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Erschienen in EasyLinux 01/2005   »   Ausgabe bestellen

Buch und Diplomarbeit: Lange Texte mit OpenOffice schreiben

Textmassen im Griff

von Tim Schürmann

Wer Bücher, Diplomarbeiten oder andere längere Texte schreibt, braucht Organisationstalent. Oft entsteht eine chaotische Kapitelstruktur, oder das Layout überzeugt nicht. Wir zeigen, wie Sie mit Open- oder StarOffice große Dokumente im Griff behalten.

Dank einfache und meist intuitiver Bedienung greifen viele Diplomanden und Buchautoren für die großen Aufgaben häufig zur gleichen Textverarbeitung, mit der sie auch ihre Briefe schreiben. Mit zunehmender Textmenge ist der Verfasser jedoch für immer mehr Kleinigkeiten verantwortlich: So verlangt zum Beispiel jede Seite nach passend gefüllten Kopf- und Fußzeilen, und die Kapitelüberschriften wollen korrekt nummeriert werden. Fügt man dann nachträglich noch ein zusätzliches Kapitel ein, sind meist alle folgenden Kapitelnummern falsch, weil sie nicht automatisch angepasst werden.

OpenOffice bietet bereits von Haus aus einige Hilfsmittel, die dabei helfen, diese Szenarien zu vermeiden, und auch in kleineren Dokumenten nützlich sind. Alle im Folgenden genannten Schritte basieren auf OpenOffice 1.1.1. Wer noch eine ältere Version einsetzt, wird gelegentlich auf anders benannte Menüpunkte und optisch abweichende Dialoge stoßen -- alle beschriebenen Features stehen aber auch bei etwas älteren OpenOffice- und StarOffice-Versionen zur Verfügung.

Struktur planen

Bevor Sie nun voller Enthusiasmus OpenOffice starten, sollten Sie sich einen Moment Zeit nehmen und über die Struktur Ihres Dokuments nachdenken. Das klingt umständlich, spart aber später Zeit. Im Folgenden dient eine kleine Diplomarbeit als Beispiel -- dieses Dokument verwenden Sie später als Ausgangspunkt für beliebige eigene Texte.

Nach dem Titelblatt folgt auf der zweiten Seite ein automatisch generiertes Inhaltsverzeichnis. Das restliche Dokument ist in einzelne Kapitel unterteilt und verwendet eine andere Schriftart als Titelseite und Inhalt. Mit dieser Struktur im Hinterkopf starten Sie nun die Textverarbeitungskomponente in OpenOffice. Unter Suse Linux wählen Sie dazu aus dem Menü der Startleiste Büroprogramme / Textverarbeitung / OpenOffice.org Writer, unter Fedora Core BLAblabla / BLAblabla / BLAblabla und bei Mandrake Linux 9.2 BLAblabla / BLAbla / BLAbla. Alternativ -- wenn OpenOffice bereits läuft -- rufen Sie aus dessen Menü den Punkt Datei / Neu / Textdokument auf.

Vorlagen helfen

Dreh- und Angelpunkt der nun folgenden Schritte ist ein kleines, unscheinbares Tool: Gemeint ist der Stylist, den die meisten Benutzern ignorieren und häufig sogar ganz vom Bildschirm verbannen. Normalerweise erscheint er direkt nach dem Start in Form eines kleinen schwebenden Fensters (Abbildung 1). Haben Sie ihn abgeschaltet, holen Sie ihn mit dem Menüpunkt Format / Stylist wieder auf den Bildschirm zurück. Das kleine Fenster hat eine einzige Aufgabe: Es verwaltet sämtliche Vorlagen. Letztere speichern wiederum alle Einstellungen zu einem bestimmten Textelement wie etwa einem Absatz.

Abb. 1: Das schwebende Fenster auf der rechten Seite ist der Stylist.

Angenommen, in einem Ihrer Dokumente wechseln sich Überschriften mit Textblöcken ab. Die Überschriften möchten Sie in einer anderen, größeren Schrift fetter darstellen als den Fließtext. Ohne Vorlagen müssten Sie nun jedesmal in den Menüs von OpenOffice Schriftart, Größe und Schnitt ändern. Haben Sie hingehen die Schrifteinstellungen für Überschrift und Fließtext in separaten Vorlagen abgelegt, reicht ein Doppelklick im Stylist auf den entsprechenden Eintrag, und schon aktiviert OpenOffice automatisch die hinterlegten Einstellungen. Die Textverarbeitungskomponente kennt Vorlagen für Nummerierungen, Zeichen, Rahmen (zum Beispiel für eine einheitliche Einbettung von Grafiken), Absätze und Seiten.

Bei größeren Dokumenten beginnt man mit der Einrichtung der Seiten: Klicken Sie im Stylist auf das vierte Symbol von links in seiner Symbolleiste (Abbildung 2). OpenOffice bringt bereits von Haus aus Vorlagen für unterschiedliche Zwecke mit. Für das hier behandelte Beispiel sind die Vorlagen Erste Seite für das Titelblatt sowie Verzeichnis, linke Seite und rechte Seite interessant. Um diese an die speziellen Anforderungen des Beispiels anzupassen, klicken Sie den Eintrag Erste Seite mit der rechten Maustaste an und wählen aus dem Kontextmenü Ändern.... (Mit Neu... würden Sie dort übrigens eine komplett neue Vorlage erstellen.)

Abb. 2: Jede Seitenvorlage hat ein Kontextmenü.

OpenOffice öffnet dann das Fenster aus Abbildung 3: Es enthält alle für Seitenvorlagen möglichen Einstellungen. Für das Beispiel stellen Sie auf dem Register Seite unter Rand die in der Abbildung gezeigten Werte ein.

Abb. 3: In diesem Fenster finden Sie alle Einstellungen der Seitenvorlage "Erste Seite". Unter "Seitenränder" wurden die Werte um 0,2 cm erhöht.

Nach einem Klick auf Ok speichert OpenOffice alle Einstellungen in der Vorlage. Testen Sie Ihre Modifikationen, indem Sie die Vorlage Erste Seite im Stylist doppelt anklicken. Als Folge springen die grauen Ränder der Seite an ihre neue Position. Werfen Sie nun einen Blick an den unteren Rand des Hauptfensters. In der Mitte der Statusleiste zeigt Ihnen die Textverarbeitung den Namen der aktuell gewählten Vorlage. Per Doppelklick im Stylist kehren Sie wieder zur Vorlage Standard zurück -- diese aktiviert OpenOffice automatisch nach dem Start.

Wo steht was?

Dem Titelblatt folgt typischerweise ein Inhaltsverzeichnis, das auch im Beispiel der Diplomarbeit nicht fehlen darf. Die dafür bestimmte Vorlage heißt Verzeichnis, rufen Sie ihre Einstellungen wie zuvor bei Erste Seite auf. Das Inhaltsverzeichnis ist gleichzeitig die erste Seite der Diplomarbeit, auf der eine Kopfzeile erscheinen soll. Wechseln Sie daher auf das gleichnamige Registerblatt und aktivieren Sie dort den Punkt Kopfzeile einschalten (Abbildung 4).

Abb. 4: Auf dem Register "Kopfzeile" der Einstellungen einer Seitenvorlage aktivieren diese Werte eine Kopfzeile.

Als Abstand zwischen Kopfzeile und Haupttext wählen Sie 1,00 cm. Hinter Zusätze können Sie der Kopfzeile noch einen Hintergrund oder einen Rahmen verpassen. Von besonderer Bedeutung ist das Kästchen Höhe dynamisch anpassen: Ist es aktiviert, passt die Kopfzeile ihre Höhe automatisch an ihren Inhalt an. Wenn Sie strenge Vorgaben für den Seitenaufbau haben, sollten Sie diesen Punkt deaktivieren. Kopfzeilen liegen übrigens immer innerhalb des Seitenrandes. Bevor Sie auf Ok klicken, wählen Sie zum Abschluss noch auf dem Register Seite unter Format (in früheren Versionen Nummerierung) die römischen Zahlen aus -- dann wird später das Inhaltsverzeichnis selbst mit römischen Zahlen nummeriert, wie es einige Dokumentarten üblich ist.

Abb. 5: Diese Einstellungen der Vorlage "Verzeichnis" sorgen dafür, dass die Seitennummern des Inhaltsverzeichnis römische Ziffern erhalten.

Nun fehlen nur noch die rechte Seite und die linke Seite. Bearbeiten Sie diese auf die gleiche Weise wie zuvor die Vorlagen Erste Seite und Verzeichnis. Weisen Sie ihnen auf den Registern Kopfzeile und Fußzeile jeweils eine Kopf- und Fußzeile zu. Die Unterscheidung in linke und rechte Seiten ist wichtig, wenn Sie Ihre Arbeit binden lassen möchten: Damit der Text nicht im Klebefalz verschwindet, müssen die Seiten zur Buchmitte hin einen größeren Rand aufweisen. Die beiden Vorlagen bringen bereits Standardwerte für diesen Leerraum mit. Sofern Sie Vorgaben Ihres Copyshops oder einer Druckerei einhalten müssen, geben Sie die von dort bezogenen Werte auf dem Register Seite für den linken und rechten Rand ein. Kontrollieren Sie abschließend noch, dass unter Seitenlayout entsprechend der Vorlage nur links, bzw. nur rechts eingestellt ist. Damit wendet OpenOffice die Vorlage später auch tatsächlich nur auf die linke, bzw. rechte Seite an.

Word-Vorlagen verwenden

Viele Lehrstühle an Universitäten und auch Buchverlage bieten ihren Diplomanden oder Autoren Formatvorlagen für Microsoft Word an. OpenOffice kann Word-Vorlagen importieren -- wenn Sie die geöffnete Datei als OpenOffice-Vorlage speichern, sparen Sie sich einige der beschriebenen Schritte: Sie brauchen dann nur zu überprüfen, ob die Konvertierung erfolgreich war. Die wichtigsten Einstellungen, wie z. B. die Seitengröße und Absatzabstände im Fließtext, sollte das Programm richtig übernehmen.

LaTeX-Dokumentvorlagen (dort "Klassen" genannt) können Sie übrigens nicht verwenden; sie sind nur für das Textsatzsystem LaTeX brauchbar, das einen ganz anderen Ansatz für das Thema Textverarbeitung verwendet.

Wer A sagt, muss auch B sagen

In der Diplomarbeit ist die Seitenabfolge strikt festgelegt: Nach der Titelseite folgt das Inhaltsverzeichnis, danach stets im Wechsel eine linke und eine rechte Seite. Hier wäre es praktisch, wenn OpenOffice selbständig die passende Vorlage wählen würde. Für genau diesen Zweck kennt OpenOffice das Konzept der so genannten Folgevorlagen: Damit ermöglicht es Ihnen das Büropaket, einer Vorlage einen Nachfolger zuzuweisen. Im Beispiel der Diplomarbeit sagt man OpenOffice, dass nach einer Titelseite stets ein Inhaltsverzeichnis folgt. Die Folgevorlage der Titelseite ist somit das Inhaltsverzeichnis. Um die Zuweisung vorzunehmen, klicken Sie im Stylist den Punkt Erste Seite mit der rechten Maustaste an und wählen wieder Ändern. Auf dem Register Verwalten stellen Sie unter Folgevorlage die Vorlage Verzeichnis ein.

Abb. 6: Hier wurde der Vorlage "Erste Seite" als Folgevorlage die Vorlage "Verzeichnis" zugeordnet.

Bestätigen Sie die Änderungen mit Ok. Um die Einstellungen zu testen, doppelklicken Sie im Stylist auf erste Seite. Geben Sie nun einen kurzen Text ein und erzeugen Sie dann per [Strg-Eingabe] einen Seitenumbruch. Die Statuszeile am unteren Fensterrand vermeldet die automatisch aktivierte Vorlage Verzeichnis. Bitte beachten Sie, dass Sie damit noch kein Inhaltsverzeichnis erstellt haben. Die gewählte Vorlage enthält lediglich Informationen über die Seiteneigenschaften.

Um das Ganze wieder rückgängig zu machen, weisen Sie die Vorlage Erste Seite sich selbst zu, wählen also als Folgevorlage Erste Seite. Für das Diplomarbeitsbeispiel stellen Sie noch auf dem gleichen Weg als Folgevorlage der Seite Verzeichnis die Vorlage rechte Seite, für die Vorlage rechte Seite die Folgevorlage linke Seite und für die linke Seite die Folgevorlage rechte Seite ein.

Fließtext formatieren

Nachdem die Seiten abgehakt sind, kommen die Absatzvorlagen an die Reihe. Die dort verfügbare Nummerierungsfunktion eignet sich hervorragend dazu, automatisch Kapitelnummern zu erzeugen. Zunächst aber schalten Sie im Stylist auf die Absatzvorlagen um: Klicken Sie in der Symbolleiste seines Fensters auf das erste Symbol. Praktischerweise existieren bereits mehrere Vorlagen für Überschriften. Um etwas Übersicht in die lange Liste zu bringen, wählen Sie aus der Aufklappbox am unteren Fensterrand die Darstellungsart Hierarchisch. Alle angebotenen Überschriften können Sie nun einsehen, indem Sie auf das kleine Plus-Zeichen vor Überschrift klicken.

Abb. 7: Die hierarchische Gliederung bringt mehr Übersicht in die Liste der Absatzvorlagen.

Genau wie bei den Seitenvorlagen gelangen Sie über den Punkt Ändern des Kontextmenüs an die Einstellungen der gewählten Absatzvorlage. Es gibt allerdings einen kleinen aber feinen Unterschied zu den Seitenvorlagen, der gemeinerweise nicht direkt sichtbar ist: Wie die Liste im Stylist schon andeutet, sind Absatzvorlagen hierarchisch geordnet. Dabei übernimmt die jeweils untergeordnete Vorlage alle Einstellungen der über ihr liegenden. Die Vorlage Überschrift 1 enthält alle Einstellungen, die auch die Vorlage Überschrift besitzt. Ändert man einen Wert in der Vorlage Überschrift, übernimmt ihn auch die Vorlage Überschrift 1. Umgekehrt haben aber Änderungen an Überschrift 1 keine Auswirkungen auf Überschrift.

Abb. 8: Beachten Sie bei den Schrifteinstellungen der Vorlage "Überschrift 1". den Schriftgrad, der relativ zur übergeordneten Vorlage angebenen wird.

Für die Diplomarbeit öffnen Sie die Einstellungen der Vorlage Überschrift 1 und wechseln auf das Register Schrift (Abbildung 8). Sie unterscheidet sich von Überschrift nur durch den Schriftschnitt, der hier Bold (fett) ist. Außerdem erscheint die Schriftgröße in Prozentangaben. Der Wert bezieht sich auf die Schriftgröße der Vorlage Überschrift. Bei 100% ist die Schrift genau so groß wie in der übergeordneten Vorlage, bei 50% um die Hälfte kleiner. Für die Diplomarbeit stellen Sie alle Werte wie in Abbildung 8 ein.

Auch den Absatzvorlagen können Sie auf dem Register Verwalten Folgevorlagen zuweisen. Überschrift 1 besitzt als Folgevorlage standardmäßig den Nachfolger Textkörper. Möchten Sie den ersten Satz eines jeden neuen Absatzes lieber ein- oder ausrücken, wählen Sie hier als Folgevorlage Textkörper Einrückung oder Textkörper Einzug.

Nun fehlt nur noch die oben erwähnte Kapitelnummerierung. Wechseln Sie auf das Register Nummerierung und wählen unter Nummerierungsvorlage den Eintrag Nummerierung 1 (Abbildung 9).

Abb. 9: Die Vorlage "Nummerierung 1" erzeugt arabische Kapitelnummern.

Wie die Beschriftung schon andeutet, existieren unter OpenOffice sogar Vorlagen für Nummerierungen, Sie erreichen sie im Stylist über das fünfte Symbol von links in der Symbolleiste. Dieses Vorgehen bietet einen wesentlichen Vorteil: Entscheiden Sie sich zum Beispiel später dafür, die arabischen Ziffern durch römische zu ersetzen, genügt eine Änderung der Vorlage Nummerierung 1.

Schließen Sie das Fenster mit einem Klick auf Ok.

Fülle

Bevor Sie das Dokument mit Leben füllen, speichern Sie es. Was Sie an den Vorlagen geändert haben, gilt nur für das aktuelle Dokument. Sobald Sie OpenOffice beenden, landen die Einstellungen im Nirvana, wenn Sie vergessen zu speichern (siehe auch Kasten Dokumentenvorlagen).

Sofern noch nicht geschehen, weisen Sie nun der ersten Seite die Vorlage Erste Seite zu. Gestalten Sie den Titel mit den herkömmlichen Textwerkzeugen wie in Abbildung 10, nach Ihren Vorlieben oder den externen Vorgaben -- etwa des Lehrstuhls oder Verlags.

Abb. 10: Ein Beispiel für eine Titelseite.

Anschließend erzeugen Sie mit [Strg-Eingabe] einen Seitenumbruch. Auf der neuen Seite bauen Sie mit Einfügen / Verzeichnisse / Verzeichnisse das noch leere Inhaltsverzeichnis ein. Die Einstellungen im auftauchenden Fenster übernehmen Sie mit einem Klick auf Ok. Fahren Sie mit der Eingabemarke an das Ende des Verzeichnisses und erzeugen Sie erneut einen Seitenumbruch. OpenOffice aktiviert automatisch die Seitenvorlage rechte Seite.

Nun kommt die erste Absatzvorlage zu ihrem Einsatz. Doppelklicken Sie auf die Überschrift 1 im Stylist und geben Sie den Kapitelnamen ein. Sobald Sie nun die Eingabetaste drücken, vergibt OpenOffice automatisch eine passende Kapitelnummer, formatiert den Text und schaltet auf die Absatzvorlage Textkörper um -- das sind Folgevorlagen im Einsatz (Abbildung 11).

Abb. 11: Die Überschrift wurde mit der Absatzvorlage "Überschrift 1" formatiert. Nach dem Zeilenumbruch wählt OpenOffice automatisch die Folgevorlage "Textkörper" aus.

Immer wenn Sie ein neues Kapitel beginnen wollen, doppelklicken Sie einfach auf die Absatzvorlage Überschrift 1 -- alles weitere erledigt OpenOffice von selbst. Das gilt auch dann, wenn Sie auf die genannte Weise ein Kapitel zwischen zwei bereits vorhandenen einfügen: Die Textverarbeitung bringt in diesem Fall automatisch alle Kapitelnummern auf den neuen Stand. Über die Nummerierung der Kapitel brauchen Sie also nicht mehr nachzudenken.

Geben Sie nun mehr als eine Seite Text ein oder erzeugen Sie mit [Strg-Eingabe] einen Seitenumbruch. Legen Sie per Doppelklick auf die Vorlage Überschrift 1 ein zweites Kapitel an und geben dessen Titel ein. Anschließend kehren Sie auf die Seite mit dem Inhaltsverzeichnis zurück. Letzteres ist immer noch leer, obwohl es bereits zwei Kapitel gibt. Diesen Missstand beheben Sie mit einem rechten Mausklick auf die Schrift Inhaltsverzeichnis und der Wahl von Verzeichnis aktualisieren aus dem Kontextmenü.

Abb. 12: OpenOffice aktualisiert das Inhaltsverzeichnis erst auf Aufforderung.

Kapitelnamen in die Kopfzeile

Zu einer kompletten Diplomarbeit fehlen damit nur noch die Kopf- und Fußzeilen. Fahren Sie auf die erste Seite nach dem Inhaltsverzeichnis. Diese und alle folgenden Seiten erhalten in der Kopfzeile den Namen des Kapitels und in der Fußzeile die Seitennummer. Klicken Sie mit der Maus in die Kopfzeile und wählen Sie aus dem Menü des Hauptfensters Einfügen / Feldbefehl / Andere. Im neu erscheinenden Fenster markieren Sie auf dem Register Dokument unter Feldtyp den Eintrag Kapitel und anschließend unter Format den Eintrag Kapitelnummer und Name. Klicken Sie auf Einfügen und danach auf Schließen.

Abb. 13: Mit diesen Einstellungen schreibt OpenOffice Kapitelnummern und -namen in die Kopfzeilen.

Damit das Kapitel auch auf allen linken Seiten erscheint, wiederholen Sie den Vorgang auf der nächsten Seite. Das gleiche Verfahren wenden Sie für die Fußzeilen an. Dort wählen Sie aber im Menü des Hauptfensters Einfügen / Feldbefehl / Seitennummer. OpenOffice sorgt selbständig dafür, dass Kapitel und Seitennummern korrekt gesetzt werden.

Offen ist nun nur noch die Kopfzeile des Inhaltsverzeichnisses. Klicken Sie diese an und wählen Sie Einfügen / Feldbefehl / Seitennummer. Wie in der Seitenvorlage festgelegt, erscheint die Seitenzahl hier als römische Ziffer.

Abb. 14: Beim Inhaltsverzeichnis erscheint die Seitenzahl als römische Ziffer -- genau so, wie es in der Seitenvorlage definiert wurde.

Mehr Verzeichnisse

OpenOffice bietet neben dem Inhaltsverzeichnis auch die Möglichkeit, einen Index (also ein Register mit alphabetisch sortierten, wichtigen Begriffen) und ein Quellenverzeichnis, das aus einer Bibliotheksdatenbank gespeist wird, zu erstellen.

Fazit

Vorlagen sind ein mächtiges Instrument. Haben Sie sich einmal mit diesem Konzept angefreundet, nehmen sie Ihnen häufig wiederkehrende Arbeiten ab: Statt ständig die Einstellungen zu ändern, legen Sie diese nur einmal in der Vorlage fest. Auch spätere Modifikationen sind leichter: Wenn Ihnen die Schrift der Kapitel nicht mehr gefällt, stellen Sie sie in der Vorlage einfach um. OpenOffice ändert dann selbständig alle Vorkommen im Dokument. (hge)

Dokumente splitten 

Bei sehr großen Dokumenten ist es hilfreich, für jedes Kapitel eine eigene Datei anzulegen. Damit behalten Sie einen besseren Überblick, und die einzelnen Dateien bleiben schön schlank. OpenOffice unterstützt dieses Vorgehen mit "Globaldokumenten".

Anhand der Vorlagen aus dem Artikel erstellen Sie zunächst die einzelnen Dokumente mit den jeweiligen Kapiteln. Anschließend erzeugen Sie ein neues Globaldokument über Datei / Neu / Globaldokument. Im auftauchenden Navigator-Fenster klicken Sie auf das vierte Symbol von links und halten dabei die Maustaste gedrückt. Wählen Sie Datei und anschließend die Datei, die das erste Kapitel enthält. Klicken Sie auf einfügen.

Wiederholen Sie diesen Vorgang mit allen weiteren Kapiteln. Wählen Sie dann im Navigator-Fenster das dritte Symbol von links (Aktualisieren) und halten Sie die linke Maustaste gedrückt. Aus dem Kontextmenü wählen Sie Alles. Beachten Sie, dass Sie die so eingefügten Dokumente innerhalb des Globaldokumentes nicht bearbeiten können -- das Globaldokument fasst nur alle Textteile zu einem Ganzen zusammen und kümmert sich dabei z. B. um die korrekte Nummerierung und das gemeinsame Inhaltsverzeichnis.

Dokumentvorlagen 

OpenOffice und StarOffice bringen bereits unterschiedliche Dokumentenvorlagen mit. Zusätzlich sind im Internet weitere kostenlose Vorlagen erhältlich, wie zum Beispiel unter http://www.openoffice.org. Je nach Typ finden Sie darin unterschiedliche Seiten- und Absatzvorlagen. Wenn Sie ein Dokument aus einer dieser Dokumentenvorlagen erstellen, werden Sie Vorlagen entdecken, die von den im Artikel genannten abweichen.

Um eine eigene Dokumentenvorlage anzulegen, erstellen Sie zunächst wie im Artikel beschrieben die Vorlagen. Wählen Sie dann Datei / Dokumentvorlage / speichern und geben Sie im neu erscheinenden Fenster unter Neue Dokumentenvorlage einen Namen ein. Markieren Sie in der Liste Bereiche links unten noch eine Kategorie und klicken anschließend auf Ok.

Jedes Kapitel auf einer neuen Seite 

In vielen Fällen ist es sinnvoll, ein neues Kapitel mit einer neuen Seite beginnen zu lassen. Um dies unter OpenOffice zu erreichen, öffnen Sie über das Kontextmenü der rechten Maustaste die Einstellungen der Absatzvorlage Überschrift 1. Klicken Sie auf das Register Textfluss und aktivieren Sie den Punkt Umbruch. Nun legen Sie mit den freigeschalteten Elementen das Verhalten wie gewünscht fest.

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