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Erschienen in EasyLinux 04/2005   »   Ausgabe bestellen

Nachrichten

Umfangreiches OpenOffice-Paket auf CD

Der OpenOffice.org Deutschland e.V. hat eine große Software-Sammlung rund um das freie Office-Programm auf CD gepackt. Die Scheibe enthält die aktuelle OpenOffice-Version 1.1.4 für Linux, Windows und Mac OS X 10.3. Daneben finden Sie in dem Paket mit dem eigenwilligen Namen "PrOOo-Box" viel Dokumentation, Tutorials sowie zahlreiche Vorlagen, Cliparts und Schriften.

Ebenfalls dabei sind Sprachpakete für Rechtschreibprüfung und Silbentrennung. Mit den mitgelieferten Makros und Erweiterungen können Sie beispielsweise markierte Begriffe in der Online-Enzyklopädie Wikipedia nachschlagen oder Dokumente in das LaTeX-Format umwandeln.

Als Zugabe legt das deutsche OpenOffice-Team weitere freie Software bei, unter anderem den Mozilla-Browser Firefox 1.0 und den Mailclient Thunderbird 1.0. Eine Boxed-Version der Software-CD inklusive gedrucktem Handbuch mit 450 Seiten können Sie unter (http://www.ooodev.org) gegen eine Spende von 15 Euro zuzüglich Portokosten bestellen. Die CD steht auf (http://www.prooo-box.org) auch als ISO-Image zum kostenlosen Download bereit.

Wo hängt der Feuerlöscher? Diese und viele andere Piktogramme finden Sie auf der OpenOffice-CD names PrOOo-Box.

KDE 3.4 in der Betaphase

Die Desktop-Umgebung KDE befindet sich in der Betaphase ihrer aktuellen Release. In diesem Stadium testen die Entwickler vor allem die Features, die sie bereits integriert haben, und beheben Fehler, die bei diesen Test auffallen. Für Endanwender lohnt es sich dagegen, auf die Pakete des jeweiligen Distributors zu warten, da diese leichter zu installieren und meist stabiler sind.

KDE 3.4 eröffnet vor allem im Bereich Groupware neue Möglichkeiten. Personal Information Management -- kurz PIM -- heißt hier das Stichwort, unter dem auch bei KDE verschiedene Komponenten, wie E-Mail, Kontakte und Adressbücher, zusammengefasst werden. Diese lassen sich über neue Bausteine nun besser miteinander verbinden. Auch die Kooperation zwischen mehreren Nutzern klappt besser.

Viel getan hat sich auch bei Browser-Plug-Ins für den Konqueror -- Erweiterungen zur Darstellung von Multimedia-Inhalten: Diese lassen sich nun einzeln aktivieren, was den Verbrauch an Arbeitsspeicher reduziert. Zudem ist die Basis des Konquerors, seine Rendering Engine, stabiler geworden, da dort viele Änderungen von den Entwicklern des Safari-Browsers einflossen (http://www.apple.com/safari/).

Einen kompletten Ausblick auf den kommenden Entwicklungszyklus bietet ein Artikel von George Staikos unter http://osdir.com/Article2722.phtml.

Mit der kommenden Version 3.4 von KDE eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich Groupware.

Plattenloser Camcorder mit Linux

Die CeBit wirft ihre ersten Schatten: Samsung (http://www.samsung.com) kündigt für März 2005 einen Camcorder an, der keine eigene Festplatte mitbringt. Das Gerät mit dem Namen Miniket arbeitet mit einer Variante des Linux-Kernels und funktioniert als Video- und Audio-Aufnahmegerät. Darüber hinaus kann es MP3-Dateien speichern und abspielen.

Der Hersteller bringt voraussichtlich drei Varianten des Multifunktionsgerätes auf den Markt. Diese unterscheiden sich maßgeblich in der internen Speicherleistung, die von 256 MByte über 512 MByte bis zu 1 GByte reicht. Dabei handelt es sich um festverdrahteten Speicher, der dank eines Multicard-Slots mit Memory-Sticks erweiterbar ist.

Das Gerät mit der Bezeichnung VP-M105/110 nimmt maximal 35 Minuten MPEG-4-Film bei 720x576 Pixeln auf. Ein elektronischer Bildstabilisator und eingebauter Blitz sorgen für zusätzlichen Komfort bei der Aufnahme. Der USB-2.0-Anschluss verbindet die Kamera mit einem PC zur Datenübertragung. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt rund 600 Euro.

Ein neuer plattenloser Camcorder von Samsung arbeitet mit Linux.

Laptop mit Linux vorinstalliert

Der amerikanische Discounter Wal-Mart bringt mit dem LADBSD250 von Linare ein zweites Notebook-Modell in die Läden, auf dem Linux vorinstalliert ist und das nur knapp 500 US-Dollar kostet. In die deutschen Wal-Mart-Filialen kommt dieses Gerät aber wahrscheinlich nicht.

Das Notebook verfügt über einen Athlon-1800-Prozessor, 128 MByte RAM sowie eine Festplatte mit 40 GByte Speicherkapazität. Für einen Aufpreis von 100 US-Dollar baut der Hersteller 256 MByte Arbeitsspeicher und ein DVD-Laufwerk ein.

Linare (http://www.linare.com) setzt auf seiner Hardware eine eigene Distribution ein. Diese enthält laut Web-Seite den KDE-Desktop und die wichtigsten Anwendungen für die tägliche Arbeit -- jedoch nicht immer in der aktuellsten Version.

Billig-PC für Entwicklungsländer

Die Versorgung der ärmsten Länder der Welt mit Computern geht nach wie vor schleppend voran. Noch immer übersteigen die Preise für Hard- und Software bei weitem die Möglichkeiten der Menschen in diesen Ländern. In einem ehrgeizigen Projekt möchte Nicholas Negroponte vom Media Lab des Massachusetts Institute of Technology dies ändern: In Zusammenarbeit mit den Firmen AMD, Motorola, Samsung sowie einigen anderen großen Unternehmen plant er einen Linux-basierten Klein-Computer, der für unter 100 US-Dollar über den Ladentisch gehen soll.

Damit dieser geringe Preis überhaupt machbar sein ist, setzt der Autor auf große Stückzahlen, die natürlich nicht von Endkunden, sondern nur durch Zwischenhändler erzielbar sind. Der Entwurf für das Gerät steht bereits. Als wesentliches Merkmal sticht ein kleiner Projektor hervor, der aus der Tastatur durch Spiegelungen und Vergrößerungen die Ausgabe auf eine Fläche wirft und so einen teuren Bildschirm ersetzt.

Nicholas Negroponte vom Massachusetts Institute of Technology möchte die ärmsten Länder der Welt mit einem billigen PC für unter 100 US-Dollar versorgen.

Kalender gemeinsam nutzen

Nach den Web- und Mail-Produkten bringt die Mozilla Foundation nun auch eine Kalenderanwendung heraus. Die Entwicklungsversion, die als Release 0.2 vorliegt, hört auf den Namen Sunbird, der Name der endgültigen Version steht derzeit noch nicht fest. Sie wurde aus der bereits vorhandenen Kalenderanwendung weiterentwickelt, kann aber im Gegensatz zu dieser auch ohne eine der Mozilla-Komponenten verwendet werden.

Seine Stärken spielt der Kalender jedoch bei der Zusammenarbeit mit dem Mail-Client Thunderbird und dem Web-Browser Firefox aus. Er setzt auf das Ical-Format und verhält sich dadurch kompatibel zu vielen anderen Kalenderanwendungen. Die aktuelle Betaversion beherrscht noch keine Synchronisation mit einem Handheld wie Palm Pilot oder Pocket PC. Die Ankündigung auf der Web-Seite lässt aber vermuten, dass dieses Feature für eine spätere Version geplant ist.

Deutsche Bahn setzt auf Linux

Die Deutsche Bahn AG (http://www.bahn.de) setzt bei ihrer elektronischen Infrastruktur auf Linux: Die IT-Abteilung migrierte bereits die Daten von 55 000 Anwendern der Groupware Lotus Notes auf einen Großrechner, der unter Suse Linux Enterprise Server 8 läuft. Das Unternehmen plant, die Migration noch in diesem Jahr zu beenden. Danach versprechen sich die Verantwortlichen durch die neue IT-Struktur eine größere Flexibilität sowie weiteres Einsparpotenzial. Kooperationspartner bei der Umstellung ist IBM (http://www.ibm.com). (Mathias Huber, Andreas Grytz/uwo)

Kurz notiert

Debian-Handbuch: Debian gehört nicht gerade zu den Distributionen, die als einsteigertauglich durchgehen. Die Entwickler des freien Projektes gelten jedoch als ruhige und bedächtige Menschen, die ihre Arbeit mit großer Sorgfalt erledigen. Zudem dokumentieren sie mit großer Leidenschaft viele Prozesse rund um ihre Arbeit. Debian-Experte Frank Ronneburg fasst in seinem Debian-Handbuch zahlreiche Aspekte zusammen und bereitet diese übersichtlich auf. Trotz der Debian-spezifischen Stellen stellt das Buch eine lesenswerte Lektüre für jeden Linux-Interessierten dar. (http://www.linuxland.de)

Sylpheed 1.0.1: Schlanker Mail-Client (http://sylpheed-claws.sourceforge.net), der nicht nur mehrere Accounts verwaltet, sondern in diesen auch zahlreiche Mailboxen mit größeren Mail-Mengen bewältigt. Die aktuelle Version bietet eine verbesserte Suchfunktion mit der Möglichkeit, die Unterordner mit einzubeziehen.

Mozilla 1.8 Alpha 6: Der bekannte Web-Browser (http://www.mozilla.org) steht wieder vor einem Versionssprung. Derzeit steht auf den Download-Servern die Alphaversion der Software, die noch nicht für den produktiven Einsatz geeignet ist. Die Entwickler legten in allen Komponenten Hand an und verbesserten beispielsweise den Druckdialog und die Behandlung von XML-Dokumenten.

Documancer 0.2.4: Ein Reader, der speziell für die Darstellung von Dokumentation optimiert wurde (http://documancer.sourceforge.net). Er unterstützt die Anzeige von HTML-Seiten, aber auch Man- oder Info-Pages lassen sich mit der Software in übersichtlicher Weise grafisch anzeigen. Die aktuelle Version bringt vor allem bei der Suche Verbesserungen, da diese nun auf einer schnelleren Engine aufsetzt.

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