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Erschienen in EasyLinux 02/2005   »   Ausgabe bestellen

Kniffe, die Sie kennen sollten

Linux-Tipps

von Andrea Müller


Die Zeiten, zu denen Linux als unkomfortabel und kryptisch galt, sind längst vorbei. Trotzdem gibt es einige Kniffe, auf die Neueinsteiger nicht so leicht kommen. In den Linux-Tipps verraten wir, wie Sie Ihre Distribution und deren Anwendungen optimal nutzen.

Suse-Tipp: Nicht alle Pakete auf der DVD

Wer das brandneue Suse Linux 9.2 verwendet und von den fünf CDs installiert hat, findet einige der beworbenen Pakete nicht im YaST-Software-Modul. So scheint es weder Scribus oder das Zeichenprogramm Inkscape noch das Paket ImageMagick zu geben. Auch den KDE-Bildbetrachter kuickshow bietet YaST nicht zur Installation an. Die Pakete fehlen nicht etwa bei Suse Linux, sondern sind wegen Platzmangel auf den CDs nur auf der DVD vorhanden.

Damit das Paketverwaltungs-Frontend auch diese Anwendungen in der Software-Auswahl anzeigt, definieren Sie die DVD nachträglich als Installationsmedium.

  • Starten Sie über System / YaST das Konfigurations-Tool der Distribution.
  • Klicken Sie im Abschnitt Software auf Installationsquelle wechseln.
  • Legen Sie nun die DVD ein und klicken Sie im Ausklappmenü unter Hinzufügen auf DVD. Suse Linux liest daraufhin die Paketbeschreibungen von dem Medium.
  • Markieren Sie im oberen Fenster den zweiten Eintrag und klicken Sie auf Auf, um die DVD zur bevorzugten Installationsquelle zu machen.
  • Schließen Sie den Dialog über die Beenden-Schaltfläche. Sobald Sie jetzt unter Software installieren oder löschen nach scribus suchen, findet YaST mehrere Pakete (Abbildung 1).

Abb. 1: Sobald Sie die DVD als Installationsmedium definieren, finden Sie auch Scribus in der Software-Auswahl.

Die DVD als Installationsquelle hat noch einen weiteren Vorteil: Das lästige Wechseln der CDs beim Nachinstallieren von Software entfällt. Wer noch kein DVD-Laufwerk besitzt, findet die auf den CDs fehlenden Pakete auf dem Suse-Linux-FTP-Server [1]. zur Zeit ist Suse Linux 9.2 zwar noch nicht zum Download freigegeben, doch Mitte Januar wird der Distributor auch die Suse-Linux-9.2-Pakete online stellen.

Tab-Gruppen als Lesezeichen speichern

Manche Web-Seiten surft man immer wieder an: da gibt es Nachrichtenportale, Stadtplandienste und Seiten, die über die neusten Software-Versionen berichten. Haben Sie immer gleich mehrere dieser Stammseiten in Tabs geöffnet, müssen Sie nicht für jede ein Lesezeichen anlegen. Sie steuern die Adressen viel schneller an, wenn Sie sie alle in einer Lesezeichengruppe speichern.

Öffnen Sie dazu in Mozilla alle Web-Seiten, die zu der Gruppe gehören sollen. Wählen Sie danach Lesezeichen / Lesezeichen für diese Gruppe von Tabs ablegen. Falls Sie die deutschen Sprachdateien nicht installiert haben, heißt der Menüpunkt Bookmarks / Bookmark This Group of Tabs. Im folgenden Dialog vergeben Sie einen Namen für die Gruppe und speichern sie mit Klick auf OK. Die Auswahl der Gruppe im Lesezeichenmenü (Abbildung 2) öffnet alle gespeicherten Seiten in mehreren Tabs.

Abb. 2: Lesezeichengruppen öffnen mehrere Web-Seiten in Tabs.

Wenn Sie mit Firefox arbeiten, gehen Sie ein wenig anders vor, um mehrere Lesezeichen auf einen Schlag zu öffnen: Den Menüpunkt, eine Lesezeichengruppe zu speichern bietet der Mozilla-Abkömmling nicht an. Öffnen Sie dort ebenfalls alle Seiten, die Sie speichern wollen in einzelnen Reitern. Wählen Sie Lesezeichen / Lesezeichen hinzufügen. Im nächsten Dialog tragen Sie einen Namen ein und setzen ein Häkchen vor Lesezeichen für alle Tabs in einem Ordner erstellen (Abbildung 3). Nach dem Speichern finden Sie im Lesezeichenmenü einen neuen Ordner mit dem von Ihnen vergebenen Namen. In diesem liegen für alle zuvor geöffneten Seiten Lesezeichen. Durch Auswahl des Eintrags In Tabs öffnen Sie alle Web-Seiten auf einmal.

Abb. 3: Mit dieser Option nutzen Sie die praktischen Bookmark-Gruppen auch unter Firefox.

Tab-Navigation mit Hindernissen

Wer den Browser Mozilla schon unter Windows verwendet hat und es gewohnt ist, mit den Tastenkombinationen [Strg-Tab] und [Strg-Umschalt-Tab] zwischen den einzelnen Tabs zu wechseln, muss sich auf dem KDE-Desktop umgewöhnen. Der Druck einer dieser Kombinationen ruft den Desktop-Wechsler auf dem Plan, mit dem Sie per Tastatur auf eine andere Arbeitsfläche gelangen. Um in Mozilla zum nächsten Reiter zu springen, drücken Sie die alternative Tastenkombination [Strg-Bild runter]. In die andere Richtung geht es mit [Strg-Bild hoch].

Wer mit dem Gnome-Desktop arbeitet hat dieses Problem nicht -- dort funktionieren beide Shortcuts zur Tab-Navigation.

Mozilla-Seitenleiste schnell ausblenden

In der so genannten Sidebar bietet Mozilla Ihnen schnellen Zugriff auf die Bookmarks, den Verlauf und die Suchfunktion. Sie aktivieren und deaktivieren die Leiste über Anzeigen/Verstecken / Sidebar. Noch schneller erreichen Sie dasselbe Ziel über die Taste [F9].

ImageMagick einmal grafisch

Das ImageMagick-Paket bringt viele Tools zur Bildbearbeitung auf der Kommandozeile mit. Einige davon, etwa convert, waren schon öfters Thema der Shell-Tipps [2]. In dieser Ausgabe erklären wir dort, wie Sie mit Hilfe von convert farbigen Rahmen um Ihre Bilder zeichnen.

Wenn Ihnen die Bildbearbeitung in der Shell nicht liegt, erreichen Sie denselben Effekt auch mit einem grafischen Programm. ImageMagick bringt ein Frontend namens display mit. Es bietet dieselben Filter und Funktionen wie die Anwendungen für die Befehlszeile. Mit nur wenigen Schritten umrahmen Sie eine Grafik:

  1. Starten Sie display über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]), in das Sie
    display /pfad/zum/bild
    eingeben. pfad/zum/bild ersetzen Sie dabei durch den Speicherort der Grafik.
  1. Der Betrachter öffnet sich daraufhin mit der ausgewählten Datei, bietet jedoch keinerlei Bedienelemente. Sie rufen das Menü durch einen Linksklick in das Bildfenster auf.

  1. Um einen Rahmen um das Bild zu zeichnen, wählen Sie Image Edit / Draw Border. Im folgenden Dialog entscheiden Sie über die Rahmenfarbe und bestätigen die Auswahl mit Klick auf Select. Jetzt gilt es nur noch, die Rahmenbreite in Pixeln festzulegen, etwa 15x15.
    Das Programm zeichnet sofort einen Rahmen in der ausgewählten Farbe um das Bild (Abbildung 3). Speichern Sie die Grafik über File / Save. Sie beenden display entweder mit einem Druck auf [Q] oder über den Menüpunkt File / Quit.

Abb. 4: Mit "display" versehen Sie Ihre Bilder mit farbigen Rahmen.
Mandrake-Tipp: Installierte Pakete nach Größe sortieren

Unter Mandrake Linux nutzen Sie das grafische Paketverwaltungsfrontend, um die dicksten Software-Brocken auf der Festplatte aufzuspüren. Starten Sie das Kontrollzentrum über System / Einstellungen / Konfigurieren Sie Ihren Computer aus dem K-Menü. Markieren Sie in der linken Fensterhälfte Software verwalten. Starten Sie nun das Modul Entfernen. Die Frage, ob Sie fortfahren wollen, quittieren Sie mit Klick auf den OK-Button.

Um alle Pakete der Größe nach sortiert anzuzeigen, aktivieren Sie die Option Alle Pakete, nach Gruppe und wählen den Eintrag Alle Pakete, nach Größe im Ausklappmenü. Bei einer Standardinstallation beinhaltet das größte Paket die OpenOffice-Bibliotheken: Sie belegen satte 116 MByte Plattenplatz.

Wird es auf Ihrer Festplatte zu eng, schaffen Sie mit Hilfe der Sortierfunktion Platz: Nur wenige Linux-Einsteiger benutzen den mächtigen Editor Emacs, der mit 20 MByte zu Buche schlägt. Machen Sie kein Online-Banking, ist eventuell auch das fast ebenso große GnuCash-Paket entbehrlich. Angst etwas kaputt zu machen, müssen Sie nicht haben. rpmdrake überprüft, ob andere Programme ein zur Deinstallation markiertes Paket brauchen und warnt Sie. In dieser Dialogbox zeigen Sie über Mehr Infos Einzelheiten zu den Paketen an, die die Deinstallation verhindern. Möchten Sie eine Anwendung dann lieber doch nicht entfernen, schließen Sie den Warndialog mit Klick auf Abbrechen.

Panel unter Gnome verbergen

Wer meistens mit KDE arbeitet und sich nur einmal den Gnome-Desktop ansieht, wundert sich vielleicht, warum die Startleiste keinen Schalter hat, um sie zu verbergen. Wollen Sie die gesamte Arbeitsoberfläche für Fenster frei haben, aktivieren Sie die Ausblendknöpfe im Konfigurationsmenü. Klicken Sie dazu das Panel mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Eigenschaften aus dem aufklappenden Menü. Aktivieren Sie auf der Registerkarte Allgemein die Option Verbergen-Knöpfe anzeigen. Sofort erscheint am linken und rechten Rand der Startleiste ein Button. Mit einem Klick auf einen der beiden rollen Sie das Panel ein, so dass nur noch der Verbergen-Knopf am Fensterrand zu sehen ist. Ein erneuter Klick darauf bringt das Panel zurück auf den Desktop. (amü)

Infos
[1] Suse-Linux-FTP-Server: ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/
[2] Shell-Tipps zu ImageMagick: Andrea Müller, "Shell-Tipps", EasyLinux 04/2004, S. 68 f., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/04/068-shell-tipps/

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