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Audio-Bearbeitung mit SweepMusik liegt in der Luftvon Heike Jurzik |
Audio-Dateien nachbearbeiten -- nur etwas für Könner? Mitnichten, denn mit Sweep steht Ihnen ein kinderleicht zu bedienender Sound-Editor zur Seite, der professionelle Arbeit leistet. Dieser Workshop erklärt Sweeps grundlegende Funktionen, zeigt, wie Sie zwei Dateien ineinander mischen und verrät, wie Sie mit den mitgelieferten Filtern klangvolle Effekte hervorzaubern. Immer an Ihrer Seite: Sweeps Maskottchen Scrubby, das als Plattenspielernadel-Emulation scratcht, dass die Boxen krachen.
Bei Suse Linux 9.0 und 9.1 finden Sie den Audio-Editor auf den Installationsmedien. Sie installieren das Programm wie gewohnt über YaST:

Benutzer von Mandrake Linux 9.2 gehen wie folgt vor:

Fedora-Core-2-Anwender finden den Editor nicht auf den Installationsmedien, sondern müssen einen kurzen Ausflug ins Internet unternehmen:

Starten Sie den Audio-Editor über das K-Menü oder über KDEs Schnellstarter [Alt-F2] und Eingabe von sweep. Sweeps Maskottchen Scrubby begrüßt Sie freundlich und fragt nach, ob Sie eine neue Datei anlegen oder eine existierende Datei laden möchten (Abbildung 1).
Laden Sie zunächst eine vorhandene Sound-Datei, indem Sie auf die Schaltfläche Existierende Datei laden klicken und im aufgehenden Dialog eine Audio-Datei auswählen. Wer auf der eigenen Platte keine Testdatei hat, kann von der Sweep-Homepage [1] aus dem Bereich Demos links Audio-Dateien in verschiedenen Formaten herunterladen. Sweep versteht viele Formate, darunter WAV, AIFF, Ogg Vorbis, Speex und MP3, und kann diese öffnen, bearbeiten und wieder speichern. Aus lizenztechnischen Gründen können Sie allerdings nicht im MP3-Format speichern. Einen derartigen Hinweis gibt auch eine Dialogbox, wenn Sie im Menü Hilfe / Über MP3 Unterstützung aufrufen. Es ist allerdings problemlos möglich, eine MP3-Datei zu laden, zu bearbeiten und anschließend in einem anderen Format abzulegen.
Sweeps Hauptfenster zeigt die Sound-Datei -- schön zu sehen sind die beiden Kanäle der Stereo-Aufnahme (Abbildung 2). Den Namen der geöffneten Datei finden Sie nicht nur in der Titelleiste des Programmfensters, sondern auch am unteren Fensterrand. Direkt darüber sind verschiedene Schaltflächen, mit denen Sie die Datei rückwärts und vorwärts abspielen, eine Endlosschleife einschalten usw. Beachten Sie den Unterschied zwischen den beiden Play-Buttons: Über den linken Knopf spielen Sie die ganze Datei ab, über den rechten (SEL) nur einen ausgewählten Bereich. Ebenfalls in dieser Reihe finden Sie Knöpfe, die den Sound aus- und wieder einschalten und die Lautstärke anpassen.
Mit den Tasten [Pfeil hoch] und [Pfeil runter] zoomen Sie in die Audio-Datei hinein und wieder heraus. Sofern Sie eine Radmaus benutzen, können Sie auch das Rad zum Zoomen verwenden -- und natürlich gibt es auch zwei Schaltflächen in der Werkzeugleiste. Neben diesen beiden Lupen-Icons sehen Sie jeweils eine Anzeige, wie viele Sekunden gerade im Fenster dargestellt werden. Um noch genauer arbeiten zu können, haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, vertikal zu zoomen: Bewegen Sie entweder das Mausrad über der dB-Skala ganz links im Fenster oder verwenden Sie die Tastenkombinationen [Umschalt-Pfeil-hoch] und [Umschalt-Pfeil-runter] (Abbildung 3).
Alle Ansichtsmöglichkeiten erreichen Sie weiterhin über das Menü Ansicht. Neben den schon erwähnten Zoom-Möglichkeiten finden Sie hier Einträge, die eine weitere Ansicht der Audio-Datei öffnen oder das Farbschema ändern. Einen schönen Kontrast und bessere Sicht erhalten Sie beispielsweise über Ansicht / Farbschema / Roter Sturm (Abbildung 4).
Für fast alle Aktionen wählen Sie zunächst einen Bereich oder die ganze Sound-Datei aus und arbeiten anschließend damit. Um einen oder mehrere Bereiche mit der Maus zu markieren, gehen Sie wie folgt vor:


Während Sie mit der linken Maustaste einen Bereich aufziehen, spielt Sweep diesen stark verlangsamt ab. Was für ungeübte Ohren zunächst wie ein Kratzen klingt, hilft nach einiger Zeit, Bereiche noch gezielter zu selektieren. Zum Überprüfen spielen Sie einen markierten Bereich über den Play-Button mit dem Zusatz SEL (wie englisch "selection" = "Auswahl") ab. Alternativ drücken Sie die Leertaste, um den markierten Teil zu hören.
Mit Hilfe von Scrubby finden Sie Schnittpunkte in Sound-Dateien noch genauer. Sweeps Maskottchen emuliert analoge Techniken, wie sie auf alten Tonbandmaschinen oder Plattentellern möglich sind. Während der DJ oder Techniker allerdings selbst Hand anlegt und das Band bzw. die LP langsam hin- und herbewegt, bewegen Sie Scrubby vorwärts und rückwärts über die Audio-Datei.
Klicken Sie in der Menüzeile zunächst auf das Scrubby-Icon (direkt neben dem Auswahlwerkzeug). Der Mauszeiger verwandelt sich nun in ein kleines Scrubby-Symbol. Mit gedrückt gehaltener linker Maustaste "schrubben" Sie nun über den Teil der Sound-Datei, den Sie genauer anhören möchten. Abhängig vom Zoom-Faktor und der Geschwindigkeit Ihrer Bewegungen ändert sich dabei die Klangfarbe. Wer schon einmal analog geschnitten hat, wird keine Schwierigkeiten haben, Unterschiede in dem "Gekratze" herauszuhören und Schnittpunkte ganz genau zu setzen. Für alle anderen gilt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, an Scrubby muss man sich eben erst gewöhnen.
Als Nächstes können Sie sich einige von Sweeps Schneidetechniken genauer anschauen. Bevor es ans Schneiden geht, markieren Sie (wie schon gezeigt) mit dem Auswahlwerkzeug einen Bereich. Um diesen einfach nur herauszuschneiden, wählen Sie im Menü Bearbeiten / Ausschneiden. (Alternativ drücken Sie die Tastenkombination [Strg-X].) Das auf diese Weise entfernte Stück befindet sich in der Zwischenablage, kann also an anderer Stelle wieder mit Bearbeiten / Einfügen (oder [Strg-V]) eingefügt werden.
Wer zwar einen Teil aus einem Musikstück herausschneiden, dieses aber von der Gesamtdauer her nicht kürzen möchte, wählt stattdessen Bearbeiten / Ausradieren. An der Stelle erscheint nun gähnende Leere, die Datei bleibt aber gleich lang (Abbildung 5).
Auf ähnliche Weise schneiden Sie eine Datei zu. Soll beispielsweise lediglich ein Mittelteil stehen bleiben und der Rest verschwinden, markieren Sie zunächst das Stück, das Sie behalten wollen, und rufen danach den Menüpunkt Bearbeiten / Zuschneiden auf. Da eine Mehrfachauswahl von Bereichen möglich ist, markieren Sie so einfach alle Bereiche, die Sie behalten möchten, und schneiden dann den Rest weg. Angst vor ungewollten Ergebnissen müssen Sie nicht haben: Sweep verfügt nicht nur über die Möglichkeit, zahlreiche Schritte rückgängig zu machen, sondern hat darüber hinaus eine eigene History (Bearbeiten / Bearbeitungsgeschichte anzeigen), mit der Sie den Überblick behalten (Abbildung 6).
Im Menü Bearbeiten finden Sie neben den üblichen Funktionen zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen auch die beiden Features Einmischen und Einblenden -- zwei unverzichtbare Werkzeuge, wenn es um Klangqualität geht. Um beispielsweise eine Datei in eine andere hineinzumischen, gehen Sie wie folgt vor:

Ein häufig benutztes Feature ist das Ein- und Ausblenden von Musikstücken. Endet ein Lied zu abrupt, blenden Sie es mit wenigen Mausklicks aus:
Im Bereich Verarbeiten finden Sie noch viele weitere Filter, mit denen Sie interessante Effekte erreichen; auch der Blick ins Menü Audiodatei lohnt sich: Hier können Sie die rechten und linken Kanäle von Stereo-Aufnahmen vertauschen, auf Mono reduzieren und vieles mehr.
Vergessen Sie zum Schluss nicht das Speichern Ihrer Klangkunstwerke. Um die Daten in ein anderes Format zu konvertieren, wählen Sie bei Datei / Speichern unter im Pull-down-Menü Dateityp bestimmen eines der zahlreichen Formate. Je nach Auswahl erscheint ein weiteres Dialogfenster, in dem Sie Einstellungen zur Bitrate und Kodierungsqualität vornehmen können (Abbildung 7). Happy Scrubbing! (hge)
| Infos |
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[1] Sweep-Homepage: http://www.metadecks.org/software/sweep/
[2] Verschiedene RPM-Pakete für Fedora Core 2: http://dag.wieers.com/packages/ |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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