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von Andrea Müller
Den Überblick über die eigenen Daten-CDs zu behalten, ist nicht leicht: Oft legt man vergeblich mehrere Datenträger ein, bis man endlich den findet, auf dem die gesuchte Datei liegt. Diese Arbeit nimmt Ihnen GTKtalog ab. Das Programm beschränkt sich nicht darauf, den Verzeichnisinhalt einer CD einzulesen, sondern speichert noch weitere Informationen: So durchsucht es den Inhalt von tar.gz-Archiven und RPM-Paketen und speichert die ID3-Tags von Ogg- oder MP3-Dateien.
Wenn Sie eine bestimmte Datei auf einer CD suchen, befragen Sie einfach die Datenbank von GTKtalog. Die Anwendung verrät Ihnen dann, auf welcher Silberscheibe Sie fündig werden.
Bei Suse Linux 9.2 und Suse Linux 9.1 Professional ist der CD-Archivar von Haus aus mit dabei.
Nutzer von Suse Linux 9.1 Personal laden das Päckchen vom FTP-Server [2] des Distributors herunter. Navigieren Sie danach im Konqueror in den Speicherordner und klicken Sie die heruntergeladene Datei mit der Endung .rpm an. Über die Schaltfläche Installiere Paket mit YaST spielen Sie GTKtalog ein.
Wer mit Fedora Core 2 arbeitet, findet GTKtalog im EasyLinux-Download-Bereich [3].
Ein GTKtalog-Paket für Mandrake Linux erhalten Sie ebenfalls in unserem Download-Bereich [3]. Doppelklicken Sie auf die heruntergeladene Datei und weisen Sie sich mit dem Root-Passwort als Administrator aus. In der nächsten Dialogbox starten Sie mit Klick auf Installieren das Programm rpmdrake, das GTKtalog auf die Festplatte kopiert.
Starten Sie Ihre Neuerwerbung über ein Schnellstartfenster ([Alt-F2]), in das Sie gtktalog eingeben. Wer Suse Linux verwendet, muss GTKtalog erst mitteilen, dass die Distribution CDs automatisch mountet. Öffnen Sie dazu über Settings / Preferences (Einstellungen / Einstellungen unter Suse Linux 9.2) den Einrichtungsdialog. Im Bereich Platten-Einstellung setzen Sie ein Häkchen vor Automount (oder supermount) benutzen. Falls Sie kein CD-, sondern ein DVD-Laufwerk verwenden, ändern Sie zusätzlich den Eintrag hinter Mount-Punkt von /media/cdrom auf /media/dvd (Abbildung 1). Besitzen Sie einen CD- oder DVD-Brenner, kommen ebenfalls die Ordner /media/cdrecorder oder /media/dvdrecorder als Mount-Punkt in Betracht. Im Zweifelsfall klicken Sie bei eingelegter CD auf das Laufwerks-Symbol auf dem Desktop und schreiben den richtigen Einhängeordner aus der Konqueror-Adresszeile ab.
GTKtalog sieht aus wie ein Datei-Manager. Nach dem Start sehen Sie jedoch anstelle der linksbündigen Baumansicht nur eine graue Fläche. Das ändert sich, sobald Sie über das Symbol Neu einen Katalog erstellen. Legen Sie danach eine CD ein, deren Inhalt GTKtalog indizieren soll, und klicken Sie auf das Symbol mit dem Text CD hinzufügen. Jetzt heißt es, ein wenig Geduld zu haben: Abhängig von der Anzahl der Dateien auf der CD dauert es nur wenige Sekunden oder gar mehrere Minuten, bis GTKtalog seine Arbeit beendet.
Sobald das Programm einen Index erstellt hat, schließt sich das Fortschrittsfenster, und die eingelesene CD erscheint in der Baumansicht. Speichern Sie den Katalog über Datei / Speichern (File / Save unter Suse Linux 9.1). Im folgenden Dialog geben Sie einen Namen für die Datei ein, etwa cdkatalog.
Haben Sie eine selbst gebrannte CD eingelesen, hat diese eventuell keinen Namen -- dann verwendet GTKtalog als Vorgabe CD. Da Sie so Ihre Silberscheiben nicht auseinander halten können, bessern Sie manuell nach: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die CD in der Baumansicht und wählen Sie Disk editieren aus dem Kontextmenü. Im Feld CD-Namen editieren tragen Sie eine aussagekräftige Bezeichnung ein, etwa den Text, der auch auf dem CD-Cover steht.
Fügen Sie so alle weiteren CDs hinzu, deren Datenbestand Sie einlesen wollen. Damit das Laden der Datenbank nicht zu lange dauert, sollten Sie sich pro Katalog auf ca. 20 CDs beschränken. Gerade Datenträger mit vielen HTML-Dateien oder Archiven blähen einen Katalog schnell auf mehrere MByte auf.
Wenn Sie auf das Plus-Zeichen vor einer CD klicken, klappt GTKtalog den Verzeichnisbaum des Datenträgers aus. Markieren Sie einen der Ordner, damit GTKtalog in der rechten Fensterhälfte die dort gespeicherten Dateien anzeigt. Mit gzip komprimierte TAR-Archive und RPM-Pakete erscheinen ebenfalls mit einem Ordnersymbol. Dieses ist jedoch rot. So kennzeichnet das Programm solche Dateien als virtuelles Dateisystem. Sobald Sie einen "RPM-Ordner" auswählen, zeigt GTKtalog im Informationsfenster Details zum Paket an. Mit einem Doppelklick oder über die linksbündige Baumansicht schauen Sie in das Paket hinein und sehen die darin enthaltenen Dateien (Abbildung 2).
CDs zu durchstöbern, auch wenn sie nicht im Laufwerk liegen, ist zwar praktisch, hilft aber nicht bei der Suche nach einer einzelnen Datei. Für diese Aufgabe nutzen Sie die Suchfunktion, die Sie über die Tastenkombination [Strg-F] erreichen. Kennen Sie den Namen der gesuchten Datei, reicht es aus, ihn in das Suchfeld einzugeben und [Eingabe] zu drücken. Erinnern Sie sich nur an einen Teil des Namens, klappen Sie zunächst über mehr weitere Suchoptionen aus. Geben Sie einen Teil des Dateinamens in das Suchfeld ein und wählen Sie aus dem Drop-down-Menü hinter Datei-Namen-Übereinstimmung den Eintrag enthält aus. Ein Klick auf Starte Suche durchforstet alle indizierten Datenträger nach Dateien, deren Name den Suchbegriff enthält.
Im unteren Fensterbereich präsentiert GTKtalog das Suchergebnis. Den CD-Namen finden Sie in der Spalte Platte. Direkt dahinter unter Pfad sehen Sie den Speicherort auf der CD (Abbildung 3).
Um einen Suchlauf einzugrenzen, wechseln Sie auf den Registerreiter Datum und Größe. Setzen Sie dort etwa ein Häkchen vor Größer als und geben Sie eine Zahl ein. Aus dem Drop-down-Feld wählen Sie jetzt noch Bytes, Kilobytes oder Megabytes, um nur Dateien zu finden, die die angegebene Größe überschreiten.
Gut versteckt befindet sich auf diesem Registerreiter die Option auch in VFS suchen. VFS steht für Virtual File System (virtuelles Dateisystem) und bezeichnet in GTKtalog alle Archivformate, die das Programm indiziert. Mit dieser Option weisen Sie GTKtalog an, auch die indizierten TAR-Archiven und RPM-Paketen nach dem Suchbegriff zu durchforsten.
Standardmäßig lädt GTKtalog beim Start keinen Katalog. Das ändern Sie über den Einstellungsdialog: Markieren Sie in der Baumansicht Optionen für laden & speichern und aktivieren Sie die Option Datei beim Programmstart laden. In das Eingabefeld darunter gehört der Pfad zu eine GTKtalog-Datei. Nach einem Klick auf Save öffnet das Programm schon beim Start den Vorgabekatalog.
Finden Sie die Suchfunktion von GTKtalog so praktisch, dass Sie sie auch für andere externe Medien wie USB-Sticks oder lokale Verzeichnisse nutzen wollen, ist auch das kein Problem. Über Katalog / Verzeichnis hinzufügen öffnen Sie einen Dialog, in dem Sie einen beliebigen Ordner auswählen. Markieren Sie dort jedoch nicht das Wurzelverzeichnis. Darunter liegen viele Dateien, die Sie als normaler Nutzer nicht lesen dürfen. GTKtalog blendet für jede eine Fehlermeldung ein und hängt sich im schlimmsten Fall komplett auf.
Über die Reportfunktion des Programms nehmen Sei einmal erstellte Kataloge sogar mit auf andere Rechner, auf denen GTKtalog nicht installiert ist. Wählen Sie dazu Katalog / Bericht erstellen. Im folgenden Dialog (Abbildung 4) aktivieren Sie im Bereich CSV das Ausgabeformat HTML. Mit dieser Option erzeugt GTKtalog eine übersichtliche Tabelle, die alle Dateien und Ordner Ihrer CDs auflistet. Damit der Bericht auch Dateien aus Archiven und RPM-Paketen umfasst, markieren Sie VFS-Inhalte einfügen in den Report-Optionen. Tragen Sie in das Feld Ausgabedatei noch einen Pfad ein. Ein Klick auf Bericht erstellen schreibt die tabellarische Zusammenfassung im HTML-Format. (amü)
| Infos |
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[1] Suse-Tipp zum Einbinden der DVD als Installationsmedium: Andrea Müller, "Linux-Tipps", EasyLinux 02/2005, S.60 f.
[2] FTP-Verzeichnis für Suse Linux 9.1:ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.1/suse/i586/ [3] EasyLinux-Download-Bereich:http://www.easylinux.de/Download/ |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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