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Erschienen in EasyLinux 03/2005   »   Ausgabe bestellen

Linux und Windows verknüpfen

Tanzkurs für Einsteiger

von Marcel Hilzinger


Das Zauberwort für die Verknüpfung von Linux und Windows heißt Samba. Wie beim gleichnamigen Tanz müssen auch hier beide Partner gut aufeinander abgestimmt sein, damit es funkt. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Windows und Linux miteinander bekannt machen, damit sich die Beiden nicht auf die Füße treten.

Die Zahl der Haushalte mit zwei oder mehr PCs nimmt von Jahr zu Jahr zu. Als logische Konsequenz davon steigt auch das Bedürfnis, die Computern in den eigenen vier Wänden zu verknüpfen. Während der Aufwand auf der Hardwareseite relativ gering ist, ist vor allem die Einrichtung des Samba-Servers nicht ganz trivial. Diesen Linux-Dienst braucht Windows, damit es auf Linux-Rechner zugreifen kann. Eine detaillierte Anleitung zu Samba finden Sie in der zweiten Hälfte dieses Artikels. Einfacher funktioniert der Zugriff von Linux auf Windows, wie er in der Mitte des Artikels beschrieben ist. Dazu müssen sie lediglich eine Arbeitsgruppe einrichten und eine Freigabe erstellen. Wie Sie Ihre Rechner vernetzen beschreiben die folgenden Absätze.

Einkaufsliste

Um zwei Rechner zu verknüpfen, müssen Sie gar nicht so tief in die Tasche greifen. Alles was Sie dazu brauchen sind zwei Netzwerkkarten und ein so genanntes Crosslink-Kabel (Abbildung 1a). Netzwerkkarten gibt es bereits unter 20 Euro, das Kabel kostet je nach Länge rund fünf Euro. Fertige Sets mit zwei Netzwerkkarten und einem Crosslinkkabel kosten rund 50 Euro.

Möchten Sie mehr als zwei Rechner verknüpfen, brauchen Sie pro Rechner eine Netzwerkkarte und ein gewöhnliches Netzwerkkabel, sowie einen Hub, Switch oder Router (Abbildung 1b). Ab 50 Euro gibt es bereist Switches, die einen integrierten DHCP-Server und einen Router enthalten. Diese Kombigeräte eignen sich hervorragend für DSL-Internetanschlüsse, da Sie damit von beiden PCs aus unabhängig im Internet surfen können.

Theoretisch ist das verknüpfen von zwei Rechnern auch über ein serielles oder ein USB-Kabel möglich. Wir raten Ihnen jedoch davon ab, da der Einrichtungs-Aufwand wesentlich höher ist, als bei einem Ethernet-Netzwerk. Stehen Ihre Rechner nicht in demselben Raum, lohnt sich eventuell der Einsatz von Wireless-LAN. Die Kosten hierfür sind allerdings wesentlich höher.

Im folgenden Beispiel gehen wir davon aus, dass Sie zu Hause einen Linux- und einen Windows-Rechner mit Windows XP Home Edition besitzen. In beiden Rechnern haben Sie eine Netzwerkkarte eingebaut. Besitzen Sie einen DSL-Internetanschluss, ist in einem Rechner vermutlich schon eine Netzwerkkarte eingebaut. Sie erreichen damit entweder das Internet oder den anderen Rechner. Möchten Sie sowohl mit dem Internet, als auch mit dem zweiten Rechner verbunden sein, muss einer der zwei Rechner mit zwei Netzwerkkarten ausgestattet sein. Dabei kann der eine Rechner als so genannter Router arbeiten. Ein Router stellt für andere Rechner den Zugang zum Internet bereit. Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Artikel

Abb. 1a: Am einfachsten sind zwei Rechner über ein Crosslink-Kabel zu verknüpfen. Die Internetverbindung muss dann allerdings separat gelöst werden.

Abb. 1b: Bei DSL-Verbindungen eignet sich ein kombinierter Switch mit Router und DHCP-Server am besten. So können beide Rechner unabhängig voneinander ins Internet.

Statisch oder dynamisch

Je nachdem, wie Ihre Rechner verknüpft sind, müssen Sie die Adresse Ihrer Netzwerkkarte statisch oder dynamisch einrichten. Sind die zwei Rechner über ein Crosslink-Kabel verbunden, brauchen sie eine statische Adresse. Für Heimnetze eignen sich zum Beispiel die Adressen 192.168.1.1 für Rechner A und 192.168.1.2 für Rechner B. Die Netzwerkmaske stellen Sie bei beiden Rechnern auf 255.255.255.0. Auch bei einem Switch ohne DHCP-Server müssen Sie feste Netzwerkadressen eingeben.

Ein Switch mit eingebautem Router mach die Sache einfacher. Da sowohl Windows als auch die EasyLinux-Distributionen die Netzwerkkarte in der Grundeinstellung auf eine dynamische Adresse einstellen, müssen Sie in der Regel am Client nichts ändern, sondern bekommen automatisch eine IP-Adresse zugeteilt. Die Netzwerkadresse Ihres Rechners ermitteln Sie unter Linux mit dem Befehl /sbin/ifconfig. Unter Windows starten Sie über Start / Alle Programme / Zubehör die Windows Eingabeaufforderung und geben hier den Befehl ipconfig ein.

Wie Sie unter Linux die Netzwerkkarte einrichten steht in Ihrem Starterkit. Unter Windows starten Sie dazu die Systemsteuerung und wählen den Punkt Netzwerk- und Internetverbindungen aus. Klicken Sie hier auf Netzwerkverbindungen, sehen Sie das Symbol LAN-Verbindung. Klicken Sie doppelt auf das Symbol erscheint das Fenster Status von LAN-Verbindung (Abbildung 2).

Abb. 2: Über diesen Dialog richten Sie unter Windows die IP-Adresse ein.

Klicken Sie in diesem Dialog auf Eigenschaften, markieren Sie den Eintrag Internetprotokoll (TCP/IP) und klicken Sie erneut auf Eigenschaften, erscheint das Fenster zum Einstellen der IP-Adresse. Für eine statische Adresse markieren Sie den Punkt Folgende IP-Adresse verwenden: und geben dann die IP-Adresse und die Subnetzmaske ein. Die übrigen Felder können Sie leer lassen. Für eine dynamische Adresse wählen Sie den Punkt IP-Adresse automatisch beziehen an. Nachdem Sie unter Linux und unter Windows die Netzwerkkarte eingerichtet haben, sollten Sie mit dem Befehl ping IP_ADRESSE (zum Beispiel ping 192.168.1.2) überprüfen, ob der Kontakt zwischen den zwei Rechnern in Ordnung ist. Solange sich der andere Rechner nicht pingen lässt, ist jegliche Kontaktaufnahme umsonst.

Windows netzwerkfähig machen

Damit Linux Ihren Windows-XP-Rechner sieht, und er Teil einer Arbeitsgruppe wird, müssen Sie folgendermassen vorgehen:

  1. Öffnen Sie über das Windows-Startmenü den Arbeitsplatz.
  1. Wählen Sie hier den Punkt Netzwerkumgebung aus und klicken Sie anschließend auf Kleines Firmen oder Heimnetzwerk einrichten. Jetzt startet der Netzwerkinstallations-Assistent. Klicken Sie auf den ersten zwei Bildschirmen auf Weiter.
  1. Auf dem dritten Bildschirm (Abbildung 3) wählen Sie die Verbindungsmethode aus. Hier müssen Sie sich entscheiden, wie Sie das Internet erreichen möchten. Ist Ihr Windows-PC bereits ans Internet angeschlossen, entscheiden Sie sich für den ersten Eintrag und klicken dann auf Weiter. Möchten Sie das Internet über einen Linux-Rechner erreichen, wählen Sie den zweiten Punkt.

Abb. 3: Der Netzwerkinstallations-Assistent hilft Ihnen beim Einrichten des Heimnetzwerkes.
  1. Möchten Sie mit keinem der Rechner verknüpft aufs Internet, wählen Sie Andere Methode und auf dem folgenden Bildschirm den dritten Punkt. Nach einem Klick auf Weiter fordert Windows XP Sie auf, den Computer zu beschreiben und ihm einen Namen zu vergeben.
  1. Der wichtigste Schritt folgt auf dem letzten Bildschirm. Hier legen Sie den Namen der Windows-Arbeitsgruppe fest. Dabei ist es wichtig, dass Sie unter Windows und unter Linux den selben Namen verwenden. Bei Suse Linux heißt das Windows-Netzwerk standardmäßig TUX-NET, unter Mandrake Linux MDKGROUP und unter Fedora Core mygroup. Es lohnt sich also, hier gleich den entsprechenden Namen einzugeben, sonst müssen Sie diesen unter Linux manuell anpassen. Groß- und Kleinschreibung ist dabei nicht wichtig. Natürlich können Sie auch den voreingestellten Namen MSHEIMNETZ belassen, und dann unter Linux diesen als Arbeitsgruppe einstellen. Sind Sie sich nicht sicher, welche Arbeitsgruppe Ihr Linux-Rechner benutzt, suchen Sie einfach in der Datei /etc/samba/smb.conf nach dem Eintrag workgroup =.

Der Windows-Assistent erstellt nun das Heimnetz. Auf dem letzten Bildschirm werden Sie gefragt, ob Sie den Netzwerk-Assistenten auch auf einem anderen Computer ausführen möchten. Wählen Sie hier den vierten Punkt, um den Assistenten zu beenden.

Freigabe einrichten

Nun müssen Sie noch mindestens eine Netzwerk-Freigabe (engl. Share) einrichten. Freigaben sind Verzeichnisse, auf die auch andere Benutzer zugreifen dürfen. Beim Einrichten der Freigabe legen Sie fest, ob die Freigabe nur für andere Benutzer, oder auch für andere Rechner bestimmt ist. Weiter entscheiden Sie, ob Sie das Verzeichnis nur zum Lesen oder auch zum Schreiben freigeben möchten.

Öffnen Sie dazu ein beliebiges Verzeichnis (zum Beispiel Eigene Dateien), klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis und wählen Sie Eigenschaften. Wechseln Sie nun auf den Reiter Freigabe und markieren Sie den Punkt Diesen Ordner im Netzwerk freigeben (Abbildung 4). Unter Freigabename: tragen Sie einen beliebigen Namen ein. Möchten Sie von Linux aus auch in die Verzeichnisse der Freigabe schreiben, setzen Sie ein Häkchen vor Netzwerkbenutzer dürfen Dateien verändern. Nach einem Klick auf OK ist Ihr Windows-Rechner bereit für Linux. Sie können jetzt von Linux aus auf die Verzeichnisse und Dateien der XP-Maschine zugreifen.

Abb. 4: Netzwerkfreigabe einrichten unter Windows XP.

Starten Sie dazu unter Linux den Browser Konqueror und geben in der URL-Zeile smb:/ ein. Zeigt Konqueror keinen Rechner an, müssen Sie eventuell auch die Arbeitsgruppe angeben: smb://TUX-NET. Funktioniert es auch damit nicht, probieren Sie es mit Angabe der Netzwerkadresse: smb://192.168.1.2 (die IP-Adresse müssen Sie dementsprechend anpassen). Sie sollten jetzt den Windows Rechner und die angelegte Freigabe sehen.

Haben Sie den Schreibzugriff erlaubt, können Sie nun einfach per Drag'n'drop Dateien zwischen den Rechnern austauschen. Für größere Netzwerke bietet Konqueror auch einen separates Netzwerk-Browser Modul an. Damit suchen Sie wie unter Windows die gesamte Netzwerkumgebung ab. Wie Sie den Netzwerk-Browser einrichten, lesen Sie im Kasten Lisa lässt grüßen. Klappt der Zugriff von Linux auf Windows steht der nächste Schritt bevor: Einrichten des Samba-Servers.

Kasten 2: Lisa lässt grüßen

KDE bietet eine komfortable Möglichkeit, alle Rechner im Netzwerk abzufragen. Dazu starten Sie einfach den Netzwerkbrowser Lisa und geben anschließend in Konqueror in der URL-Zeile lan:/ ein. Leider ist Lisa bei keiner der EasyLinux-Distributionen so konfiguriert, dass Sie gleich loslegen könnten: Sie müssen erst Pakete nachinstallieren und den Dienst einrichten. Unter Mandrake Linux starten Sie dazu den Paket-Manager Rpmdrake und installieren das Paket lisa. Unter Suse Linux müssen Sie ebenfalls ein Paket nachinstallieren: kdenetwork3-lisa. Bei Fedora Core ist Lisa bereits installiert. Die Einrichtung von Lisa ist bei allen EasyLinux-Distributionen identisch:

1. Starten Sie das KDE-Kontrollzentrum über [Alt-F2] und die Eingabe von kcontrol. Öffnen Sie das Modul Internet & Netzwerk / Netzwerk-Browser.

2. Wechseln Sie auf den Reiter Lisa-Dämon und klicken Sie auf Geführte LISa-Einrichtung.

3. Nach dem Start des Assistenten klicken Sie zweimal auf Weiter, bis der Dialog zur Festlegung des Adressbereiches erscheint. Überprüfen Sie hier bitte, ob die eingetragene Netzwerkadresse mit Ihrer eigenen Netzwerkadresse übereinstimmt. Ihre eigene Netzwerkadresse fragen Sie mit dem Befehl /sbin/ifconfig eth0 ab. Insbesondere darf nicht die Adresse 127.0.0.1 eingetragen sein.

4. Stimmt die Adresse klicken Sie in den folgenden Dialogen einfach auf Weiter und beenden den Assistenten mit Abschließen. Klicken Sie nun auf Anwenden fordert Sie KDE zur Eingabe des Root-Passwortes auf -- fertig.

Starten Sie nun den Lisa-Dienst als root in einem Terminalfenster über die Eingabe von /etc/init.d/lisa restart. Überprüfen Sie nun in Konqueror über die Eingabe von lan:/, ob der Netzwerkbrowser funktioniert. Damit der Lisa-Dienst beim Rechnerstart automatisch aktiviert wird, wechseln Sie wieder zum Terminalfenster und geben anschließend folgenden Befehl ein:

chkconfig --add lisa

Samba Server unter Fedora Core

Der Samba-Server gehört bei keiner EasyLinux-Distribution zur Standard-Installation. Sie müssen deshalb zunächst die entsprechenden Paket nachinstallieren. Den Paket-Manager von Fedora starten Sie über Anwendungen / Systemeinstellungen / Hinzufügen/Entfernen von Applikationen. Versehen Sie hier unter Server den Eintrag Windows Datei-Server mit einem Häkchen und klicken Sie danach auf Aktualisierung.

Nach der Installation starten Sie über Systemeinstellungen / Servereinstellungen / Samba das Programm system-config-samba zum Einrichten des Samba-Serverdienstes. Hier wählen Sie aus, welche Verzeichnisse Sie für Windows-Client sichtbar machen möchten. Klicken Sie dazu auf Hinzufügen und wählen Sie das entsprechende Verzeichnis aus. Das Programm passt den Namen der Freigabe automatisch an. Wählen Sie jetzt unter Grund-Berechtigungen: ob Windows-Benutzer nur Lese- oder auch Schreibberechtigung auf das Verzeichnis erhalten sollen.

Jetzt müssen Sie auf dem Reiter Zugang noch die Berechtigungen einrichten. Am einfachsten ist es, Sie wählen den Punkt Jedem Zugriff erlauben aus. Diese für Heimnetze sehr bequeme Einstellungsmöglichkeit funktionierte allerdings in unseren Tests mit Fedora Core nicht. Windows XP verlangte stets nach einem Benutzernamen und einem Passwort.

Sie müssen deshalb den Zugriff auf bestimmte Benutzer, am besten auf Ihr eigenes Benutzerkonto, beschränken. Klicken Sie dazu vorläufig auf OK und wählen Sie unter Präferenzen den Menüpunkt Samba-Benutzer... aus. Nach einem Klick auf die Liste hinter Unix-Benutzername wählen Sie Ihren eigenen Benutzernamen aus. Dann tragen Sie unter Windows-Benutzername Ihren Linux-Loginnamen nochmals ein, und geben bei Samba-Passwort zweimal Ihr Linux-Passwort ein. Theoretisch können Sie das Passwort und den Windows-Benutzernamen auch frei wählen, um jedoch unnötige Verwirrung zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Linux-Angaben zu benutzen.

Nach dem Einrichten des Benutzers wählen Sie die bestehende Freigabe aus und klicken auf Eigenschaften. Auf dem Reiter Zugang sehen Sie jetzt den eingerichteten Benutzer. Wählen Sie den entsprechenden Punkt aus und setzen Sie ein Häkchen vor Ihrem Benutzernamen. Nachträglich lassen sich auch weitere Benutzer einrichten und auswählen.

Nach einem Klick auf OK erscheint die Freigabe in der Liste der Freigaben (Abbildung 2). Möchten Sie keine weitere Freigaben hinzufügen, verlassen Sie das Programm über Datei / Beenden. Starten Sie anschließend den Samba-Server als Benutzer root mit dem Befehl /etc/init.d/smb restart neu -- fertig.

Damit Fedora Core den Samba-Server bei jedem Systemstart automatisch aktiviert, wählen Sie Systemeinstellungen / Servereinstellungen / Dienste aus dem Fedora Hauptmenü. Nach Eingabe des Root-Passwortes sehen Sie das Fenster Dienste-Konfiguration. Suchen Sie hier den Eintrag smb und markieren Sie ihn mit einem Häkchen. Wählen Sie nun Datei / Änderungen speichern.

Abb. 5: Fedora Core bietet ein einfaches Tool zur Einrichtung des Samba-Servers.

Samba unter Mandrake Linux

Starten Sie den Paket-Manager von Mandrake über System / Einstellungen / Paketierung / Software installieren. Geben Sie hier im Suchfeld das Stichwort samba ein und klicken auf Suche, zeigt Rpmdrake vier Treffer an. Markieren Sie die Pakete samba-client und samba-server zur Installation und klicken Sie auf Installieren. Bei der Auswahl der Pakete weist Sie der Paket-Manager darauf hin, dass Mandrake Linux zur Installation der ausgewählten Pakete noch weitere Pakete benötigt. Klicken Sie hier jeweils auf OK. Rpmdrake fordert Sie nun auf, CD 1 einzulegen. Nach der Installation beenden Sie den Paket-Manager über Beenden.

Leider beinhaltet Mandrake Linux 10.1 Official kein grafisches Programm zur Einrichtung des Samba-Servers. Um eine Freigabe zu erstellen sind deshalb folgende Schritte nötig:

  1. Starten Sie den Editor Kate als Benutzer root. Am einfachsten geht dies über die Tastenkombination [Alt-F2] und die Eingabe des Befehls kdesu kate.
  1. Öffnen Sie im Editor die Datei /etc/samba/smb.conf und fügen Sie am Ende der Datei folgende Zeilen ein:
    [Linux-Dateien]
            comment = Meine Linux-Dateien
            path = /home
            writeable = yes
            guest ok = yes
  1. Speichern Sie die Datei und starten Sie anschließend den Samba-Server wie unter Fedora Core mit dem Befehl /etc/init.d/smb start.

Möchten Sie ein anderes Verzeichnis freigeben, ändern Sie einfach das unter path = angegebene Verzeichnis. Für einen ersten Testlauf eignet sich auch /tmp. Vergessen Sie nicht den Samba-Server nach dem Ändern der Datei mit /etc/init.d/smb restart neu zu starten. Damit Mandrake Linux den Samba-Dienst bei jedem Systemstart automatisch aktiviert, starten Sie das Mandrake-Linux-Kontrollzentrum über System / Einstellungen / Konfigurieren Sie Ihren Computer. Nach Eingabe des Root-Passwortes wählen Sie System / Dienste. Hier suchen Sie nach dem Eintrag smb und markieren die Option Beim Systemstart.

Samba unter Suse Linux 9.1

Die von EasyLinux unterstützte Suse Linux 9.1 Personal beinhaltet keinen Samba-Server. Sie müssen deshalb zunächst die notwendigen Pakete wie in Kasten 1 beschrieben nachinstallieren. Starten Sie dann Yast und das Modul Netzwerkdienste / Samba-Server. Auf dem ersten Bildschirm (Abbildung 6) wählen Sie den Punkt Samba-Server aktivieren aus und geben dann unter Domain oder Arbeitsgruppe Ihre Arbeitsgruppe ein. Haben Sie Ihren Windows-Rechner über den Netzwerk-Assistenten bereits eingerichtet, und sind beide Rechner bereits verknüpft, klicken Sie auf Durchsuchen. Yast sucht dann die bestehende Arbeitsgruppe. Findet Yast keine, lassen Sie den Eintrag auf TUX-NET oder geben die unter Windows eingestellte Gruppe an.

Abb. 6: Einrichten der Windows-Arbeitsgruppe in Yast.

Bei Server-Beschreibung legen Sie einen beliebigen Namen für Ihren Server fest. Das Feld Name des Server-NetBIOS lassen Sie leer und klicken anschließend auf OK. Es erscheint das Dialogfenster Freigegebene Ressourcen. Klicken Sie hier auf Erweitert sehen Sie den Dialog Freigegebene Verzeichnisse (Abbildung 7). Suse Linux hat bereits einige Verzeichnisse eingetragen, damit Sie von Windows aus auf die Linux-Drucker und Ihr Home-Verzeichnis zugreifen können. Möchten Sie ein weiteres Verzeichnis hinzufügen, das sich nicht in Ihrem Home-Verzeichnis befindet, klicken Sie auf Hinzufügen. Geben Sie im neuen Fenster den Namen (zum Beispiel Musik), und den Pfad der Freigabe an (zum Beispiel /musik). Die Beschreibung der Freigabe ist fakultativ. Nach einem Klick auf OK erscheint die Freigabe in der Liste der freigegebenen Verzeichnisse. Markieren Sie den entsprechenden Eintrag und fügen Sie über Bearbeiten folgende Optionen hinzu:

Beenden Sie nun den Dialog über einen Klick auf OK. Im nächsten Dialog wählen Sie ebenfalls OK, dann Beenden, um das Yast-Modul zu verlassen. Ihr Samba-Server ist nun einsatzbereit, Sie müssen nur noch wie im übernächsten Abschnitt beschrieben einen Benutzer einrichten.

Abb. 7: Hier legen Sie fest, welche Verzeichnisse der Windows-PC sehen kann.

Neuerungen in Suse Linux 9.2

Suse hat in der neuesten Version einige Änderungen am Samba-Modul vorgenommen. Unter Suse Linux 9.2 legen Sie im ersten Schritt lediglich den Namen der Arbeitsgruppe fest. Nach einem Klick auf Weiter wählen Sie den Typ des Samba-Servers aus. Wählen Sie hier den Punkt Kein Domain Controller und klicken Sie erneut auf Weiter. Es erscheint der Dialog Samba-Konfiguration. Damit der Samba-Server bei jedem Systemstart automatisch läuft, markieren Sie die Option AN. Unter Firewall-Einstellungen sollten Sie auch den Port der Firewall öffnen, da diese unter Suse Linux 9.2 standardmäßig aktiviert ist. Auf dem Reiter Shares richten Sie nun wie oben beschrieben die einzelnen Freigaben ein. Lassen Sie sich von der Vielfalt der Optionen nicht einschüchtern. In der Regel müssen Sie hier gar nichts von Hand einrichten, sondern können einfach auf Beenden klicken. Yast speichert dann die Samba-Konfiguration. Zum Abschluss müssen Sie noch das Passwort des Samba-Administrators festlegen. Mit diesem Passwort können Sie unter Windows als Benutzer root oder admin auf die Freigaben zugreifen. Es empfiehlt sich aber auch hier, wie im nächsten Abschnitt beschrieben, ein eigenes Benutzerkonto einzurichten.

Samba-Benutzer einrichten

Im einfachsten Fall greifen Sie von Windows als Gast auf den Samba-Server zu. Da dieser Benutzer unter Linux nicht existiert, behandelt ihn Linux, wie den Benutzer nobody. Nobody gehört aber keiner Benutzergruppe an, so dass Sie von Windows nur auf die Verzeichnisse voll zugreifen können, die für alle Benutzer les- und schreibbar sind. Diese Methode ist zwar die einfachste Zugriffsmethode, hat aber den Nachteil, dass Sie unter Windows angelegte Dateien als Linux-Benutzer nicht löschen können. Um dieses Problem zu umgehen, führt Samba eine eigene Benutzerverwaltung in der Datei /etc/samba/smbpasswd. Sie weist Linux-Benutzer Windows-Benutzern zu. Arbeiten Sie zum Beispiel unter Windows als Benutzer bill und unter Linux als tux, stellen Sie den Samba-Server so ein, dass er jeden Zugriff von Bill unter Linux als Tux vollführt.

Ein grafisches Tool zur Samba-Benutzerverwaltung liefert wie oben beschrieben Fedora Core. Suse Linux 9.2 richtet am Schluss des Samba-Moduls für den Samba-Administrator einen Account ein, weitere Benutzer müssen Sie allerdings auch hier von Hand anlegen. werden. Unter Suse Linux 9.1 und Mandrake Linux müssen Sie die hier beschriebene Variante verwenden:

  1. Öffnen Sie ein Terminalfenster und geben Sie den Befehl su - ein, um zum Benutzer root zu wechseln.
  1. Geben Sie den Befehl smbpasswd -a IHR_BENUTZERNAME ein, zum Beispiel smbpasswd -a otto.
  1. Das Programm fordert Sie auf ein Passwort einzugeben. Dabei handelt es sich um ein neues Passwort. Es empfiehlt sich jedoch, hier das gleiche Passwort zu wählen, das Sie auch unter Linux für Ihren Benutzer eingerichtet haben. So müssen Sie nicht immer überlegen, ob Sie nun das Windows- oder das Linux-Passwort eingeben müssen.
  1. Haben Sie zweimal das gleiche Passwort eingegeben, beendet sich das Programm. Sie können das Terminalfenster jetzt wieder schließen.
Kasten 2: Samba-Pakete unter Suse Linux Personal

Bitte beachten Sie, dass für die folgenden Schritte eine aktive Internetverbindung notwendig ist. Starten Sie Yast aus dem Hauptmenü über System / YaST. Wählen Sie Software / Installationsquelle wechseln um die Suse Linux 9.1 FTP-Version als Installationsquelle einzurichten. Klicken Sie im Yast-Modul auf Hinzufügen / FTP und geben Sie als Servername ftp.uni-bremen.de ein. Unter Verzeichnis auf dem Server tragen Sie folgendes ein: pub/mirrors/suse/9.1/. Bei diesem Server handelt es sich um einen so genannten Mirror (Spiegelung des offiziellen Servers) von ftp.suse.com. Da der offizielle FTP-Server von Suse oft überlastet ist, lohnt es sich, einen der vielen Abbild-Server auszuwählen. Eine Liste der verfügbaren deutschen Mirrors finden Sie unter [1].

Den Punkt Authentifikation belassen Sie auf Anonymous und klicken dann auf OK. Nach einiger Zeit sollte Yast die Installationsquelle als SUSE LINUX Version 9.1 anzeigen. Verlassen Sie nun den Dialog mit Beenden und starten Sie das Modul Software installieren oder löschen. Da Yast jetzt auch die Paketinformationen des angegebenen FTP-Servers herunterlädt, kann der Start des Moduls eine Weile dauern.

Geben Sie nun im Suchfeld das Stichwort samba ein und klicken auf Suche, zeigt Yast mehrere Treffer an. Die Pakete kdebase3-samba, libsmbclient, samba-client und yast2-samba-client befinden sich auf der Personal-CD und sind vermutlich bereits installiert. Wenn nicht, installieren Sie sie bitte nach. Kreuzen Sie für den Samba-Server zusätzlich folgende Pakete zur Installation an:

  • samba
  • samba-winbind
  • yast2-samba-server

Nach einem Klick auf Übernehmen lädt Yast die Pakete vom angegebenen Server herunter und installiert sie. Je nach Art der Internetverbindung, dauert dieser Vorgang eine Weile. Nach der Installation müssen Sie Yast beenden und neu starten. Sie finden dann unter Netzwerkdienste das neue Modul Samba-Server.

Zugriff auf den Samba-Server

Nach erfolgreichem Einrichten des Samba-Servers wählen Sie aus dem Windows-Startmenü den Eintrag Netzwerkumgebung aus. Je nach Distribution und den eingerichteten Freigaben sehen Sie jetzt mehrere Einträge unter Lokales Netzwerk (Abbildung 8).

Abb. 8: Läuft der Samba-Server, sehen Sie die Linux-Freigaben in der Netzwerkumgebung von Windows XP.

Nach einem Doppelklick auf die entsprechende Freigabe zeigt Windows die Dateien des Linux-Rechners an. Erscheint zunächst noch die Passwort-Abfrage, geben Sie die Zugangsdaten Ihres Samba-Benutzers ein. Zeigt Windows keine Freigabe an, klicken Sie auf Arbeitsgruppencomputer anzeigen / Microsoft Windows Netzwerk. Jetzt zeigt Windows die Arbeitsgruppe Tux-net oder die von Ihnen eingestellte Arbeitsgruppe an. Nach einem Doppelklick auf das entsprechende Symbol sehen Sie die Rechner der Arbeitsgruppe. Klappt's auch so nicht, versuchen Sie nochmals, ob Sie den Windows-Rechner wie oben beschrieben von Linux aus pingen können.

Überprüfen Sie unter Suse Linux auch, ob die Firewall nicht aus versehen läuft. Geben Sie dazu als root den Befehl rcSuSEfirewall 2 status ein und stellen Sie die Firewall wenn nötig über rcSuSEfirewall 2 stop ab. Schließlich kann auch der bekannte Windows-Neustart Wunder bewirken, wenn etwas auf anhin nicht funktioniert. Klappt alles, führen Sie Ihren wohlverdienten Samba-Jubeltanz auf. (mhi)

Infos
[1] Suse-FTP-Mirrors in Deutschland http://www.suse.de/de/private/download/ftp/inland.html

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