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Erschienen in EasyLinux 01/2005   »   Ausgabe bestellen

Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

von Andrea Müller


Viele Aufgaben erledigen Sie am schnellsten in der KDE-Konsole. Einige Kommandos bieten dort Optionen, die Sie in den grafischen Frontends vergeblich suchen. Die Shell-Tipps zu grep, fdisk und Konsorten machen Sie fit für die Befehlszeile.

Festplattengröße und Partitionen anzeigen

Wissen Sie nicht, wie groß die Festplatte Ihres Computers ist und welche Partitionen sich darauf befinden, bekommen Sie es mit fdisk heraus. Das Tool dient dazu, Partitionen anzulegen und zu löschen. Mit dem Parameter -l (für list) aufgerufen, ändert es nichts an der Platte, sondern zeigt nur allgemeine Informationen an. Sie benötigen dennoch Root-Rechte für das Kommando, da der direkte Zugriff auf Festplatten dem Administrator vorbehalten ist. Das ist ähnlich wie unter Windows 2000 und XP: Auch dort ist die Datenträgerverwaltung für Benutzer mit eingeschränkten Rechten standardmäßig tabu.

Wechseln Sie in einer KDE-Konsole mit dem Befehl su - und Eingabe des Administratorpasswortes zum Root-Account. Um Informationen über die erste Festplatte am ersten IDE-Controller anzuzeigen, lautet das richtige Kommando

fdisk -l /dev/hda

Die Ausgabe schaut so ähnlich aus wie in Abbildung 1: Dort verrät fdisk, dass die Platte 40 GByte groß ist. Es gibt zwei primäre Partitionen (/dev/hda1 und /dev/hda2), von denen auf einer Windows installiert ist, die andere ist die Recovery-Partition, mit der man das System in den Auslieferungszustand versetzen kann. Die erweiterten Partition (/dev/hda3) beherbergt sechs weitere Partitionen, unter Windows würde man von logischen Laufwerken sprechen. In der Spalte System sehen Sie, dass Sie es mit einer Windows-, drei Linux-, einer Swap- und einer BeOS-Partition zu tun haben.

Abb. 1: "fdisk -l /dev/hda" zeigt die Größe und alle Partitionen der ersten Festplatte an.

Verfügt Ihr Computer über mehrere Festplatten, ändern Sie den Gerätenamen (im obigen Beispiel /dev/hda), um an die Informationen der anderen Platten zu kommen. Linux nummeriert sie alphabetisch durch, so dass die zweite Platte am ersten IDE-Controller unter dem Namen /dev/hdb firmiert. Das erste Gerät am zweiten Controller heißt /dev/hdc. Im Zweifelsfall probieren Sie mehrere Gerätenamen durch: Liegen Sie falsch, gibt fdisk einfach nichts aus. Besitzen Sie ein System mit Serial-ATA-Controller tragen die daran hängenden Platte SCSI-Gerätenamen. Die erste Platte sprechen Sie als Gerät /dev/sda an, die zweite als /dev/sdb.

Festplatteninformationen mit hdparm ermitteln

Neben fdisk verrät auch das Kommando hdparm viel über Festplatten. Es dient dazu, Plattenparameter, wie etwa den DMA-Modus, einzuschalten. Die Distributionen rufen diesen Befehl ebenfalls beim Systemstart auf, um den schnellen Betriebsmodus zu aktivieren. Starten Sie das Programm mit dem Parameter -I, ändert es nichts an an den Festplatteneinstellungen, sondern gibt nur Informationen über die Platte aus. Aus der recht langen und kryptischen Ausgabe filtern Sie mit grep [1] heraus, was Sie wissen wollen.

Erlangen Sie zunächst mit dem Befehl su - Root-Rechte und rufen Sie

hdparm -I /dev/hda | grep size

auf.

In der zweizeiligen Ausgabe sehen Sie die Größe der Platte. In der zweiten Zeile rechnet hdparm in 1000er-Einheiten und gibt die Größenangabe aus, mit der der Hersteller die Platte ausgezeichnet hat.

Ebenso einfach kommen Sie an den Modellnamen und die Seriennummer. Geben Sie dafür hdparm -I /dev/hda | grep Number ein (Abbildung 2).

Abb. 2: Mit einer Kombination aus "hdparm" und "grep" zeigen Sie die wichtigsten Informationen über die Festplatte an.

Bilder im Internet mit display betrachten

Das einzige grafische Programm der ImageMagick-Programmsammlung ist der Bildbetrachter display. Er zeigt nicht nur Grafiken im Dateisystem an, sondern beherrscht auch das HTTP-Protokoll. Rufen Sie das Programm bei aktiver Internet-Verbindung mit display http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/11/048-vnc/tightvnc1.png auf, lädt es das Bild tightvnc1.png vom EasyLinux-Web-Server (Abbildung 3). Es speichert die Datei im Verzeichnis /tmp für temporäre Dateien. Sobald Sie display mit [Q] beenden, löscht es alle heruntergeladenen Grafiken.

Abb. 3: Der Bildbetrachter "display" zeigt Grafiken direkt aus dem Internet an.

Nicht ausführbare Skripte

Haben Sie ein Skript heruntergeladen, beispielsweise den DoomIII-Installer, scheitert der Aufruf häufig mit der Fehlermeldung permission denied, obwohl die Datei Ihnen gehört. Das liegt meistens daran, dass die Datei nicht ausführbar ist. Mit dem Befehl chmod +x /pfad/zum/skript setzen Sie die nötigen Rechte.

Alternativ überprüfen Sie, ob es sich wirklich um ein Skript handelt. Das erledigt der Befehl file /pfad/zum/skript. Lautet die Ausgabe Bourne-Again shell script text executable oder Bourne shell script text executable, können Sie das Skript auch direkt mit dem richtigen Interpreter aufrufen, ohne es ausführbar zu machen. Geben Sie dazu bash /pfad/zum/skript ein. Damit starten Sie eine neue Shell, die alle Befehle abarbeitet, die in dem Skript stehen.

Informationen über Ogg-Vorbis-Dateien

Ebenso wie MP3 kann auch das Ogg-Vorbis-Format zusätzliche Informationen zu einer Audio-Datei speichern. Dazu gehören Daten wie Titel, Interpret und Genre des Musikstücks. Um zu sehen, was in diesen Kommentarfeldern steht, müssen Sie die Datei nicht abspielen oder in einem grafischen Datei-Manager den Eigenschaftsdialog öffnen: Das Kommandozeilen-Tool ogginfo listet alles Wissenswerte zu Dateien mit der Endung .ogg auf.

Die Software landet bei Suse und Mandrake Linux nicht standardmäßig auf der Festplatte. Benutzer dieser beiden Distributionen installieren daher zunächst das Paket vorbis-tools nach. Am schnellsten finden Sie es über die Suchfunktion des Paketverwaltungs-Frontends.

Haben Sie das Programm eingespielt, rufen Sie es mit dem Befehl

ogginfo lied.ogg

auf. Am Anfang der Ausgabe zeigt es allgemeine Informationen wie die Bit-Rate der Datei an. Im Abschnitt User comments section follows stehen die Informationen, die der Anwender beim Kodieren des Stücks gesetzt hat, in Abbildung 4 ein Kommentar, der Titel (title), Interpret (artist) und Genre. Im letzten Abschnitt (Vorbis Stream 1) steht hinter Playback length die Abspielzeit der Ogg-Vorbis-Datei.

Abb. 4: "ogginfo" zeigt alle Kommentarfelder einer Ogg-Vorbis-Datei an.

Nachfragen des Midnight Commander deaktivieren

Der Datei-Manager für den Textmodus (Sie starten ihn mit dem Befehl mc) hat eine lästige Unart: Er fragt beim Beenden jedesmal nach, ob Sie das auch wirklich wollen. Stört Sie das, gewöhnen Sie dem Programm die Abfrage über das Menü ab. Wechseln Sie mit [F9] in die Menüleiste und bewegen Sie sich mit den Pfeiltasten auf den Eintrag Optionen. Ein Druck auf [Pfeil runter] klappt das Menü aus. Navigieren Sie mit [Pfeil runter] bis Nachfragen und öffnen Sie den Einstellungsdialog mit [Eingabe].

Mit den Pfeiltasten springen Sie bis zur Option bestätige Beenden und entfernen das Häkchen mit der Leertaste. Mit den Pfeiltasten geht es weiter auf OK. Drücken Sie dort [Eingabe], um den Dialog zu schließen. Im selben Menü können Sie die Nachfrage beim Löschen oder Überschreiben von Dateien deaktivieren. Da man jedoch schnell einmal die falsche Taste erwischt, sollten Sie diese beiden Abfragen sicherheitshalber eingeschaltet lassen.

Kurzhilfe zu Befehlen

Linux-Neulinge stolpern in den Handbüchern der Distribution oft über Befehle, deren Bedeutung sie (noch) nicht kennen. Um herauszufinden, was ein Kommando eigentlich tut, bringt der Befehl man, mit dem Sie die Hilfeseiten zu Linux-Programmen anzeigen, einen passenden Aufrufparameter mit: Mit dem Befehl

man -f befehl

zeigen Sie die Kurzbeschreibung einer Anwendung an. So verrät man -f grep, dass grep nach Zeichenketten in Dateien sucht. Da das Programm man die Kurzbeschreibung aus der entsprechenden Handbuchseite extrahiert, kommt sie meistens in Englisch daher.

Können Sie sich Aufrufparameter schlecht merken, gibt es ein noch einprägsameres Kommando:

whatis befehl

(whatis=was ist) macht nichts anderes als man -f. Die Ausgabe der beiden Kommandos ist identisch. (amü)

Infos
[1] Grep-Artikel: Elisabeth Bauer, "Text fischen", EasyLinux 10/2004, S. 74 f., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2003/10/074-grep/index.html

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