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Erschienen in EasyLinux 12/2004

Mozilla und Konqueror erweitern

Voll ausgebaut


Mit Linux ins Internet zu gehen ist sicherer, aber nicht immer bequemer. Dieser Artikel zeigt, dass Sie dabei auf Java, Flash und Real-Video nicht verzichten müssen.

von Marcel Hilzinger

Langsam gibt es im Internet kaum noch Seiten, die nicht irgendwelche Java-, Flash- oder Mediaplayer-Plugins enthalten, und quasi voraussetzen, dass der Besucher über einen Breitband-Internetanschluss verfügt. Noch ärgerlicher als eine langsame Verbindung ist in diesem Fall, wenn der Browser die Seite überhaupt nicht anzeigt oder fehlende Plugins bemängelt. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie die Browser Mozilla und Konqueror für die EasyLinux-Distributionen multimediafähig machen.

Ohne Java läuft nichts

Vor allem interaktive und Internetbanking-Seiten kommen kaum noch ohne Java, respektive Javascript aus. Früher waren Java und Java-Script aus Sicherheitsgründen bei den meisten Browsern deaktiviert. Da es heute jedoch so viele Seiten einsetzen, ist es bei den neueren Distributionen in der Grundeinstellung eingeschaltet. Ob bei Ihnen Java und Javascript richtigt funktioniert, testen Sie am besten mit einem Besuch auf [1].

Die Seite zeigt oben mit Hife von Java einen analoge Uhr an. Wie auf Abbildung 1a und 1b zu sehen, zeigt Mozilla die Uhr korrekt an. Konqueror zeigt die Uhr zunächst gar nicht an. Nach dem Umstellen der Browser-Erkennung über Extras / Browser-Kennung ändern auf Mozilla 1.6, versucht der Browser das Plugin zu laden, jedoch ohne Erfolg (Abbildung 1b). Dies scheint jedoch ein Problem von KDE 3.3 unter SuSE Linux 9.x zu sein. Die "Originalversionen" sollten das Plugin ebenfalls anzeigen. Die mit Javascript programmierte digitale Uhr zeigen beide Browser ohne Probleme an.

Abbildung 1a: Mozilla zeigt in der Grundeinstellung sowohl die mit Java betriebene analoge, als auch die auf Javascript basierende digitale Uhr an.

Abbildung 1b: Unter SuSE Linux zeigt Konqueror nach einem Update auf KDE 3.3 trotz eingeschalteter Java-Unterstützung nur die digitale Uhr an.

Zeigt Ihr Browser weder die analoge noch die digitale Uhr an, kann es sein, dass Java und Javascript deaktiviert sind. Um Java in Mozilla zu aktivieren wählen Sie Bearbeiten / Einstellungen / Erweitert und markieren den Punkt Java aktivieren. Javascript schalten Sie im gleichen Dialogfenster ein, indem Sie auf das Dreieck vor Erweitert klicken, dann den Unterpunkt Skripte & Plugins auswählen und vor Navigator ein Häkchen setzen. Im darunterliegenden Fenster legen Sie dann fest, welche Aktionen Sie Javascript erlauben.

Möchten Sie Javascript in Konqueror abstellen, oder zumindest in seiner Funktion einschränken, wählen Sie Einstellungen / Konqueror einrichten / Java & JavaScript und klicken dann auf den Reiter JavaScript. Hier können Sie unter Globale Einstellungen entweder Javascript vollständig deaktivieren, oder über Globale JavaScript-Regelungen die Funktionalität von Javascript einschränken (siehe Abbildung 2). Die De-/Aktivierung von Java erfolgt über den Reiter Java.

Abbildung 2: Javascript ist unter Anderem auch für Popup-Fenster verantwortlich. In diesem Dialogfensten lassen sich die störenden Fenster abschalten.

Java und Java Script haben übrigens neben dem Namen nicht viel gemeinsam. Java ist eine vollständige Progammiersprache, die möglichst plattformunabhängige Applikationen erlaubt. Zum Ausführen von Java-Programmen brauchen Sie eine entsprechende Laufzeitumgebung (die so genannte Virtual Runtime Machine). Javascript ist hingegen eine Scriptsprache, die Programmierer in der Regel zum Ergänzen von HTML-Code verwenden. Während Java also für vollständige Programme in HTML-Seiten verantwortlich ist (die analoge Uhr), verwirklicht Javascript deutlich einfachere Aufgaben. Dazu gehört auch das öffnen von Popup-Fenstern und Werbungen, die über den Bildschirm flattern. Oft wirkt sich denn auch Javascript eher störend, als nützlich aus.

Blitz und Donner

Nebst der Javascript- ist zur Zeit die Flash-Programmierung der beiliebteste Nebenjob von Webmastern. Mit Flash lassen sich einfache Animationen oder ganze Webseiten herstellen. Damit Konqueror und Mozilla mit Flasch-Animationen gespickte Webseiten korrekt anzeigen ist ein entsprechendes Plugin -- der Flash-Player -- nötig. Die zur Zeit akuellste Version 7 ist über [2] auch für Linux erhältlich. Wie sie das Plugin installieren erklärt Kasten 1.

Kasten 1: Flash-Player installieren

Laden Sie sich das entsprechende RPM-Paket von der unter [2] angegebenen Website herunter, indem Sie in Konqueror mit der rechten Maustaste auf den flash-plugin-Eintrag Ihrer Distribution klicken und dann den Menüpunkt Verknüpfung speichern unter... wählen (für SuSE Linux 9.x gilt der Link SuSE Linux 8.x). Wechseln Sie in Konqueror in das Verzeichnis, in das Sie die Datei flash-plugin-7.0.25-1.i386.rpm heruntergeladen haben. Drücken Sie jetzt auf [F4], öffnet sich ein Terminalfenster. Unter Mandrake müssen Sie allenfalls [Strg]+[T] drücken. Geben Sie im Terminalfenster nacheinander die folgenden Befehle ein:

sux

(hier müssen Sie auf Anforderung das root-Passwort eingeben und [Enter] drücken)

rpm -Uvh flash-plugin-7.0.25-1.i386.rpm

Jetzt erscheint ein Fenster mit der Flash-Player Lizenz. Klicken Sie auf Accept erscheint im Terminalfenster die Meldung Setup is complete.

extit

Die Installation ist erfolgreich beendet. Schließen Sie nun das Terminalfenster wieder.

Auch bei Flash Animationen geht probieren über studieren. Zeigt Ihr Browser die Seite [3] ohne Probleme an (überprüfen Sie auch den Link auf die Volvo-Seite), ist alles in Ordnung und Sie können getrost beim nächsten Zwischentitel mit der Lektüre fortfahren. Gerade für Konqueror trifft dies jedoch in der Regel nicht zu. Konqueror benutzt zum Darstellen von Flash-Animationen die Plugins von Mozilla. Testen Sie deshalb zuerst in Mozilla, ob Mozilla das Plugin überhaupt erkannt hat. Dazu wählen Sie Hilfe / Über Plugins aus und suchen nach einem Eintrag Shockwave Flash (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3: Über die URL about:plugins überprüfen Sie in Mozilla, welche Plugins der Browser kennt.

Bei Problemen

Kennt Mozilla nur eine ältere Version, ist wahrscheinlich noch die Version 6 installiert (zum Beispiel bei Mandrake und SuSE Linux Professional mit dabei). Benutzen Sie in diesem Fall YaST oder RPMdrake um die entsprechende Version zu entfernen und installieren Sie das RPM-Paket der Version 7 allenfalls neu. In einigen Fällen kommt es vor, dass die Flash-Plugins nicht dahin installiert wurden, wo Mozilla installiert ist. Hier ist Handarbeit angesagt. Öffnen Sie dazu über [Alt]+[F2] und die Eingabe von konsole ein Terminalfenster und geben Sie folgenden Befehl aus:

rpm -ql flash-plugin

Der Befehl zeigt an, welche Dateien das Paket beinhaltet. Merken Sie sich den Ort der Dateien libflashplayer.so und flashplayer.xpt. Im nächsten Schritt gilt es herauszufinden, wo mozilla die Plugins sucht. Geben Sie dazu in der Konsole den Befehl

rpm -ql mozilla | grep plugins

aus und suchen Sie nach dem Verzeichnis plugins. Unter SuSE Linux ist es zum Beispiel /opt/mozilla/lib/plugins. Haben Sie beide Verzeichnisse gefunden, müssen Sie nur nocht die zwei Dateien des Flash-Players ins Plugin-Verzeichnis von Mozilla kopieren. Starten Sie dazu den Dateimanager Konqueror als root mit [Alt]+[F2] und dem Befehl kdesu konqueror. Wechseln Sie nun ins Verzeichnis, indem sich die Dateien libflashplayer.so und flashplayer.xpt befinden. Markieren Sie die beiden Dateien indem Sie mit gedrückter [Strg]-Taste mit der Maus auf die zwei Datein klicken. Wählen Sie dann Bearbeiten / Kopieren oder drücken Sie [Strg+C].

Wechseln Sie nun ins Plugin-Verzeichnis von Mozilla und drücken Sie [Strg]+[V] fügt Konqueror die Dateien ein. Sind bereits gleichnamige Dateien im Verzeichnis vorhanden, soll Konqueror sie überschreiben, da es sich dabei wahrscheinlich um eine ältere Version des Flash-Players handelt. Überprüfen Sie nun erneut über die URL about:plugins ob Mozilla die Plugins erkannt hat. Dazu müssen Sie Mozilla neu starten.

Pugins in Konqueror nutzen

Um auch in Konqueror in den Genuss von Flash-Animationen zu kommen, müssen Sie dem Browser mitteilen, wo entsprechende Plugins zu finden sind. Bei den meisten Distributionen ist zwar Konqueror schon entsprechend eingestellt, im Zweifelsfall lohnt es sich aber, die Werte zu überprüfen. Öffnen Sie dazu über Einstellungen / Konqueror einrichten den Einrichtungsbildschirm von Konqueror und wählen Sie den Menüpunk Plugins an. Klicken Sie unter Netscape-Plugins auf Nach neuen Plugins suchen und wechseln Sie dann auf den Reiter Plugins. Hier sollten Sie nun die gleichen Plugins aufgelistet sehen, die auch Mozilla über about:plugins auflistet. Stimmen die Plugins nicht überein, müssen Sie den Pfad zu den Mozilla Plugins anpassen oder ergänzen. Klicken Sie dazu unter Ordner durchsuchen auf Neu und geben Sie die entsprechende URL ein. Klicken Sie danach auf Anwenden und erneut auf Nach neuen Plugins suchen, sollte Konqueror die Plugins finden.

Zeigt Konqueror trotz richtigen Plugins keine Flash-Elemente an, kann das daran liegen, dass die entsprechende Seite überprüft, welchen Browser Sie benutzen. Gibt sich Ihrer nicht als Netscape, Mozilla oder Internet Explorer zu erkennen, weigert sich die Seite, die Animationen abzuspielen. In diesem Fall wählen Sie einfach über Extras / Browser-Kennung ändern einen anderen Browser -- vorzugsweise Mozilla oder Internet Explorer -- aus, damits wie in Abbildung 4 klappt.

Abbildung 4: Ist die richtige Browser-Kennung eingestellt klappt es auch im Konqueror mit den Flash-Plugins.

Real Linux

DSL und Internetverbindungen auf Kabelfernseh-Basis erlauben heute auch via Internet fern zu schauen oder Radio zu hören. Mit Abstand am weitesten verbreitet in dieser Sparte sind die Formate Real Audio und Real Video. Bei diesen Formaten komprimiert der Server die Daten, bevor er sie übers Internet verschickt (so genanntes Streaming). Ihr Rechner muss deshalb über einen entsprechenden Real-Player verfügen, um die komprimierten Videodaten anschauen zu können. Mandrake und SuSE Linux in der Professional Version beinhalten den Real Player bereits. Seit einiger Zeit gibt es jedoch immer mehr Seiten, die den Player in der Version 10 voraussetzen -- Zeit für ein Update.

Mit der Version 10 gibt es zum ersten Mal auch eine OpenSource Variante des RealPlayers, der den Namen Helixplayer trägt. Der Heliyplayer und der Realplayer unterscheiden sich äußerlich nur durch das Logo auf dem Startbildschirm (siehe Abbildung 5), um Real Audio oder Real Video Datenströme anschauen zu können benötigen Sie aber den RealPlayer von [4]. Der Helixplayer [5] ist in erster Linie zum Abspielen von Theora respektive Ogg Vorbis Daten geeignet. Dieses neue, offene Format ist allerdings zur Zeit noch nicht sehr verbreitet.

Abbildung 5: Die Linux-Version des RealPlayers ist eine Erweiterung des freien Helixplayers. Äußerlich unterscheiden sich denn auch die Player kaum.

Installation

Die Installation des Real Players 10 gleicht der des Flash-Players. Klicken Sie auf [4] nicht auf den großen Download RealPlayer Button, sonder unter Advanced Installation auf Download RPM Package. Unter SuSE Linux klicken Sie anschließend in Konqueror einfach auf Installiere Paket mit YaST. Unter Fedora Core 2 und Mandrake Linux speichern Sie die RPM-Datei RealPlayer10GOLD.rpm zunächst auf der Festplatte und installieren Sie dann analog zum Flash-Player, beschrieben in Kasten 1.

Jetzt sollten Sie den Player über [Alt]+[F2] und die Eingabe von realplay oder mit voller Pfadangabe /usr/local/RealPlayer/realplay starten können. Starten Sie nachher Mozilla, und überprüfen Sie mit about:plugins, ob der Browser den RealPlayer erkannt hat. Das entsprechenden Plugin heißt Helix DNA Plugin. Findet Mozilla das Plugin nicht, kopieren Sie einfach die Dateien nphelix.so und nphelix.xpt aus dem Verzeichnis /usr/local/RealPlayer/mozilla/ ins Plugin-Verzeichnis von Mozilla, wie oben beschrieben. Dann sollte auch Konqueror das Plugin erkennen. Um Ihren Real Player zu testen lohnt sich ein Besuch auf [6]. Für Fedora Core 2 interessant: Real Player spielt auch MP3-Dateien ab, ganz legal.

Ich will mehr

Gibt es jetzt immer noch Multimedia-Seiten im Internet, die Ihr Browser nicht anzeigt, sollten Sie Ihrem Browser ein Xine-Plugin gönnen. Xine ist ein vollwertiger Multimediaplayer und spielt so ziemlich alles ab, was es an Ton- und Bildmaterial gibt. Mit den entsprechenden Codecs, die Sie als RPM-Paket über [7] bekommen klappt es auch mit Apple Quicktime und Windows Media Dateien. Wie Sie Xine entsprechend auf- oder nachrüsten, lesen Sie im Artikel Windows ersetzt in dieser Ausgabe. Als Testseite für Apple Quicktime empfiehlt sich [8] und [9] für Windows Media Videos. Viel Spaß!

Infos
[1] Java- und Javascript-Testseite http://www.misitio.ch/ie/ie_all/java/javatest.html
[2] Flash-Player 7: http://macromedia.rediris.es/site_ri.html
[3] Flash Testseite: http://www.macromedia.com
[4] Real Player: http://www.real.com/linux/
[5] Helixplayer: http://player.helixcommunity.org/2004/downloads/
[6] Real Videos:http://movies.real.com
[7] Win-Codecs: http://www.mplayerhq.de
[8] Quicktime Videos: http://www.apple.com/trailers/
[9] Windows Media Videos: http://www.retrojunk.com

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