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von Elisabeth Bauer
Mittlerweile bieten viele Websites kleine Tools wie den "Mr. Check" an, der markierte Wörter auf Klick im Wörterbuch nachschlägt. Dass Sie manche davon auch permanent in Ihrer Lesezeichenleiste installieren können, ist hingegen weniger bekannt. Bookmarklets heißen die Helfer, die auf Klick Aktionen auf der gerade besuchten Website ausführen.
Diese Technik basiert darauf, dass viele moderne Browser als Lesezeichen nicht nur Web-Adressen, sondern auch kurze Schnipsel Javascript-Code akzeptieren. Mit dieser Sprache lassen sich unter anderem die Darstellung der Website beim Aufruf manipulieren, Formulareingaben verarbeiten und Suchanfragen abschicken.
Die Installation eines Bookmarklets ist denkbar simpel: Finden Sie auf einer Website ein Bookmarklet, das Sie verwenden wollen, fügen Sie es ganz normal wie andere Lesezeichen Ihrer Sammlung hinzu. Zahlreiche Seiten im Netz bieten Kollektionen der nützlichen Helfer an, zum Beispiel [1] und [2]. Wir stellen in diesem Artikel die besten Exemplare vor und erklären, wie Sie einfache Bookmarklets selbst anlegen.
Prinzipiell funktionieren Bookmarklets auf den meisten Browsern, wenn Sie Javascript aktiviert haben. In der Praxis finden Sie oft unterschiedliche Versionen für die einzelnen Browser. Die hier vorgestellten haben wir unter Mozilla Firefox getestet, einige dürften auch unter Opera laufen. Der KDE-Browser Konqueror unterstützt keine Bookmarklets.
Um Ihnen die Installation zu vereinfachen, bieten wir die Bookmarklets auf der EasyLinux-Website zum Download an. Von dort können Sie sie entweder einzeln oder komplett in Ihre persönliche Lesezeichensammlung aufnehmen.
Wenn Sie ein einzelnes Bookmarklet ergänzen wollen, laden Sie die HTML-Datei aus dem EasyLinux-Download-Bereich [3] im Browser. Die Bookmarklets werden darin als einfache Links angezeigt. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das gewünschte und wählen Sie im Kontextmenü Lesezeichen für diesen Link hinzufügen. Anschließend bestimmen Sie, in welchem Ordner Firefox das Lesezeichen anlegen soll: Platzieren Sie es in der Lesezeichen-Symbolleiste, um es dort griffbereit zu haben.
Die komplette Sammlung ergänzen Sie folgendermaßen:
Die einfachste Sorte Bookmarklets sind Tools, die einen markierten Begriff an eine Suchmaschine schicken. Für unsere Sammlung haben wir Google ausgewählt, im Netz unter [1] und [2] finden Sie Lesezeichen für weitere Anbieter.
Eine interessante Spezialanwendung ist die Wayback Machine des Internet-Archivs. Mit ihr können Sie eine kleine Reise durch die Zeit unternehmen und sich ältere Versionen der gerade besuchten Seite anzeigen lassen. Hier müssen Sie nichts markieren, ein Klick auf das Bookmarklet fragt in selben Fenster die Wayback Machine nach archivierten Fassungen der Seite, auf der Sie sich befinden. Nicht immer hat das Archiv etwas vorrätig, aber es sorgt doch für so manchen Aha-Effekt: "So hat diese Homepage also einmal ausgesehen...". Auch wenn Sie statt der erwarteten Seite nur "Fehler 404 - File not found" erhalten, stöbern Sie übers Internet-Archiv eventuell noch eine Kopie auf.
Wollen Sie wissen, wem die Website gehört, auf der Sie sich gerade befinden, rufen Sie Domain-Daten auf. Dieses Bookmarklet öffnet ein neues Fenster und fragt bei http://www.checkdomain.com die Registrierungsdaten einer Domain ab.
Selbst wer Englisch gut beherrscht, stößt hin und wieder auf einer Website auf ein unbekanntes Wort. Hier ist der Übersetzungsdienst Leo des Leibniz-Rechenzentrums der Universität München nützlich. Markieren Sie das Wort, das Sie übersetzen wollen, und klicken Sie auf das Leo-Bookmarklet, öffnet sich ein neues Fenster mit allen Fundstellen im Wörterbuch von Leo (Abbildung 1).
Um nicht nur einzelne Worte, sondern gleich ganze Web-Seiten zu übersetzen, bieten sich die Dienste von Babelfish und Google an. Die maschinelle Übersetzung führt des Öfteren zu unfreiwillig erheiternden Resultaten, genügt jedoch in der Regel, um sich zumindest eine grobe Vorstellung vom Inhalt einer Website zu verschaffen. Die zwei Google-Bookmarklets liefern Übersetzungen vom Französischen und Englischen ins Deutsche, das Babelfish-Bookmarklet erzeugt eine Seite, auf der Sie aus zahlreichen Sprachen wählen können.
Aber auch über deutsche Wörter lässt sich im Netz viel herausfinden. Mit dem Wortschatz-Bookmarklet schlagen Sie einen markierten Begriff im Wortschatzlexikon der Universität Leipzig nach. Dort finden Sie Angaben zu Häufigkeit und Morphologie des Worts und zahlreiche Beispiele, wie es in den Medien verwendet wird. Eine Liste von Synonymen und verwandten Wörtern spuckt das Lexikon gleich mit aus.
Wessen Neugier über die bloße Wortbedeutung hinausgeht, der schlägt mit dem Bookmarklet Wikipedia nach, was die freie Enzyklopädie Wikipedia zum markierten Stichwort weiß.
Nicht jeder Webmaster zeichnet sich durch guten Geschmack aus. Blink-Tags, Scroll-Bänder, störende Hintergrundmusik, hellgrauer Text auf weißem Hintergrund sind nur einige der Mittel, mit denen eine an sich inhaltlich interessante Seite Besucher gleich wieder verjagt. Die Zap-Kollektion von Jesse Rudermann macht solchen Ärgernissen den Garaus: Mit zap plugins schalten Sie Plug-ins wie Java und Flash ab, mit zap colors stellen Sie die Farben einer Seite auf schlichtes Schwarz auf Weiß um und entfernen mit zap cheap effects Blink-Tags und Scroll-Text. Das Bookmarklet zap erledigt all dies in einem Aufwasch. Die Abbildungen 2 und 3 zeigen den Vorher-Nachher-Effekt an einem besonders drastischen Beispiel.
Nützlich für Web-Designer ist der Link-Checker. Dieser ruft den Web-Validator auf, der alle Links auf der aktuellen Seite prüft und bei toten und ungültigen Links warnt.
Ein Problem, das dem einen oder anderen vielleicht schon mal begegnet ist, löst das Bookmarklet view passwords. Die Firefox-Option, Passwörter in Anmeldedialogen zu speichern, ist zwar praktisch, führt jedoch oft dazu, dass man sich nach Monaten nicht mehr an sein Passwort erinnert, schließlich musste man es die ganze Zeit nicht mehr selbst eingeben. View passwords macht die normalerweise als Sternchen dargestellten Passwörter in solchen gespeicherten Formularfeldern wieder sichtbar (Abbildung 4).
Mit Javascript lassen sich auch einfache Berechnungen ausführen. Eine Klasse von Bookmarklets macht sich diese Eigenschaft zunutze, als Beispiel haben wir in die Sammlung einen Temperaturkonverter von Fahrenheit nach Celsius aufgenommen. Klicken Sie auf das Bookmarklet, poppt ein kleiner Dialog auf, in dem Sie als Zahl die Temperatur eingeben, die Sie umrechnen wollen (Abbildung 5).
Um eigene Bookmarklets zu gestalten, sind Javascript-Kenntnisse hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Gerade Bookmarklets, die Formulare auf Websites nutzen, legen Sie recht einfach selbst an, indem Sie ein vorhandenes kopieren und darin lediglich die Adresse und die Parameter -- zum Beispiel den Suchbegriff -- ändern, die das Bookmarklet an die Website übergibt. In einem Beispiel zeigen wir, wie Sie das Bookmarklet für die normale Suche bei Google in eine Bildsuche verwandeln.
javascript:Qr=document.getSelection();\
if(!Qr){void(Qr=prompt('Suchbegriff:',''))};\
if(Qr)location.href='http://www.google.com/\
search?q='+escape(Qr)Dieser Javascript-Schnipsel holt sich zuerst mit der Funktion document.getSelection() den markierten Text und speichert ihn in der Variable Qr. Anschließend prüft er mit if(!Qr), ob die Variable leer ist -- Sie also keinen Text markiert hatten -- und präsentiert in diesem Fall einen Eingabedialog, in dem Sie Ihren Suchbegriff ergänzen können. Ist Qr jetzt mit Inhalt gefüllt, ruft das Bookmarklet die Adresse http://www.google.com/search?q= auf, an das es den Inhalt der Variable Qr, Ihren Suchbegriff, anhängt.
Genauso funktionieren Suchformulare auf vielen Websites. Ein Bookmarklet für die Suche im EasyLinux-Artikelarchiv erzeugten Sie beispielsweise mit http://www.easylinux.de/search?words=. Oft benutzen Formulare statt der GET-Methode, bei der Sie die richtige Zusammensetzung der Suchadresse aus der Browser-Eingabezeile ablesen können, die so genannte POST-Methode, bei der sich die URL nicht ändert. Das Bookmarklet fmtget von Jesse Rudermanns Website [1] wandelt solche Formulare um. Rufen Sie dazu die Website mit dem betreffenden Formular auf und klicken auf fmtget. Es zeigt Ihnen an, wie viele Formulare es auf der Seite umwandeln konnte. Geben Sie nun Ihren Suchbegriff ein und schicken Sie das Formular ab, erhalten Sie in der Adresszeile eine URL, die Sie für ein selbstgestaltetes Bookmarklet verwenden können. Wichtig: Der Javascript-Code darf keine Zeilenumbrüche enthalten, sondern muss in einer langen Zeile formatiert sein. (eba)
| Infos |
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[1] Jesse's Bookmarklets: http://www.squarefree.com/bookmarklets/
[2] Stichpunkt Bookmarklets: http://www.stichpunkt.de/bookmarklets/ [3] EasyLinux Download-Bereich: http://www.easylinux.de/Download |
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Last modified: 2007-04-05 11:10
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