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Erschienen in EasyLinux 03/2005   »   Ausgabe bestellen

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten mit GIMP

von Claudia Dotterweich


Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen, wie Sie das Programm effektiv zur Bildbearbeitung einsetzen, Script-Fu-Plug-ins verwenden und mit Ebenen arbeiten.

Tipp: Logos mit Script-Fu erstellen

Wer ein nützliches Tool zum Generieren optisch ansprechender Logos sucht, sollte einen Blick in das Menü Xtns / Script-Fu / Logos werfen: Dort befinden sich mehr als 20 Skripte mit unterschiedlichen Effekten. Jedes dieser Logo-Skripte lässt sich auch über ein Tastenkürzel schnell aufrufen. Mit der folgenden Anleitung erstellen Sie ein Logo mit Neoneffekt.

  1. Wählen Sie im Logos-Menü den Punkt Neon an oder drücken Sie die Taste [N].
  1. Es öffnet sich das Fenster Skript-Fu: Logos/Neon. Darin passen Sie die vorgegebenen Einstellungen (Text, Schriftgröße (Pixel) und Schrift, Hintergrundfarbe und Leuchtfarbe) an Ihre Daten an. Nachdem Sie das Skript mit OK ausgeführt haben, erscheint das fertig erstellte Logo in einem neuen Bildfenster (Abbildung 1).

Abb. 1: Mit Script-Fu erzeugen Sie schnell und ganz einfach effektvolle Logos für Ihren Internet-Auftritt.

Tipp: Bild in Graustufen umwandeln

Wer Farbbilder in ein Textdokument integrieren möchte, das nur schwarz-weiß ausgedruckt wird, sollte diese Bilder vorher in Graustufen umwandeln. Das reduziert die Dateigröße und beschleunigt den Ausdruck. Wählen Sie hierzu im Bildmenü Modus / Graustufen.

Tipp: Das Gimp-Journal

Das Gimp Journal ist ein nützliches Dialogfenster für die Bildbearbeitung. Es protokolliert alle am aktuellen Bild ausgeführten Aktionen. Sie können hier auch rückgängig gemacht werden. Öffnen Sie das Fenster über Datei / Dialoge / Journal. Die Vorschaubilder zeigen den Bildstatus vor der jeweiligen Bearbeitung an. Klicken Sie einfach auf ein Vorschaubild, stellen Sie den Bildzustand bis zu diesem Stadium wieder her.

Tipp: Ebenen anlegen und bearbeiten

Gimp ermöglicht die Verwendung von Ebenen, um die Bearbeitung einzelner Bildelemente zu erleichtern. Alle Elemente, die auf einer Ebene liegen, lassen sich unabhängig von den Elementen auf anderen Ebenen bearbeiten.

Den Ebenendialog öffnen Sie über das Dateimenü Datei / Dialog / Ebenen ([Strg-L]). Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Ebene Hintergrund und wählen Sie im Kontextmenü Ebene / Neue Ebene. Auf diese Weise legen Sie so viele Ebenen an, wie Sie benötigen. In jeder Ebene fügen Sie Bildobjekte ein. Zum Bearbeiten einzelner Objekte aktivieren Sie vorher die entsprechende Ebene mit der Maus (Abbildung 2).

Speichern Sie Ihr Bild in einem Format ab, das Ebenen unterstützt, um eine spätere Bearbeitung zu ermöglichen. Verwenden Sie zum Beispiel das Gimp-eigene Format .xcf. Andere Formate wie .jpg oder .gif sind nicht geeignet.

Abb. 2: Ebenen sind wie transparente Folien, die man übereinander legt.

Tipp: Bildgröße anpassen

Wenn Sie Fotos von Ihrer Digitalkamera ins Internet stellen wollen, müssen Sie deren Ursprungsgröße normalerweise erst für eine optimale Darstellung verkleinern. Die Gesamtgröße ändern Sie im Bildfenster über Bild / Bild skalieren.

Wählen Sie eine neue Größe, indem Sie diese unter Neue Breite bzw. Höhe eingeben oder indem Sie den Faktor anpassen. Die Option Interpolation wirkt sich auf die Qualität der Skalierung aus und hat Einfluss auf die Bildschärfe. In der Regel ist die Standardeinstellung Linear brauchbar.

Tipp: Eigene Vorlagen erstellen

Wer Gimp häufig zur Erstellung von Bildern mit denselben Eigenschaften (Bildgröße, Auflösung, Bildart etc.) einsetzt, kann dafür eine eigene Bildvorlage erstellen. Erzeugen Sie ein neues Bild mit [Strg-N] oder über Datei / Neu. Passen Sie die Einstellungen an Ihre Bedürfnisse an und erstellen Sie anschließend Ihr neues Bild. Das sich öffnende Bildfenster können Sie nun nach Wunsch bearbeiten, bevor Sie es als Vorlage sichern. Sind Sie fertig mit der Bildbearbeitung, speichern Sie das Bild über den Bildmenüpunkt Datei / Als Vorlage speichern ab.

Es erscheint das Fenster Eine neue Vorlage erstellen. Vergeben Sie hier einen Namen für Ihre Vorlage. Um die Vorlage aufzurufen, erstellen Sie abermals ein neues Bild und wählen aus der Auswahlliste bei Aus Vorlage Ihre eben erstellte Vorlage (Abbildung 3).

Die Vorlage entfernen Sie wieder, indem Sie im Dateimenü Datei / Dialoge / Vorlagen aufrufen. Wählen Sie aus der Liste der Bildvorlagen Ihre Vorlage aus und klicken Sie auf das Mülleimer-Symbol.

Abb. 3: Gimp besitzt bereits eine Reihe von Standardvorlagen, angefangen von DIN-A4-Dokumenten bis hin zu CD-Covers.

Tipp: Bildinformationen anzeigen

Das Info-Fenster liefert allgemeine und auch erweiterte Hinweise zum aktuellen Bild, die für die spätere Bildbearbeitung von Vorteil sind. Zu den gespeicherten Bildinformationen gehören zum Beispiel die Größe in Pixel, die verwendete Auflösung, die Anzahl der Ebenen und auch die Größe im Speicher.

Über das Bildmenü Ansicht / Info-Fenster oder die Tastenkombination [Umschalt-Strg-I] blenden Sie das Fenster ein.

Tipp: Schatten erzeugen

Erst durch die Verwendung von Schatten wirken Bildobjekte oder Texte realistisch bzw. plastisch. Zum Erstellen eines Objektschattens kommt wieder unsere Script-Fu-Anwendung zum Einsatz. Markieren Sie das Objekt, für das ein Schatten erzeugt werden soll, -- zum Beispiel einen Kreis -- mit Hilfe des Auswahlwerkzeugs Zauberstab ([Z]). Wählen Sie im Bildmenü Script-Fu / Schatten / Schlagschatten, um das Dialogfenster für diese Anwendung zu öffnen. Passen Sie die Standardwerte Ihren Anforderungen an. Nachdem Sie das Skript ausgeführt haben, wird der Schatteneffekt auf das aktuelle Bild angewendet (Abbildung 4).

Abb. 4: Neben dem Einstelldialog für die "Script-Fu"-Anwendung sehen Sie auch, dass ein Schatten einem Bild mehr Tiefe verleiht.

Tipp: Bildschirmoberfläche fotografieren

Vielleicht waren Sie auch schon einmal in der Situation, dass Sie jemandem Ihre persönlichen Programmeinstellungen als Bild per E-Mail schicken wollten. Mit Gimp erstellen Sie ganz einfach ein Bildschirmfoto Ihrer Oberfläche oder eines Programmfensters.

Öffnen Sie über das Menü Datei / Holen / Screen Shot das Dialogfenster für die Screen-Shot-Einstellungen. Geben Sie an, ob Sie nur ein einzelnes Fenster oder den ganzen Bildschirm aufnehmen möchten. Damit Sie in Ruhe das zu fotografierende Objekt vorbereiten können, definieren Sie noch kurz, nach wieviel Sekunden Pause das Foto gemacht werden soll.

Sobald Sie die Oberfläche fotografieren können, verändert sich der Mauszeiger in ein Kreuz. Klicken Sie dann mit der linken Maustaste auf die Oberfläche bzw. das Programmfenster.

Tipp: Gerade Striche zeichnen

Um mit dem Stift- oder Pinsel-Werkzeug eine gerade Linie zu zeichnen, halten Sie einfach die [Umschalt]-Taste gedrückt, nachdem Sie den Anfangspunkt für die Linie mit Ihrem Werkzeug gesetzt haben.

Tipp: Fensterposition definieren

Um die Standardeinstellungen für die Fensterpositionen der geöffneten Dialoge beim Programmneustart zu ändern, bearbeiten Sie diese im Dateimenü Einstellungen. Wählen Sie im Dialogfenster Einstellungen den Bereich Sitzung aus. In der Sitzungsverwaltung legen Sie nicht nur die Einstellungen für die Fensterpositionen fest, sondern auch jene für Tastenkürzel und Eingabegeräte. Wenn Sie nun die Fensterposition bei jedem Programmstart neu festlegen wollen, deaktivieren Sie die Optionen Fensterpositionen beim Beenden speichern und Fensterpositionen beim Start wiederherstellen (Abbildung 5).

Abb. 5: Gimp merkt sich beim Beenden die Positionen der Dialogfenster.

Tipp: Fotos nachschärfen

Leichte Foto-Unschärfen können Sie ganz einfach nachbearbeiten, indem Sie über das Bildmenü den Punkt Filter / Verbessern / Schärfen aufrufen. Im zugehörigen Dialog Schärfen sehen Sie in der Bildvorschau, ob die von Ihnen verwendeten Parameter-Einstellungen für die Schärfung ausreichen. (hge)

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