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Erschienen in EasyLinux 02/2005   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Kurz notiert

Acrobat Reader: Aufgrund einer Sicherheitslücke in der aktuellen Version des PDF-Viewers kann ein Angreifer sich Zugriff auf den Rechner verschaffen, in dem er beispielsweise ein speziell präpariertes PDF per Mail an den Anwender verschickt. Die Version 5.0.10 behebt diesen Fehler, weshalb ein Update ratsam ist. Leider stellt Adobe selber derzeit nur eine englischsprachige Linux-Version zur Verfügung, die nur über ein Shell-Skript installierbar ist. http://www.adobe.com/support/techdocs/331153.html

Tux Paint: Verbesserte Funktionen und eine einfacher Konfiguration auf einigen Plattformen verspricht die neue Release des Kindermalprogramms Tux Paint. So lässt sich beispielsweise das Radierwerkzeug in der Dicke ähnlich anpassen wie die Pinsel. Zudem übersetzten die Mitarbeiter an dem dem Projekt die Software in elf weitere Sprachen. Auf der Web-Seite finden sich unter anderem RPM-Pakete, die eine einfache Installation erlauben. http://www.newbreedsoftware.com/tuxpaint/latest/

Text-to-Speech: Ein KDE-Unterprojekt arbeitet im Augenblick sehr intensiv an einer Sprachunterstützung für die grafische Oberfläche. Mit diesem System liest die Desktop-Umgebung beispielsweise Texte im Editor Kate oder dem Konqueror vor oder gibt Meldungen des Betriebssystems akustisch statt optisch aus. So ermöglicht das Projekt so zum Beispiel Blinden die Benutzung des Rechners. http://accessibility.kde.org/developer/kttsd/

Sylpheed: Der Mail-Client Sylpheed steht kurz vor der Version 1.0. Der Homepage verfügbaren Release Candiate ermöglicht schon einen relativ genauen Blick auf die zu erwartenden Features. Nach vier Beta-Versionen konzentrieren sich die Entwickler nun vor allem auf Optimierung der Software und Beheben die bekannten Fehler. Sylpheed wurde mit dem Ziel entwickelt, bei schmalen Ressourcen noch zuverlässig und zügig zu funktionieren. Die fertige Version 1.0 geht voraussichtlich beim nächsten Versionswechsel in die Distributionen ein.

Neues DTP-Programm

Das Koblenzer Unternehmen Viva GmbH portiert derzeit ihre DTP-Anwendung Viva Designer (http://www.vivadesigner.de) auf Linux. Lange Zeit verkaufte die Firma ihr Produkt nur als Macintosh-Version. Jetzt will es sich mit einer Linux- sowie einer Window-version neue Märkte erschließen. Das Produkt ist kompatibel zu Quark Xpress, Adobe Illustrator.

Der Hersteller vertreibt das Programm künftig in drei Varianten: Die Free Edition mit eingeschränktem Funktionsumfang darf der Anwender von der Web-Seite kostenlos herunterladen. Es fehlen allerdings die Wörterbücher, die Farbsysteme sowie der Postscript und PDF-Export. Eine Personal Edition bietet dem Heimanwender außer dem PDF-Export schon eine komplette Version für 99 Euro. Erst mit der Commercial Edition, die bis Ende Mai 2005 zum Einstiegspreis von 199 Euro erhältlich ist, kommt der Benutzer in den Genuss des vollen Funktionsumfangs.

Viva richtet sich mit seiner günstigen Personal-Edition gerade an dem Markt der Klein- und mittelständischen Unternehmen sowie der Privatanwender. Hier verspricht man sich gegenüber den Branchengrößen aus der Verfügbarkeit auf drei unterschiedlichen Plattformen.

Die Linux-Variante befindet sich zur zeit im Beta-Test und wird mit erscheinen von Viva Designer 5.0 auf den Markt kommen. Laut Hersteller gibt es dann auch fertig installierbare Pakete für Suse, Fedora/Red Hat sowie Debian.

Abb. 1: Mit Viva Designer 5.0 steht künftig eine weitere DTP-Anwendung unter Linux zur Verfügung.

Knoppix 3.7 freigegeben

Mitte Dezember war es mal wieder soweit: Klaus Knopper machte auf die aktuelle Entwicklerversion seiner Live-Distribution Knoppix (http://www.knoppix.de) den Deckel drauf und gab die Release für die Öffentlichkeit frei. Damit können Anwender nun mit einer aktualisierten Version nun ihren Rechner auf Linux-Tauglichkeit testen oder auf einem fremden System auf eine gewohnte Umgebung herstellen.

Wer sich das knapp 700 MByte Iso-Image auf eine CD brennt, verfügt beispielsweise über ein KDE 3.3.1. Auch andere Pakete brachte der Maintainer auf den neusten Stand. Darüber hinaus verbesserte er die Konfiguration verschiedener Netzzugänge und die Unterstützung für Grafikkarten.

An der Uni Kaiserslautern verwendeten Studenten Knoppix als Grundlage für eine neue Variante der Live-Distribution: die Gamers-Edition. Auf ihr befinden sich unter anderem die Spiele "Pingus", Miniracer" und " Globulation 2" -- allesamt Open-Source-Spiele. Eine umfangreichere Liste findet sich auf der Homepage des Projektes: http://games-knoppix.unix-ag.uni-kl.de.

Aufgrund des geänderten Bestimmung zum Jugendschutz in Deutschland dürfen Spiele nur mit einer Freigabe der Unterhaltungsindustrie Freiwillige Selbstkontrolle (USK) an Kinder und Jugendliche abgegeben werden. Daher weisen die Autoren der Games-Edition ausdrücklich darauf hin, dass eben solches nicht mit dem freien Download geschehen darf.

Abb. 2: Bessere Unterstützung für Grafikkarten und neue Programmversionen werten die Version 3.7 der Live-Distribution Knoppix wieder auf.

Xandros Desktop OS 3.0

Im Dezember 2004 erschien Xandros Desktop OS 3.0. Die Linux-Distribution aus Kanada richtet sich in erster Linie an Windows-Umsteiger. Xandros setzt eine angepasste KDE-Oberfläche ein, deren Kernstück ein proprietärer Dateimanager ist. Mit diesem Xandros File Manager lassen sich auch CDs und DVDs erstellen.

Die aktuelle Xandros-Version basiert auf Debian Sarge und verwendet Kernel 2.6.9. Unter den mitgelieferten Anwendungen befinden sich Open Office 1.1.2, Evolution 1.4.6 sowie Firefox 1.0. Installation und Update von Paketen erfolgt über das graphischen Werkzeug: den Xandros Networks Manager.

Die Deluxe-Edition kostet rund 90 Euro und enthält Crossover Office 4.1, mit dem sich zahlreiche Windows-Anwendungen auch unter Linux nutzen lassen. Im Frühjahr 2005 soll eine Open Circulation Edition freigegeben werden.

Linux kennenlernen in Essen

Nicht jeder, der Linux und freie Software wie Open Office kennenlernen möchte, kennt einen Ansprechpartner. Diese Lücke möchte das Team des Essener Unperfekthauses mit seinem PC-Labor füllen. Der Computerraum, der ausschließlich unter Linux betrieben wird, steht Neugierigen täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr offen.

Jeden Donnerstag um 19 Uhr findet außerdem ein Freier-Software-Abend statt. Der Besucher muss allerdings vorher eine Benutzerkarte erwerben, mit der ihm dann alle kulturellen Angebote des Hauses zur Verfügung stehen. Eine Wochenkarte kostet 7 Euro. Mehr Informationen unter http://www.unperfekthaus.de.

Donnervogel auf dem Desktop gelandet

Im allgemeinen Jubel über die Version 1.0 des Webbrowsers Firefox ging die Release der Version 1.0 des Mail-Clients Thunderbird etwas unter. Nichts desto trotz bedeutet die Freigabe der stabilen Version einen wichtigen Schritt für die Entwicklung alternativer Mail-Clients. Die aktuelle Version bietet dem Anwender einen stabilen Mail-Client, der neben Linux auch auf Windows oder Mac OS X läuft.

Ausgehend vor der Vorversion weist das Mail-Programm kaum neue Features auf. Allerdings kann die Software nun RSS- oder Atom-Feeds darstellen. Statt neue Funktionen zu integrieren, konzentrierten sich die Entwickler voll auf die Beseitigung bekannter Fehler im Quellcode.

Einige Distributionen integrierten bereits den Release Candidate in ihre Produkte. Darüber hinaus findet sich auf der Homepage des Projektes ein Archiv, aus dem sich die Software installieren lässt. Dieses Weg sollten aber nur erfahrenere Anwender wählen. http://www.mozilla.org/products/thunderbird/

Abb. 3: Der Thunderbird bietet als Standalone-Client viele nützliche Funktionen, darunter die automatische Junk-Mail-Filterung.

Anzeigen-Kampagne für den Firefox

Um den freien Web-Browser Firefox in breiten Bevölkerungsschichten bekannter zu machen, startete ein Projekt mit dem Namen "Firefox kommmt" (http://www.firefox-kommt.de) einen Spendenaufruf für eine Anzeigenkampagne in einer deutschen Tageszeitung. Aus dem Erlös finanzierten die Macher eine ganzseitige Werbung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Abbildung 4).

Die Anzeige zeigt neben dem übergroßen Schriftzug "Feuer!" in einem riesigen Block die Namen der Spender. Besonders großzügige sind dabei fett hervorgehoben. Mit dem Slogan wollen die Initiatoren zum einen zum Angriff auf das Monopol des Internet Explorers blasen, zum anderen spielen sie auf den Namen des Browsers an.

Der Aktion geht eine ähnliche Kampagne in den USA voraus, die ebenfalls großen Widerhall in der Fangemeinde des freien Browsers fand. Überschüssige Gelder aus beiden Projekten gehen an die Mozilla Foundation, die damit die Weiterentwicklung des Browsers unterstützt.

Abb. 4: Mit einer ganzseitigen Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung blasen die Fans des freien Browsers Firefox zum Angriff auf die Monopolstellung des Internet Explorers.

Frontpage-Ersatz im Beta-Stadium

Mit Nvu (http://www.nvu.com) geht ein neues Web-Authoring-Tool für Linux an den Start. Das System erleichtert dem Anwender den Aufbau einer kompletten Site mit einheitlichem Design für alle Seite, Formularen und der Anbindung an CGI-Skripte. Dabei schreibt der Benutzer seine Texte in einem WYSIWYG-Editor, der aus den Formatierungen standard-konformes HTML produziert.

Derzeit befindet sich das Tool noch im Betastadium. Die Entwickler berichten von Problemen, die es beim Übersetzen des Quelltextes auf ganz aktuellen System gegeben hat. Lauffähig ist die Software laut Web-Seite auf Mandrake 10.0, Fedora Core 2, Debian Linux (Sid) und Mepis Linux.

Für Anwender stellt der Hersteller, der im wesentlichen durch den amerikanischen Distributor Linspire (http://www.linspire.com) finanziert wird, Binärpakete bereit. Allerdings stehen diese nur in einem gezippte Format zur Verfügung und lassen sich daher nicht über den Paketmanager der Distributionen einspielen. Aus der Anwendergemeinde naht hier jedoch schon die erste Hilfe in Form eines RPM-Paketes für Fedora Core 3. (Andreas Grytz/agr)

Abb. 5: Mit NVU lassen sich komplette Sites mit zahlreichen Web-Seiten und einer einheitlichen Optik in einer Oberfläche verwalten.

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