der Tastenkombination [Strg]+[T]. Arbeiten Sie lieber mit der Maus, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Link und wählen den Eintrag In neuem Unterfenster öffnen aus. Es erscheint ein Reiter, unter dem die gewünschte Webseite geladen und angezeigt wird.
Ein angenehmes Feature des Konquerors sind die so genannten Web-Tastenkürzel. Um zum Beispiel eine Stichwortsuche nach dem Stichwort Linux bei der Suchmaschine Google durchzuführen, reicht die Eingabe von gg:Linux in der Eingabeleiste. Konqueror ruft die Googleseite auf und zeigt die Suchergebnisse an. Weitere Kurzbefehle finden Sie auch unter Einstellungen / Konqueror einrichten / Web-Tastenkürzel. Selbstverständlich können Sie die Liste auch durch eigene Einträge ergänzen.
Erwähnenswert ist, dass Konqueror die Plugins des Mozilla nutzen kann. So muss zum Beispiel das Plugin zur Anzeige von Flash-Animationen nicht mehrfach installiert werden. Wie Sie die wichtigsten Plugins installieren, ist im Artikel Eingebaut auf Seite XX beschrieben.
Bekannter als der Konqueror ist sicherlich Mozilla, da es das Programm auch für Windows gibt. Mozilla -- seit je her sicherer als der Internet Explorer -- ist ein Internet-Rundumpaket und beinhaltet bei einer Vollinstallation
Mozilla ist aus dem Netscape Communicator hervorgegangen und weist zahlreiche Features auf (z. B. Tabbed Browsing, Popup-Blocker, Spam-Filter), die der Internet Explorer, beziehungsweise Microsoft Outlook nicht haben, beziehungsweise die dort nur mit Zusatzprogrammen möglich sind. Zudem hat Mozilla durch ein anderes Sicherheitskonzept und den Verzicht auf ActiveX bei Windows nicht die Sicherheitslücken, die die automatische Installation von Dialern und Würmern wie bei den genannten Microsoft-Produkten erlauben.
Um Unterfenster (so genannte Tabs), wie in Abbildung 14 dargestellt, in Mozilla zu öffnen, gibt es zwei Wege: Entweder Sie klicken mit der rechten Maustaste auf einen Link und wählen im Menü den Eintrag Link in neuem Tab öffnen oder Sie öffnen zuerst einen Reiter über [Strg]+[T] und geben dann die gwünschte Adresse ein. Wie sie vielleicht gemerkt haben, verhält sich Mozilla analog zu Konqueror, lediglich die Benennungen sind unterschiedlich.
Mozilla lässt sich so einstellen, dass beim Öffnen eines neuen Reiters automatisch Ihre Startseite erscheint. Öffnen Sie dazu über Bearbeiten / Einstellungen das Konfigurationsfenster des Browsers und wählen Sie den Punkt Navigator aus (siehe Abbildung 15). Das Verhalten beim Öffnen eines neuen Tabs legen Sie im Aufklappmenü Anzeigen in fest. Wählen Sie hier Neuem Tab aus und legen Sie unter Startseite Ihre Startseite fest. Ein Klick auf OK speichert Ihre Einstellungen. Wenn Sie nun [Strg]+[T] ein neues Unterfenster öffnen, dann zeigt Mozilla die gewünschte Startseite an.
Ärgerlich bei einigen Webseiten sind Fenster, die zusätzlich beim Betreten der Webseite geöffnet werden. Diese per JavaScript geöffneten Popup-Fenster lassen sich durch Mozillas Popup-Blocker unterdrücken.
Dazu rufen Sie erneut das Konfigurationsfenster unter Bearbeiten / Einstellungen auf und stellen unter Datenschutz & Sicherheit / Popup Windows den Popup-Blocker ein. Abbildung 16 zeigt dieses Einstellungsfenster, inklusive der anzuwählenden Häkchen. Wählen Sie zunächst Block unrequested popup windows (Blockiere unaufgeforderte Popup-Fenster) aus, um alle Fenster zu verbieten. Dann legen Sie durch Klick auf den Knopf Erlaubte Seiten fest, von welchen Seiten Sie Popup-Fenster erlauben möchten. Ist dies zum Beispiel IhreHausbank, tragen Sie www.hausbank.de ein. Ein Klick auf OK übernimmt die Einstellungen.
Möchten Sie die Popup-Fenster zwar nicht sehen, aber informiert sein, wenn eine Seite versucht hat, ein Popup-Fenster zu öffnen, dann kreuzen Sie die entsprechende Option an. Mozilla kann dazu eine Sounddatei abspielen oder ein Icon in der Statuszeile anzeigen. Auch in diesem Fenster übernimmt ein Klick auf OK die Einstellungen. Über so genannte Extensions lassen sich auch nocht zahlreiche Zusatzfunktionen (beispielsweise Mausgesten, ein Kalender oder ein leistungsstarker Werbeblocker) je nach Bedarf einfach nachinstallieren.
Der E-Mail-Client der Mozilla-Suite heißt Mozilla Mail. Sie starten den Client entweder über den Browser Fenster / Mails & Newsgroups oder über [Alt]+[F2] und die Eingabe von mozilla --mail. Nebst den Funktionen, die auch Outlook & Co. bieten beinhaltet Mozilla Mail einen eingebauten Spam-Filter. Unerwünschte E-Mails markieren Sie einfach als Junk und so lernt das Programm mit der Zeit, unerwünschte Mails von erwünschten zu unterscheiden.
Ein entsprechendes Beispiel ist in Abbildung 17 zu sehen. Mozilla hat die angezeigte E-Mail als SPAM-E-Mail erkannt und bietet dem Benutzer an, diese E-Mail als erwünschte E-Mail zu markieren. Ein Klick auf den Button Not Junk würde diese E-Mail in den Bereich der erwünschten Mails verlagern. Die E-Mail der -- vermutlich nicht existierenden -- Lynnette Billings dagegen hat Mozilla als erwünschte E-Mail eingestuft. Ein Klick auf das Punktsymbol links neben dem Absendernamen, markiert für Mozilla diese E-Mail als SPAM.
Für jede der Komponenten der Suite existieren auch schnellere, eigenständige Anwendungen für die Benutzer, die nur einen Browser, einen Mailclient oder einen HTML-Editor haben möchten, nicht alles zusammen. Die einzelnen Programme heißen:
*NVU (HTML-Editor)
Wer unter Windows bereits mit Outlook oder Outlook Express gearbeitet hat, dem sei das Mailprogramm Evolution [4] empfohlen.
Evolution orientiert sich im Aussehen und in der Bedienerführung eng an Microsofts Outlook, wie Abbildung 18 zeigt. Der Hersteller Ximian hat Evolution um die Fähigkeit erweitert, den Exchange Server von Microsoft nutzen zu und seit dem Kauf durch Novell kann Evolution auch auf den Suse Linux Openexchange Sever zugreifen. Evolution bietet die Mailabfrage per POP3, IMAP und kennt auch das Mailboxformat. Das Programm kann zudem mehrere Mail-Zugänge und Profile verwalten.
Zusätzlich zu den E-Mail-Funktionen stellt Evolution einen Kalender zur Terminverwaltung, einen Aufgabenplaner und ein Adressbuch zur Verfügung. Mit Hilfe des Adressbuches lassen sich auch Adressen nutzen, die von einem LDAP-Server bereitgestellt werden. Im Gegensatz zum E-Mail-Programm Mozilla Mail kann Evolution in diese Verzeichnisse auch Adressen eintragen. Es eignet sich somit bestens für den Einsatz im Büro mit zentraler Adressverwaltung.
Wie die bisher erwähnten Mail-Client unterstützt auch Evolution die Verschlüsselung von E-mails mit Hilfe der Verschlüsselungsprogramme PGP, beziehungsweise GPG. Allerdings gibt es hier einen kleinen Wermutstropfen: Evolution verschlüsselt nur den E-Mailtext, nicht aber die angehängten Dateien. Die Anhänge müssen also über externe Tools, wie zum Beispiel Kgpg verschlüsselt werden.
Selbstverständlich bietet auch KDE entsprechende Tools an. Kmail ist ein sehr einfach zu bedienender Mail-Client. Haben Sie unter Windows noch mit dem Program Windows Mail gearbeitet, sollten Sie Kmail benutzen. Es unterstützt diverse Postfach-Typen und über Filter lassen sich E-Mails übersichtlich in einzelne Unterordner sortieren. Kmail ist auch Bestandteil der KDE Personal Information Manager Suite Kontact. Kontact ist das KDE-Gegenstück zu Evolution und vereint nebst Kmail das Kalenderprogramm Korganizer, die Notizzettel Knotes das Adressbuch Kaddressbook und das Palm-Synchronisationsprogramm Kpilot.
Sowohl Evolution als auch Kmail bieten übrigens Import-Filter für Outlook-Express Postfächer an. Den entsprechenden Wizzard startet Kmail über Extras / Nachrichten Importieren. Bei Evolution befindet sich der Assistent unter Datei / Import.
Um Dateien aus dem Internet herunterzuladen, empfiehlt es sich einen Assistenten, einen so genannten Download-Manager zu Hilfe zu nehmen. Für Windows gibt es Duzende solche Programme, das bekannteste unter ihnen ist Getright. Obschon vom Funktionsumfang kein Linux-Programm an Getright herankommt, brauchen Sie keine Angst zu haben: Kget lädt Dateien zuverlässig aus dem Internet, so viele Sie möchten.
KGet ist ein Downloadmanager für KDE. Wird KGet über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kget das erste Mal gestartet, fragt das Programm nach, ob es in Konqueror eingebunden werden soll. Beantworten Sie die Frage mit Ja übergibt Konqueror jede Datei, die Sie herunterladen möchten automatisch an Kget. Sie hören dann bei jedem gestarteten Download einen Signalton.
KGet zeigt seinen Betrieb durch einen Pfeil im Symbolbereich der KDE-Programmleiste an. Durch einen klick auf den Pfeil öffnen Sie das Haupfenster. Die Downloads in der Liste führt Kget in der Reihenfolge aus, wie Sie die Dateien hinzugefügt haben. Möchten Sie einen Download vorziehen, können Sie einzelne Dowloads anhalten oder ganz löschen.
Um das Programm einzurichten klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol im Panel und wählen KGet einrichten.... Die Anzahl der gleichzeitigen Downloads lässt sich auf dem Reiter Begrenzungen einstellen.
Ein pfiffiges Feature ist die Timer-Funktion, die Sie durch Klick auf das Uhr-Symbol aktivieren. Die ausgewählten Downloads werden in diesem Fall für eine Minute unterbrochen, um zum Beispiel die Internetverbindung für wichtigere Daten freizuhalten. Auf dem Reiter Automatisierung befinden sich Optionen, die besonders Nutzer eines Zeittarifes interessieren dürften, so können Sie hier zum Beispiel eingestelln, dass nach Beendigung der ausgewählten Downloads die Internetverbindnug unterbrochen wird. Der PC muss also nicht länger mit dem Internet verbunden sein, als nötig. Ein ausführlicher Artikel zu Kget befindet sich übrigens ebenfalls in dieser Ausgabe.
Bestimmt haben Sie sich unter Windows schon geärgert, dass Sie für jedes Chat-System ein eigenes Programm benötigen. Unter Linux sind diese Zeiten seit Kopete vorbei. Kopete ist ein neuer KDE Chat-Client und unterstützt ähnlich wie das Messenger Programm Miranda IM oder Trillian für Windows
Da das Programm auch mit dem KDE Addressbuch zusammenarbeitet, ist es die ideale Erweiterung für Ihre Kontakt-Datenbank. Diese lassen sich in Kopete gruppieren und zusammengefassten, egal, welches System Sie benutzen. Für jedes Nachrichtennetz stellt Kopete entsprechende Einstellungsmöglichkeiten und Wizzards zur Verfügung. Beim ersten Start des Programmes erscheint der Einrichtungs-Assistent. Möchten Sie zum Beispiel einen neuen ICQ-Chat starten wählen Sie Zugänge / Neu. Nach einem Klick auf Weiter wählen Sie ICQ aus und dücken noch einmal auf Weiter. Im nächsten Fenster müssen Sie ihre ICQ-Indentitätsnummer angeben. Sind Sie noch kein registrierter Benutzer, klicken Sie auf Neuen Zugang registrieren um sich für ICQ anzumelden. Nach Weiter / Abschließen gelangen Sie zurück zum Assistenten.
Klicken Sie hier auf OK gelagen Sie zurück zum Kopete-Hauptfenster. Wählen Sie hier Datei / Kontakt hinzufügen startet ein neuer Assistent. Stehen die entsprechenden Daten Ihrer ICQ-Bekannten bereits im KDE Adressbuch, kreuzen Sie einfach das Feld auf dem Wizzard-Startbildschirm an. Sonst müssen Sie mindestens den Namen, Spitznamen und die UIN-Identitätsnummer angeben -- der Chat kann beginnen.
Nach der Installation von Microsoft Windows, bekommt der Benutzer eine kleine Auswahl an Spielen mitgeliefert. Hearts, Minesweeper und Patience sind Teile des Mini-Spielpaketes einer Windowsinstallation. Gedacht zum Spielen zwischendurch.
Bei der Spielevielfalt konnte das Team des KDE-Desktops natürlich nicht tatenlos zusehen und deshalb gehören unter Anderem folgende kleine Spiele zum Standardumfang von KDE:
Abbildung 19 zeigt das Spiel Shisen-Sho, das längere Spielfreude garantiert. Trotz -- oder wegen -- ihrer Einfachheit, haben diese Spiele einen gewissen Suchtfaktor. Es zählt der Highscore oder die Lösung eines Rätsels in möglichst kurzer Zeit. Jedes Spiel aber verliert nach einiger Zeit seinen Reiz, mancher Benutzer möchte auch einfach mehr Action haben.
Wie wäre es zum Beispiel mit Tuxracer? Der Spieler rast mit einem Pinguin auf dem Bauch durch einen Eiskanal die Berge runter und muss dabei nicht nur schnell sein, sondern nebenbei auch Heringe einsammeln. Dieses frei verfügbare Spiel nutzt zur Darstellung OpenGL und ist dadurch auch als Paket für Windows verfügbar. Bereits die Trainings-Modi sind teilweise recht schwierig; die richtigen Rennen später stellen durchaus eine Herausforderung dar. Das Spielvergnügen rundet der tolle Sound ab.
Eine anderes Spiel, das zum Rasen einlädt ist das Auto-Rennspiel Racer. Mit liebevoll gestalteten Rennautos, zum Beispiel einem Mercedes Rennwagen der Deutschen Tourenwagen Masters, einem BMW M3 oder, wer es etwas sportlich haben möchte, einem Lamborghini Diablo SV, rast der Nachwuchsrennfahrer über bekannte Rennstrecken. Ein Augenschmaus ist die etwa 18 Kilometer lange Nordschleife des Nürburgringes, die -- mit einem Diablo gefahren -- eine wirkliche Herausforderung darstellt.
Da Racer sich noch in der Entwicklungsphase befindet, ist natürlich mit dem einen oder anderen Fehler zu rechnen, aber bereits in dieser Phase lohnt sich der Blick auf Racer, vor allem, weil auch die Rennsaison in der realen Welt wieder einmal in die Winterpause geht. Die Entwickler haben auch an die Windows Nutzer gedacht und das Spiel für die Microsoft Plattform veröffentlicht. Zudem machen sie darauf aufmerksam, dass Racer eine Simulation ist. Trotzdem ist aber der Reiz dieses Programmes nicht von der Hand zu weisen. Beide Spiele erfordern eine von Linux unterstützte 3D-Grafikkarte.
Wie wärs mit einer eigenen Stadt? Mit Linux und SimCity 2000 kein Problem. Auch der Aufbau einer Zivilisation ist mit Freeciv -- einem frei verfügbaren Civilisation Klon -- kein Problem. Wer lieber ein mächtiger Chef über Eisenbahnen werden möchte, darf als Railroad Tycoon sein Glück versuchen. Diese Spiele sind jedoch bereits recht alt und teilweise wohl auch nicht mehr zu bekommen. Wer aus Windows-Zeiten noch ein solches Spielepaket sein eigen nennt, wird mit etwas Glück im Internet fündig und kann sich dort entsprechende Installationspakete herunterladen. Die Windows-CD wird meistens nur für die Spieldaten benötigt.
Seit sich Sims 2 zum Kassenschlager entwickelt hat, schielt mancher Linux-Spieler neidvoll auf Kollegen, die Windows nutzen. Eine Lösung gibt es zumindest für das Orginalspiel The Sims 1: mit dem kommerziellen WineX [9], das neu unter dem Namen Cedega fungiert, steht es, sowie zahlreiche andere Windows-Spiele auch unter Linux zur Verfügung, so dass Sie getrost Ihr nächstes -- letztes -- Windows-Spiel zu Weihnachten kaufen können. (mhi)
| Infos |
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[1] Softmaker: http://www.softmaker.de
[2] Xine: http://www.xinehq.de [3] Mplayer: http://www.mplayerhq.de [4] X Multimedia System: http://www.xmms.org [5] Katrin Jost, Musik mit Linux -- Der Audio-Player XMMS: EasyLinux 06/04, S. 58. [6] K3b kompakt: http://www.bomots.de/k3b/index.htm [7] Tellico: http://www.periapsis.org/tellico/ [8] Partimage und Qtparted: http://www.sysresccd.org [9] Windows Spiele unter Linux http://www.transgaming.com/ |
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Last modified: 2007-01-25 17:29
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