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Erschienen in EasyLinux 01/2005   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Kurz notiert
  • XML-Editor: Das irische Unternehmen Cladonia vertreibt einen XML-Editor, der in Java programmiert ist und folglich auch unter Linux läuft. Die aktuelle Version von Exchanger XML bietet zusätzliche Tastenkürzel im Emacs-Stil sowie die Möglichkeit, Code-Templates über Kürzel einzufügen. Die Software benötigt ein JDK der Version 1.4 oder höher. Eine kostenlose Demoversion ist auf der Homepage erhältlich; die Vollversion kostet 85 Euro.

  • Musik-Dateien: Mit dem Kommandozeilen-Werkzeug Abcde 2.2.0 lassen sich komfortable CDs in Musik-Dateien umwandeln. Es vereint nämlich die Aufruf von mehreren Werkzeugen und erspart dem Anwender so komplizierte Kommandozeilenparameter. In der aktuellen Version erkennt das Programm nun Datenteile auf der CD und nimmt diese vom Rippen aus. Außerdem unterstützt es zusätzliche Encodings für die Zieldateien.

  • Fotodatenbank: Die Fotodatenbank Digikam setzt seit der aktuellen Version 0.7 auf die Datenbank Sqlite als Backend für Metainformationen auf. Eine verbesserte Schnittstelle zur Kamera rotiert Bilder gleich während des Downloads und benennt sie bei Bedarf um. Außerdem wertet es nun die Exif-Informationen aus den Bildern noch besser aus.

  • Bietagent: Der Bietagent Bid Monkey erleichtert dem Anwender die Teilnahme an Online-Auktionen bei Ebay. Über eine grafische Oberfläche zeigt er alle wichtigen Daten der jeweiligen Auktion an und erlaubt auch die Abgabe eigener Geboten. Mit der aktuellen Version 2.5 implementierten die Entwickler die Unterstützung für die Session-Verwaltung von Ebay sowie den Zugriff auf SSL-verschlüsselte Seiten.

Fedora Core 3 freigegeben

Fedora, die Community-Edition von Red Hat, ist in der neuen Version Core 3 von den Entwicklern freigegeben. Das Projekt, dass zum Teil vom amerikanischen Distributor und zum Teil von der Open-Source-Gemeinde vorangetrieben wird. Es dient zudem als Grundlage für die Enterprise-Produkte von Red Hat.

Für den Anwender bietet das Release eine Menge aktueller Software. So ist zum Beispiel ein Kernel 2.6.9 Grundlage des Systems. Als Benutzeroberfläche kommen KDE in Version 3.3.3 sowie Gnome 2.8 mit. Durch spezielle Defaults für SE Linux, einem Projekt der amerikanischen National Security Agency (NSA), vereinfacht sich der Umgang mit dem komplizierterem Rechtesystem.

Gerätedateien erstellt der Kernel künftig dynamisch je nach Bedarf. Das heißt, wenn der Benutzer eine neue Hardware an den Rechner anschließt, braucht er keine Eintrag unter/dev anzulegen. Auch löscht das System den Eintrag, wenn er nicht mehr benötigt wird. Das macht das Dateisystem übersichtlicher.

Ein Kurztest in der Schwesterzeitschrift LinuxUser (Ausgabe 12/2004) zeigte, dass dem System wichtige Bibliotheken fehlen, die zum Abspielen von DVDs oder MP3-Dateien. Diese sind nach vielen nationalen Rechtsprechungen nicht legal, jedoch auf einigen Servern im Internet verfügbar.

Mit X.org 6.8 ist zwar eine aktuelle Version des neuen X-Servers an Bord. Die notwendigen Tools für die Aktivierung von Transparenz und Schatten fehlen aber. Hier muss der Anwender selber Hand anlegen und diese aus den Quellen kompilieren.

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Abb. 1: Fedora Core 3 wartet mit aktueller Software und sinnvollen Neuerungen für den Desktop-User auf. Wichtige Multimedia-Software fehlt aber aus rechtlichen Gründen.

Anwender feiern Freigabe von Firefox 1.0

Mit einem Live-Chat feierten Anwender aber auch Entwickler rund um den Erdball die Freigabe der Version 1.0 des Webbrowsers Firefox. Die Ausgründung aus dem Mozilla-Projekt verfügt über zahlreiche Komfortfunktionen und ist durch eine Vielzahl von Plugins erweiterbar und bietet sich als schlanke Alternative zu bekannten proprietären und freien Browser-Paketen an.

Begleitend zum Release startete das Mozilla-Projekt in Deutschland und anderen Ländern eine Werbeaktion für den freien Webbrowser. Auf den Web-Seite http://www.firefox-kommt.de läuft ein Spendenaufruf. Mit dem gesammelten Geld schaltet das Mozilla-Team eine Anzeige in einer überregionalen Zeitung. Derzeit liegt die Frankfurter Allgemeine in der Gunst der Spender ganz oben.

Mit den bisher eingenommenen 40000 Euro lässt sich die Anzeige locker bezahlen; überschüssiger Gelder fließen in die Mozilla-Foundation. Diese verwendet die Finanzspritze dann zur Weiterentwicklung der Software.

Qt-Oberfläche für Handys und PDAs

Das norwegische Unternehmen Trolltech entwickelt die Oberfläche Qtopia für Handys und PDAs aktiv weiter. Sie basiert im wesentlichen auf der gleichen Bibliothek wie die Desktop-Umgebung KDE und bietet dem Benutzer eine moderne Oberfläche für alle Funktionen des entsprechenden Gerätes.

Um den unterschiedlichen Anforderungen von Handheld und Telefon jeweils gerecht zu werden, entwickeln Trolltech die Oberfläche (aktuelle Version 2.1) in zwei Linien: eine Phone Edition und eine PDA Edition.

Anwender in Europa können die Oberfläche aber höchstwahrscheinlich selten live erleben, denn derzeit setzen vor allem fernöstliche Unternehmen diese in Geräten ein, die für den dortigen Markt bestimmt sind.

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Abb. 2: Linux-Anwender kennen die Optik von Qtopia schon, allerdings findet die Technik derzeit nur bei Unternehmen in Fernost großen Anklang.

Suse 9.2 entspricht LSB-Standard

Die Linux Standard Base (LSB) stellt einen Katalog von Kriterien dar, die nach Ansicht der gleichnamigen Arbeitsgruppe der Free Standards Group, erfüllt sein müssen, um eine gewisse Einheitlichkeit zwischen den Distributionen zu erreichen.

Die aktuellen Suse 9.2 entspricht nun diesem Standard. Dadurch erhöht sich potentiell die Chance, dass ein Produkt von kommerziellen Software-Anbietern auf dieser Distribution lauffähig ist. Umgekehrt wird es für die Anbietern erst dann attraktiv, für Linux Anwendungen zu entwickeln, wenn garantiert ist, dass sie auf möglichst vielen Distributionen läuft. Mit Suse steht nun eine wichtige Distribution für den deutschen Markt zur Verfügung.

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Abb. 3: Suse 9.2 ist nun konform zur Linux Standard Base. Damit wird es einfacher, Anwendungen von anderen LSB-konformen Distributionen zu installieren.

Mandrakesoft wieder in der Gewinnzone

Offiziell sagte der französische Distributor Mandrakesoft nur, dass die Firma wieder profitabel arbeite. Eine genaue Angabe zum Gewinn machte es jedoch nicht. Präziser ließ sich die Unternehmensführung zum Umsatz aus: Rund 5,18 Millionen Euro flossen durch die Kassen im Jahr 2003/2004, ein Drittel mehr als im Vorjahr (3,9 Millionen Euro).

Ein Großteil des Umsatzes resultiert aus den Online-Verkäufen sowie dem Mandrake Club, einem Abonnement-System für Anwender. Diese haben dabei priviligierten Zugriff auf bestimmte Software sowie auf neue Versionen. Etwas rückläufig verliefen dagegen die Umsätze beim Boxenverkauf über den normalen Handel sowie im Bereich der Dienstleistungen.

Supercomputer mit Linux

Lange Zeit hielt der japanische Earth-Simulator, ein Computer-Cluster zur Berechnung von Erdbeben, den ersten Platz auf der offiziellen Top-500-Liste für Supercomputer. Nun zogen gleich zwei Maschinen an dem Rechner vorbei -- und bei laufen mit Linux.

Der Blue Gene/L von IBM belegt derzeit den Spitzenplatz und hilft Wissenschaftlern vor allem, die Struktur von Proteinen zu verstehen. Er besteht aus mehr als 32000 Prozessoren und eine gewaltige Rechnerkapazität. Etwas kleiner fällt das System mit dem Namen Columbia aus, dass sich die NASA leistet: Hier werkeln rund 10000 Prozessoren an Simulationen rund um die bemannte Raumfahrt mit dem Space Shuttle. (Andreas Grytz/agr)

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Abb. 4: Bei der NASA findet die bemannte Raumfahrt zu Testzwecken in einem Superrechner statt.

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