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Erschienen in EasyLinux 02/2005   »   Ausgabe bestellen

Besser drucken mit TurboPrint

Mit Tempo drucken

von Hans-Georg Eßer und Heike Jurzik


Alle Linux-Distributionen bringen eine große Auswahl von Druckertreibern mit -- doch nicht jeder Drucker ist damit zur optimalen Zusammenarbeit zu bewegen. In unserem Druckertest lieferten viele Geräte mit Hilfe des kommerziellen TurboPrint-Pakets bessere Druckergebnisse.

TurboPrint enthält optimierte Druckertreiber für viele Tintenstrahldrucker (vor allem Geräte von Canon, Epson und HP, daneben auch einige Brother-Drucker) -- die Software muss aber registriert werden, um wirklich brauchbar zu sein: Ohne Registrierung wird jede Druckseite mit einem TurboPrint-Logo "verziert". Trotzdem ist es sinnvoll, TurboPrint in der nicht-lizenzierten Version auszuprobieren: So können Sie die Druckqualität mit der eines vielleicht schon in der Distribution vorhandenen Treibers vergleichen.

Download

  1. Öffnen Sie einen Web-Browser, und geben Sie die Adresse http://www.turboprint.de ein.
  2. Klicken Sie im Menü auf Download.
  3. Es erscheint eine neue Seite, in der Sie angeben können, wie Sie von TurboPrint erfahren haben -- wenn Sie mögen, wählen Sie dort unter Wo den Eintrag Empfehlung, dann unter Zeitschrift den Eintrag Andere und geben schließlich im Feld Andere EasyLinux als Quelle an.
  4. Das Feld Linux Prozessorarchitektur belassen Sie auf der Voreinstellung Intel/AMD, und im letzten Feld Ihr Drucker geben Sie Hersteller und Typ Ihres Druckers an: Dies ist das einzige Feld, das ausgefüllt werden sollte, weil anzunehmen ist, dass die TurboPrint-Programmierer es auswerten und entsprechende Energien in die Treiber für Geräte stecken, die am häufigsten nachgefragt werden.
  5. Klicken Sie auf Download, um zur nächsten Seite zu gelangen. Dort klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link zu turboprint-1.91-2.i386.rpm (oder gegebenenfalls einer neueren Version) und wählen aus dem Kontextmenü das Speichern der Datei. Legen Sie diese direkt in Ihrem Home-Verzeichnis ab.

Installation

Das TurboPrint-Paket passt für alle von EasyLinux unterstützten Distributionen, Sie können es ohne Probleme unter Suse Linux 9.1/9.2, Fedora Core 2 und Mandrake Linux 10.1 installieren. Wir beschreiben die nötigen Schritte in den folgenden Abschnitten.

Installation unter Suse Linux 9.1 und 9.2

  1. Öffnen Sie ein Konqueror-Fenster, navigieren in das Home-Verzeichnis und klicken die RPM-Datei an. In der folgenden Ansicht klicken Sie dann auf Installiere Paket mit YaST.
  2. Da die Installation eines RPM-Pakets Administratorrechte benötigt, werden Sie nun aufgefordert, das Root-Passwort einzugeben. Bei der Eingabe werden an Stelle der Zeichen nur Sternchen angezeigt.
  3. Nach kurzer Zeit startet die Software-Installationskomponente von YaST, überprüft die Abhängigkeiten und spielt das TurboPrint-Paket ein.

Installation unter Fedora Core 2

  1. Öffnen Sie ein Konqueror-Fenster, und doppelklicken Sie das RPM in Ihrem Home-Verzeichnis. In das Dialogfenster Öffnen mit geben Sie als Programmnamen system-install-packages ein.
  2. Geben Sie auf Aufforderung das Root-Passwort ein.
  3. Bestätigen Sie anschließend über die Schaltfläche Weiter, dass Sie mit der Installation beginnen möchten. Nach der Überprüfung der Abhängigkeiten installiert Fedoras Paket-Manager das Programm.

Installation unter Mandrake Linux 10.1

  1. Öffnen Sie ein Konqueror-Fenster, und doppelklicken Sie das RPM in Ihrem Home-Verzeichnis. In das aufgehende Dialogfenster geben Sie das Root-Passwort ein.
  2. Bestätigen Sie die Installation, indem Sie im folgenden Dialog auf die Schaltfläche Installieren klicken.
  3. Klicken Sie im nächsten Fenster wieder auf OK, danach spielt RpmDrake die Software ein.

TurboPrint konfigurieren

Öffnen Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie dort den Befehl

kdesu xtpsetup

ein. Zunächst wird wieder das Root-Passwort abgefragt: Auch die Druckerkonfiguration ist ein Job für den Administrator.

  1. Im ersten Schritt stellen Sie die Sprache ein: Wählen Sie aus der Drop-down-Box den Eintrag Deutsch und bestätigen Sie mit OK. Die Spracheinstellungen merkt sich das Programm und fragt bei künftigen Starts nicht mehr danach.
  2. Im nächsten Schritt können Sie einstellen, welches Programm zur Anzeige der Hilfedateien verwendet wird; belassen Sie es ruhig bei der Voreinstellung (Konqueror), Sie werden die Hilfe meist nicht benötigen. Außerdem können Sie die Software hier registrieren, wenn Sie einen Lizenzschlüssel erworben haben -- ohne Lizenz erscheinen in einigen Auflösungen TurboPrint-Logos auf dem Papier! Auch dieses Fenster erscheint bei einem erneuten Start des Programms nicht mehr. Klicken Sie wieder auf OK.
  3. Jetzt wird die Liste der mit TurboPrint eingerichteten Druckerwarteschlangen angezeigt: Beim ersten Start ist sie leer. Warteschlangen, die Sie bereits über Ihr Distributions-Tool (z. B. YaST, system-config-printer oder das Mandrakelinux Kontrollzentrum) eingerichtet haben, lässt TurboPrint in Ruhe; es zeigt sie weder an noch wird es sie löschen. Sie können also auch andere Druckertreiber neben TurboPrint weiter verwenden. Klicken Sie auf Neu, um einen neuen Drucker zu konfigurieren.
  4. Die Liste, die TurboPrint nun anzeigt, enthält in Version 1.91-2 insgesamt 232 Treiber. Wählen Sie Ihren Drucker in der Liste aus. Sollte Ihr Modell nicht aufgeführt sein, versuchen Sie es mit einem Modell mit ähnlicher Typbezeichnung. Nach Markieren des Eintrags klicken Sie wieder auf OK.
  5. Es öffnet sich ein weiterer Dialog, der einige Einstellungen der neuen Druckerwarteschlange anzeigt. Die meisten Werte können Sie unverändert übernehmen, lediglich das Feld Anschluß sollten Sie überprüfen: Vorausgewählt ist der Gerätedateiname /dev/lp0. Über solche Gerätenamen werden unter Linux fast alle Geräte angesprochen, und lp0 und lp1 bezeichnen Drucker, die am Parallelport angeschlossen sind. Wahrscheinlicher ist, dass Sie einen USB-Drucker verwenden -- solche Drucker verwenden Gerätenamen der Form /dev/usb/lp0 oder /dev/usblp0. (Ob "usb/lp0" mit oder ohne trennenden Schrägstrich geschrieben wird, hängt von der Linux-Distribution ab.) Im Falle eines USB-Druckers ersetzen Sie also /dev/lp0 durch einen USB-Eintrag. Nur wenn Sie mehrere USB-Drucker gleichzeitig verwenden, kann der Name statt ...lp0 auch ...lp1 usw. sein.

    Klicken Sie dann wieder auf OK. Sie können später in diesen Dialog zurückkehren, falls Sie die falsche Gerätedatei ausgewählt haben und der Drucker nicht angesprochen werden kann.
  6. Die Einrichtung ist an dieser Stelle bereits beendet. TurboPrint fragt noch, ob Sie eine Testseite ausgeben möchten. Das ist sinnvoll, weil Sie so eine Fehlkonfiguration erkennen und direkt beheben können, ohne das Programm neu starten zu müssen. Die Druckerübersicht enthält nun einen Eintrag für das gerade konfigurierte Gerät.

TurboPrint vergibt für seine Druckerwarteschlangen Namen der Form tp0, tp1 usw. Wenn Sie nur mit TurboPrint einen Drucker einrichten, brauchen Sie sich über die spätere korrekte Ansteuerung aus einer Anwendung heraus keine Gedanken zu machen, da ein einziger Drucker auch stets zum Standarddrucker wird. Haben Sie dagegen neben den TurboPrint-Warteschlangen noch weitere Konfigurationen (über YaST, system-config-printer oder das Mandrakelinux Kontrollzentrum) eingerichtet, benötigen Sie bei einigen Programmen im Druckdialog diese Warteschlangenkennung.

Und wieder weg

Falls die Druckqualität mit TurboPrint nicht besser als mit einem der Standardtreiber Ihrer Distribution ist, können Sie die neue Warteschlange über das TurboPrint-Dienstprogramm auch wieder entfernen; dazu rufen Sie es wie vorher durch Eingabe von kdesu xtpsetup in einem Schnellstartfenster auf, markieren den Druckereintrag, klicken auf Löschen und bestätigen mit OK. Mit dem Verlassen des Setup-Programms wird die Warteschlange entfernt. (hge/hej)

Turboprint tunen

Um Details wie Druckqualität, Papiersorte und gegebenenfalls Papierschacht einzustellen, verwenden Sie ein weiteres Programm aus dem TurboPrint-Paket. Sie starten es, indem Sie mit [Alt-F2] ein Schnellstartfenster öffnen und dort

xtpconfig

eingeben. Für diesen Programmstart sind keine Administratorrechte notwendig, Sie werden also nicht nach Ihrem Root-Passwort gefragt.

Entdecke die Möglichkeiten

Unmittelbar nach dem Start zeigt TurboPrint eine Informationsseite an, die bei nicht registrierten Versionen nochmals daran erinnert, dass der Einsatz nur mit einer Lizenz richtig sinnvoll ist.

Auf dem Reiter Drucker können Sie zunächst einen Drucker auswählen, falls Sie mehrere eingerichtet haben. Im unteren Bereich finden Sie vier interessante Drop-down-Boxen (Abbildung 1):

Abb. 1: Auf diesem Reiter "Drucker" nehmen Sie die Grundeinstellungen zum Drucker vor.

  • Unter Qualität wählen Sie die Druckqualität. Zur Wahl stehen Entwurf, Mittel und Hoch. Diese Einstellung ist wichtig, weil bei Tintenstrahldruckern höhere Qualität meist mit deutlich höherem Tintenverbrauch einher geht.
  • Beim Papiertyp wählen Sie zwischen verschiedenen Papiersorten. Für den Fotodruck wird zum Beispiel oft spezielles Hochglanzpapier verwendet. In der TurboPrint-Demoversion steht hier lediglich Normalpapier zur Auswahl.
  • Die Auswahlmöglichkeiten unter Farbmodus hängen vom Druckermodell ab; wollen Sie nur einen Brief ausdrucken, müssen dafür nicht immer die Farbdruckköpfe aktiviert werden.
  • Das Druckermodul ist nur relevant, wenn Ihr Drucker wahlweise Schwarz-Weiß- und Farbdruckköpfe verwenden kann: Nach dem Wechseln der Köpfe stellen Sie hier den neu eingesetzten Typ ein.

Über diese Einstellungen legen Sie auch die DPI-Zahl fest, also die tatsächliche Auflösung, mit der der Drucker angesteuert wird.

Papier

Auf dem Reiter Papier (Abbildung 2) legen Sie Papierformat (A4, US Letter, Umschlag usw.), Zufuhr (je nach Drucker verschiedene Schächte und manuelle Zufuhr) und weitere Einstellungen fest. Nützlich ist hier auch die Möglichkeit, den Drucker auf die verkleinerte Ausgabe von zwei oder vier Seiten auf einem Blatt einzustellen, falls Sie ein Programm verwenden, dessen Druckdialog eine solche Möglichkeit selbst nicht bietet. Über den Kopien-Regler können Sie konfigurieren, stets in größerer Auflage zu drucken.

Abb. 2: Legen Sie die Papier-Einstellungen fest.

Alles für's Auge

Die beiden Reiter Grafik und Bild sind ganz dem Ausdruck von Bildern gewidmet. Auf der ersten Seite (Abbildung 3) können Sie die Methode, die TurboPrint zum Rastern verwendet, ändern und Farb- und Helligkeitseinstellungen anpassen. Erscheint ein Foto also bei einem ersten Druckversuch zu hell oder rotstichig auf dem Papier, lässt sich hier nachregeln, wenn Sie die Checkbox Farbregler berücksichtigen aktivieren. Solche Änderungen sollten Sie aber nur durchführen, wenn generell Farben nicht richtig gedruckt werden -- ansonsten erscheinen nach der Korrektur auch alle späteren Ausdrücke farbverändert.

Abb. 3: Auf dem Reiter "Grafik" können Sie die Farben nachregeln.

Die Seite Bild (Abbildung 4) ist nur für Anwender interessant, die Grafiken direkt von der Kommandozeile aus, also über Befehle der Form

lpr -P tp0 grafik.jpg

ausdrucken wollen: Für solche Fälle wird hier Position und Größe der Bilder festgelegt. Bei allen Ausdrucken aus einem Grafikprogramm erzeugt das Programm aus dem Bild zunächst eine PostScript-Datei und übergibt diese dann an TurboPrint; dabei legt das Grafikprogramm Größe und Position selbst fest.

Abb. 4: Die Bildposition und -größe legen Sie auf dem Reiter "Bild" fest.

Textdateien

Auch auf dem Register Text geht es um den direkten Druck von der Konsole aus. TurboPrint unterstützt, Textdateien oder etwa die Ausgabe von Shell-Befehlen direkt zu drucken. So können Sie beispielsweise den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses mit dem Befehl

ls -l | lpr -P tp0

an den Drucker schicken. Auf dieser Seite legen Sie fest, welche Schriftart und -größe dafür verwendet werden soll.

Ersatz für Windows-Tools

Die letzte Seite Werkzeuge ist für Besitzer eines Tintenstrahldruckers sehr nützlich: Neben dem Ausdruck einer Testseite, der zur Prüfung der geänderten Konfiguration praktisch ist, gibt es für Benutzer mit Lizenz hier die Möglichkeit, den Druckkopf auszurichten und zu reinigen, die Düsen zu testen und den Tintenstand abzufragen -- die meisten Drucker bieten etwa für den Tintenstand keine Anzeige und geben diese Information anderenfalls nur mit Hilfe eines Windows-Programmes heraus.

Konfiguration abgeschlossen

Über die Schaltfläche Übernehmen lassen sich alle Änderungen aktivieren; Speichern sichert sie ebenfalls, beendet aber auch das Programm.

TurboPrint

Hersteller: ZEDOnet GmbH
Preis (Vollversion): 29,95 Euro
Internet: http://www.turboprint.de

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