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Erschienen in EasyLinux 03/2005   »   Ausgabe bestellen

Internet-Telefonie mit KPhone

Tux telefoniert

von Martin Loschwitz


Internet-Telefonie ist die neue Möglichkeit, bares Geld beim Telefonieren zu sparen. Mehr als ein Mikrofon und das passende Programm braucht es nicht. EasyLinux weist den Weg zum ersten Telefonat.

Voice-over-IP, zu Deutsch "Stimme übers Internet-Protokoll", heißt die Technik, die internationale Telefonate in Zeiten knapper Budgets erschwinglich macht. Dabei wird Sprache in IP-Pakete gewandelt, die danach wie jedes andere Paket über den Internet-Anschluss geschickt und schließlich von der Gegenstelle wieder in Ton umgewandelt werden.

Natürlich funktioniert Internet-Telefonie auch mit Linux. In der letzten Ausgabe von EasyLinux haben wir Skype vorgestellt, das zwar kinderleicht zu konfigurieren ist, dessen Quelltext aber nicht offen liegt und das sich auch nicht an etablierte Standards hält. Wer Skype einsetzt, kann deshalb nur mit anderen Skype-Nutzern oder -- wenn er dafür zahlt -- ins Festnetz telefonieren. In dieser Ausgabe präsentieren wir nun KPhone. Das KDE-Programm nutzt den offiziellen SIP-Standard. Das macht es kompatibel zu anderen IP-Telefonie-Programmen.

Tools zur Internet-Telefonie nach SIP-Standard gibt es für alle gängigen Betriebssysteme. Wie hoch die laufenden Kosten der neuen Technik sind, hängt vom Anbieter ab, den Sie für die Internet-Telefonie auswählen (siehe Kasten "VoIP-Provider"). Theoretisch kommt man auch ohne Provider aus, Telefonate ins Festnetz fallen dann jedoch flach.

Voraussetzungen

Zunächst stellt sich die Frage, welche Hardware Sie benötigen. Ohne Mikrofon geht nichts. Ein normales Handmikrofon genügt, es empfiehlt sich aber, ein Headset anzuschaffen. So haben Sie beim Telefonieren die Hände frei und können nebenher tippen. Zum Testen verwendeten wir das Sennheiser PC150. Prinzipiell eignet sich jedes Gerät, das sich mit Klinkensteckern an die Sound-Karte des Computers anschließen lässt. Zur Vorsicht ist bei USB- und Bluetooth-Headsets geraten -- denn ob diese mit Linux kooperieren, ist reine Glücksache. Eine Liste kompatibler USB-Geräte finden Sie unter [1].

Die Sound-Karte sollte Vollduplex-Unterstützung bieten. Im Klartext heißt das, dass die Karte gleichzeitig Ton vom Mikrofon aufnehmen und Ton abspielen kann. Wer möchte, kann außerdem über die Anschaffung einer zweiten Sound-Karte nachdenken. Diese verwenden Sie dann zur ersten Karte parallel, sie dient nur der Internet-Telefonie. Möchten Sie verhindern, dass die Stimme des Gegenübers im PC-Lautsprecher ertönt, kommen Sie um diese Lösung nicht herum. Zumeist sind Mainboards heute ohnehin schon mit einer Sound-Karte ausgestattet. Günstige PCI-Sound-Karten finden Sie ebenso bei jedem PC-Discounter.

Die Sound-Karten müssen korrekt eingerichtet sein. In der Standardkonfiguration stellen die Distributoren den Mikrofoneingang von Sound-Karten schlichtweg ab. Das korrigieren Sie mit Kmix oder Kamix . Stellen Sie sicher, dass der Schieberegler Mic hochgedreht ist.

Firewall-Einstellungen

Damit Voice-over-IP funktioniert, muss Ihre Firewall korrekt konfiguriert sein und die Sprachpakete auf den passenden Ports passieren lassen. Welche Ports das sind, hängt von Ihrem Provider ab. Für die Provider im Beispiel, Freenet und Sipgate, schalten Sie die Ports 5060, 3478, 3479 und 16384 bis 16400 (Freenet) bzw. 5060, 5004 und 10000 (Sipgate) frei. Beachten Sie, dass Sie diese Ports auch für das UDP-Protokoll freischalten müssen.

Wenn Sie eine Hardware-Firewall besitzen, erfahren Sie im Normalfall im Handbuch des Geräts, wie Sie das erledigen. Zumeist finden sich entsprechende Optionen im Bereich der Sicherheitseinstellungen. Haben Sie die Firewall-Funktion Ihrer Distribution aktiviert, müssen Sie auch dort die Einstellungen anpassen [2].

Der letzte Faktor, der Internet-Telefonie maßgeblich beeinflusst, ist die Bandbreite. Um vernünftige Sprachqualität sicherzustellen, sollte es schon eine DSL-Verbindung sein. Theoretisch würde auch ISDN funktionieren, die Leitung wäre in diesem Fall aber vollständig dicht -- es sei denn, Sie verwenden einen wesentlich schlechteren Audio-Codec.

VoIP-Provider

Noch bieten nicht viele Provider Internet-Telefonie in Deutschland an. Für diesen Artikel haben wir Sipgate und Freenet unter die Lupe genommen. Bei beiden Anbietern müssen Sie sich zuerst anmelden, bevor Sie telefonieren können. Bei der Registrierung werden sämtliche Stammdaten wie der Name des Nutzers, seine Adresse, seine E-Mail und so weiter abgefragt. Nach der Registrierung für den Basiszugang können Sie Anschlüsse innerhalb des Netzwerks des Providers anrufen. Zusätzlich haben beide Provider jeweils Partnerschaften mit anderen Anbietern geschlossen, in deren Netzwerke Sie ebenso telefonieren können. Gespräche innerhalb des selben Netzes oder in die Partnernetze sind bei beiden Anbietern kostenlos. Wer sich bei Freenet anmeldet, bekommt außerdem einmalig 100 Minuten ins deutsche Festnetz geschenkt.

Möchte man in andere Netzwerke oder ins Festnetz telefonieren, bieten die Provider unterschiedliche Tarifmodelle. Sipgate-Kunden können mit ihrem schon bestehenden Account Telefonate führen, wenn sie ihr Sipgate-Guthabenskonto per Kreditkartenzahlung oder Banküberweisung aufladen. Informationen dazu finden Interessierte beim Punkt Konto & Rechnung, der im Sipgate-Web-Interface nach dem Login erscheint. Zudem bietet Sipgate die Tarifoption "Sipgate1000": Für 8,90 Euro monatliche Grundgebühr erhalten Kunden 1000 Freiminuten für Anrufe ins deutsche Festnetz. Telefonate in Mobilnetze fallen nicht in das Budget, sondern werden separat abgerechnet. Dieser Tarif ist vor allem für die interessant, die ihr Festnetztelefon zu Gunsten von VoIP ganz abmelden möchten. Sipgate bietet obendrein zu jedem Zugang eine Telefonnummer mit spezieller Vorwahl an, so dass andere Sie aus dem Festnetz auf dem VoIP-Telefon anrufen können. Detaillierte Informationen finden sich auf der Website des Anbieters, http://www.sipgate.de/.

Anders bei Freenet: Der Standardzugang ist beschränkt auf Gespräche im eigenen Netz und in den Partnernetzen. Wer ins Festnetz und in die Mobilfunknetze telefonieren will, muss sich für den Tarif iPhone Plus anmelden. Man zahlt dann eine monatliche Grundgebühr von 2,90 Euro, bekommt dafür aber jeden Monat 100 Minuten vom Anbieter umsonst. Anschließend kostet jede Minute ins deutsche Festnetz einen Cent. Wie Sipgate rechnet Freenet Anrufe in Mobilnetze oder zu Sonderrufnummern separat ab. Wer eine Telefonnummer haben möchte, damit er auf dem VoIP-Anschluss aus dem Festnetz erreichbar ist, kommt nicht um iPhone Plus herum. Genaue Informationen zu den Tarifen von Freenet finden Sie auf der iPhone-Website http://www.freenet.de/freenetiphone/index.html.

Wenn Sie Voice-over-IP ausprobieren möchten, sollten Sie sich schon, bevor Sie sich mit KPhone beschäftigen, für einen Anbieter entscheiden und dort einen Benutzerzugang anlegen. Halten Sie Ihre Benutzerdaten, also den Benutzernamen und das Passwort bereit, sobald Sie sich mit KPhone weiter auseinandersetzen.

Installation von KPhone

KPhone ist ein einfach zu bedienendes Programm for Voice-over-IP, das Qt als Grafikschnittstelle verwendet und sich damit gut in die Oberfläche des KDE-Desktops einpasst. Das Hauptfenster des Programms ist sehr übersichtlich, und unerfahrene Anwender haben nur wenige Gelegenheiten, etwas Fundamentales verkehrt zu machen. Für die von EasyLinux unterstützten Distributionen existieren RPM-Pakete. Anwender können das Programm folglich schnell und unkompliziert mit den entsprechenden Hilfsprogrammen installieren. Wir zeigen im Folgenden die Installation für Suse Linux 9.1/9.2, Mandrake 10.1 sowie für Fedora Core 2.

Suse Linux 9.1 und 9.2

Zwar liegen beiden Suse-Versionen RPM-Pakete von KPhone bei, sie sind aber schon recht alt. Wir beschreiben daher die Installation von aktuellen Paketen des Herstellers aus dem Internet.

  1. Öffnen Sie die EasyLinux-Download-Seite [3] im Konqueror.
  1. Klicken Sie bei KPhone auf den passenden Eintrag für Ihre Distribution.
  1. Klicken Sie im YaST2-Plug-in des Konquerors auf Install Package with YaST und geben Sie Ihr Root-Passwort ein, wenn das Programm Sie danach fragt. Warten Sie, bis YaST2 seine Arbeit abgeschlossen hat, anschließend ist KPhone installiert (Abbildung 1).
  1. Starten Sie KPhone über Internet / Telefon im K-Menü.

Abb. 1: Schnell und unkompliziert installieren Sie bei Suse Linux KPhone mit dem YaST2-Konqueror-Plug-in.

Mandrake Linux 10.1

Auch auf den CDs von Mandrake Linux 10.1 ist ein KPhone-Paket vorhanden, die schnelle und komfortable Methode zur Installation führt aber ebenfalls über das Netz.

  1. Öffnen Sie im Konqueror die EasyLinux-Download-Seite [3].
  1. Klicken Sie beim KPhone-Eintrag auf den Link für Mandrake Linux 10.1 und wählen Sie im Dialogfenster den Eintrag Mit RpmDrake öffnen (Abbildung 2).
  1. Geben Sie das Passwort des Root-Benutzers ein. Wählen Sie in den folgenden Dialogen die Option Installieren und Ok. Warten Sie, bis RpmDrake seine Arbeit beendet hat. Dann ist KPhone installiert.
  1. Starten Sie KPhone über den Eintrag Büroprogramme / Kommunikation / Telefon / KPhone im K-Menü.

Abb. 2: Wie bei Suse Linux installieren Sie bei Mandrake Linux das KPhone-Paket bequem aus Konqueror heraus.

Fedora Core 2

Für Fedora Core 2 gibt es keine offiziellen Pakete des Distributors, ein Anwender hat sich der Sache aber angenommen und stellt entsprechende Pakete bereit.

  1. Öffnen Sie im Konqueror die EasyLinux-Download-Seite [3].
  1. Klicken Sie bei KPhone auf den Eintrag für Fedora Core 2 und speichern Sie die Datei in Ihrem Home-Verzeichnis ab.
  1. Starten Sie Konqueror und navigieren Sie zu Ihrem Home-Verzeichnis. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das RPM-Paket und wählen Sie im Kontextmenü Öffnen mit. Geben Sie als Programm system-install-packages ein. Klicken Sie dann auf Ok.
  1. Geben Sie das Passwort des Systemadministrators root ein, wenn Sie danach gefragt werden. Befolgen Sie danach die Anweisungen auf dem Bildschirm, bis das Programm seine Arbeit beendet hat. Damit ist KPhone installiert.
  1. Starten Sie KPhone über Internet / KPhone im K-Menü.

KPhone für den Einsatz konfigurieren

Nach dem ersten Start präsentiert KPhone Ihnen einen Dialog, in dem Sie Ihre Benutzerdaten eintragen sollen. Eine Verbindung mit dem Provider sollten Sie jedoch erst herstellen, wenn Sie das Programm eingerichtet haben. Klicken Sie deswegen auf Abbrechen.

Ist Ihr Computer direkt ans Internet angeschlossen, sollte Voice-over-IP problemlos funktionieren. Wenn Sie jedoch ein NAT-Gateway verwenden, sieht die Sache anders aus. Network Address Translation (NAT) wird immer dann verwendet, wenn Ihr Computer über einen anderen Rechner -- zum Beispiel in einem kleinen Heimnetz -- oder einen Hardware-Router aufs Internet zugreift. Ihr Rechner ist in so einem Fall für andere Computer im Netz nicht sichtbar, das NAT-Gateway leitet die Daten von und an ihn weiter. Das SIP-Protokoll kommt mit NAT-Verbindungen nicht klar -- Rechner hinter NAT-Gateways sind nicht mit einer offiziellen IP-Adresse ausgestattet, so dass der Client dem Server die falsche (lokale) IP-Adresse mitteilt, an die Pakete vom Server danach zurückgegeben werden. Durch die Verwendung eines STUN-Servers, der die IP des Clients korrigiert, umgehen Sie dieses Problem.

Wenn Sie keine NAT-Verbindung verwenden, überspringen Sie diesen Schritt. Ansonsten öffnen Sie über das Menü Eigenschaften den Dialog SIP Eigenschaften. Wählen Sie den Karteireiter Socket aus. Beim Feld Verwenden STUN-Server markieren Sie den Punkt vor Ja. Bei STUN-Server tragen Sie den STUN-Server ein, den der VoIP-Provider zur Verfügung stellt. Für Freenet ist der Server iphone-stun.freenet.de, bei Sipgate stun.sipgate.net:10000. Ein Klick auf OK bestätigt die Einstellung (Abbildung 3).

Abb. 3: Wer hinter einem NAT-Gateway sitzt, muss das STUN-Protokoll nutzen, damit die Datenpakete vom Server nicht im Nirvana verschwinden.

Audio-Einstellungen

Die Sound-Konfiguration von KPhone sollten Sie über Eigenschaften / Audio Eigenschaften an die Gegebenheiten des Systems anpassen. Im Feld Gerät für Nur Schreiben oder Lesen/ Schreiben tragen Sie die Gerätedatei der Sound-Karte ein, die KPhone verwenden soll. Bei nur einer Sound-Karte ist das natürlich irrelevant. Haben Sie aber mehrere Sound-Karten, müssen Sie erst die passende Gerätedatei im /dev-Verzeichnis zur Sound-Karte finden. Dazu benutzen Sie folgenden Trick: Starten Sie mit [Alt-F2] und konsole ein Kommandofenster. Setzen Sie den Kopfhörer auf und führen Sie dann den Befehl cat /dev/urandom > Name-der-Gerätedatei aus und ersetzen Sie Name-der-Gerätedatei nacheinander durch die /dev/dsp*-Einträge. Der Eintrag, bei dem es im Kopfhörer rauscht, ist der richtige. Tragen Sie ihn in die Zeile bei KPhone ein.

Beim Feld Payload-Größe setzen Sie den Wert von 80 auf 160. Damit erzielen Sie einen merklichen Gewinn bei der Sprachqualität. Ganz unten können Sie wählen, ob KPhone eingehende Anrufer auch über den PC-Lautsprecher ankündigen soll. Damit ist der kleine Lautsprecher im PC gemeint, der zum Beispiel beim Systemstart das Piepen produziert. Diese Option sollten Sie aktivieren -- ansonsten müssten Sie immer den Kopfhörer aufsetzen, um das Klingeln eines eingehenden Anrufs zu hören.

Abb. 4: Die Sound-Karteneinstellung wie hier ist notwendig, damit bei mehreren Sound-Karten im Rechner der Sound da ankommt, wo Sie es wollen.

Sag mir, wie du heißt ...

Als letztes tragen Sie über Datei / Identität die Stammdaten zur Anmeldung beim Server ein (Abbildungen 5 und 6). Es erscheint das Fenster, das Sie eben weggeklickt haben.

Bei der Eingabe der Werte gibt es ein paar Besonderheiten, die Sie bei beiden Anbietern beachten müssen. Das erste Problem ist unabhängig vom Provider: Der Wert bei Vor- und Nachname darf keine Umlaute enthalten. Wenn Ihr Name einen Umlaut hat, müssen Sie diesen ersetzen (ae für ä, ue für ü und oe für ö). Aufgrund eines Programmierfehlers verweigert KPhone sonst den Login beim Provider.

Bei Benutzer-Teil der SIP URL tragen Sie bei Freenet den Benutzernamen ein, den Sie zum Beispiel auch verwenden, wenn Sie sich bei der Freenet-Internet-Seite in Ihren persönlichen Bereich einloggen. Anders bei Sipgate: Die so genannte SIP-ID für das Feld erfahren Sie, indem Sie sich auf der Sipgate-Website einloggen und unter meine Daten im Feld Daten zum Anschluss nachschauen.

Bei Host-Teil der SIP URL setzen Sie für Sipgate sipgate.de und für Freenet freenet.de ein. Unter Ausgehender Proxy geben Sie bei Sipgate sipgate.de und bei Freenet iphone.freenet.de ein.

Im Feld Authentifizierungs-Benutzername tragen Sie für beide Provider das selbe ein, was bei Benutzer-Teil der SIP URL steht. Ein Klick auf OK speichert die Daten und schließt das Fenster. Ein zweites kleines Fenster erscheint, in das Sie Ihr Passwort für den Zugang beim Provider eingeben. Freenet-Kunden verwenden wiederum das Passwort, das Sie zum Login am Webinterface verwenden. Kunden von Sipgate erfahren ihr Passwort dort, wo sie auch die SIP-IP eben nachgesehen haben (meine Daten auf der Website). Danach sind Sie beim Provider angemeldet.

Das Passwort vom Provider müssen Sie bei jedem Start neu eingeben. Mit einem kleinen Trick können Sie das jedoch umgehen: Ergänzen Sie dafür in der Datei .qt/kphonerc in Ihrem Home-Verzeichnis mit einem Text-Editor wie Kwrite in der Zeile

SipUri="Vorname Nachname" <sip:kundennr@sipgate.de>

hinter der Kundennummer, durch einen Doppelpunkt getrennt, Ihr Passwort:

SipUri="Vorname Nachname" <sip:kundennr:password@sipgate.de>

Abb. 5: Die Eingabe der Login-Daten bei Sipgate ist nicht ganz intuitiv. Daten wie den Benutzernamen erfährt man nur auf der Website des Anbieters.

Abb. 6: Der Benutzername entspricht bei Freenet dem Login für die Website.

Telefonieren

Nach dem Login beim Provider hat sich die Statusanzeige am unteren Rand des KPhone-Fensters auf Online geändert. Wenn Sie einen entsprechenden Tarif gewählt haben, können Sie jetzt schon Telefonate ins Festnetz führen. Geben Sie dazu in die obere Eingabezeile über den angezeigten Kontakten die Festnetznummer mit Vorwahl ein. [Eingabe] initiiert den Anruf. Es erscheint dann ein kleines Fenster mit Informationen zu dem aktuellen Anruf. Sobald Sie auf Auflegen klicken, verschwindet das Fenster wieder. Wenn Sie einen anderen VoIP-Anschluss anrufen möchten, lautet die entsprechende "Nummer" meist Benutzername@Domain des VoIP-Providers. Im Zweifelsfalle besorgen Sie sich die Daten von Ihrem Gesprächspartner.

Kontakte verwalten

Um den Überblick über vorhandene VoIP-Bekanntschaften nicht zu verlieren, bietet KPhone ein Telefonbuch, das Sie über Eigenschaften / Telefonbuch erreichen (Abbildung 7). Hinzufügen schafft neue Einträge; wenn Sie Zur Kontaktliste hinzufügen anklicken, erscheint der Eintrag auch in der Kontaktliste des Hauptfensters (Abbildung 8).

Möchten Sie einen Kontakt aus dem Telefonbuch anrufen, wählen Sie Datei / Neuer Anruf. Neben der Zeile, in der Sie eine Telefonnummer angeben, sehen Sie das Buchsymbol. Klicken Sie auf das Symbol und wählen Sie den entsprechenden Eintrag aus der Liste aus.

Abb. 7: Mit dem Telefonbuch von KPhone verwalten Sie Kontakte schnell und unkompliziert. Aus dem Telefonbuch heraus können Sie sofort anrufen.

Abb. 8: Das KPhone-Hauptfenster zeigt die Kontakte aus dem Telefonbuch an.

Ein Tipp zum Schluss: Das Tray-Icon

Das Tray Icon von KPhone ist nützlich, wenn Sie KPhone zwar nicht ständig auf dem Desktop sehen möchten, es aber auch nicht völlig abstellen wollen. Über Eigenschaften / Tray Icon aktivieren Sie dieses Symbol, das im Systemabschnitt der KDE-Kontrollleiste erscheint (Abbildung 9). Das Hauptfenster von KPhone können Sie dann schließen; das Programm läuft im Hintergrund weiter.

Abb. 9: Das Symbol mit den beiden Steckern in der Kontrolleiste ist das Tray-Icon von KPhone, das im Hintergrund läuft.

Fazit

Internet-Telefonie ist mit KPhone auch für Anfänger zu bewältigen. Wer sich nicht scheut, sich in das Thema einzulesen und ein wenig Hintergrundwissen aufzubauen, kann schnell und günstig über das Internet telefonieren. Da Provider wie Freenet und Sipgate zu den Zugängen mittlerweile auch echte Telefonnummern mit spezieller Vorwahl vergeben, kann der Computer fast das herkömmliche Telefon vollständig ersetzen. (eba)

Wie funktioniert Voice-over-IP?

Bei der Internet-Telefonie läuft die Kommunikation über einen Server ab, der die Gespräche zwischen Teilnehmern vermittelt. Zuerst schickt derjenige, der jemanden anrufen will, das entsprechende Kommando an den Server. Der Server teilt dem gewünschten Gesprächsteilnehmer mit, dass ihn jemand anrufen möchte. Das ist mit dem Klingeln beim normalen Telefon vergleichbar. Sobald der Angerufene abhebt, vermittelt der zentrale Server eine Verbindung. Handelt es sich beim Angerufenen ebenfalls um einen VoIP-Client, kommt eine Direktverbindung zwischen beiden Teilnehmern zustande. Bei Telefonaten ins Festnetz spielt der Server des VoIP-Providers den Übersetzer zwischen den Welten.

Die Übertragung der Sprache beginnt ab diesem Moment. Anders als beim altgedienten, normalen Telefon wird die Sprache bei VoIP nicht über Impulse bzw. Töne auf verschiedenen Frequenzen übermittelt. Um Bandbreite zu sparen, wird der Ton stattdessen zunächst komprimiert. Die komprimierten Audio-Dateien werden anschließend in kleine Stücke zerteilt und über das Netzwerk verschickt. An dieser Stelle kommen die verschiedenen Voice-over-IP-Protokolle wie SIP, IAX & Co. ins Spiel: Sie beschreiben, wie die Pakete zerstückelt werden und wie die Daten zwischen den einzelnen Teilnehmern sowie dem Server übertragen werden. Nur durch sie weiß das Programm des Gesprächspartners, wie es die einzelnen Audio-Fragmente wieder zusammensetzen muss.

Die vielen verschiedenen VoIP-Protokolle wie SIP, IAX und MGCP sind wie so oft Resultate der Bemühungen der Anbieter, ihren eigenen Weg der Internet-Telefonie durchzusetzen. Der bekannteste Standard ist momentan wohl SIP; auf ihn hat sich auch KPhone spezialisiert.

Infos
[1] USB-Headsets: http://www.qbik.ch/usb/devices/showdevcat.php?id=7
[2] Achim Leitner: "Sicherheit unter Linux", EasyLinux 2005/01 S. 16
[3] EasyLinux-Download-Bereich: http://www.easylinux.de/Download

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