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Erschienen in EasyLinux 01/2005   »   Ausgabe bestellen

Privatsphäre beim Surfen im Web schützen

Browser-Putz

von Martin Loschwitz und Elisabeth Bauer


Wer im Web surft, hinterlässt Spuren: Sei es durch Cookies, die Websites auf dem Rechner ablegen oder durch die Browser-History, die das Surf-Verhalten aufzeichnet. Wir zeigen, wie Sie diesem Treiben in Firefox und Konqueror ein Ende setzen.

Wer seinen Rechner mit anderen teilt, kommt früher oder später in diese Situation: Nach einer Surf-Session möchte man den Browser von persönlichen Informationen säubern.

Die Browser machen es dem Anwender nicht leicht. Ganz auf Komfort ausgerichtet, speichern sie in der Standardeinstellung viele Daten, die man nicht unbedingt preisgeben möchte: Sie merken sich die besuchten Adressen, speichern häufig aufgerufene Seiten auf der lokalen Festplatte, um sie bei Bedarf schneller anzuzeigen, und wenn Sie sich auf einer Website anmelden, bietet ein Passwort-Manager an, sich das Passwort zu merken, damit Sie es beim nächsten Mal nicht selbst eingeben müssen.

Dieser Artikel hilft beim Browser-Putz: Wir zeigen, welche Informationen Konqueror und Firefox über Ihre Surf-Gewohnheiten speichern, und erklären, wie Sie diese wieder loswerden und selbst bestimmen, welche Daten Ihr Browser in Zukunft aufzeichnet.

Die History

Der erste Kandidat ist die so genannte History. Sie speichert die Adressen der Websites, die Sie in den letzten Tagen besucht haben. Firefox listet die jüngsten Einträge im Menü Gehe auf. Wählen Sie dort Chronik, öffnet sich eine Sidebar mit der kompletten, nach Tagen sortierten History. Beim Konqueror versteckt sich die History im Menü Gehe zu, dort finden Sie die zuletzt und meist besuchten Seiten.

Das Feature ist in vielen Fällen praktisch, kann aber auch zu einer Verletzung der Privatsphäre führen, wenn Dritte Zugriff auf den Rechner haben und so einen Blick in die History werfen können.

Der Browser-Cache

Sie haben auf einer Website etwas gelesen und wollen es fünf Minuten später nochmal nachschlagen, haben aber das Fenster schon geschlossen? Damit Sie in einer solchen Situation die Seite nicht noch einmal komplett aus dem Netz herunterladen müssen, legen die meisten Browser einen Zwischenspeicher an, den so genannten Browser-Cache.

Daten, die der Browser lädt, bleiben für einen gewissen Zeitraum auf der Festplatte, bis neue Daten sie überschreiben. Rufen Sie eine Seite auf, die Ihr Browser noch im Cache hat, lädt er sie von der Festplatte -- viel schneller als das erneute Herunterladen aus dem Netz dauern würde.

Die Kehrseite der Medaille ist: Jeder, der auf das Cache-Verzeichnis zugreifen kann, kommt so an den Inhalt der Web-Seiten, die Sie kürzlich besucht haben.

Plätzchen

Einen mehr oder minder wertvollen Beitrag zum Thema Privatsphäre leisten auch die so genannten Cookies, auf Deutsch "Plätzchen". Cookies sind kleine Textdateien, die viele Websites an den Browser schicken, um Einstellungen zu speichern (Abbildung 1). Wählen Sie zum Beispiel auf einer mehrsprachigen Website Deutsch als bevorzugte Sprache aus, legt diese die Information möglicherweise als Cookie in Ihrem Browser ab. Besuchen Sie die Site das nächste Mal, fordert der Server von Ihrem Browser den Cookie an, liest die darin gespeicherten Einstellungen aus und stellt die Seiten gleich in der gewünschten Sprache dar. Grundsätzlich bestimmt der Server, der den Cookie setzt, wer ihn auslesen darf.

Abb. 1: Die Website service.gmx.net will einen Cookie setzen.

Problematisch sind Cookies aus zwei Gründen: Um es dem Surfer besonders bequem zu machen, speichern manche Websites Login-Informationen in einem Cookie. Jeder mit Zugriff auf den Browser kann dann beispielsweise Ihren Account in einem Web-Forum benutzen, ohne das Passwort zu kennen. Kritisch ist das besonders an öffentlichen Rechnern, etwa in Internet-Cafes.

Auf dem heimischen Rechner sorgen Cookies eher aus dem zweiten Grund für Unbehagen: Wenn eine Website jede beliebige Information als Cookie auf dem Rechner des Benutzers ablegen kann, dann lässt sich darüber auch dessen Surf-Verhalten auslesen. Cookies machen den Surfer wiedererkennbar.

Nicht nur die Website, die Sie aufgerufen haben, kann Cookies setzen, sondern auch Dritte, die auf dieser Seite Werbung platziert haben. Surfen Sie zu anderen Sites mit Werbe-Bannern vom gleichen Anbieter, kann dieser das Cookie auslesen und daraus ein Benutzerprofil generieren, welche Websites Sie besonders oft aufrufen, bei welchem Online-Shop Sie besonders häufig bestellen und wie lange Sie im Durchschnitt im Web unterwegs sind.

Natürlich kann man Cookies rigoros verbieten, das macht aber auch den nützlichen Eigenschaften der Plätzchen den Garaus. Besser ist es, die schon auf dem Rechner gespeicherten Cookies durchzusehen und dubiose zu löschen. Außerdem sollte der Browser vor dem Speichern eines Cookies den Anwender um Erlaubnis fragen.

Aufräumen in Firefox

Der Mozilla-Nachfolger Firefox macht es dem Anwender leicht, die Kontrolle über die gespeicherten Daten zu behalten. Alle Einstellungen dazu fasst er im Reiter Datenschutz zusammen (Abbildung 2).

Abb. 2: Alle Datenschutzeinstellungen fasst Firefox übersichtlich in einem Dialog zusammen, mit einem Klick auf "Alles löschen" beseitigen Sie alle persönlichen Spuren.

Starten Sie Firefox und öffnen Sie über Bearbeiten / Einstellungen den Konfigurationsdialog. Klicken Sie links auf Datenschutz.

Befinden Sie sich an einem fremden Rechner und wollen alle Spuren Ihrer Surf-Session entfernen, genügt ein Klick auf den Button Alles löschen unten rechts. Nachdem Sie die Nachfrage bestätigt haben, löscht Firefox alle gespeicherten Informationen. In der Regel will man jedoch etwas differenzierter vorgehen. Dazu dient die Schaltfläche Löschen neben den einzelnen Einträgen. Ist ein Lösch-Button ausgegraut, hat Firefox keine Daten dieses Typs gespeichert.

Hinter dem ersten Eintrag, Chronik, verbirgt sich die eingangs beschriebene History. Klicken Sie auf den Eintrag, erscheint ein gelbes Konfigurationsfeld. Hier legen Sie fest, wie viele Tage Firefox besuchte Websites aufzeichnet. Standardwert sind neun Tage, mit 0 begrenzen Sie den Zeitraum auf den aktuellen Tag.

Firefox speichert nicht nur die besuchten Websites, sondern auch Ihre Eingaben in Web-Formulare und bietet diese beim nächsten Besuch in einem Auswahlmenü zum Vervollständigen an. Klicken Sie einmal auf Gespeicherte Formulardaten und entfernen Sie die Markierung in der Checkbox, um das Feature abzuschalten.

Noch Kritischer als Formulareingaben sind gespeicherte Passwörter. Klicken Sie auf den dritten Eintrag, um die Einstellungen zu öffnen. Ist die Checkbox Passwörter speichern aktiviert, bietet Firefox bei jeder Website, die ein Passwort verlangt, an, es zu speichern. Über Gespeicherte Passwörter anzeigen finden Sie heraus, zu welchen Websites Firefox Login-Informationen gespeichert hat.

Cookie-Verwaltung unter Firefox

Firefox akzeptiert in der Standardkonfiguration sämtliche ihm angebotenen Cookies. Um die Cookie-Liste zu säubern, klicken Sie auf Cookies und rechts auf Gespeicherte Cookies. Sie können -- quasi als Neuanfang -- alle vorhandenen Cookies über die Schaltfläche Alle Cookies entfernen löschen. Wenn Sie nur einige Cookies löschen möchten, zum Beispiel die von Websites, die Ihnen auf den ersten Blick unbekannt vorkommen, wählen Sie den entsprechenden Eintrag in der Liste und klicken auf Cookie entfernen.

Im unteren Teil des Fensters stellen Sie ein, dass Firefox einmal gelöschte Cookies unter keinen Umständen nochmals akzeptieren soll. Wenn Sie später die manuelle Prüfung von Cookies einschalten, fragt Firefox auch nicht mehr nach, falls das Cookie von Ihnen bereits gelöscht wurde. Bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf Ok.

Nachdem die Cookie-Liste bereinigt ist, sorgen Sie nun noch dafür, dass Websites künftig nicht einfach Cookies setzen, ohne dass Sie etwas davon mitbekommen.

Entfernen Sie die Markierung bei Cookies akzeptieren, deaktivieren Sie Cookies vollständig -- abgesehen von den im Dialog Ausnahmen gelisteten Websites. Das ist keine gute Idee, da viele Seiten Cookies zur Sitzungsverwaltung zwingend vorraussetzen. Markieren Sie die Checkbox nur von der ursprünglichen Website, entgehen Sie den meisten Cookies von Werbe-Banner-Firmen.

Wählen Sie Nur für aktuelle Sitzung akzeptieren, löscht Firefox beim Beenden alle Cookies. Versuche von Websites, über Cookies ein Nutzungsprofil zu erstellen, sabotieren Sie damit erfolgreich, allerdings sind dann eventuell auch nützliche Einstellungen verschwunden. Die sicherste aber auch mit Abstand nervigste Option ist Vor dem Speichern von Cookies fragen. Dabei entscheiden Sie für jeden Cookie einzeln, ob Sie ihn annehmen wollen oder nicht.

Unter dem letzten Eintrag, Cache, konfigurieren Sie das Verhalten des Zwischenspeichers. Im Eingabefeld legen Sie fest, wie viel Platz auf der Platte der Browser-Cache maximal verwenden darf. Hier gilt das Prinzip: Je kleiner der Cache, desto schneller werden alte Inhalte überschrieben. Wer die Größe des Caches also drastisch verkleinert, kann sich sicher sein, dass Inhalte dort nicht allzu lange lagern.

Konqueror

Der KDE-Browser Konqueror macht es dem Anwender nicht ganz so einfach wie Firefox, die Optionen sind hier auf mehrere Dialoge verteilt. Starten Sie Konqueror und öffnen Sie über Einstellungen / Konqueror einrichten den Konfigurationsdialog.

Unter Verlaufsbereich regeln Sie das Verhalten der Browser-History. Ein Klick auf Verlaufsspeicher leeren bzw. Verlauf leeren löscht die kompletten Aufzeichnungen.

Die History-Funktion ganz abzuschalten, ist nicht möglich. Um sie zumindest einzuschränken, setzen Sie Maximale Anzahl Adressen auf 1 (Abbildung 3).

Abb. 3: Unter "Verlaufsbereich" bestimmen Sie, wie lange und wie viele Website-Aufrufe Konqueror protokolliert.

Um den Cache zu löschen, klicken Sie in der linken Spalte auf das Symbol Zwischenspeicher und anschließend auf die Schaltfläche Zwischenspeicher leeren. Wie bei Firefox können Sie im Eingabefeld neben der Schaltfläche auch die Größe des Zwischenspeichers einstellen -- oder ganz abschalten, indem Sie die Markierung in der Checkbox Zwischenspeicher verwenden entfernen.

Konqueror akzeptiert zunächst jedes Cookie, das ein Webserver an ihn verfüttert. Abhilfe schaffen Sie über den Dialog Cookies. Wechseln Sie darin zum Registerreiter Verwaltung, sehen Sie die Liste der gespeicherten Cookies. Alle Cookies entfernen Sie mit einem Klick auf den Button Alle löschen rechts oben.

Die automatische Annahme von Cookies deaktivieren Sie über den Registerreiter Regelungen. Bei Standardregelung wählen Sie Um Bestätigung bitten, bevor Cookies angenommen werden. Wer Cookies komplett abschalten will, entfernt das Kreuz vor Cookies zulassen. Ein Klick auf Ok bestätigt die ganze Auswahl. (eba)

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